(Post-) Migration und Konflikte – Junges Forum

(POST-) MIGRATION UND KONFLIKTE – Junges Forum

Veranstalter
Sarah Marciano (Université de Paris, Laboratoire ICT), Lucie Lamy (Université de Paris, Laboratoire ICT / Centre Marc Bloch) und Dr. Agata Rogoś (Humboldt-Universität).
Gefördert durch
Centre Marc Bloch e.V.
PLZ
10117
Ort
Berlin
Land
Deutschland
Vom - Bis
10.02.2021 - 11.02.2021
Deadline
20.10.2020
Von
Lucie Lamy, Centre Marc Bloch

(Post-) Migration und Konflikte – Junges Forum

Die interdisziplinäre Tagung hat zum Ziel, verschiedene Formen des Verhältnisses zwischen Konflikten und (Post-)Migrationen innerhalb, nach und aus Europa in den Blick zu nehmen. Auf der Basis von unterschiedlichen Definitionen und Formen des Konflikts geht es um politische, soziale, wirtschaftliche, juristische und interpersonelle Konflikte während, vor und nach einer Migration, um Konflikte zwischen Migrant/innen und Institutionen, sowie um gesellschaftliche Kontroversen über Migration.

(POST) MIGRATION AND CONFLICTS – Junges Forum

This interdisciplinary conference will focus on the various interactions between conflicts and (post) migration movements within, to and from Europe. Based on the different definitions and forms of conflict, this conference will examine political, social, economic, legal and interpersonal conflicts during, before and after migration as well as conflicts between migrants and institutions and social controversies surrounding migration.

(POST-) MIGRATION UND KONFLIKTE – Junges Forum

Ggf. kann es zu Abweichungen des Datums kommen, je nach aktueller Entwicklung der Corona Lage.

Wir wollen Migrationsforschung mit Konfliktentheorien verknüpfen – und zwar mit dem Ziel, eine der Kernerfahrungen von Mobilität und Migration genauer zu betrachten. Konflikte können in marxistischer Tradition als strukturelle Widersprüche oder auch in der Simmelschen Tradition als Bestandteil sozialer Interaktionen untersucht werden. Die Tagung bietet die Gelegenheit, sich mit den verschiedenen Konfliktbegriffen kritisch auseinanderzusetzen und ihre Relevanz für die Migrationsforschung zu hinterfragen.

Die Tagung wird empirische Herangehensweisen fördern, die unterschiedlichen Phasen der Migrationserfahrung in Betracht ziehen und die pluralen Mobilitätsmuster (z. B. vorübergehende oder wiederkehrende Mobilitäten) berücksichtigen. Beiträge, die transnationale und multi-situierte Methodologien anwenden, und die sich den Auswirkungen von Konflikten auf Migrationen und andere Mobilitätsformen widmen, sind daher besonders willkommen.

Beiträge sollten wenigstens eine der folgenden vier Dimensionen berücksichtigen:

- Konflikte und Transnationalismus. Migrationen stehen in einem Zusammenhang mit sozialen, ökonomischen, politischen oder auch kriegerischen Konfliktkonstellationen wie auch mit gesellschaftlichen Kontroversen in den sogenannten Aufnahmeländern (die nicht nur ein innenpolitisches, sondern auch ein grenzüberschreitendes Thema bilden, wie es jüngste Debatten in Europa sehr gut zeigten). Inwieweit führen Migrationen zu einer Inter- oder sogar Transnationalisierung von Konflikten?

- Konflikte, Migration und Zeitlichkeit. Konflikte können Migration zur langfristigen Folge haben. Mit dieser thematischen Achse möchten wir die Auswirkungen von Konflikten in der Vergangenheit bis in die Gegenwart beleuchten, wie zum Beispiel die Auswirkungen von Kolonialismus oder Grenzverschiebungen im Zuge der beiden Weltkriege. Inwiefern haben sie Migrationen verursacht und gestaltet? Neben der Historisierung von Migrationen geht es uns hier darum, die Zeitlichkeit als Dimension der Migration, die üblicherweise als ein räumliches Phänomen untersucht wird, in den Blick zu nehmen.

- Konflikte, Grenzen und Umgehungsstrategien. Konflikte gehen unter anderem aus der Kluft zwischen individuellen Migrationserfahrungen und den Kategorien, die der Migrationskontrolle dienen, hervor. Sie entstammen dem Verhältnis zwischen Migrant/innen und politischen Institutionen, die Einreise, Durchreise oder Niederlassung regulieren, einschränken oder verhindern. Wie gehen Migrant/innen mit den Kategorien der Migrationskontrolle um? Wie überwinden sie sowohl physische als auch symbolische Grenzen, die sie von der „Aufnahmegesellschaft“ trennen? Über welche Widerstandsstrategien verfügen sie?

