Gedenkstätten an Orten früher Konzentrationslager. Bestandsaufnahme, Perspektiven und Vernetzung

Gedenkstätten an Orten früher Konzentrationslager. Bestandsaufnahme, Perspektiven und Vernetzung

Veranstalter
Bundeszentrale für politische Bildung; Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg; Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg Ulm e. V.; Lernort Zivilcourage & Widerstand e. V.; Stiftung Topographie des Terrors
Veranstaltungsort
Haus auf der Alb
Ort
Bad Urach
Land
Deutschland
Vom - Bis
24.09.2018 - 26.09.2018
Deadline
20.07.2018
Von
Luisa Lehnen, Projekt Lernort Kislau, Lernort Zivilcourage & Widerstand e. V.

Die frühen Konzentrationslager waren das zentrale Terrorinstrument, mit dem die Nationalsozialisten die Demokratie aushebelten, politische Gegner ausschalteten und ihre Macht sicherten.

Die heutigen Gedenkstätten an Orten früher Lager sind einzigartige historische Orte, an denen sich dieser Übergang von der ersten deutschen Demokratie zur NS-Diktatur aufzeigen lässt. Die aktuelle Geschichtsforschung hat die Bedeutung der frühen Lager neu herausgearbeitet.

Jüngste Entwicklungen wie das Erstarken des Rechtspopulismus in Deutschland und anderen Ländern Europas unterstreichen die Bedeutung dieser Lern- und Erinnerungsorte, die sich explizit mit der Zerstörung der Weimarer Republik befassen und die Demokratiebildung auf vielfältige Weise in ihre Arbeit integrieren.

Unsere Fachtagung richtet sich an haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende von Gedenkstätten an Orten früher Lager im gesamten Bundesgebiet. Sie greift Herausforderungen in Forschung, Vermittlung und Denkmalschutz auf, mit denen sich die Gedenkstätten vor Ort zunehmend konfrontiert sehen. Darüber hinaus bietet die Veranstaltung ein Forum für Diskussion, Begegnung und Vernetzung.

Neben der Stiftung Topographie des Terrors in Berlin, der Bundeszentrale für politische Bildung und der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg finden sich unter den Veranstaltenden auch eine Gedenkstätte am Ort eines frühen Konzentrationslagers, das Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg (DZOK) in Ulm, sowie eine im Aufbau begriffene Einrichtung, das vom Lernort Zivilcourage & Widerstand e. V. (LZW) getragene Projekt Lernort Kislau.

Programm

Montag, 24. September 2018

13.00 Uhr: Bustransfer vom Hauptbahnhof Ulm zum Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg Ulm e.V. – KZ-Gedenkstätte (DZOK)
Präsentationen
Rundgang durch die KZ-Gedenkstätte und Vorstellung des DZOK
Vorstellung des Projekts Lernort Kislau

16.30 Uhr: Bustransfer von Ulm nach Bad Urach

18.00 Uhr: Abendessen im Haus auf der Alb, Bad Urach

19.00 Uhr: Begrüßung
Sibylle Thelen, Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, Dr. Thomas Lutz, Stiftung Topographie des Terrors, Berlin

Vortrag
Die frühen nationalsozialistischen Lager – Ihre Rolle beim Aufbau des Terrorsystems
Dr. Jörg Osterloh, Fritz Bauer Institut, Frankfurt am Main

Dienstag, 25. September 2018

09.00 Uhr: Impulsvorträge
Frühe Lager-Gedenkstätten – Entwicklung von Forschung und Rezeption in den letzten 25 Jahren
Dr. Thomas Lutz, Stiftung Topographie des Terrors, Berlin
Probleme und Potenziale der Gedenkstättenarbeit zu frühen Konzentrationslagern
Dr. Nicola Wenge, Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg, Ulm

11.00 Uhr: Positionierung und Austausch
Moderation: Dr. Andrea Hoffend und Andreas Schulz, LZW – Projekt Lernort Kislau

12.30 Uhr: Mittagessen

13.30 Uhr: Podiumsgespräch mit Diskussion: Probleme und Perspektiven der aktuellen Arbeit
Kurt Buck, Gedenkstätte Esterwegen
Eberhard Dittus, Gedenkstätte für NS-Opfer in Neustadt a.d.W.
Melanie Engler, Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin
Dr. Irene von Götz, Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße, Berlin
Moderation: Dr. Nicola Wenge, DZOK

15.15 Uhr: Kurzvorstellung der Workshop-Themen

15.35 Uhr: Kaffeepause

16.00 Uhr: Workshops (parallel)
Herausforderungen an Orten früher Lager, Lösungs- und Vernetzungsmöglichkeiten

Workshop 1: Forschung an Gedenkstätten zu frühen Lagern
Angelika Arenz-Morch, Gedenkstätte KZ Osthofen

Workshop 2: Vermittlungsarbeit und Gegenwartstransfer
Dr. Gunnar Richter, Gedenkstätte Breitenau

Workshop 3: Denkmalpflegerische Herausforderungen
Dr. Christian Bollacher, Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg, Dr.-Ing. Henriette von Preuschen, Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg

18.00 Uhr: Abendessen

19.00 Uhr: Kurzpräsentationen „Pecha Kucha“: Vertretene Einrichtungen stellen sich vor
Moderation: Dr. Thomas Lutz

Mittwoch, 26. September 2018

09.00 Uhr: Workshops (Fortsetzung)

10.30 Uhr: Berichte aus den Workshops
Moderation: Dr. Andrea Hoffend
Zusammenfassung der Tagung

12.00 Uhr: Mittagessen

13.00 Uhr: Bustransfer zum Hauptbahnhof Stuttgart

Kontakt

Sibylle Thelen, Abteilungsleiterin Demokratisches Engagement / FB Gedenkstättenarbeit
Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
Lautenschlagerstraße 20
70173 Stuttgart

sibylle.thelen@lpb.bwl.de

https://www.gedenkstaetten-bw.de/fruehe_lager.html