Zeit der Freiheit. Das europaeische Erbe der mittel- und osteuropaeischen demokratischen Opposition zwischen Selbstbehauptung und Diktaturerfahrung

Zeit der Freiheit. Das europaeische Erbe der mittel- und osteuropaeischen demokratischen Opposition zwischen Selbstbehauptung und Diktaturerfahrung

Veranstalter
Heinrich-Böll-Stiftung e.V., Die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Europäische Akademie Berlin
Ort
Berlin
Land
Deutschland
Vom - Bis
15.09.2004 - 16.09.2004
Von
Stognienko, Michael

Dass Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung nicht ohne politischen und persönlichen Mut zu haben ist, lässt sich an der Geschichte der ostmitteleuropäischen Oppositionsbewegungen ablesen, die 1953 mit dem Volksaufstand in der DDR einsetzte, sich 1956 in Ungarn, 1968 in der Tschechoslowakei, in den 80er Jahren mit Solidarnosc in Polen fortsetzte und schließlich in die friedliche Revolution vom Herbst 1989 mündete.

Fünfzehn Jahre nach dem Mauerfall von 1989 und im Jahre Eins einer erweiterten Europaeischen Union ist es an der Zeit, sich des politischen Erbes der demokratischen Opposition Ostmitteleuropas zu vergewissern:

- "Anti-Politik" und "Zivilgesellschaft": Was waren die Werte und Vorstellungen der ostmitteleuropäischen Oppositionsbewegungen? Welche Freiheitserwartungen gab es?

- Nach der friedlichen Revolution: Haben diese Werte und Vorstellungen Eingang gefunden in die politischen Kulturen der neuen Demokratien? Inwieweit wurde in den Transformationsprozessen seit 1989 die Idee der Freiheit durch ihre Gleichsetzung mit "Neoliberalismus" diskreditiert? Welche Rolle spielt das Erbe der Oppositionsbewegungen in Ostmitteleuropa für die jüngeren Generationen?

- Vergangenheitspolitik nach 1989: Welche Rolle spielte und spielt die Aufarbeitung der Diktaturerfahrungen?

- Impulse für das vereinte Europa: Wie kann ein aus den Erfahrungen der Opposition und der friedlichen Revolution gewachsenes spezifisches Verständnis der Freiheit und der zivilen Selbstverantwortung in die politische Kultur Europas eingehen?

Die Tagung soll eine Verständigung darüber bringen, ob und in welcher Weise die Werte der ehemaligen oppositionellen Bewegungen relevant für das politische Selbstverständnis des neuen Europa sind.

Programm

Mittwoch, 15.09.04

10.00 Uhr Eröffnung
Marianne Birthler, Die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen
Ralf Fücks, Heinrich-Böll-Stiftung

10.45 Uhr Vortrag: Freiheit als politische Leitidee
Prof. Bronislaw Geremek, MdEP, Warschau (angefragt)

13.30 Uhr Forum Freiheit: Wie lebendig sind die Werte und Vorstellungen der ehemaligen Opposition in den heutigen Gesellschaften?
Vìra Vohlídalová, Prag; Marianne Birthler; Istvan Eörsi, Budapest; Prof. Bronislaw Geremek

16.00 Uhr Forum Vergangenheitspolitik: Freiheit durch Aufarbeitung - Der Umgang mit Diktaturerfahrungen im vereinten Europa
Impulsreferat: Dr. Ruth Leiserowitz, Berlin
Dorota Dakowska, Berlin/Paris; Prof. Dr. Leonidas Donskis,
Kaunas; Dr. Ruth Leiserowitz; Dr. Krisztián Ungváry, Budapest;
Moderation: Christian Booß, Berlin

19.30 Uhr Podiumsdiskussion: Impulse für das erweiterte Europa. Das Erbe der Demokratiebewegungen für die politische Kultur und die Politik der EU
Katelina Jonášová, Prag; Marianne Birthler; Ralf Fücks; Pavel Seifter, Prag; Istvan Eörsi; Dr. Stefan Auer, Dublin

Donnerstag, 16.09.04

10.00 Uhr Vortrag: Europa als Ziel und Realität. Die europäische Orientierung der oppositionellen Bewegungen
Karol Modzelewski, Warschau (angefragt)

11.00 Uhr Forum: Europadebatten in den Oppositionsbewegungen
Karol Modzelewski; Vilem Precan, Prag; Istvan Eörsi; Wolfgang Templin, Berlin

14.00 Uhr Forum: Integration gestalten - Wie bildet sich die politische Kultur des erweiterten Europas?
Katelina Jonášová; Jana Simon, Berlin; Dr. Stefan Auer

Kontakt

Information und Anmeldung:
Heinrich-Boell-Stiftung
Michael Stognienko
Rosenthaler Strasse 40/41
10178 Berlin
Tel. 030-28534-0/-241
Fax 030-28534-108
Email: stognienko@boell.de

http://www.boell.de/index.html?http://www.boell.de/de/01_event/2825.html
Redaktion
Veröffentlicht am
21.08.2004
Beiträger