Strukturwandel in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Forschungsstand, Projekte und Gegenwartsinteresse / Structural Change in the 2nd half of the 20th Century. Research, Projects and Current Perspectives

Strukturwandel in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Forschungsstand, Projekte und Gegenwartsinteresse / Structural Change in the 2nd half of the 20th Century. Research, Projects and Current Perspectives

Veranstalter
Institut für Schleswig-Holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte, Universität Flensburg: Uwe Danker, Sebastian Lehmann, Robert Bohn; Institut for Grænseregionsforskning, Syddansk Universitet: Elisabeth Vestergaard, Martin Klatt, Hans Martens; in Kooperation mit dem Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Potsdam
Veranstaltungsort
Universität Flensburg, Hauptgebäude, Raum HG 239 und Audimax, Auf dem Campus 1, 24943 Flensburg; Syddansk Universitet, Sønderborg, Hörsaal U 101, Alsion 2, 6400 Sønderborg
Ort
Flensburg / Sønderborg
Land
Deutschland
Vom - Bis
13.05.2011 - 14.05.2011
Von
Institut für Schleswig-Holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte, Universität Flensburg

- English version below -

Im Mittelpunkt der Tagung „Strukturwandel in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts – Forschungsstand, Projekte und Gegenwartsinteresse“ stehen neben Fragen nach Ursachen und Verläufen auch die Folgen des Wandels gesellschaftlicher und ökonomischer Strukturen nach 1945. Sie betreffen die Einordnung und Benennung der internen und externen Bedingungsfaktoren für sozioökonomischen Wandel ebenso wie die Beschreibung des Wandels: In welcher Form, in welchem Ausmaß, in welchen Sektoren und in welcher Tiefe betraf Wandel verschiedene Regionen? Zugleich gilt es, die Gestaltungsmöglichkeiten der Wandlungsprozesse zu untersuchen: Inwieweit ‚geschieht‘ Wandel, inwieweit lässt sich dieser steuern oder beeinflussend begleiten? Ebenfalls von besonderem Interesse ist die Analyse der Wahrnehmungs- und Reaktionsmuster sowie der Verarbeitungsstrategien des sozioökonomischen Wandels durch die Betroffenen: In welcher Form wird struktureller Wandel von welchen Gruppen erfahren, welche Folgen hat dies real und auch für die Selbstwahrnehmung respektive Rollenidentität? Welche Strategien zur Verarbeitung der Wandlungsprozesse lassen sich erkennen, wie sind sie zu interpretieren? Wie und in welchem Ausmaß verändert Strukturwandel unterschiedliche Regionen und wie ‚verkraften‘ deren regionale Gesellschaften den Wandel?

Die Tagung versucht, für fünf relevante und exemplarische Teilbereiche Ergebnisse zu bündeln und Perspektiven zu entwickeln: Landwirtschaft, (Schwer-)Industrie, Tourismus, Bundeswehr und Bildung. Für jeden dieser Teilbereiche sollen jeweils in einer Sektion der Forschungsstand und bestehende Forschungsdefizite benannt werden. Desgleichen bietet die Tagung ein Forum für aktuelle Forschungsprojekte aus allen Teilbereichen, die vorgestellt und bezogen auf die vorgestellten Fragestellungen diskutiert werden sollen.

Im Sinne einer besonderen Gegenwartsrelevanz zeitgeschichtlicher Forschung wird im Rahmen der Tagung auch Raum geschaffen für die Perspektiven aktueller Akteure der genannten Bereiche. Dabei geht es darum, die Bedeutung und die Reichweite (zeit)-historischer Fragestellungen zu konturieren: Welche Beobachtungen lassen sich daran machen? Ergeben sich gar ableitbare Erkenntnisse, die für gegenwärtiges Handeln und zukünftiges Planen sinnvoll einzubeziehen sind? Zugleich gilt es, den wissenschaftlichen Diskurs für gegenwartsbezogene Blickwinkel und Interessen zu sensibilisieren – und diese gegebenenfalls im Sinne einer vorsichtigen Annäherung zu berücksichtigen. Dies bezieht sich nicht zuletzt auf die Reflexion branchen-/sektorenspezifischer Traditionen beziehungsweise Selbstbilder und ihrer Aktualität.

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The conference „Structural Change in the 2nd half of the 20th Century – Research, Projects and Current Perspectives“ focusses on causes, courses and impacts of social and economic transformation processes after 1945. There are three main aspects we want to look at: The categorization and definition of internal and external factors of socio-economic change as well as specification of transformation: In what ways and to which degree did change affect different sectors and different regions? The different options of accompanying transformation processes politically: Does socio-economic change just ’take place’, what are the options to influence these processes? The analysis of patterns of perception and reaction to structural change by those affected: How do different social groups experience structural change and what are the effects, especially as far as self-perception and role identity are concerned? What are the strategies that social groups develop to react to such transformational processes? In what way are regions shaped or even constructed by structural change?
It is one goal of the conference to derive results and form perspectives for five exemplary sectors: agriculture, (heavy) industry, tourism, armed forces and education. For every sector the latest state of research is presented and desiderata are identified. The panels will include current research projects which will be discussed with reference to the central questions.

As research in contemporary history has got particular relevance for present problems there will be space at the conference for perspectives from outside the academic community. Experts actively involved in the sectors in question are asked to present topical views on their fields as well as comments on the relevance of historical research questions for present and future decisions.

