Forum: Editorial zu "Der Holocaust und die westdeutschen Historiker"

Von
Astrid M. Eckert

Editorial zum Forum „Der Holocaust und die westdeutschen Historiker“

Die Erforschung der westdeutschen Zeitgeschichtsforschung und ihrer wichtigsten Protagonisten schreitet voran und bewahrheitet dabei unbeabsichtigterweise die Fels gewordene Definition von Hans Rothfels von der Zeitgeschichte als „Epoche der Mitlebenden und ihre wissenschaftliche Behandlung“. Denn einige der Träger der bundesdeutschen Zeitgeschichtsforschung vor allem der Sechziger und Siebziger-Jahre erleben noch mit, wie sie und ihre vormaligen Kollegen in den historisierenden Blick geraten. Man kann durchaus Verständnis dafür aufbringen, dass bei denen, die es bisher gewohnt waren, geschichtliche Fragestellungen zu entwickeln, Forschungsprojekte zu entwerfen und Quellen auszuwerten, ein gewisses Unwohlsein dabei aufkommt, plötzlich selbst zum Objekt wissenschaftlicher, konkret: historiografischer Fragestellungen zu werden. Ihre öffentliche Reaktion auf neue Studien zur Zeitgeschichtsforschung, vielleicht sogar ein Schlagabtausch, sind damit eigentlich schon programmiert. Denn auch das ist ein Signum der Zeitgeschichte: die „Einspruchsmöglichkeit der Zeitgenossen“.[1] Allerdings ist es nicht sehr tiefsinnig, die beginnende Historisierung der Zeitgeschichte als die Versuche „aufstrebender Nachwuchshistoriker“ abzutun, möglichst viel „Aufsehen“ zu erregen und sich als „zornige Denkmalstürzer“ zu präsentieren.[2] Es sei denn, man betrachtet Denkmäler als heilig und unantastbar; oder hält es noch mit Gerhard Ritter und bedauert „die Neigung der jüngsten Generation, sich vorzugsweise mit der Geschichte der Geschichtsschreibung statt mit der Geschichte selbst zu beschäftigen“.[3]

Spätestens der viel zitierte Frankfurter Historikertag von 1998 hat allerdings verdeutlicht, dass der Geschichtswissenschaft nicht viel anderes übrig bleibt, als sich auch mit sich selbst zu beschäftigen, wenn sie ihre Glaubwürdigkeit erhalten will. Besonders die „Historiker der Bundesrepublik“, wie Paul Nolte die „lange Generation“ der um 1930 Geborenen bezeichnete, haben immer wieder die Rolle von „public intellectuals“ übernommen und sich mit fachlicher und moralischer Autorität in die Kontroversen um die deutsche Vergangenheit eingemischt bzw. diese mit getragen.[4] Aus dieser „langen Generation“ stammten während der ersten Jahrzehnte der Bundesrepublik auch die Hauptinterpreten der Geschichte des Nationalsozialismus. Angesichts der zentralen Rolle, die die Deutung und Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit und dem Holocaust für die Legitimierung der Bundesrepublik und die Ausformung ihrer politischen Kultur spiel(t)en, ist es nur nahe liegend, dass diese „public intellectuals“ im Gegenzug irgendwann einmal nach den Quellen sowohl der fachlichen als auch der moralischen Autorität gefragt werden würden. Auf den generationellen Impetus dieser Fragen und den sich in ihnen manifestierenden fachlichen Generationswechsel ist bereits mehrfach hingewiesen worden.[5]

