Workshop "Zwischen Pop und Propaganda" - Radio in der DDR

Workshop "Zwischen Pop und Propaganda" - Radio in der DDR

Veranstalter
Klaus Arnold, Katholische Universität Eichstätt/Ingolstadt Christoph Classen, Zentrum für Zeithistorische Forschung
Veranstaltungsort
DeutschlandRadio, Hans-Rosenthal Platz, 10825 Berlin
Ort
Berlin
Land
Deutschland
Vom - Bis
26.03.2004 - 27.03.2004
Deadline
15.03.2004
Website
Von
Christoph Classen, Abteilung III "Zeitgeschichte der Medien- und Informationsgesellschaft", Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

40 Jahre lang sollten die Radiosender in der ehemaligen DDR ihre Hörer informieren, bilden und unterhalten. Diese grundlegenden Medienfunktionen konnten in der sozialistischen Diktatur jedoch nur auf ganz bestimmte Weise erfüllt werden: So wurde aus Information oft Propaganda, aus Bildung Erziehung und auch die Unterhaltung hatte unter den ideologisch-politischen Vorgaben zu leiden. Die Publikumswünsche, die in der DDR nicht grundlegend anders waren als in der Bundesrepublik, spielten besonders zu Anfang eine geringe Rolle, konnten allerdings angesichts der Konkurrenz mit westlichen Angeboten auch nicht gänzlich missachtet werden. Somit wurde den Rundfunkmachern in der DDR unter den Bedingungen des Systemkonflikts ein ständiger Spagat zwischen den ideologischen Postulaten und der Quotenkonkurrenz mit dem Westen abverlangt.
Der Bereich der Massenmedien und speziell der Rundfunk wurden in der Forschung nach 1990 zunächst eher wenig beachtet. Dieses Desiderat möchte der interdisziplinär angelegte Workshop überwinden helfen, indem er medien- und kommunikationswissenschaftliche sowie zeitgeschichtliche Zugänge integriert. Ziel ist es darüber hinaus, neue Forschungsparadigmen aufzunehmen und die Einbindung des Mediums in den zeitgenössischen Kontext des „Kalten Krieges“ mit dem Abstand von mehr als einer Dekade zu reflektieren. Im Unterschied zu älteren Ansätzen werden nicht nur die politisch-ideologischen Erwartungen und Intentionen der Parteispitze an das Medium thematisiert, sondern auch der auf Dauer nicht zu unterdrückende Charakter des Radios als Unterhaltungsmedium.

Programm

26. 3.

11.00-12.15
Begrüßung (Dr. Klaus Arnold, Dr. Christoph Classen)

Grußwort (Gerda Hollunder, Programmdirektorin, Deutschlandradio Berlin)

Eröffnungsreferat:
Geteiltes Land, geteilter Himmel? Der Kalte Krieg und die Massenmedien in gesellschaftsgeschichtlicher Perspektive
(PD Dr. Thomas Lindenberger, ZZF Potsdam.)

12.15-14.00
Führung durch das Haus, anschließend Mittagessen

14.00-16.00
Sektion 1: Die institutionellen Anfänge des Rundfunks in der SBZ/DDR
Moderation: Dr. Uta C. Schmidt, Dortmund

Rundfunk in der sowjetischen Besatzungszone
(Prof. Dr. Wolfgang Mühl- Benninghaus, HU zu Berlin)

Der „Berliner Rundfunk“ im Berliner Sonderkonflikt
(Dr. Petra Galle, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin)

Der 17. Juni 1953 und die Folgen
(Dr. Ingrid Pietrzynski, Deutsches Rundfunkarchiv, Potsdam)

Kaffeepause

16.30-18.30
Sektion 2: Der DDR-Rundfunk seit dem Mauerbau
Moderation: Prof. Dr. Michael Lemke, ZZF Potsdam

Wirtschaftspropaganda in den 60er Jahren
(Christian Könne, Universität Mannheim)

Vom Erziehungsinstrument zum Konsumgut?
Zur Entwicklung des DDR-Rundfunks in der Honecker-Zeit (Rolf Geserick, Sankt Augustin)

Das Ende des DDR-Rundfunks unter strukturanalytischen und
handlungstheoretischen Aspekten (Sylvia Dietl, Düren)

Zehn Jahre DeutschlandRadio
(Ernst Elitz, DeutschlandRadio, Berlin)

Kaffeepause

19.00-21.00
Zeitzeugengespräch: Zwischen Politik und Publikum: Erfahrungen von DDR-Rundfunkjournalisten im Kalten Krieg

Teilnehmer: Alfred Fleischhacker, Ernst Dornhoff, Peter Salchow, Dr. Peter Warnecke, Dr. Heiner Noske

Moderation: N.N. DeutschlandRadio, Berlin.

27. 3.

9.00-11.00
Sektion 3: Genres und Themen
Moderation: Dr. Lu Seegers (Universität Gießen)

Unterhaltungssendungen und populäre Musik
(Dr. Monika Pater, Universität Hamburg)

Auf der Suche nach Identität(en). Die Rolle literarischer Programmangebote beim Berliner Rundfunk und beim NWDR in der Nachkriegszeit
(Dr. Hans-Ulrich Wagner, Hans-Bredow-Institut, Hamburg)

Der Nürnberger Prozess im „Berliner Rundfunk“
(Christine Bartlitz, ZZF Potsdam)

„Faschismus“ und „Antifaschismus“ – Die NS-Zeit zwischen Erinnerung und Politik (Dr. Christoph Classen, ZZF Potsdam)

Kaffeepause

Sektion 4: Zielgruppenprogramme
Moderation: PD Dr. Georg Wagner-Kyora, (Universität Halle-Wittenberg)

Stimme nach Westen: Der Deutschlandsender
(Dr. Klaus Arnold, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt)

„Radio Moldau“ – DDR-Auslandspropaganda für die CSSR 1968/69 (Claus Röck, Universität Leipzig)

Geheimsender und Militärpropaganda
(Prof. Dr. Jürgen Wilke, Universität Mainz)

Pop & Propaganda in der Mokka-Milch-Eisbar. Das "Jugendstudio DT 64" und die Wendungen der SED-Jugend- und Medienpolitik 1964 bis 1971.
(Heiner Stahl, ZZF Potsdam)

13:20-15.00
Mittagspause

15.00-17.00
Sektion 5: Vergleichende Perspektiven
Moderation: Prof. Dr. Jan Tonnemacher, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt)

Offene Vergleiche. Rundfunk im Nationalsozialismus und in der DDR
(Prof. Dr. Adelheid v. Saldern, Universität Hannover)

Rundfunk in der Bundesrepublik und in der DDR. Aspekte des systematischen Vergleichs
(Prof. Dr. Konrad Dussel, Universität Mannheim)

Deutsch-deutsche Publika und ihre Präferenzen
(Prof. Dr. Michael Meyen, Universität München)

17.00-17.15
Fazit , Ende des Workshops

Kontakt

Dr. Klaus Arnold
Katholische Universität Eichstätt/Ingolstadt
Lehrstuhl Journalistik II
Ostenstrasse 25
85072 Eichstätt
Tel.: 08421/93-1556
Fax: 08421/93-1786
Mail: Klaus.Arnold@ku-eichstaett.de

Dr. des. Christoph Classen
Zentrum für Zeithistorische Forschung
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam
Tel. +49 (0)331-28991-17
Fax +49 (0)331-28991-60
Mail: classen@zzf-pdm.de


Redaktion
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Region(en)
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Land Veranstaltung
Sprach(en) der Veranstaltung
Deutsch
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