Uwe Danker, Sebastian Lehmann

Programm

Freitag / Friday, 13. Mai 2011

Universität Flensburg, HG 239

10.00h
Eröffnung der Tagung / Conference Opening
Waltraud ‚Wara‘ Wende, Präsidentin der Universität Flensburg:
Grußwort / Welcome Note

10.15-11.00h
Einführungsvortrag / Keynote Speech
Uwe Danker / Sebastian Lehmann (Schleswig / Flensburg):
„Großer Wandel im kleinen Raum: Strukturwandel in regionalhistorischer Perspektive“

11.15-13.15h
Sektion / Session: Landwirtschaft / Agriculture
Moderator: Hans Schultz Hansen (Åbenrå)

Jaromir Balcar (Bremen):
„Landwirtschaft und ländliche Lebenswelten – ein Forschungsüberblick“

George Gerolimatos (Flensburg / Chapel Hill):
„Landwirtschaftlicher Strukturwandel und Demokratisierung der ländlichen Gesellschaft Schleswig-Holsteins“

Flemming Just (Esbjerg):
„Rural Development in Southern Denmark after World War II“

Jürgen Pallasch (Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein):
„Ein aktueller Blick auf den Strukturwandel in der Landwirtschaft“

Stephan Gersteuer (Bauernverband Schleswig-Holstein):
„Strukturwandel in der Landwirtschaft aus berufsständischer Perspektive“

13.15-14.00h: Lunch

14.00-16.00h
Sektion / Session: (Schwer-)Industrie / (Heavy) Industry
Moderator: Robert Bohn (Schleswig / Flensburg)

Stefan Grüner (Augsburg):
„Strukturwandel und (Schwer-)Industrie – Forschungsstand und Perspektiven“

Ralf Ahrens (Potsdam):
„Industrieller Strukturwandel in einer Traditionsbranche: Der bundesdeutsche Maschinenbau in den ‚langen siebziger Jahren‘“

Stephanie Schmoliner (lG Metall Bezirk Küste):
„Gewerkschaftspolitische Perspektiven auf zeithistorische Forschung zum Strukturwandel in der Industrie“

16.30-18.00h
Sektion / Session: Bundeswehr / Armed Forces
Moderator: Michael Epkenhans (Potsdam)

Wolfgang Schmidt (Hamburg):
„Bundeswehr und Strukturwandel – Forschungsstand und Perspektiven“

Knut Franck (Flensburg):
„Militärische Konversion im ländlichen Raum – das Scheitern eines Projektes. Eine Fallstudie zur Planungskultur“

Gerd Battrup (Sønderborg):
„The Danish 2007 structural reforms: the public sector as a factor for innovation and growth?“

Hans-Peter Bartels, MdB (Kiel / Berlin):
„Schleswig-Holstein, das Land mit der höchsten Bundeswehrdichte – ein aktueller politischer Blick“

19.00-21.00h
Öffentliche Abendvorträge / Public Evening Lectures
Universität Flensburg, Audimax
Moderator: Uwe Danker (Schleswig / Flensburg)

Jost de Jager, Minister für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein:
„Zukunftsperspektiven der deutsch-dänischen Grenzregion“

Henrik Becker-Christensen, Generalkonsul, Kongeligt Dansk Generalkonsulat Flensborg:
„Fremtidsperspektiver i den dansk-tyske grænseregion“

Sonnabend / Saturday, 14. Mai 2011
Syddansk Universitet, Sønderborg, Alsion

9.00-9.15h
Elisabeth Vestergaard (Sønderborg):
Grußwort / Welcome Note

9.30-11.30h
Sektion / Session: Tourismus / Tourism
Moderator: Martin Klatt (Sønderborg)

Hasso Spode (Berlin / Hannover):
„Historische Tourismusforschung – Bilanz und Ausblick“

Silvia Scheuerer (Basel):
„Vom Durchgangsort zum Reiseziel: Strukturwandel durch Tourismus im Bergdorf Andermatt (CH) gestern und heute.“

André Schulz (Heide):
„Historische Tourismusforschung – ein aktueller ökonomischer Blick“

Karsten Justesen (Sønderborg Erhvervs- og Turistcenter):
„Tourism in Sønderborg today“

11.30-12.15h: Lunch

12.15-14.15h
Sektion / Session: Bildung / Education
Moderator: Uwe Danker (Schleswig / Flensburg)

Volker Müller-Benedict (Flensburg):
„Wandlungsprozesse im schulischen Bereich nach 1945 aus der Sicht der Forschung“

Hilke Schwardt (Schleswig / Flensburg)
„Versuch oder Irrtum – Schulpolitik in Schleswig-Holstein im Wandel“

Hans Lehmann (Sønderborg):
„International Baccalaureate as part of the regional development“

Matthias Heidn (GEW Schleswig-Holstein):
„Strukturwandel und Bildungspolitik – ein gewerkschaftspolitischer Blick auf zeithistorische Forschung“

14.30-15.15h
Abschlusskommentar / Comments
Elisabeth Vestergaard (Sønderborg)
Susanne Royer (Flensburg)
Hans Schultz Hansen (Åbenrå)

Wir laden ausdrücklich Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler dazu ein, ihre aktuellen Forschungsarbeiten zum Tagungsthema in Form einer Posterpräsentation am Freitag, den 13. Mai 2011 in der Universität Flensburg vorzustellen. Auch Gruppenarbeiten sind willkommen. Interessierte sind eingeladen, ihre Abstracts bis spätestens 01.05.2011 per E-Mail an <lehmann@izrg.de> zu übermitteln.
Format: DIN A1
Zeitraum der Präsentation: 13. Mai 2011, ab 9h00, Universität Flensburg, im Hauptgebäude vor dem Veranstaltungsraum
Vorbereitung: Aufhängung durch die Präsentierenden selbst ab 8h30.

Kontakt

Institut für Schleswig-Holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte, Universität Flensburg
0049 (0) 4621 86 18 90

sekretariat@izrg.de

http://www.izrg.de