Es kann also wenig überraschen, dass ein Buch, das diese Aspekte verbindet – historiografische Fragen zur Zeitgeschichte nach 1945 und ihren Trägern, und zwar konkret zur Holocaustforschung – sich merklich auf den unmittelbaren Bekanntheitsgrad des Verfassers und günstig für den, naturgemäß, an Auflagen und Verkauf interessierten Verlag auswirken würde. Im vergangenen Jahr erschien die Studie von Nicolas Berg (Der Holocaust und die westdeutschen Historiker. Erforschung und Erinnerung, Göttingen 2003), die genau diesen Schritt vollzog. Eine öffentliche Reaktion auf das Buch war schon allein aufgrund des sensiblen Themas zu erwarten. Allerdings muss man die publizistische Reaktion nicht als einen „objektiven Vorgang“ betrachten, der einem solchen Buch einfach „passiert“. Berg hat sich nicht nur in ein „emotionales und intellektuelles Minenfeld“[6] begeben, er hat die kontroverse Rezeption seines Buches auch mit angelegt. Denn mitverantwortlich für die zum Teil gereizte Aufnahme der Studie war ein Artikel Bergs in der Süddeutschen Zeitung vom Juli 2002.[7] Der Artikel fasst die Auseinandersetzung zwischen dem Mitarbeiter und späteren Direktor des Münchner Instituts für Zeitgeschichte, Martin Broszat, und dem jüdischen Historiker und Auschwitz-Überlebenden, Joseph Wulf, über dessen mehrbändige Dokumentation zum Holocaust von 1960 zusammen. Dabei teilte Berg unter anderem die bis dahin nicht bekannte Tatsache mit, dass Broszat am 20. April 1944 im Alter von 18 Jahren der NSDAP beigetreten war. Nach allen Regeln der Marketing-Kunst war damit dem Lesepublikum ein „teaser“ präsentiert worden, der vom Buch Skandalöses erwarten ließ. Das Skandalon – die Parteimitgliedschaft Broszats – erscheint in Bergs Buch dann auf Seite 420 auf anderthalb Zeilen und eine Fußnote reduziert. Trotzdem hat dieses Faktum der Rezeption des Buches zumindest in der Presse die Richtung vorgegeben, die streckenweise den Eindruck vermittelte, als sei eine Studie zur Geschichte des Instituts für Zeitgeschichte erschienen.

Der Historiker Norbert Frei reagierte als erster auf das Buch und beschäftigte sich näher mit der Parteimitgliedschaft Martin Broszats.[8] Dabei ging er auf die von Berg nicht weiter recherchierten Umstände des Parteieintritts ein, zum Beispiel die Auffälligkeit des Eintrittsdatums und die Hintergründe des Aufnahmeverfahrens für HJ-Mitglieder. Im Zentrum stand die Frage, ob Broszat je von seiner Mitgliedschaft erfuhr und sie entsprechend absichtlich verschweigen konnte, wie Berg schon in seinem Zeitungsartikel behauptet hatte. Die Fragen zur Biografie Broszats amalgamierten sich mit der kurz darauf einsetzenden Diskussion um die Parteimitgliedschaft führender Germanisten, die seitdem einige Blüten treibt.[9] Bei der Gelegenheit sprang noch einmal ins Auge, dass selbst eine angeblich „durchforschte“ Epoche wie der Nationalsozialismus – und hier ein so zentraler Aspekt wie die historische Entwicklung des Aufnahmeverfahrens der NSDAP – eben nicht vollständig wissenschaftlich erschlossen ist und in ihren empirischen Details problemlos abrufbar wäre.[10] An dieser Stelle hat die zum Teil polemisch geführte Diskussion eine Chance, konstruktiv gewendet zu werden. Eine genaue Studie des Parteiaufnahmeverfahrens und, sinnvollerweise, des Umgangs mit dem biografischen Makel der Mitgliedschaft in der öffentlichen Diskussion der frühen Bundesrepublik, ist hoffentlich nur noch eine Frage der Zeit. Oder feuilletonistisch gesprochen: „Wo Erregung ist, sollte Erkenntnis werden.“[11]

