Adel in Norddeutschland

Adel in Norddeutschland

Veranstalter
Arbeitskreis Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen / Arbeitskreis für Hamburgische Geschichte
Ort
Hannover / Hamburg
Land
Deutschland
Vom - Bis
14.11.2009 -
Deadline
15.03.2009
Von
Heike Düselder

Der Arbeitskreis Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen plant zusammen mit dem Arbeitskreis für Hamburgische Geschichte zwei Tagungen zum Adel in Norddeutschland. Die Themen sind 1. Adel zwischen Stadt und Land (Herbst 2009 in Hannover) und 2. Adel und Ökonomie (Frühjahr 2010 in Hamburg). Der zeitliche Rahmen wird das 18. und frühe 19. Jahrhundert sein.

Von jeher haben die Angehörigen des landsässigen Adels den Kontakt in die Stadt gesucht. Nicht nur im Zusammenhang mit den landesherrlichen Bemühungen zur Residenzenbildung zog es den Adel in die Stadt. Während seiner ständigen oder saisonal begrenzten Aufenthalte nahm er an der städtischen Lebensform teil und sicherte sich die Produkte städtischer Wirtschaft. Auf den häufig mehrere Wochen dauernden Landtagsversammlungen waren Landadelige in der Stadt präsent und nicht nur an den politischen Entscheidungsprozessen beteiligt, sondern sie wirkten auch auf das soziale und kulturelle städtische Leben ein. Städte wie Göttigen waren als Studienorte des Adels von Bedeutung. Einflussreiche und prestigeträchtige Ämter in der Stadt, am Hof und in den Domkapiteln der geistlichen Fürstentümer boten dem Adel Gelegenheit zur Nutzung der städtischen Netzwerke der Kommunikation und des kulturellen Transfers.
In der Forschung ist Adelsgeschichte bislang vor allem als ein landesgeschichtliches Thema behandelt worden. In der stadthistorischen Forschung hat der Adel zwar im Zusammenhang mit dem Hofleben Berücksichtigung gefunden, nicht jedoch im Rahmen einer stadtgeschichtlichen Perspektive, die danach fragt, welche Bedeutung die Stadt für den Adel hatte und welche Faktoren dazu führten, dass die Stadt für den Adel als zentrale Elitegruppe des feudalen Umlands zu einem Anziehungspunkt wurde. Die Herbsttagung 2009 soll den Adel als Bindeglied zwischen Stadt und Land in den Blick nehmen und seine institutionelle und kulturelle Einbettung in die städtische Lebenswelt sowie deren Folgen für die Lebensweise auf den ländlichen Adelssitzen erörtern. Dabei sollen die Grenzziehungen zwischen Stadt und Land, zwischen Adel und Bürgertum, dynamischer und „moderner“ städtischer Lebenswelt und traditioneller, „starrer“ ländlicher Lebensweise hinterfragt und mit neuen Erkenntnissen konfrontiert werden.

Die Frühjahrstagung 2010 steht unter dem Rahmenthema „Adel und Ökonomie“ und befasst sich mit den ökonomischen Grundlagen adeliger Existenz. Diese beruhten innerhalb der adeligen Grundherrschaften auf dem Einkommen, das durch herrschaftliche Rechte erzielt wurde. Hierzu gehörten die Abgaben der eigenbehörigen Bauern sowie die Einkünfte aus verschiedenen Ämtern. In den geistlichen Territorien erfüllten Kirchenämter eine bedeutende Versorgungsfunktion. Die nachgeborenen Söhne katholischer Adelsfamilien, die keine Aussicht hatten, als Stammherren das Familiengut zu führen, besetzten nicht selten Domherrenstellen in den Domkapiteln. Die Einkünfte, die mit diesen Ämtern verbunden waren, konnten beträchtlich sein und dem Amtsinhaber einen standesgemäßen Lebensunterhalt sichern. Bis zur Säkularisation schuf die Kombination von Einkünften aus Grundherrschaften und kirchlichen Ämtern eine stabile Vermögensgrundlage für die Familien, welche im einzelnen und in ihrer jeweils konkreten Zusammensetzung in der Forschung bislang kaum behandelt worden ist. Vor allem der Umgang des Adels mit seinem Grundbesitz und der Nutzen, den er daraus zog, sind von besonderem Interesse, und unter diesem Aspekt kann auch die Situation des verarmten Adels thematisiert werden. Ebenso können Fragen nach dem Adeligen als „Unternehmer“ sowohl im agrarischen als auch im gewerblichen oder industriellen Rahmen und generell nach den Beziehungen des Adels zu rationalem Wirtschaftshandeln zu einer Perspektivenerweiterung der Adelsforschung beitragen.

Auskünfte erteilen:
Dr. Heike Düselder (projektadel.museumsdorf@ewetel.net)
Prof. Dr. Carl-Hans Hauptmeyer (hauptmeyer@hist.uni-hannover.de)
Prof. Dr. Franklin Kopitzsch (Franklin.Kopitzsch@uni-hamburg.de)

Unter Angabe des Stichworts „Adels-Tagung 2009“ bzw. „Adel-Tagung 2010“ richten Interessenten bitte ein kurzes Exposé des Vortrags sowie einen knappen Lebenslauf mit Stichworten zu Forschungsinteressen bis zum 15. März 2009 an folgende Adresse:
Dr. Heike Düselder
Universität Osnabrück, FB 2 Geschichte der Frühen Neuzeit
Neuer Graben 19/21, 49069 Osnabrück
projektadel.museumsdorf@ewetel.net

Programm

Kontakt

Heike Düselder

Universität Osnabrück, FB 2, Neuer Graben 19/21
49069 Osnabrück
0541 / 969-4905
0541 / 969-4898
projektadel.museumsdorf@wetel.net