- Konflikte erzählen. Diese Achse widmet sich der diskursiven Ebene und der Erforschung von subjektiven, individuellen und kulturellen Dimensionen der Konflikterfahrungen. Wie werden die Konflikte erzählt, die Teil der Migrationserfahrung sind? Wie werden sie erinnert? Welchen Platz nehmen sie in den Narrativen über die Migration ein?

Unsere Tagung ist interdisziplinär. Beiträge aus allen Bereichen der Sozial- und Geisteswissenschaften sind willkommen. Der Schwerpunkt liegt auf dem 19., 20. und 21. Jahrhundert. Es können jedoch auch Beiträge mit einem Fokus auf andere Zeiträume eingereicht werden, wenn sie eine oder mehrere der oben skizzierten Fragen thematisieren.

Das "Junge Forum" wird vom Centre Marc Bloch in Berlin veranstaltet und hat zum Ziel, die Forschung junger Wissenschaftler/innen (Doktorand/innen und Postdocs) zu fördern wie auch den interdisziplinären Austausch zu stärken. Die Tagung findet in deutscher und englischer Sprache statt. Gute Kenntnisse in beiden Sprachen werden vorausgesetzt.

Das Abstract zum Beitrag (350–500 Wörter) kann auf Deutsch oder Englisch verfasst werden und sollte zusammen mit einem kurzen Lebenslauf bis zum /20. Oktober 2020/ an migrationjungesforum@protonmail.com gesendet werden. Wir bitten darum, den Beitrag (für einen Vortrag von 30 Minuten) zwei Wochen vor der Konferenz einzureichen.

Kosten für Reise und Unterkunft können bis zur Grenze des verfügbaren Budgets übernommen werden.

Organisatorinnen: Sarah Marciano (Université de Paris, Laboratoire ICT), Lucie Lamy (Université de Paris, Laboratoire ICT / Centre Marc Bloch) und Dr. Agata Rogoś (Humboldt-Universität).

(POST) MIGRATION AND CONFLICTS – Junges Forum

The date may vary depending on the development of the corona situation.

The aim of this session is thus to combine migration research and theories of conflict, in an effort to better understand one of the core experiences of migration. Conflict can be understood as a structural opposition in line with Marx’ definition or as intrinsic to social interactions according to Simmel: we will take a critical look at these various definitions and discuss their relevance in migration research.

This conference aims at promoting empirical approaches taking into account the different phases of migration or highlighting the plurality of mobility patterns (for example, by focusing on trans- or return migration). We therefore welcome contributions that apply transnational and multi-situated methodologies and that show how conflict shapes migration and/or mobility patterns.

Contributions need to focus on at least one of the following aspects:

- Conflict and transnationalism. Migration is interwoven with complex social, economic, and political constellations of conflict as well as social controversies in the so-called host countries (these controversies are not only a domestic issue, but an issue that transcends borders, as recent debates in Europe have shown). How does migration contribute to the internationalization, or even the transnationalization of conflicts?

- Conflict, migration and temporality. Migration can be the long-term consequence of conflict. With this segment, we wish to highlight the lasting effects of past conflicts up to this day, for instance the impact of colonialism or the shifting of borders in the wake of the two World Wars. To what extent have they contributed to and sparked migration movements? Temporality is also an important dimension of migration, although it is often overlooked because migration is seen as a chiefly spatial phenomenon.

- Conflict, borders and strategies of circumvention. Conflicts often arise as a consequence of the gap between individuals and administrative categories imposed on them by institutions in charge of migration control. They can occur between migrants and the bodies tasked with regulating their entry, transmigration and settlement. How do they overcome physical as well as symbolical barriers that separate them from their host country? Which coping mechanisms do they resort to?

- Narrating conflict. This segment is dedicated to discourse, to the exploration of the subjective, individual and cultural dimensions of conflict experiences. How are conflicts pertaining to migration narrated? How are they remembered? What is their place in narratives on migration?

This conference will be interdisciplinary. Contributions from all areas of social sciences and humanities are welcome. Special focus will be placed on the 19 th , 20 th and 21 st centuries. Contributions which focus on a different time period can nonetheless be submitted, provided they engage with one or more of the aspects mentioned above.

The “Junges Forum” is funded by and will take place at the Centre Marc Bloch in Berlin and intends to promote research by young scholars (PhD candidates and postdocs) and encourage interdisciplinary exchanges. The conference will be held in German and English. Good command of both languages is required.

The abstract to the contribution (350-500 words) can be written in German or English and should be sent along with a short CV by 20 October 2020 at the latest to the following email address: migrationjungesforum@protonmail.com. We kindly ask you to send your contribution (each presentation will last 30 minutes) to the organizers at least two weeks
before the conference.

Travel and accommodation costs will be covered within the limits of the available budget.

Organizers: Sarah Marciano (PhD candidate, Université de Paris, Laboratoire ICT), Lucie Lamy
(PhD candidate, Université de Paris, Laboratoire ICT/Centre Marc Bloch) and Dr. Agata Rogoś
(Humboldt-Universität).

Redaktion
Veröffentlicht am
09.09.2020
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