Mittlerweile erscheinen die ersten Auseinandersetzungen mit der Studie Bergs, die sich nicht auf das Zeilenkontingent einer Tageszeitung beschränken müssen und entsprechend auch auf andere Aspekte des Buches eingehen können.[12] Denn die Fokussierung auf die Parteimitgliedschaft Martin Broszats hat die Diskussion unnötig verengt und dabei aus den Augen verloren, dass Nicolas Berg zentrale Fragen für die Historisierung der bundesdeutschen Zeitgeschichte aufwirft. Bisherige Rezensenten sind zwar sehr unterschiedlicher Meinung darüber, ob er diese Fragen methodisch und inhaltlich befriedigend beantwortet. Allerdings wird zukünftige Forschung sich abermals den (nicht erst von Berg aufgezeigten) Blindstellen der frühen Zeitgeschichtsforschung widmen müssen und den epistemologischen Implikationen der Verzahnung von Biografie und Forschungsgegenstand nachzugehen haben. Besonders wichtig erscheint in diesem Zusammenhang ein erneutes Reflektieren über die „gestörte Kommunikation“[13] zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Wissenschaftlern, die in dem Briefwechsel zwischen Martin Broszat und Saul Friedländer von 1987 ihren Höhepunkt fand[14], aber über einige Zwischenstopps verlief, wie eben die von Berg herausgearbeitete Auseinandersetzung zwischen Broszat und Joseph Wulf. Auch die verschiedenen methodischen Ansätze zur Erforschung des Nationalsozialismus und des Holocaust stehen durch die Studie Bergs noch einmal zur Diskussion. Bei einer Re-Evaluierung ihrer forschungshistorischen Entwicklung müssten sie in Relation zu vorangegangenen und parallelen Ansätzen betrachtet und auf ihren tatsächlichen Erkenntnisertrag hin abgeklopft werden. Anders ausgedrückt: Welche methodische Herangehensweise wurde durch den vielgescholtenen strukturalistischen Ansatz abgelöst und wie leistungsstark oder -schwach erwies er sich im Hinblick auf Erkenntnisgewinn zur Geschichte der Judenvernichtung? Dies könnte die Arbeit des Instituts für Zeitgeschichte in ein alternatives Licht rücken, besonders dann, wenn auch das zeitgenössische geschichts- und wissenschaftspolitische Konfliktfeld mit ausgeleuchtet wird.

Irgendwann einmal, in ein oder zwei Historikergenerationen, wenn die historiografische Forschung zur Zeitgeschichte der Bundesrepublik auch die Neunziger-Jahre und die Gegenwart mit in den Blick nimmt, wird wahrscheinlich auch Nicolas Bergs Studie der Forschung zur Quelle. Eventuell geht diese zukünftige Forschung dann davon aus, „daß sich die Erinnerung auch ohne willentliche Zustimmung in die Geschichtswissenschaft hinein verlängert, sei es in ihren Ausgangsfragen oder allgemein in ihrem Erkenntnisinteresse, sei es in den Begriffen, die sie benutzt, oder in den Themen, die sie zu bearbeiten wichtig findet“ (Berg, S. 565). Vielleicht erfahren wir bei der Gelegenheit dann mehr über die eigene Zeitgebundenheit und den Impetus hinter den Erkenntnisinteressen auch dieses Buches.

Das heute beginnende Forum möchte die Diskussion um die von Nicolas Berg aufgeworfenen Fragen weiterführen. Dabei haben wir uns bemüht, auch BeiträgerInnen zu gewinnen, die nicht unmittelbar im deutschen akademischen Betrieb tätig sind, sondern sowohl die bisherige Debatte als auch das Buch mit einem gewissen Abstand betrachten konnten. Der „Abstand“ ist angesichts einer international vernetzten Geschichtswissenschaft natürlich nur relativ.

