Christentum im Islam – Islam im Christentum? Identitätsbildung durch Rezeption und Abgrenzung in der Geschichte

Christentum im Islam – Islam im Christentum? Identitätsbildung durch Rezeption und Abgrenzung in der Geschichte

Veranstalter
Akademie und Geschichtsverein der Diözese Rottenburg-Stuttgart
Veranstaltungsort
Tagunghaus Weingarten, Kirchplatz 7, 88250 Weingarten
Ort
Weingarten, Oberschwaben
Land
Deutschland
Vom - Bis
16.09.2010 - 18.09.2010
Deadline
02.09.2010
Von
Kerstin Hopfensitz

Christentum im Islam – Islam im Christentum?
Identitätsbildung durch Rezeption und Abgrenzung in der Geschichte

Wertenormen unserer Gesellschaft, historisch-europäische Identität und aufgeklärte Modernität scheinen spezifisch christlich-abendländisch oder westlich-rational geprägt zu sein. Der Orient und der Islam gelten dem gegenüber als das Fremde, das Andere: der negative Hintergrund, vor dem sich Eigenart und spezifische Leistung der westlichen Zivilisation und Gesellschaft erst konturieren lassen. Umgekehrt spielte die Auseinandersetzung mit dem und die Abgrenzung zum Christentum für den Islam von Beginn an eine zentrale Rolle, sowohl was dessen Entstehung als auch was dessen frühe Ausbreitung angeht. Die Kolonialgeschichte hat für große Teile der muslimischen Welt eine christlich-westliche Fremdherrschaft bedeutet. Die Konfrontation mit deren Praktiken, aber auch mit deren Modernität und Rationalität bestimmt noch heute die Identitätskonstruktion vieler Muslime zutiefst, positiv wie negativ.
Zunächst gilt es, heutige, die Identität erinnerungsgeschichtlich prägende Selbst- und Fremdbilder zu dekonstruieren und in ihre historische Ursprungssituation einzubetten. Besonders soll nach der Bedeutung gefragt werden, die die beiden Religionen jeweils gegenseitig für die Ausbildung von Lehre, Sozialform und kulturellen Leistungen in der Geschichte gehabt haben. Durch die Beschreibung zentraler, grundlegender Prozesse, aber auch anhand von historisch interessanten Teilaspekten soll eine Annäherung an das breite Feld von Rezeption und Grenzziehung zwischen Christentum und Islam versucht werden. Zu fragen ist unter anderem: Wie wird der Andere im Spiegel der eigenen Begrifflichkeit wahrgenommen? Wie grenzt man sich vom Anderen ab, und worin sieht man Gemeinsamkeiten? Wie verändert sich das Bild vom Anderen etwa durch intensiveren Kontakt und Austausch oder durch wachsende Kenntnisse und Verwissenschaftlichung? Wie verändert sich das eigene Selbstverständnis durch die genauere Kenntnis des Anderen?
Gemeinsam laden Geschichtsverein und Akademie der Diözese
Rottenburg-Stuttgart alle Interessierten nach Weingarten ein.

Tagungsleitung

Dr. Dieter R. Bauer
Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Prof. Dr. Hubert Wolf, Münster
Geschichtsverein der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Programm

Donnerstag, 16. September 2010

14.30 Uhr
Kaffee/Tee

15.00 Uhr
Begrüßung
Christentum im Islam – Islam im Christentum?

Einführung
Prof. Dr. Hubert Wolf, Münster

16.00 Uhr
Der prophetische Text des Korans vor dem Hintergrund jüdischer und christlicher Traditionen der Spätantike
Michael Marx, Berlin/Potsdam

17.15 Uhr
Gott der Eine oder Gott der Dreieine?
Die philosophischen Begründungsformen für die Inkarnation und die Trinität Gottes im christlichen Mittelalter als Antwort auf die Herausforderung des islamischen Monotheismus
Prof. DDr. Markus Enders, Freiburg i.Br.

18.30 Uhr
Abendessen

20.00 Uhr
Öffentlicher Abendvortrag

Musterschüler und Zauberlehrling
Wieviel Westen steckt im modernen Islam?
Prof. Dr. Thomas Bauer, Münster

Freitag, 17. September 2010

8.00 Uhr
Frühstück

9.00 Uhr
Die Bedeutung der Kreuzzüge für die kollektive Identitätskonstruktion in Christentum und Islam
Dr. Arnold Bühler, Frankfurt a.M.

10.15 Uhr
Friedliches Zusammenleben, kultureller Austausch und Krieg in den mittelalterlichen spanischen Reichen
Prof. Dr. Klaus Herbers, Erlangen

Kaffee/Tee

11.30 Uhr
Friedrich II. und der Islam
Prof. Dr. Wolfgang Stürner, Stuttgart

12.30 Uhr
Mittagessen

14.00 Uhr
Die Bedeutung des Islam für die christliche Selbst- und Geschichtsdeutung in der Reformationszeit
Prof. Dr. Hartmut Bobzin, Erlangen

Kaffee/Tee

15.30 Uhr
Die Wahrnehmung des „Christlichen Abendlandes“ im Osmanischen Reich
Dr. Henning Sievert, Zürich

16.45 Uhr
„Barbarisch – Muslimisch – Wild“
Die Wahrnehmung der Barbareskenstaaten durch christliche Missionare im Frankreich des 17. Jahrhunderts
Daniel Steinke, Münster

18.00 Uhr
Abendessen

19.30 Uhr
Islam in Mitteleuropa: Toleranz, Austausch, Dialog, Abgrenzung, Gefahr
Podiumsdiskussion

Samstag, 18. September 2010

8.00 Uhr
Frühstück

9.00 Uhr
Orientalismus
Orientsehnsucht und Orientstereotype im Europa des 19. und 20. Jahrhunderts
Prof. Dr. Marco Schöller, Münster

Kaffee/Tee

10.30 Uhr
Der Islam in der katholischen Theologie seit der Aufklärung
PD Dr. Klaus Unterburger, Münster

12.00 Uhr
Mittagessen – Tagungsende

Kontakt

Kerstin Hopfensitz M.A.

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Im Schellenkönig 61, 70184 Stuttgart

+49 711 1640-752
+49 711 1640-852
hopfensitz@akademie-rs.de

http://www.akademie-rs.de
Redaktion
Veröffentlicht am
09.07.2010
Klassifikation
Weitere Informationen
Land Veranstaltung
Sprach(en) der Veranstaltung
Deutsch
Sprache der Ankündigung