Digital Memory – Digital History – Digital Mapping

Digital Memory – Digital History – Digital Mapping

Veranstalter
Centrum für Jüdische Studien der Karl-Franzens-Universität Graz in Kooperation mit dem Zentrum für Informationsmodellierung der Universität Graz, _erinnern.at_ und dem Institut für das künstlerische Lehramt der Akademie der Bildenden Künste Wien. (Centrum für Jüdische Studien der Universität Graz)
Ausrichter
Centrum für Jüdische Studien der Universität Graz
Veranstaltungsort
Graz
PLZ
8010
Ort
Graz
Land
Austria
Vom - Bis
22.09.2021 - 24.09.2021
Deadline
30.04.2021
Von
Gerald Lamprecht, Centrum für Jüdische Studien, Karl-Franzens-Universität Graz

Digital Memory – Digital History – Digital Mapping

Die internationale Tagung „Digital Memory – Digital History – Digital Mapping. Transformationen von Erinnerungskulturen und Holocaust-Education“ ist im Kontext dieses Projektes zu sehen und zielt auf die Diskussion unterschiedlicher Aspekte von digitalen georeferenzierten Dokumentations-, Erinnerungs- und Vermittlungsprojekten ab.

Digital Memory – Digital History – Digital Mapping

The international conference "Digital Memory - Digital History - Digital Mapping. Transformations of Memory Cultures and Holocaust Education" is to be seen in the context of this project and aims at discussing different aspects of digital mapping, documentation, remembrance and education projects.

Digital Memory – Digital History – Digital Mapping

Die Erinnerung an Nationalsozialismus und Holocaust befindet sich seit einiger Zeit in einem Prozess des Übergangs, an der Schwelle vom kommunikativen zum kulturellen Gedächtnis. In diesem Transfer werden Erinnerungen mittels spezifischer Techniken und Strategien an Medien gebunden. Diese Funktion übernehmen Denkmäler, Gedenkstätten, Museen, audiovisuelle Massenmedien und immer mehr auch digitale Tools und Praktiken sowie das Word Wide Web. Letztere vereinfachen diesen Transferprozess und demokratisieren die Formung des kulturellen Gedächtnisses beispielsweise durch die erleichterte Zugänglichkeit und Erreichbarkeit von digitalen Räumen. Doch die rasant voranschreitende digitale Transformation eröffnet nicht nur neue Chancen für die Darstellung von und Erinnerung an den Nationalsozialismus und Holocaust sowie deren Vermittlung, sondern beinhaltet auch große Herausforderungen und Spannungsfelder. So entzieht sich beispielsweise der interaktive Social Media Bereich weitgehend einer institutionellen, wissenschaftlichen oder didaktischen Regulierung. Somit bedarf es konkreter Anstrengungen, wenn es um einen erfolgreichen Transfer des Holocaust vom kommunikativen in das kulturelle Gedächtnis geht, die eben nicht zuletzt der medialen und digitalen Entwicklungen und den Dynamiken und komplexen Bedingungsgefügen heterogener Gesellschaften Rechnung tragen müssen.

Dass Fragen nach den Transformationen der Erinnerung an den Nationalsozialismus und Holocaust ebenso wie nach der Bedeutung von Digitalität in Aneignung und Vermittlung, der Holocaust Education, immer mehr Relevanz erlangen, zeigen zahlreiche Projekte der Zeitgeschichtsforschung, digitale Projekte von Gedenkstätten und Museen, Vermittlungsprojekte und verschiedene Projektschienen von Förderinstitutionen. Zahlreiche dieser Projekte haben die Entwicklung von georeferenzierte Webapplikationen, in denen Erinnerungsorte auf digitalen Landkarten markiert und im Sinne des Deep Mappings mit weiterführenden Informationen versehen werden zum Ziel.

Seit 2019 wird am Centrum für Jüdische Studien der Universität Graz in Kooperation mit_erinnern.at_ - Nationalsozialismus und Holocaust: Gedächtnis und Gegenwart sowie dem Zentrum für Informationsmodellierung der Universität Graz das Projekt „Digitale Erinnerungslandschaft Österreich (DERLA) / erinnerungslandschaft.at – Verfolgung und Widerstand im Nationalsozialismus / dokumentieren und vermitteln“ realisiert.

Die Tagung hat explizit den interdisziplinären Austausch zum Ziel und richtet sich an VerteterInnen unterschiedlicher Disziplinen, u.a. HistorikerInnen, MedienpädagogInnen, GeographInnen, FachdidaktikerInnen, VertreterInnen der Digital Humanities ebenso wie WissenschafterInnen im Feld der Memory Studies.

Für die Tagung sind mehrere übergeordnete Fragestellungen bzw. Themenfelder von besonderem Interesse:

- Das Kennenlernen von und der Austausch mit unterschiedlichen (georeferenzierten) digitalen Erinnerungsprojekten. Einzelne Projektpräsentationen sind herzlich eingeladen.
- Theoretische Auseinandersetzungen mit Fragen der Transformation der Holocaust-Erinnerung sowie der Erinnerung an weitere Massenverbrechen des 20. Jahrhunderts durch die Digitalisierung der Erinnerung und das Internet.
- Beiträge zu Fragen der Langzeitarchivierung und interaktiven Dissemination von Forschungsdaten, sowie allgemeine Fragen der Herausforderungen für die Digital Humanities.
- Beiträge zu bildungstheoretischen und kulturpädagogischen Fragen im Spannungsfeld von Digitalisierung und Digitalität der/von Erinnerung.
- Beiträge zum Wandel der Erinnerungspädagogik hin zu einer digitalen Erinnerungspädagogik. Was ist darunter konkret zu verstehen und welche Chancen und Herausforderungen gehen damit einher? Welche Veränderungen hat die Covid-19 Pandemie gebracht?
- Konkrete Fragen nach den Veränderungen/Entwicklungen von Unterricht zu Nationalsozialismus und Holocaust durch die Digitalisierung. Wie verändert diese die schulische Aneignung und Vermittlung? Wie funktionieren Lehren und Lernen durch digitale Interaktion und Kommunikation, bspw. mit mobilen Endgeräten?