Das Forum eröffnet mit einer Rezension von Peter Longerich, die das Buch in seiner Gesamtheit betrachtet und den LeserInnen des Forums dadurch einen Einstieg verschafft. Dem schließt sich ein Beitrag von Claudia Koonz an, der neben den Thesen der Studie auch die Reaktionen darauf in den Blick nimmt. Darauf folgt ein Beitrag von Ian Kershaw, der bereits im Times Literary Supplement erschien, in Deutschland aber nur wenig zur Kenntnis genommen worden ist. Stefan Berger widmet sich anschließend den methodischen Prämissen von Bergs Studie. Einen Perspektivwechsel stellt der Artikel von Gerhard L. Weinberg dar: Weinberg, als Jugendlicher in die USA emigriert, von Hans Rothfels in Chicago promoviert und in den Fünfziger-Jahren immer wieder im Kontakt mit dem Institut für Zeitgeschichte, kommentiert Bergs Thesen aus der Perspektive des „Mitlebenden“. Alan E. Steinweis weist dann in seinem nachfolgenden Beitrag darauf hin, dass sowohl die Entwicklung der bundesdeutschen Zeitgeschichte als auch der Holocaustforschung historiografisch in einen internationalen Forschungskontext eingebunden werden müssen. Habbo Knoch nimmt in seinem Aufsatz die Schnittstelle von Zeitgeschichte als Wissenschaft und öffentlicher Erinnerung in den Blick. Hanno Loewy geht in seinem Artikel auf die bisherige Rezeption des Buches ein und konzentriert sich des weiteren auf den Gegensatz zwischen jüdischem und nicht-jüdischem Gedächtnis. Robert P. Ericksen diskutiert die frühen Reaktionen der konservativen Historik, vor allem der Göttinger Historiker um Hermann Heimpel. Das Forum schließt mit einem Beitrag von Nicolas Berg. Die Autoren haben mit der ersten und durchgesehenen zweiten Auflage des Buches gearbeitet. Bis auf den Artikel von Robert Ericksen haben Nicolas Berg für seinen Beitrag die Texte der übrigen Autoren vorgelegen.

Die Beiträge werden in dieser Woche über die Liste verschickt und anschließend auf einer für das Forum eingerichteten Webseite freigeschaltet. Sie finden die Seite unter folgender URL: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/index.asp?pn=texte&id=412=412

Wie gewohnt liegt der Vorteil von H-Soz-u-Kult in der Möglichkeit für Sie, liebe Leserinnen und Leser, sich unmittelbar in die Diskussion einzubringen. Ihre Reaktionen auf einzelne Beiträge oder die angesprochenen Themen sind sehr willkommen und werden im Anschluss an den Schlussbeitrag von Nicolas Berg über die Liste und auf der Forumseite veröffentlicht.

Astrid M. Eckert und Vera Ziegeldorf

Astrid M. Eckert, German Historical Institute, Washington, D. C.
Vera Ziegeldorf, Redaktion H-Soz-u-Kult, Berlin

Astrid M. Eckert ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Historischen Institut in Washington, D. C. Aktuelle Veröffentlichung: „Der Kampf um die Akten. Die Westalliierten und die Rückgabe beschlagnahmten deutschen Archivguts nach dem Zweiten Weltkrieg“ Stuttgart: Franz Steiner Verlag 2004.

Diskussionsbeiträge oder Kommentare können auf Deutsch, Englisch oder Französisch an folgende Adresse geschickt werden:
hsk.rezensionen@geschichte.hu-berlin.de

