Ministerialität, Ritterschaft, landständischer Adel im Rheinland (12. bis 19. Jahrhundert)

Ministerialität, Ritterschaft, landständischer Adel im Rheinland (12. bis 19. Jahrhundert)

Veranstalter
Abteilung für Rheinische Landesgeschichte des Instituts für Geschichtswissenschaft der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn; in Verbindung mit dem Verein für geschichtliche Landeskunde der Rheinlande; mit Unterstützung des Landschaftsverbandes Rheinland
Ort
Bonn
Land
Deutschland
Vom - Bis
22.09.2014 - 23.09.2014
Von
Abteilung für Rheinische Landesgeschichte

Seit der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts werden in den Quellen des nordrheinischen Raums Ministerialen der Kölner Erzbischöfe deutlicher fassbar. Im 12. Jahrhundert beschreiben die Kölner Dienstrechte und das Dienstrecht der Grafen von Are aus der Unfreiheit und dem Hofrecht entwachsene privilegierte Gruppen, deren Mitglieder militärische und administrative Aufgaben am Hof, auf Burgen und Landgütern sowie in Städten wahrnahmen. Söhne und Töchter von Dienstleuten fanden Aufnahme in Stifte und Klöster. Durch die Rezeption der in Frankreich ausgebildeten ritterlichen Kultur schufen sich die Ministerialen eine neue Identität in der Nähe des Adels. Im 13. Jahrhundert avancieren die Ritter zu Trägern des inneren Ausbaus landesherrlicher Länder (Territorien). Zu Korporationen zusammengeschlossen traten sie im Spätmittelalter den Fürsten als Vertreter von Landes- und Standesinteressen im Rahmen der landständischen Verfassung gegenüber. Obwohl sie terminologisch klar vom Adel unterschieden wurden, haben sich in der Forschung für die Ritter Bezeichnungen wie niederer oder landständischer Adel eingebürgert. In der frühen Neuzeit gelang vielen Rittern tatsächlich über Nobilitierungsprivilegien der Aufstieg in den Adel. Ihr Aktionsradius konnte sich über den landesherrlichen Dienst hinaus in vielfältiger Weise erweitern.
Die französische Besetzung des Rheinlandes 1794 und die Aufhebung der Standesprivilegien lösten die Lebenswelt des landständischen Adels auf. In der preußischen Rheinprovinz musste sich der Adel im bürgerlichen Zeitalter des 19. Jahrhunderts neu positionieren.
Im Vergleich zu anderen Regionen sind Ministerialität und Ritterschaft im Rheinland noch erstaunlich wenig systematisch erforscht. Die Tagung soll den Stand der Forschung aufzeigen und neue Forschungsperspektiven eröffnen. Als anregend dürfte sich der landesgeschichtliche Vergleich erweisen. Deshalb sollen auch Befunde aus anderen Geschichtslandschaften einbezogen werden. In den Blick genommen werden sollen nicht nur Fragestellungen der Verfassungs- und Politikgeschichte, vielmehr soll auch die Lebenswelt des Rittertums aus der Sicht der Kulturgeschichte betrachtet werden.

Programm

Programm

Montag 22. September 2014

09.15 Prof. Dr. Manfred Groten (Bonn)
Begrüßung und Einführung in das Tagungsthema

10.00 Prof. Dr. Gudrun Gersmann (Köln)
Rheinischer Adel in der „Sattelzeit“ (1750 – 1850)

11.00 Pause

11.30 Prof. Dr. Volker Seresse (Kiel)
Der klevische Adel ca. 1480 – 1700. Überlegungen zur politischen Rolle und zum Selbstverständnis einer Herrschaftsschicht

12.30 Mittagspause

14.00 Prof. Dr. Volker Rödel (Karlsruhe)
Multi ignobiles facti milites. Zur Entstehung des Niederadels als Stand

15.00 Pause

15.30 PD Dr. Harald Derschka (Konstanz)
Die Ministerialen des Hochstiftes Konstanz

17.00 Mitgliederversammlung des Vereins für geschichtliche
Landeskunde der Rheinlande

18.00 Öffentlicher Abendvortrag
Prof. Dr. Kurt Andermann (Karlsruhe/Freiburg)
Bei Fürsten und Kaiser wohlgeliten: Konrad von Berlichingen (+1497)

Anschließend Empfang im Senatssaal

Dienstag 23. September 2014

10.00 Gregor Hecker, M.A. (Bonn)
Die Jülicher Ritterzettel 1444-1511

10.45 Monika Gussone M.A. (Aachen)
Stiftungen, Pfründen und Patronatskirchen der Familie von dem Bongart

11.45 Dr. Martin Früh (Duisburg)
Manne van leene oder ministeriales sancti Ludgeri? Bemerkungen zur Lehnsmannschaft der Reichsabtei Werden am Übergang vom Spätmittelalter zur Frühneuzeit (Kurzreferat)

12.00 Mittagspause

14.00 Dr. Peter Pfeiffer (Trier)
Die Emanzipation der Ministerialität in Trier

15.00 Prof. Dr. Joachim Schneider (Mainz)
Die Gekrönten Steinböcke: Zur Repräsentation, Kohärenz und Interregionalität des rheinischen Adels im 15. Jahrhundert

Schlußdiskussion

Kontakt

Iraida Pehl

Institut für Geschichtswissenschaft
Abteilung für Rheinische Landesgeschichte Am Hofgarten 22
53113 Bonn

0228 737553
0228 737562
landesgeschichte@uni-bonn.de

http://www.landesgeschichte.uni-bonn.de/
Redaktion
Veröffentlicht am
05.09.2014
Klassifikation
Region(en)
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