Umwelt und Natur in der ökonomischen Theorie. Workshop zur Wissenschaftsgeschichte der Umweltökonomie

Umwelt und Natur in der ökonomischen Theorie. Workshop zur Wissenschaftsgeschichte der Umweltökonomie

Veranstalter
Georg-August-Universität Göttingen: Graduiertenkolleg "Interdisziplinäre Umweltgeschichte. Naturale Umwelt und gesellschaftliches Handeln in Mitteleuropa" / Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte / Abteilung Umwelt- und Ressourcenökonomik des Departments für Agrarökonomie & Rurale Entwicklung
Veranstaltungsort
Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek
Ort
Göttingen
Land
Deutschland
Vom - Bis
29.10.2010 -
Von
Miriam Gassner

Die „Umweltökonomie“ hat seit den 1970er Jahren einen festen Platz im disziplinären Kanon der akademischen Wirtschaftswissenschaften. Bei der Thematisierung der Nutzungskonflikte von „öffentlichen Gütern“, „Trittbrettfahrerproblemen“ und „verdünnten Eigentumsrechten“ erwuchsen aus der Umweltökonomie zahlreiche Impulse, die auch in anderen Bereichen der Wirtschaftswissenschaften aufgenommen und zu weitergehenden Analysen genutzt wurden. Ökonomen entwickelten beispielsweise mit dem Zertifikatehandel Lösungsstrategien, die zum Teil auch mit großem Erfolg bereits zu einer spürbaren Verbesserung der Umweltnutzung in der modernen Wirtschaft geführt haben.
Allerdings ist die Umwelt kein neues Thema der Wirtschaftswissenschaft, sondern findet sich bereits in den klassischen Texten der nationalökonomischen Wissenschaft verschiedentlich thematisiert. Ziel des Workshops ist es, ausgehend von der modernen umweltökonomischen Problemstellung klassische nationalökonomische Texte auf die in ihnen verwandten Umweltbegriffe hin zu lesen und zu interpretieren. Die ökonomischen Klassiker sollen also im Workshop als gewöhnliche historische Quelle gelesen werden. Uns interessiert der jeweils historische ökonomische Umgang mit der Umwelt, für den die Texte stehen, und der unter Umständen in zentrale ökonomische Begrifflichkeiten eingeflossen ist. Welche Umwelt- und Naturvorstellungen finden sich beispielsweise in der Hausväterliteratur oder bei Adam Smith? In welcher Weise setzen sich die „organizistischen“ Texte der Historischen Schule der Nationalökonomie mit der Umwelt auseinander?

Programm

9.00 Uhr
Zur Einleitung: Wissenschaftsgeschichte der modernen Umweltökonomie im Überblick
Bertram Schefold (Frankfurt am Main)

10.15 Uhr
Die frühneuzeitliche Hausväterliteratur – Zur Praxeologie der naturalen adligen Ökonomie
Torsten Meyer (Zürich)

11.30 Uhr
Umweltökonomische Aspekte in den Schriften der Physiokraten.
Jörg Cortekar (Hannover)

13.00 Uhr
Mittagspause

14.00 Uhr
Natürliche Ressourcen und Umwelt bei den klassischen Ökonomen.
Rolf Sieferle (St. Gallen)

15.30 Uhr
Umweltbegriffe in den Schriften der Historischen Schule der Nationalökonomie
Reinhold Reith (Salzburg)

17.00 Uhr
Ende des Workshops

Kontakt

Miriam Gassner
Platz der Göttinger Sieben 5, 37073 Göttingen

miriam.gassner@wiwi.uni-goettingen.de


Redaktion
Veröffentlicht am
06.09.2010
Beiträger
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