Kopftuch, Kruzifix, Karikaturen. Demokratie und religiöser Pluralismus im transatlantischen Vergleich

Kopftuch, Kruzifix, Karikaturen. Demokratie und religiöser Pluralismus im transatlantischen Vergleich

Veranstalter
Heinrich Böll Stiftung
Ort
Berlin
Land
Deutschland
Vom - Bis
08.11.2007 - 08.11.2007
Deadline
07.11.2007
Von
Marianne Zepp

Wie säkular ist Europas politische Kultur? Das moderne Europa versteht sich als ein Hort religiöser Toleranz und die Aufklärung gilt als einer ihrer Gründungsmythen. Dieser Mythos wird besonders gegenüber den USA ins Feld geführt. Die amerikanisch-religiöse Rhetorik in der öffentlichen Politik stößt dagegen in Europa auf Unverständnis. Dabei wird übersehen, dass in vielen europäischen Ländern die Trennung von Staat und Kirche nie konsequent durchgeführt wurde, so dass bis heute christliche Kirchen im öffentlichen Leben nicht selten bevorzugt behandelt werden.

Während die Vereinigten Staaten den Kanon anerkannter religiöser Bekenntnisse ständig erweitern und mit dem Begriff des Abrahamismus auch den Muslimen die kulturelle Anerkennung zusprechen, ist in Europa die Auseinandersetzung um die christlichen Wurzeln in Abgrenzung zum Islam neu entbrannt. Die Herausforderungen einer pluralreligiösen Gesellschaft nehmen die europäischen Staaten erst zeitverzögert an.

Phänomene wie die Auseinandersetzung um das Tragen des Kopftuchs im öffentlichen Dienst, der dänische Karikaturenstreit und die gegenwärtige Moscheedebatte haben in Europa ein Klima gegenseitigen Misstrauens geschaffen. Was bedeutet der Begriff Toleranz in einer multireligiösen Gesellschaft, zu deren Grundsätzen die Gleichwertigkeit von Bekenntnissen gehört? Wie gehen säkulare Demokratien heute mit religiösen Überzeugungen und Befindlichkeiten um – und wo liegen die Grenzen der Toleranz gegenüber religiösen Gruppen?

Programm

Programm

14.00
Begrüßung
Marianne Zepp, Referentin für Zeitgeschichte, Heinrich-Böll-Stiftung

14.05 – 16.30
Panel I: Religiöse Identität, Tradition und Politik
Warum denken die Amerikaner anders als wir Europäer? Und was hat das mit Religion zu tun?

Vorträge mit anschließender Podiumsdiskussion und Publikumsfragen

Marcia Pally (Publizistin und Kulturwissenschaftlerin, New York University, USA)
Susanne Lanwerd (Religionswissenschaftlerin, Berlin)
Tim Jensen (Religionswissenschaftler, Odense Universitet, Dänemark)

Moderation: Marianne Zepp, Heinrich-Böll-Stiftung

16.30 – 17.00
Kaffeepause

17.00 – 19.00
Panel II: Staatsbürgerschaft, religiöse Toleranz und demokratische Verfasstheit
Integrieren die USA religiöse Minderheiten besser als Europa?

Vorträge mit anschließender Podiumsdiskussion und Publikumsfragen

Sergey Lagodinsky (ehem. Programmdirektor des American Jewish Committee, Berlin)
Jonathan Laurence (Politikwissenschaftler, Boston University, USA)
Hasret Karacuban (stv. Sprecherin der Grünen MuslimInnen)

Moderation: Mekonnen Mesghena., Heinrich-Böll-Stiftung

19.00
Empfang

Kontakt

Eike Botta
Ulf Plessentin
Heinrich Böll Stiftung, Rosenthaler Str. 40/41, 10178 Berlin

285 34- 234
285 34- 108
Botta[a]boell.de


Redaktion
Veröffentlicht am
01.11.2007
Beiträger
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