Open Access – Konsequenzen und Chancen für Museen und Sammlungen

Open Access – Konsequenzen und Chancen für Museen und Sammlungen

Veranstalter
Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen (KNK)
Veranstaltungsort
Stiftung Bauhaus Dessau, Festebene des Bauhausgebäudes, Gropiusallee 38, 06846 Dessau-Roßlau
Ort
Dessau
Land
Deutschland
Vom - Bis
12.12.2013 - 13.12.2013
Deadline
05.12.2013
Von
Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen

Konzentrierte sich die Digitalisierung und webbasierte Bereitstellung von Wissen in der Informationsgesellschaft seit Mitte der 1990er Jahre vornehmlich auf die harten Faktoren in Wissenschaft, Ökonomie und E-Government, so rückt in den letzten Jahren zunehmend auch der weiche Faktor der (E-)Kultur in das Interesse dieses rasant fortschreitenden Prozesses. Nicht nur die in Museen, Archiven und Bibliotheken gesammelten und aufbewahrten Schätze, sondern auch herausragende Parks, Gebäude und Ensembles erfahren als besondere Orte des kulturellen Gedächtnisses im Zeitalter der Digitalisierung eine ungeahnte Aufmerksamkeit. Durch die technischen und infrastrukturellen Möglichkeiten der Digitalisierung und des Open Access ist offenbar mit dem „Workflow“ aus Geschichte, Gedächtnis, Gegenwart und Zukunft ein neuer qualitativer und quantitativer Sprung von der Informations- zur Wissensgesellschaft eingeleitet worden.

Jenseits technischer IT-Parameter beleuchtet die Tagung Konsequenzen und Chancen dieser Entwicklung der Digitalisierung und des Open Access. Der Austausch über das Selbstverständnis und die Erfahrungen der einzelnen Kulturinstitutionen in dem Prozess wachsender digitaler Wissensräume sind dabei ein zentrales Anliegen der Tagung. In drei Blöcken widmet sie sich diesen Themen und geht zunächst von dem Verhältnis respektive dem Spannungsfeld von Objekt zu Digitalisat aus, um im zweiten Teil über die Zukunft bestehender Sammlungsmodelle in neuen globalen Wissensräumen des Open Access zum dritten Teil zu gelangen, der die aktuellen Rahmenbedingungen für Museen und Sammlungen auf dem Weg zum Open Access befragt.

Die KNK
Die Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen (KNK) ist ein Zusammenschluss von mehr als zwanzig über die Landesgrenzen hinaus wirkenden Institutionen aus den neuen Bundesländern. Die Gründung der KNK geht auf das vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien initiierte Blaubuch zurück, das national bedeutende „kulturelle Leuchttürme“ ausweist. Die KNK bildet seit 2002 ein Forum für den inhaltlichen Austausch und für ökonomische Fragestellungen zur Erhaltung und Vermittlung des kulturellen Erbes.

Programm

Donnerstag, 12. Dezember 2013

11.00–11.30 Uhr
Begrüßung
Philipp Oswalt (Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau und Vertreter der Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen)

Grußwort
Stephan Dorgerloh (Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt und amtierender Präsident der Kultusministerkonferenz) – angefragt

Auftaktreferate
11.30–12.15 Uhr
Copyright ohne Kopien? Zugang als die vernetzte Form des Menschenrechts auf kulturelle Teilhabe
Wolfgang Coy (Professor am Institut für Informatik der Humboldt-Universität zu Berlin)

12.15–13.00 Uhr
Algorithmische Chancen und katechontische Kritik des "Open Access" aus speichertheoretischer und medienarchäologischer Sicht
Wolfgang Ernst (Professor am Institut für Musikwissenschaft und Medienwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin)

13.00–14.30 Uhr
Mittagspause

Zwischen Ding und Web: Das Digitalisat
14.30–15.00 Uhr
Ist Originalität kopierbar? Über die Herausforderung digitaler Vervielfältigung in der Medienkunst
Renate Buschmann (Direktorin des inter media art institute, Düsseldorf)