Anmerkungen:
[1] Zitat bei Frei, Norbert, Abschied von den Zeitgenossen. Erbantritt – Nationalsozialismus und Holocaust im Generationenwechsel, in: Süddeutsche Zeitung, 09.09.2000, S. 18; ausführlicher , in: Ders., Abschied von der Zeitgenossenschaft. Der Nationalsozialismus und seine Erforschung auf dem Weg in die Geschichte, in: WerkstattGeschichte 20 (1998), S. 69-83.
[2] Blasius, Rainer, Keiner wäscht weißer. Ja, nein, weiß nicht: Der Disput um den Historiker Martin Broszat, in: FAZ Nr. 219, 20.09.2003, S.35: „Wie erregt ein aufstrebender Nachwuchshistoriker heutzutage das meiste Aufsehen? Indem er sich als zorniger Denkmalstürzer präsentiert.“
[3] Gerhard Ritter an Hermann Heimpel, 20.11.1951, zit. nach Schumann, Peter, Gerhard Ritter und die deutsche Geschichtswissenschaft nach dem Zweiten Weltkrieg, in: Mentalitäten und Lebensverhältnisse. Beispiele aus der Sozialgeschichte der Neuzeit. Rudolf Vierhaus zum 60. Geburtstag, Göttingen 1982, S. 399-415, hier S. 415.
[4] Nolte, Paul, Die Historiker der Bundesrepublik. Rückblick auf eine „lange Generation“, in: Merkur 53:5 (1999), S. 413-432. Vgl. auch Jessen, Ralph, Zeithistoriker im Konfliktfeld der Vergangenheitspolitik, in: Jarausch, Konrad; Sabrow, Martin (Hgg.), Verletztes Gedächtnis. Erinnerungskultur und Zeitgeschichte im Konflikt, Frankfurt am Main 2002, S. 153-175, hier S. 168f. Jessen weist auch darauf hin, dass die westdeutschen Historiker in der öffentlichen Auseinandersetzung zu keinem Zeitpunkt ein Deutungsmonopol zu zeithistorischen Themen für sich beanspruchen konnten.
[5] Frei, Zeitgenossenschaft (wie Anm. 1); Nolte (wie Anm. 4); Leggewie, Claus, Mitleid mit Doktorvätern oder: Wissenschaftsgeschichte in Biographien, in: Merkur 53:5 (1999), S. 433-444. Seine Reaktion auf das Buch von Nicolas Berg eröffnet Hans Mommsen mit einem Hinweis auf die sich derzeit vollziehende generationelle „Wachablösung“: Täter und Opfer – ein Streit um die Historiker, in: Die Welt, 13.09.2003.
[6] Aschheim, Steven E., Archetypen und der deutsch-jüdische Dialog. Erwägungen zur Goldhagen-Kontroverse, in: Heil, Johannes; Erb, Rainer (Hgg.), Geschichtswissenschaft und Öffentlichkeit. Der Streit um Daniel J. Goldhagen, Frankfurt am Main 1998, S. 184-201, hier S. 185.
[7] Berg, Nicolas, Die Lebenslüge vom Pathos der Nüchternheit. Subjektive jüdische Erinnerung und objektive deutsche Zeitgeschichtsforschung in den sechziger Jahren, in: Süddeutsche Zeitung, 17.07.2002.
[8] Frei, Norbert, Mitläufergeschichten? Heute erscheint Nicolas Bergs Studie über die NS-Deutungen deutscher Zeithistoriker, in: Süddeutsche Zeitung, 08.05.2003, S. 16; Ders., Hitler-Junge, Jahrgang 1926. Hat der Historiker Martin Broszat seine NSDAP-Mitgliedschaft verschwiegen - oder hat er nichts davon gewußt?, in: DIE ZEIT Nr. 38, 11.09.2003. Ein erster Einwurf zum Thema von Longerich, Peter, Der Fall Martin Broszat, in: DIE ZEIT Nr. 34, 14.08.2003, S. 38.
[9] In Auswahl: Saltzwedel, Johannes, Von Goethe zu Hitler, in: Der Spiegel Nr. 48 24.11.2003, S. 174-177; Spiegel, Hubert, Sprachlos: Germanisten als Hitlers Parteigenossen, in: FAZ Nr. 274, 25.11.2003, S. 35; Wapnewski, Peter, Die Kartei hat immer Recht. Wie ich Mitglied der NSDAP wurde, in: DIE ZEIT Nr. 49, 03.12.2003; Aly, Götz, Was wusste Walter Jens?, in: DIE ZEIT Nr. 4, 15.01.2004; Kellerhoff, Sven Felix, Von unschätzbarem Wert. Im Streit um Walter Jens wird die Bedeutung der NSDAP-Kartei angezweifelt - zu Unrecht, in: Die Welt, 27.01.2004
