Reichsstadt und Landwirtschaft - Siebte wissenschaftliche Tagung des Mühlhäuser Arbeitskreises für Reichsstadtgeschichte

Reichsstadt und Landwirtschaft - Siebte wissenschaftliche Tagung des Mühlhäuser Arbeitskreises für Reichsstadtgeschichte

Veranstalter
Mühlhäuser Arbeitskreis für Reichsstadtgeschichte in Verbindung mit der Friedrich-Christian-Lesser-Stiftung, der Stadt Mühlhausen und dem Mühlhäuser Geschichts- und Denkmalpflegeverein e.V.
Ort
Mühlhausen/Thür.
Land
Deutschland
Vom - Bis
04.03.2019 - 06.03.2019
Deadline
08.02.2019
Von
Stefan Sonderegger / Helge Wittmann

Bis weit in die Neuzeit hinein beschäftigte die Landwirtschaft den weitaus größten Teil der arbeitsfähigen Bevölkerung. Städte waren zur Deckung ihres Nahrungsbedarfs auf ihr agrarisches Umland angewiesen. Umgekehrt gab die städtische Nachfrage der ländlichen Bevölkerung Verdienstmöglichkeiten. Stadt und Land waren vor allem wirtschaftlich eng miteinander verflochten.
Im Gegensatz zur älteren Forschung, welche die Abhängigkeit des Landes von der Stadt betont, verfolgt die Tagung „Reichsstadt und Landwirtschaft“ einen theoretisch und methodisch offenen Ansatz. Die Vorträge beleuchten das Thema „Landwirtschaft“ in der Kette von der Produktion bis zur Distribution von Agrarprodukten. Die Beiträge am ersten Tag stehen im Zusammenhang mit den gesellschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Zu den wichtigsten Grundherren mit Agrarland gehörten Klöster und Spitäler. Wie sahen die konkreten Besitzverhältnisse aus und welche reichsstädtischen Akteure beteiligten sich an der Nutzung? War der Besitz eines Territoriums Voraussetzung für eine Stadt, um ihre Interessen im Umland durchzusetzen?
Die Vorträge am zweiten Tag sind den unterschiedlichen Bereichen der landwirtschaftlichen Produktion, dem ländlichen Nebengewerbe sowie der Versorgung gewidmet. Nebst der Textilverarbeitung, welche in vielen Regionen die wichtigste Ergänzung zur Arbeit in der Landwirtschaft bildete, wird auch nach bislang weniger gut erforschten Zusatzverdiensten der ländlichen Bevölkerung gefragt. Wenig bekannt ist bislang, wie eine Reichsstadt ihren Holzbedarf sicherte. Schließlich soll auch Fragen des Transportes, des Marktes, der Preispolitik und von Monopolen nachgegangen werden.
Die Tagung wird diese Themen mit einem geografisch von Deutschland über Österreich in die Schweiz reichenden Blick behandeln. Die Beiträge umfassen die Zeit vom Hochmittalter bis zum Ende des Alten Reiches.

Programm

Montag, 4. März 2019
Ort: Puschkinhaus, Puschkinstraße 3

Begrüßung: Helge Wittmann (Mühlhausen)
13.00 Uhr Stefan Sonderegger (St.Gallen): Zur Einführung – Reichsstadt und Landwirtschaft

Moderation: Arnd Reitemeier (Göttingen)
13.30 Uhr Enno Bünz (Leipzig): Fränkische Reichsstädte und ihr Umland - Grundherrschaft und Landwirtschaft im späten Mittelalter
14.15 Uhr Christian Jörg (Tübingen): Reichsstädtische Kornversorgung während der Hungersnöte des späten Mittelalters