15.00–15.30 Uhr
Vom Grabungsobjekt zum virtuellen Raum
Kay Kohlmeyer (Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft, Berlin) und Arie Kai-Browne (Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule für Technik und Wirtschaft, Berlin)

15.30–16.00 Uhr
Access denied? Von Urheberrecht bis Hausrecht. Welche Rechte sind bei digitalen Angeboten zu beachten?
Martin Schaefer (Rechtsanwalt und Partner bei BOEHMERT & BOEHMERT, Berlin)

16.00–16.30 Uhr
Kaffeepause

Von der Sammlung zum Wissensraum: Open Access
16.30–17.00 Uhr
Information2Go. Das Museum als Wissensraum
Christian Kassung (Professor am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin)

17.00–17.30 Uhr
Opening access. New digital environments for old collections *
Haidy Geismar (Lecturer in Digital Anthropology and Material Culture at University College London)

17.30–18.00 Uhr
Rijksstudio. Make your own masterpiece *
Peter Gorgels (Internet Manager, Rijksmuseum Amsterdam)

18.00–18.30 Uhr
Diskussion des ersten Tages

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Freitag, 13. Dezember 2013

Von der Sammlung zum Wissensraum: Open Access
9.00–9.45 Uhr
Digitalisierung und Open Access in Forschungsmuseen der Leibniz Gemeinschaft
J. Wolfgang Wägele (Direktor des Zoologischen Forschungsmuseums Alexander Koenig, Bonn)

9.45–10.30 Uhr
Intimität, Urheberrechte und Open Access im Künstlerarchiv der Gegenwart
Wolfgang Trautwein (Direktor des Archivs der Akademie der Künste, Berlin)

10.30–11.00 Uhr
Kaffeepause

Sammlungen und Neue Medien: Sprungbrett und Stolperstein
11.00–11.45 Uhr
Kulturgut digital nutzbar machen
Mathias Schindler (Projektmanager Politik und Gesellschaft bei Wikimedia Deutschland e.V., Berlin) und Barbara Fischer (Kuratorin für Kulturpartnerschaften bei Wikimedia Deutschland e.V., Berlin)

11.45–12.30 Uhr
Die Public Domain Strategie der Europeana. (K)ein Vorbild für Deutschland?
Elisabeth Niggemann (Generaldirektorin der Deutschen Nationalbibliothek, Frankfurt am Main)

12.30–13.00 Uhr
Mittagspause

13.00–13.30 Uhr
Legal barriers in relation to the (online) disclosure of cultural heritage material in international context *
Barbara Dierickx (PACKED vzw - Centre of Expertise in Digital Heritage, Brüssel)

13.30–14.00 Uhr
Open Access in der Praxis von Museen und öffentlichen Sammlungen
Christian Czychowski (Rechtsanwalt und Partner bei BOEHMERT & BOEHMERT, Berlin)

Podiumsgespräch
14.00–15.30 Uhr
Vom Wissensraum zum Handlungsraum: Open access für Museen und Sammlungen, aber wie?
mit Christian Czychowski, Barbara Dierickx, Wolfgang Ernst, Elisabeth Niggemann und J. Wolfgang Wägele, Moderation: Hellmuth Henneberg (Fernsehmoderator beim Rundfunk Berlin-Brandenburg)

* Bitte beachten Sie: Die markierten Vorträge finden in englischer Sprache statt. Simultandolmetscher werden sowohl die Vorträge als auch die anschließenden Diskussionen und das Podiumsgespräch in beide Richtungen übersetzen.

Kontakt

Ruth Heftrig

Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen c/o Franckesche Stiftungen zu Halle
Franckeplatz 1, 06110 Halle (Saale)
0345–1351510 / 0176–24101732

heftrig@konferenz-kultur.de

http://www.konferenz-kultur.de/projekte/digitalisierung.php