Storying Otherwise – Visuelle Narrative der Wissenschaftskommunikation zu Gender und Diversity

Storying Otherwise – Visuelle Narrative der Wissenschaftskommunikation zu Gender und Diversity

Veranstalter
Redaktion FKW//Zeitschrift für Geschlechterforschung und visuelle Kultur (PD Dr. Anja Zimmermann/Dr. Smillo Ebeling)
Gefördert durch
DFG, Mariann-Stegmann-Institut Kunst&Gender (Bremen), HDK Zürich
PLZ
28359
Ort
Bremen
Land
Deutschland
Vom - Bis
01.10.2022 -
Deadline
20.06.2021
Von
Anja Zimmermann, Universität Oldenburg

Heft 72 der Zeitschrift "FKW//Zeitschrift für visuelle Kultur und Geschlechterforschung" beschäftigt sich mit dem Thema Geschlechternarration in der Wissenschaftskommunikation.

Storying Otherwise – Visuelle Narrative der Wissenschaftskommunikation zu Gender und Diversity

Das geplante Heft widmet sich Geschlechternarrationen in der Wissenschaftskommunikation. Im Fokus stehen Projekte, in denen kritische Wissenschaft zum Thema Gender jenseits etablierter Formate wie Monografien, Vorträge oder Fachartikel in die Gesellschaft kommuniziert werden. Dies gilt z.B. für Arbeiten wie das Objekt Androchair (Sundbom et al. 2017), das im Sinne des gender critical design feministische Forschungen zur Problematik gynäkologischer Untersuchungsmethoden und ihrer Werkzeuge anschaulich macht. Daneben können aber auch Projekte wie beispielsweise das 2020 in Berlin gegründete Theater des Anthropozän Thema werden, das wissenschaftliche Erkenntnisse mit den Mitteln des Theaters für die Gesellschaft erschließen will. Hier beziehen sich die Akteur:innen nicht explizit auf Ergebnisse der Geschlechterforschung, aber Geschlecht – so eine These des Heftes – wird auch hier implizit verhandelt.

Im Anschluss an Konzepte wie Donna Haraways „storying otherwise“, das die Bedeutung des Erzählens betont und z.B. in Fabrizio Terranovas Film Donna Haraway: Storytelling for Earthly Survival (2016) in ein visuelles Format gebracht wurde, zielt die 72. Ausgabe von FKW zum einen auf die Auseinandersetzung mit diesen und anderen Versuchen, ein feministisches Wissenschaftsverständnis und die Wissensbestände der Gender Studies im Feld des Visuellen zu analysieren. Zum anderen suchen wir Beiträge, die eigene Praxiserfahrungen des Storytelling reflektieren. Dabei legen wir einen weiten Begriff der visuellen Kultur zugrunde, der sich dafür interessiert, „was wie zu sehen gegeben wird“ und ausdrücklich ganz unterschiedliche „Praktiken des Sehens, des Interpretierens, des Deutens [...], der Gesten und Rahmungen des Zeigens und Sehens“ (Wenk/Schade 2011) umfassen kann. Auf diese Weise möchte das Heft auch Möglichkeiten einer neuen Wissenschaftskommunikationskultur ausloten.

Neben aktuellen Beispielen interessieren uns historische Perspektiven zur Kommunikation wissenschaftlicher Erkenntnis mit einer nicht-wissenschaftlichen Öffentlichkeit, etwa in Form sog. populärwissenschaftlicher Literatur, öffentlicher Experimente oder auch der Umwidmung historischer Orte der Forschung und Lehre wie z.B. im Fall des Tieranatomischen Theaters der Berliner Humboldt-Universität, das mittlerweile als „Wissenstheater, Ausstellungsraum und Objektlabor“ Wissenschaft, Kunst und Zivilgesellschaft miteinander in Austausch bringen will.

Fragen, die uns interessieren, sind u.a.:
- Wie kommunizieren Künstler:innen und Kulturschaffende zusammen mit Wissenschaftler:innen Geschlechterwissen in der Öffentlichkeit? Wie gelangen sie dabei zu neuen Erkenntnissen?
- Wie greifen Künstler:innen wissenschaftliche Positionen zu Genderthemen auf, um sie auf ästhetischer Ebene zu kommunizieren?
- Welche Möglichkeiten der Verknüpfung von theoretischen Einsprüchen von bspw. Haraway (2016) oder Tsing (Der Pilz am Ender Welt, 2018) mit künstlerischen Arbeiten sind denkbar?
- Wie werden Geschlecht und Genderforschung in so unterschiedlichen Formaten wie Wissenschaftscomics, „Kinder-Unis“ oder auch Malbüchern (z.B. „Energy Transition Coloring Book“, Ellery Studio Berlin) verhandelt?
- Welche Rolle spielen Comic, Film, Theater, Instagram, etc. als je eigene ästhetische Formate in der Wissenschaftskommunikation zu Gender- und Diversity-Themen?
- Welche Erfahrungen liegen über eine Wissenschaftskommunikation zu Themen der Genderforschung vor, in der Kunst und Kultur mit Wissenschaft zusammenarbeiten? Welche Ziele verfolgen derartige Projekte und welche Potentiale beinhalten sie? Welchen Herausforderungen begegnen sie z.B. in der Durchführung?
- Wie werden diese visuellen Narrative der Wissenschaftskommunikation rezipiert?
- Historische Aspekte der künstlerischen Vermittlung der wissenschaftlichen Forschung: Illustrationen, Filme, Plakate – inwiefern schließen aktuelle Positionen hier an oder aber distanzieren sich?

Wir erbitten Vorschläge zu Beiträgen, die diese oder verwandte Fragen aufgreifen und freuen uns, wenn sich Wissenschaftler:innen ebenso wie Kunst- und Kulturschaffende angesprochen fühlen, die von eigenen Erfahrungen und Projekten in diesem Feld berichten und diese reflektieren.
Der Umfang der Beiträge sollte bei ca. 30.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) liegen. Wir bitten zunächst um Zusendung eines kurzen Exposés (max. 350 Wörter), in dem Inhalt und Thesen des geplanten Beitrags skizziert werden, sowie einige kurze biographische Angaben, bis zum 20.6.21 an:
anja.zimmermann@uni-oldenburg.de
s.ebeling@tu-braunschweig.de

Die Abgabe der Manuskripte ist für den 1.12.21 vorgesehen.

FKW // Zeitschrift für Geschlechterforschung und visuelle Kultur analysiert visuelle Repräsentationen und Diskurse in ihrer gesellschaftlichen und geschlechterpolitischen Bedeutung. So verbindet FKW kunst- und kulturtheoretische, bild- und medienwissenschaftliche, genderspezifische, politische und methodische Fragestellungen zu einer kritischen Kulturgeschichte des Visuellen.

FKW//Zeitschrift für Geschlechterforschung und visuelle Kultur ist seit 2013 eine Open-Access-Zeitschrift. Beiträge werden im Peer-Review-Verfahren begutachtet.

https://fkw-journal.de
Redaktion
Veröffentlicht am
30.04.2021
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