Das gelebte Europa: Formen und Praktiken der Vernetzung in Alltagskultur und Lebenswelten, circa 1870 – 1950

Das gelebte Europa: Formen und Praktiken der Vernetzung in Alltagskultur und Lebenswelten, circa 1870 – 1950

Veranstalter
Mathias Häußler (Universität Regensburg) und Florian Greiner (Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte Heidelberg)
Veranstaltungsort
Raum 319, Altes Finanzamt, Landshuter Straße 4
Gefördert durch
Daimler und Benz Stiftung
PLZ
93047
Ort
Regensburg
Land
Deutschland
Vom - Bis
22.03.2023 - 24.03.2023
Von
Florian Greiner, Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte Heidelberg

Die Konferenz untersucht das „gelebte Europa“ im Zeitraum von circa 1870 bis 1950. Im Zentrum steht die Frage, wie sich innereuropäische Verflechtungen zwischen dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts und dem Beginn des politischen Integrationsprozesses in konkrete gesellschaftliche Praktiken übersetzten und das Alltagsleben auf einem sich rapide wandelnden Kontinent beeinflussten.

Das gelebte Europa: Formen und Praktiken der Vernetzung in Alltagskultur und Lebenswelten, circa 1870 – 1950

Unsere Konferenz setzt sich zum Ziel, aus einer „bottom-up“ Perspektive heraus Formen, Praktiken und Wirkmächtigkeit des „gelebten Europa“ empirisch zu untersuchen. Im Zentrum steht die Frage, wie sich innereuropäische Verflechtungen zwischen dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts und dem Beginn des politischen Integrationsprozesses in konkrete gesellschaftliche Praktiken übersetzten und das Alltagsleben auf einem sich rapiden wandelnden Kontinent beeinflussten: Wie stark kamen Menschen mit anderen Europäer:innen in Kontakt, welche Berührpunkte existierten zwischen europäischen Gesellschaften, wie verschränkten sich individuelle Lebenswelten? Und welche Folgen hatten solche Austauschprozesse wiederum für Ideen und Konstruktionen „Europas“?

Programm

Mittwoch, 22. März

16.00 – 16.30 Uhr

Florian Greiner (Heidelberg) und Mathias Häußler (Regensburg): Willkommen und thematische Einführung: Chancen, Herausforderungen und Dimensionen der Geschichte eines "gelebten Europas"

16.30 – 18.00 Uhr: Keynote

Chair: Mathias Häußler (Regensburg)

Christoph Cornelißen (Frankfurt): Das „gelebte Europa“ im Zeichen von drei historischen Zäsuren: 1870 – 1914/18 – 1947

18.00 – 19.00 Uhr
Sektempfang mit Häppchen

Donnerstag, 23. März

9.00 – 11.00 Uhr: Ein europäischer Wirtschaftsraum von unten?
Chair: Mark Spoerer (Regensburg)

Heike Wieters (Berlin) und Derek Hattemer (Berlin): Das Gesetz der großen Zahl? Risikostreuung, europäische Versicherungsnetzwerke und transnationale Märkte, 1890-1950

Yaman Kouli (Düsseldorf): Unfallversicherung und grenzüberschreitende Arbeit - ein Beispiel für europäische Vernetzung

Willy Buschak (Bochum): Boykotts, Streiks, Aktionen gegen soziales Dumping. Praktische Zusammenarbeit zur Verbesserung der Arbeitsverhältnisse in den europäischen Grenzregionen der 1920er Jahre

11.00 – 11.30 Uhr
Kaffeepause

11.30 – 12.45 Uhr: Europa und die Welt: Begegnungsräume in kolonialer Agitation und touristischen Praktiken

Chair: Timothy Nunan (Regensburg)

Florian Wagner (Erfurt): Europäisch, international oder transimperial? Zum Selbstbild des Internationalen Kolonialinstituts, 1890-1950

Claudia Gatzka (Freiburg): Europäische Begegnungen im Tourismus der Belle Époque: Rollenspiel und Metareflexionen

12.45 – 14.00 Uhr
Mittagessen

14.00 – 16.00 Uhr: Europa im Kampf der politischen Extreme

Chair: Rainer Liedtke (Regensburg)

Christin Hansen (Paderborn): Im Kampf für Frieden und Europa? Die internationale Beteiligung von Freiwilligen am Spanischen Bürgerkrieg und deren Europakonstruktionen

Martin Hamre (Berlin): „Das gelebte Europa“ in den Vorstellungen und Praktiken der Internationalen Arbeitsgemeinschaft der Nationalisten 1934-1941

Lea Levenhagen (Bamberg / Bayreuth): Europäisierung des Wirtschafts- und Finanzsystems und Finanzierung des Europäismus – Finanzexpert:innen im Londoner Exil während des Zweiten Weltkriegs 1939-1945

16.00 – 16.30 Uhr
Kaffeepause

16.30 – 18.00 Uhr: Keynote

Chair: Mathias Häußler (Regensburg)

Ulrike von Hirschhausen (Rostock): Ungleicher Austausch?Verflechtung und Isolierung als europäische Praxis

19 Uhr
Conference Dinner

Freitag, 24. März

09.00 – 10.15 Uhr: Lösung oder Problem? Europa und der Alkohol

Chair: Florian Greiner (Heidelberg)

Frederike Schotters (Tübingen): Von Europa hängt es ab! Die Konstruktion eines europäischen Selbstverständnisses in der transnationalen Abolitionsbewegung Ende des 19. Jahrhunderts

Lisbeth Matzer (München): Von der Suche nach „Europa“ im Wein (ca. 1920 bis 1950)

10.15-10.45 Uhr
Kaffeepause

10.45 Uhr – 12.15 Uhr: Vernetzung überall? Zivilgesellschaft und Bildung

Chair: Paul Vickers (Regensburg)

Nina Szidat (Essen): Von Paten- zu Partnerstädten?Entwicklungslinien grenzüberschreitender kommunaler Vernetzung zwischen 1918 und 1950

Dominik Herzner (Erlangen/Nürnberg): Demokratisierung als Grundlage für die Umsetzung eines Europagedankens im Deutschen Auslandsschulwesen

12.15 Uhr – 12.45 Uhr
Abschlussdiskussion

Kontakt

Mathias Häußler, mathias.haeussler@ur.de