Die Tagung findet von 22. bis 24. September 2021 am Centrum für Jüdische Studien der Karl-Franzens-Universität Graz statt. Sie ist eine Kooperationstagung des Centrums für Jüdische Studien, des Zentrums für Informationsmodellierung (beide Universität Graz) von erinnern.at und dem Institut für das künstlerische Lehramt der Akademie der Bildenden Künste Wien.

Konzeption und Organisation: Victoria Kumar, Gerald Lamprecht, Lukas Nievoll, Grit Oelschlegel, Sebastian Stoff.

Die OrganisatorInnen bemühen sich um die Übernahme der Reise- und Aufenthaltskosten. Die Höhe der Kostenübernahme richtet sich nach den Fördermitteln.

Die Publikation der Tagungsbeiträge in einem Sammelband ist geplant.

Beitragsvorschläge (Abstracts mit kurzer Biobibliographie im Ausmaß von ca. 1-2 Seiten) werden bis zum 30. April 2021 mit dem Betreff-Vermerk „Tagung Digital Memory“ an folgende E-Mail-Adresse erbeten: gerald.lamprecht@uni-graz.at. Die Abstracts können in deutscher oder englischer Sprache verfasst sein.

Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch.

Digital Memory – Digital History – Digital Mapping

For some time now, the memory of National Socialism and the Holocaust has been in a process of transition, on the threshold from communicative to cultural memory. In this transfer, memories are tied to media by means of specific techniques and strategies. This function is performed by monuments, memorials, museums, audiovisual mass media and, increasingly, digital tools and practices as well as the Word Wide Web. The latter simplify this transfer process and democratize the shaping of cultural memory, for example, by facilitating the accessibility and availability of digital spaces. However, the rapidly advancing digital transformation not only opens up new opportunities for the representation and remembrance of National Socialism and the Holocaust as well as their mediation, but also involves major challenges and areas of tension. The interactive field of social media, for example, largely escapes institutional, scientific or didactic regulation. Thus, concrete efforts are needed to successfully transfer the remembrance of the Holocaust from communicative to cultural memory, which must take media and digital developments into account as well as the dynamics and complex conditions of heterogeneous societies.

Various projects in contemporary historical research, digital projects of memorials and museums, educational projects and multiple project-related tracks of funding institutions make clear that questions about the transformations of the memory of National Socialism and the Holocaust as well as the significance of digitality in the appropriation and communication of Holocaust education are becoming increasingly relevant. Many of these projects aim to develop geo-referenced web applications in which places of remembrance are marked on digital maps and provided with further information in the sense of deep mapping.

Since 2019, the project “Digital Memoryscape Austria (DERLA) | erinnerungslandschaft.at Persecution and Resistance during National Socialism | Documentation and Education” has been realized at the Center for Jewish Studies at the University of Graz in cooperation with erinnern.at - the Austrian Holocaust Education Institute - and the Institute Center for Information Modelling at the University of Graz.

The conference explicitly aims at interdisciplinary exchange and addresses representatives of different disciplines, including historians, media educators, geographers, didacticians/education researchers, representatives of the Digital Humanities as well as scholars in the field of Memory Studies.

Several issues or topics are of particular interest for the conference:
- Getting to know and sharing different (georeferenced) digital memory projects. Individual project presentations are welcome.
- Theoretical examination of questions concerning the transformation of Holocaust memory as well as the memory of other mass crimes of the 20th century through the digitalization of memory and the Internet.
- Contributions on issues of long-term archiving and interactive dissemination of research data, as well as general questions of challenges for the Digital Humanities.
- Contributions on the change of memory pedagogy towards digital memory education. What does this mean in concrete terms, and what opportunities and challenges does it entail? What changes has the Covid-19 pandemic brought?
- Concrete questions about the changes/developments in teaching about National Socialism and the Holocaust due to digitalization. How does digitalization change the way schools/teachers/students teach and learn about National Socialism and the Holocaust? How do teaching and learning function through digital interaction and communication, e.g. with mobile devices?

The conference will take place from September 22nd to 24th at the Center for Jewish Studies at the University in Graz. It is a cooperation conference of the Center for Jewish Studies, the Institute Center for Information Modelling (both University of Graz), of erinnern.at and the Institute for the Education in the Arts of the Academy of Fine Arts Vienna.

Concept and organization: Victoria Kumar, Gerald Lamprecht, Lukas Nievoll, Grit Oelschlegel, Sebastian Stoff.

The organizers will make every effort to cover the costs of travel and accommodation. The amount of the cost coverage depends on the funding.

The publication of the conference contributions in an anthology is planned.

Proposals (project abstracts with a short biobibliography of about 1 page) should be handed in by April 30, 2021 to the following e-mail address: gerald-lamprecht@uni-graz.at. Please use the subject “Digital Memory Conference”. Abstracts may be written in German or English.

The conference languages are German and English.

Kontakt

Gerald Lamprecht, gerald.lamprecht@uni-graz.at

https://juedischestudien.uni-graz.at/de/
Redaktion
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