33. Jahrestagung Schwerter Arbeitskreis Katholizismusforschung

33. Jahrestagung Schwerter Arbeitskreis Katholizismusforschung

Veranstalter
Florian Bock / Daniel Gerster, Sprecher des Schwerter Arbeitskreises Katholizismusforschung; Markus Leniger, Katholische Akademie Schwerte
Ort
Schwerte
Land
Deutschland
Vom - Bis
22.11.2019 - 24.11.2019
Deadline
12.11.2019
Von
Florian Bock

1987 trafen sich in der Katholischen Akademie Schwerte zum ersten Mal junge Forscherinnen und Forscher, um sich gegenseitig über ihre laufenden Forschungsvorhaben zu informieren und den Stand der Katholizismusforschung zu diskutieren. Gemeinsames Interesse war es, die traditionelle Katholizismusforschung auf den Prüfstand zu stellen und neuen Themen, Fragestellungen und Methoden einen Weg zu bahnen. Die damals eingeforderte sozial- und mentalitätsgeschichtliche Erweiterung der Katholizismusforschung gehört heute zum sicheren Bestand der Forschung und wird durch die jährlichen Tagungen in Schwerte auch weiterhin mitgeprägt. Mittlerweile hat sich der Schwerter Arbeitskreis Katholizismusforschung zu einem überregionalen Diskussionsforum der Katholizismusforschung entwickelt.

Durch die jährlichen Tagungen kommen Frauen und Männer aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Richtungen und Disziplinen, insbesondere der Geschichte, Kirchengeschichte, Soziologie und Politikwissenschaft, miteinander ins Gespräch. In den einzelnen Sitzungen der Tagung stellen junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen ihre laufenden Projekte zur Diskussion. Ergänzend hierzu bietet die Generaldebatte Gelegenheit, im Gespräch mit ausgewiesenen Vertretern der Forschung allgemeine Probleme der Katholizismusforschung bzw. Gesellschaftsgeschichte zu erörtern.

Die Generaldebatte der 33. Jahrestagung des Schwerter Arbeitskreises Katholizismusforschung beschäftigt sich mit der Vergangenheit der Zukunft, d.h. der Frage, wie vormalige Generationen die kurz-, mittel- und langfristig vor ihnen liegende Zeit gedacht haben. Dabei soll insbesondere nach dem Modus gefragt werden, wie Zukunft angeeignet wurde: pessimistisch oder optimistisch, als Kontinuität oder Bruch verstanden, offen oder planbar? Reinhart Koselleck hat in diesem Zusammenhang das Wort vom „Erwartungshorizont“ geprägt, der in der Moderne immer stärker in Kontrast zum „Erfahrungsraum“ trete. Solche Fragen stellen sich auch mit Blick auf die Geschichte des Katholizismus wie der (christlichen) Religion im 19. und 20. Jahrhundert, wobei mit der religiösen Jenseitsorientierung eine besondere Zukunftskonstellation hineinspielt. Zu fragen gilt es gleichwohl auch hier, inwiefern es sich bei den Erwartungen von Christinnen und Christen sowie der katholischen und evangelischen Gemeinden und Kirchen um positiv konnotierte Utopien handelt, oder im Gegensatz um angstgeleitete Dystopien oder gar apokalyptische Endzeitvorstellungen. Und, so gilt es weiter zu untersuchen, wie wurden diese Vorstellungen von den Einzelnen wie von den Gemeinschaften als Ganzen angeeignet? Führten sie zu einer rigorosen Jenseitsorientierung in der Lebensführung oder mündeten sie in einen politischen und gesellschaftlichen Aktivismus, dessen Ziel die Verwirklichung der Zukunft auf Erden war? Oder noch anders gefragt: Hatte die Religion/das Christentum überhaupt noch eine Deutungshoheit über Zukunftsszenarien – oder wurde ihr diese Kompetenz zugunsten der Naturwissenschaften zunehmend entzogen?

Der Arbeitskreis steht jedem offen, der sich in seiner wissenschaftlichen Arbeit für Themen der Katholizismusforschung interessiert. Weitere Hinweise und Ansprechpartner auf der Homepage des Arbeitskreises: http://www.katholizismusforschung.de

Programm

Freitag, 22. November 2019
18.00 Uhr Anreise, Abendessen

19.00 bis 19.30 Uhr Begrüßung, Vorstellungsrunde

19.30 bis 20.30 Uhr Martin Belz, Mainz
Pfarreien im Wandel. Pastorale Konzeption, Partizipation der Laien und liturgische Erneuerung in Frankfurt am Main 1945–1971

Samstag, 23. November 2019
08.00 Uhr Frühstück

09.00 bis 09.50 Uhr Maik Kempe, Münster
Das „System Althoff“ und die Katholisch-Theologische Fakultät Münster. Berufungspolitik im Spannungsfeld von Staat und Kirche 1882–1907

10.00 bis 10.50 Uhr Ringo Müller, Erfurt
Zur Erforschung christlicher Bildungs(um)wege in der sozialistischen Gesellschaft. Ein Werkstattbericht

11.00 bis 11.50 Uhr Henning Wachter, Paderborn
Die Geschichte der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen – ein Werkstattbericht

12.15 Uhr Mittagessen / Mittagspause

14.30 Uhr Nachmittagskaffee

15.00 bis 15.50 Uhr Jan Wille, Münster
Ballast oder Wegweiser? Das Ringen um die Fortgeltung des Reichskonkordates nach 1945

16.00 bis 16.50 Uhr Anna Reinhardt, Erfurt
Deutsch-polnische Versöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg. Initiativen katholischer Christen aus der DDR

17.00 bis 17.50 Uhr David Rüschenschmidt, Münster
Zwischen Kirchturm und Minarett. Der christlich-islamische Dialog in Nordrhein-Westfalen seit 1973

18.00 Uhr Abendessen

18.45 Uhr Gelegenheit zur Teilnahme an der Eucharistiefeier in der Akademiekapelle

20.00 Uhr Katholizismus nach 1945 – Zukunftserwartungen im Wandel.
Zeitzeugen-Gespräch mit Elmar Salmann OSB (Rom/Paderborn) und Norbert Arntz (Münster/Kleve), Moderation: Nicole Priesching (Paderborn)

Sonntag, 24. November 2019
08.00 Uhr Frühstück

Generaldebatte
„Zukunft bei Gott“ oder „Himmel auf Erden“? Katholizismus und Zukunftserwartungen im 19. und 20. Jahrhundert

09.30 bis 10.00 Uhr Lucian Hölscher, Bochum
Zum Verhältnis von Gotteszeit und Menschenzeit. Reflexionen

10.00 bis 10.30 Uhr Nicolai Hannig, München
Risiken der Zukunft

10.30 bis 10.45 Uhr Pause

10.45 bis 11.45 Uhr Diskussion

11.45 bis 12.00 Uhr Pause

12.00 bis 12.30 Uhr Schlussreflexion, Themenfindung für das nächste Jahr

12.30 Uhr Mittagessen, Ende der Tagung

Kontakt

Petra Scheffler, Telefon 02304/477-154,
scheffler@akademie-schwerte.de


Redaktion
Veröffentlicht am
01.09.2019
Beiträger
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Land Veranstaltung
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