Erbe in Trümmern. Schadensbild, Transformation und Heritage Making in kriegszerstörten Städten um 1945

Erbe in Trümmern. Schadensbild, Transformation und Heritage Making in kriegszerstörten Städten um 1945

Veranstalter
Kompetenzzentrum Denkmalwissenschaften und Denkmaltechnologien (KDWT) der Otto-Friedrich-Universität Bamberg (DFG-Forschungsprojekt: Kriegsschadensaufnahme des Zweiten Weltkriegs als Heritage-Making Moment)
Ausrichter
DFG-Forschungsprojekt: Kriegsschadensaufnahme des Zweiten Weltkriegs als Heritage-Making Moment
PLZ
96049
Ort
Bamberg
Land
Deutschland
Vom - Bis
20.05.2021 -
Von
Georg-Felix Sedlmeyer, Universität Bamberg

Im Zuge des noch laufenden Forschungsprojektes „Kriegsschadensaufnahme des Zweiten Weltkriegs als Heritage-Making Moment" (DFG) an der Universität Bamberg konnten zahlreiche bisher unbekannte Quellen, vor allem Stadt- und Kriegsschadenskarten der 1940er und frühen 1950er Jahre, ausfindig gemacht und analysiert werden. Sie regen zu einer Neueinschätzung des Wiederaufbaugeschehens während und nach dem Zweiten Weltkrieg an.

Erbe in Trümmern. Schadensbild, Transformation und Heritage Making in kriegszerstörten Städten um 1945

Wiederaufbauplanungen wurden in der architektur- und stadthistorischen Forschung vielfach thematisiert und in vielen Fällen bereits detailliert aufgearbeitet. Zwischen den ersten Kriegszerstörungen und den frühen Wiederaufbauplanungen liegt jedoch eine entscheidende Phase der Bewertung und Transformation, die im Hinblick auf das Erbe der Städte über die bauliche Dimension hinaus langanhaltend wirksam wurde und bisher wenig im wissenschaftlichen Fokus stand. Seit 2019 konnten im Zuge des noch bis Ende 2021 laufenden Forschungsprojektes „Kriegsschadensaufnahme des Zweiten Weltkriegs als Heritage-Making Moment" (DFG) an der Universität Bamberg zahlreiche bisher unbekannte Quellen, vor allem Stadt- und Kriegsschadenskarten der 1940er und frühen 1950er Jahre, ausfindig gemacht und analysiert werden, die zu einer Neueinschätzung des Wiederaufbaugeschehens während und nach dem Zweiten Weltkrieg anregen. Das Symposium setzt hier an, um Konzepte der jüngeren Stadtforschung zusammenzubringen und die Ergebnisse in einem interdisziplinären Rahmen zu diskutieren.

Programm

Sektion I

Der erste Teil des Symposiums betrachtet Handlungsschritte und -strategien für den Wiederaufbau beschädigter Städte im Kontext des Zweiten Weltkriegs. Als vorbereitende Maßnahmen einer Wiederaufbauplanung wurden Kriegsbeschädigungen, ebenso wie verbliebener Bestand an Bausubstanz und Stadtstruktur auf Karten dokumentiert und in Listen beschrieben. Das Symposium geht der Beziehung dieser Schadensaufnahmen zur Wiederaufbauplanung nach. Waren sie allein Grundlage der Planung oder auch Argumente für Ausführung und Kontinuität städtebaulicher Theorien? Wie verhielt sich die Planung zur existierenden, beschädigten und größtenteils auch zerstörten Stadt? Diskutiert werden sollen nicht nur konkrete Planungs- und Wiederaufbaustrategien in einzelnen Beispielstädten, sondern auch der Einfluss der bestehenden (und teils übernommenen) Verwaltungsstrukturen und die Rolle einzelner Akteure.

Sektion II

In der zweiten Sektion werden Bewertungs- und Aneignungsprozesse von Kulturerbe in Städten, die vom Krieg bedroht oder beschädigt waren, analysiert und diskutiert. Die Wiederaufbauentscheidungen und städtebaulichen Planungen der Kriegs- und frühen Wiederaufbaujahre reagierten auf den vorhandenen Bestand, lokale Bautraditionen und Eigenbilder der Städte. Bewertungen wurden teils für ganze Stadtbereiche vorgenommen, die im Aufbauprozess als Traditionsinseln oder -zonen verfestigt oder neu aufgebaut werden sollten. Bewertungs- und Aushandlungsprozesse spiegeln sich auch in Inventarlisten und Schadens- oder Denkmalkarten wider und wurden für Bauten und Strukturen ebenso wie für Fassaden und einzelne Schmuckelemente vorgenommen. Zur Diskussion gestellt wird das heutige Bild des Wiederaufbaus aus Sicht der Denkmalpflege: Wie wurde Erbe im unmittelbaren Einwirken von Krieg und Zerstörung bewertet? Welche Auswirkungen hatten diese Bewertungen auf das Wiederaufbaugeschehen? Und welche Erhaltungs- und Aufbaustrategien übernahm und entwickelte die Stadtplanung nach Kriegsende?

9.00 Begrüßung und Einführung
Carmen M. Enss, Universität Bamberg

Sektion I:
9.20 Die ersehnte Katastrophe. Städtebau und Zukunftskrieg. Planungen nach dem Ersten Weltkrieg
Jörn Düwel, HafenCity Universität Hamburg

9.50 Kriegsschadensaufnahmen: Entwicklung - Typen - Ziele - Funktionen
Georg-Felix Sedlmeyer, Universität Bamberg

10.20 Die argumentative Macht der Karten beim Wiederaufbau von Warschau
Malgorzata Popiolek-Roßkamp, IRS Leibniz-Institut

Sektion II:
11.20 Die Tradition der fiktiven Altstadt- Heritage Making als Konstante der Moderne
Eva von Engelberg, Universität Siegen

11.50 "Juwelen in eine neue Fassung bringen." Gebautes Erbe und Transformation im Rahmen des Wiederaufbaus
Birgit Knauer, Universität Bamberg & TU Wien

12:20 Schlussdiskussion
Carmen M. Enss, Universität Bamberg

Anmeldung: Um Registrierung per E-Mail mit Angabe des Namens und der Institution wird bis zum 19. Mai 2021 gebeten unter:
georg.sedlmeyer(at)uni-bamberg.de

Kontakt

georg.sedlmeyer@uni-bamberg.de

https://www.uni-bamberg.de/kdwt/news/artikel/symposium-erbe-in-truemmern/
Redaktion
Veröffentlicht am
21.03.2021
Klassifikation
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