Warum Friedenschließen so schwer ist: Der Westfälische Friedenskongress aus interdisziplinärer Perspektive/The Difficulties of Peacemaking. The Westphalian Peace Congress from an interdisciplinary Perspective

Warum Friedenschließen so schwer ist: Der Westfälische Friedenskongress aus interdisziplinärer Perspektive/The Difficulties of Peacemaking. The Westphalian Peace Congress from an interdisciplinary Perspective

Veranstalter
Dr. Dorothée Goetze (Universität Bonn); Dr. Lena Oetzel (Univeristät Bonn/Universität Salzburg)
Ort
Bonn
Land
Deutschland
Vom - Bis
31.08.2017 - 01.09.2017
Deadline
04.06.2017
Von
Dorothée Goetze

--- English version see below ---

Der Blick auf die aktuelle weltpolitische Lage verdeutlicht, von welch hoher Relevanz das Thema Frieden und insbesondere Friedensfindung ist. Dass dies kein Phänomen der Moderne ist, zeigt gerade die Frühe Neuzeit, zu deren Charakteristika eine hohe Dichte an Kriegen, aber auch das stete Bemühen um Konfliktbeilegung gehörten. Am historischen Fallbeispiel des Westfälischen Friedenskongresses (WFK) untersucht die Tagung Rahmenbedingungen, die Friedensschließen ermöglichen und behindern, um so zu einer höheren Sensibilität und einem tieferen Verständnis für die Komplexität von friedensstiftenden Aushandlungsprozessen auch in der Gegenwart beizutragen. Die zeitliche Distanz ermöglicht einen unvoreingenommenen und kritischen Blick, der für aktuelle Konflikte fruchtbar gemacht werden kann.
Der WFK eignet sich besonders gut als Kontrastfolie, da er vor der Herausforderung stand, hochkomplexe religiös-konfessionelle Konfliktlagen zu entschärfen sowie Auseinandersetzungen um Staatsbildungsprozesse nach Innen und Außen beizulegen – alles Themen und Problemfelder gegenwärtiger Auseinandersetzungen in Afrika, dem Nahen Osten und Südosteuropa. Die Konzentration auf ein historisches Fallbeispiel ist notwendig, um eine ganzheitliche Betrachtung von Friedensprozessen und analytische Schärfe zu gewährleisten, ohne unterschiedliche Ausgangssituationen zu vermischen.
Für das Verständnis von Frieden als Prozess ist es notwendig, einen kulturgeschichtlichen Blickwinkel einzunehmen, der soziale, ökonomische, politische und kulturelle Faktoren integriert. Aus diesem Grunde wird ein interdisziplinärer und personell wie auch thematisch internationaler Ansatz gewählt, der sich bewusst von der traditionellen historischen Forschung zum WFK abgrenzt. Vielmehr sollen bestehende Perspektiven aufgebrochen werden, um zu einer umfassenden Sicht auf Friedenschließen zu gelangen.

1. Nachwuchssektion:
Ein zentrales Instrument zur Weitung der wissenschaftlichen Perspektive ist eine Nachwuchssektion, die bis zu vier Master-Kandidat/innen und Doktorand/innen die Möglichkeit bietet, ihre Forschungsprojekte zum Westfälischen Frieden zu präsentieren. Bewerbungen aller Disziplinen sind willkommen. Die Vorträge sollen maximal 15 Minuten dauern.

2. Posterausstellung:
Parallel zur Konferenz und den Vorträgen bieten die Veranstalterinnen Nachwuchswissenschaftler/innen (Master-Kandidat/innen und Doktorand/innen) die Möglichkeit, ihre Projekte im Rahmen einer Posterausstellung zu präsentieren. Bei Bewilligung müssen die Poster bis spätestens zum 15. Juli 2017 an die Organisatorinnen geschickt werden.

Eine Bewerbung für beide Calls ist möglich. Bitte machen Sie in Ihrer Bewerbung deutlich, wofür Sie sich bewerben.

Bewerbungen (Abstracts max. 350 Wörter) sind bis zum 04.06.2017 an dgoetze@uni-bonn.de oder loetzel@uni-bonn.de zu richten.

Die Veranstalterinnen bemühen sich darum, einen Reisekostenzuschuss für die Teilnehmer/innen einzuwerben.

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The conflicts in the Middle East, in the Ukraine, within the EU as well as the difficult rapprochement between the U.S. and Iran illustrate the difficulties of ending (military) conflicts and peacemaking. However, the often tedious struggle for peace is not a modern phenomenon. The complex early modern “state”relations were not only shaped by warfare, but by a constant endeavour for peace. The exploration of early modern peace processes deepens our understanding of conditions and difficulties of peacemaking. Furthermore, it helps to develop suitable diplomatic instruments. Especially the temporal distance allows an unprejudiced and critical perspective which could be productive for today’s conflicts.
The Westphalian peace conference was presented with the challenge to solve highly complex religious conflicts as well as clashing internal and external state building processes – all these problems can be observed in today’s conflicts in Africa, the Middle East and Southeast Europe. The Westphalian Peace Congress cannot solve today’s problems, but it can be used as a template to deepen our understanding of the complexity of peacemaking negotiations.
In order to demonstrate the potentials of examining the Westphalian Peace Congress this conference asks for the political, economic, social and discursive conditions for peace(making) in an interdisciplinary approach to create awareness for the complexity of peace finding processes. For this purpose we bind together the various aspects of peace and thus enable a holistic, international and interdisciplinary approach. This prevents to mix up different starting situations and guarantees a sharp analysis.

1. Young talent panel
A panel for young talents, both Master and Ph.D. students, with up to four presentations is a central instrument for breaking up traditional perspectives on the Westphalian Peace Congress and bringing together well established and upcoming researchers. Applications from all fields within the humanities are welcome. The presentations should not exceed 15 minutes.

2. Poster exhibition
The conference should be accompanied by a poster exhibition that gives Master and Ph.D. students the possibility to show their projects. If the poster is accepted, it should be sent to the organisers by 15th July 2017.

It is possible to apply for both calls. Please indicate in your application.

Applications (abstracts up to 350 words) are expected to be sent to dgoetze@uni-bonn.de or loetzel@uni-bonn.de by 04th of June 2017 at the latest.

The organisers try to receive travel grants for the participants.

Programm

Kontakt

Diorothée Goetze

Historisches Seminar, Konviktstraße 11, 53113 Bonn

dgoetze@uni-bonn.de