[10] Tatsächlichen Mehr-Wert in der Germanisten-Debatte lieferte Nolzen, Armin, Es gab viele Wege und Motive, Parteimitglied zu werden, in: Frankfurter Rundschau, 26.11.2003, S. 17; Ders., Nur zu illustrativen Zwecken, in: Frankfurter Rundschau, 04.02.2004, S. 17. Der Aufsatz von Jürgen W. Falter, Die „Märzgefallenen“ von 1933. Neue Forschungsergebnisse zum sozialen Wandel innerhalb der NSDAP-Mitgliedschaft während der Machtergreifungsphase, in: Geschichte und Gesellschaft 24 (1998), S. 595-616, beleuchtet die verschiedenen Phasen des Parteieintritts und die Entwicklung der Mitgliederstruktur, geht beim Aufnahmeverfahren allerdings nicht ins Detail. Erste Abhilfe verschafft Heusterberg, Babett, Personenbezogene Unterlagen aus der Zeit des National-Sozialismus. Das Bundesarchiv in Berlin und seine Bestände, insbesondere des ehemaligen Berlin Document Center (BDC), in: Herold-Jahrbuch NF5 (200), S. 149-186; sowie das Gutachten von Buddrus, Michael, „War es möglich, ohne eigenes Zutun Mitglieder der NSDAP zu werden?“ Gutachten des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin für das ‚Internationale Germanistenlexikon 1800-1950’, in: Geschichte der Germanistik 23/24 (2003), S. 21-26. In Ermangelung einschlägiger Literatur kann man aber immer noch eine Broschüre der amerikanischen Besatzungsbehörde zu Rate ziehen, die im Berlin Document Center erstellt wurde: Who was a Nazi? Facts About the Membership Procedure of the Nazi Party. Compiled by the 7771 Document Center OMGUS, o. D. (1947).
[11] Bisky, Jens, Die Aktenlage. Das „Germanistenlexikon“ und die Parteibücher, in: Süddeutsche Zeitung, 26.11.2003.
[12] Habbo Knoch: Rezension zu: Berg, Nicolas: Der Holocaust und die westdeutschen Historiker. Erforschung und Erinnerung. Göttingen 2003. In: H-Soz-u-Kult, 04.02.2004, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2004-1-065>.; Wojak, Irmtrud, Nicolas Berg and the West German Historians. A response to his ‚handbook’ on the historiography of the Holocaust, in: German History 22.1 (2004), S. 101-118; Loewy, Hanno, Die Geburt der „Sachlichkeit“ aus dem Geist des tragischen Heroismus. Zu Nicolas Bergs fulminanter Historisieriung der Historiker in: Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte 32 (2004).
[13] Zitat von Ulrich Herbert auf der Konferenz „Hans Rothfels und die Zeitgeschichte“, Juli 2003, München, zitiert nach dem Konferenzbericht von Kirchhoff, Jochen, Tagung des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin, 16./17.7.2003, München. In: H-Soz-u-Kult, 13. 08. 2003 <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=278>.
[14] Broszat, Martin; Friedländer, Saul, Um die „Historisierung des Nationalsozialismus“. Ein Briefwechsel, in: VfZ 36.2 (1988), S. 339-372.

Zitation
Forum: Editorial zu "Der Holocaust und die westdeutschen Historiker", in: H-Soz-Kult, 23.02.2004, <www.hsozkult.de/debate/id/diskussionen-415>.
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Veröffentlicht am
23.02.2004
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