15.00 Uhr bis 15.30 Uhr – Pause

Moderation: Stefan Sonderegger (St.Gallen)
15.30 Uhr Peter Niederhäuser (Winterthur): Das reichsstädtische Territorium als Wirtschaftsfaktor: Das Beispiel Zürich
16.15 Uhr Rezia Krauer (St.Gallen): Reichsstadt ohne Land – wie die Stadt dennoch Einfluss nimmt: Das Beispiel St. Gallen

Ort: Kilianikirche, Spielstätte der Theaterwerkstatt 3K, Unter der Linde 7
17.45 Uhr Besichtigung mit Vortrag
Moderation: Peter Bühner (Mühlhausen)
Vortrag: Helge Wittmann (Mühlhausen): Heimbürgengericht und Marktgericht im Mühlhäuser Rechtsbuch

Ort: Historisches Rathaus, Ratsstraße 19
19.30 Uhr Öffentliche Abendveranstaltung
Begrüßung: Johannes Bruns, Oberbürgermeister
Grußwort: Andreas Lesser, Friedrich-Christian-Lesser-Stiftung

Moderation: Olivier Richard (Straßburg)
Vortrag: Franz Irsigler (Trier): Stadt und Umland

Dienstag, 5. März 2019
Ort: Puschkinhaus, Puschkinstraße 3

Moderation: Konrad Elmshäuser (Bremen)
09.00 Uhr Dorothee Rippmann (Zürich): Basler Land- und Gartenwirtschaft im Spiegel des städtischen Marktangebots
09.45 Uhr Frank Göttmann (Paderborn): Städtische Vorratshaltung in der Frühen Neuzeit – Gebäude und Organisation

10.30 Uhr bis 11.00 Uhr – Pause

Moderation: Uwe Schirmer (Jena)
11.00 Uhr Nicole Stadelmann (St.Gallen): Rohstoffe für das städtische Handwerk – Warenströme vom Land in die Reichsstadt St. Gallen im 17. und 18. Jahrhundert
11.45 Uhr Anke Sczesny (Augsburg): Marktorientierte Textilproduktion in Ostschwaben – Konkurrenz und Kongruenz im frühneuzeitlichen Textilgewerbe von Stadt und Land

12.30 Uhr bis 14.30 Uhr – Pause

Moderation: Thomas Schilp (Dortmund)
14.30 Uhr Wolfgang Scheffknecht (Lustenau): Reichsstadt und Bier - Wirtschafts- und kulturgeschichtliche Aspekte
15.15 Uhr Thomas Lau (Freiburg i. Üe.): Reichsstadt und Alkohol

16.00 Uhr bis 16.30 Uhr – Pause

Moderation: Rolf Hammel-Kiesow (Lübeck)
16.30 Uhr Gudrun Litz (Ulm): Reichsstadt und Wald – Das Beispiel Ulm
17.15 Uhr Schlussdiskussion

Michael Rothmann (Hannover): Reichsstadt und Landwirtschaft – Eine Rückschau

18.15 Uhr Sitzung des Mühlhäuser Arbeitskreises für Reichsstadtgeschichte

Mittwoch, 6. März 2019
Exkursion ins Kloster Volkenroda

09.00 Uhr Abfahrt vom Puschkinhaus

Ort: Kloster Volkenroda
09:30 Uhr Öffentliche Vortragsveranstaltung
Moderation: Olivier Richard (Straßburg)
Vortrag: Christian Stadelmaier (Gießen): Vom Feld bis zum Markt - Koexistenz und Interaktion von Reichsstädten und Klöstern in der Landwirtschaft im Spannungsfeld von Kooperation und Konkurrenz

10.30 Uhr Besichtigung
12.00 Uhr Mittagessen
13.00 Uhr Abfahrt
13.30 Uhr Ankunft in Mühlhausen

Kontakt

Dr. Helge Wittmann

Stadtarchiv Mühlhausen
Ratsstraße 19, 99974 Mühlhausen
03601 - 452 142
03601 - 452 137
stadtarchiv@muehlhausen.de

http://www.muehlhausen.de