Grau in grau. Ästhetisch-politische Praktiken der Erinnerungskultur

Ort
Linz
Veranstaltungsort
Kunstuniversität Linz / Standort Hauptplatz
Veranstalter
Dr. Eva Hohenberger (Ruhr-Universität Bochum); Prof. Dr. Angela Koch (Kunstuniversität Linz); Dr. Inge Manka (TU Wien); Dr. Sylvia Necker (Institut für Zeitgeschichte München – Berlin)
Datum
30.11.2017 - 02.12.2017
Bewerbungsschluss
15.11.2017
Von
Sylvia Necker

Erinnerungsorte und Gedenkstätten zu den Verbrechen des NS weisen ein fast schon einheitliches Design auf: das wahrnehmbare Grau in Grau soll offensichtlich die Distanz zu den historischen Ereignissen darstellen, während die pädagogische Arbeit oft darauf abzielt in der grauen Umgebung Empathie zu erzeugen. Was sagt die ästhetische Gestaltung dieser Orte über die Praktiken der Erinnerungskultur aus? Welche Erinnerungspolitiken sind mit diesen Ästhetiken verbunden und welche Ästhetisierungsstrategien sind abzulesen?
Die Tagung „Grau in Grau! Ästhetisch-politische Praktiken der Erinnerungskultur“ lädt Künstler_innen und Wissenschaftler_innen aus den Feldern der Gestaltung, Medien/Kunst/Kulturtheorie und Zeitgeschichte sowie Akteur_innen aus der Gedenkstättenarbeit nach Linz ein, um die vielfältigen Zusammenhänge von Gestaltung, Ästhetik und Politik in der gegenwärtigen Erinnerungskultur in Europa zu diskutieren. Dabei umfasst das ästhetische Moment der Erinnerungskultur neben den künstlerischen Auseinandersetzungen mit der NS-Geschichte auch die Inszenierungen der bzw. in den Gedenkstätten, die Anlage von Ausstellungen, Museen oder Denkmälern, die Präsentation von Exponaten und Inhalten, die in Fallbeispielen auf der Tagung zur Diskussion gestellt werden. Über die Analyse hinaus sollen dabei auch Perspektiven und Szenarien künftigen Erinnerns entworfen werden.

Programm

Donnerstag, 30.11.2017

12:00 Registrierung

13:00 Eröffnung durch den Rektor der Kunstuniversität Linz, Reinhard Kannonier

13:30 Einführung durch das Tagungsteam: Eva Hohenberger, Angela Koch, Inge Manka, Sylvia Necker

14:00 Panel „Utopien des Gedenkens“

Martin Schmidl: „Things to Come“ – Stichpunkte zur Entwicklung der Ästhetik an Erinnerungsorten und Gedenkstätten


Alexandra Klei: Erinnern neu denken


Moderation Sylvia Necker

15:00 Kaffeepause

15:30 Panel „Medien der Vermittlung: Text – Klang – Objekt“


Steffi de Jong: „Technology in the Service of Memory.“ Internetauftritte von Gedenkstätten


Sylvia Necker: Alles so still hier. Klang und Soundeinsatz an Gedenkstätten und Erinnerungsorten


Susanne Wernsing: Reproduzieren durch Zeigen. Exponate in der Affirmationsfalle


Moderation Eva Hohenberger

18:00 Empfang im Schlossmuseum Linz, Möglichkeit zur Besichtigung des Verschütteten Raums mit Kuratorin Birgit Kirchmayr

19:00 Festsaal Schlossmuseum Linz


Tomasz Kranz: Zum Erscheinungsbild der Erinnerungsorte für die Opfer des Nationalsozialismus am Beispiel der polnischen Gedenkstätten Majdanek und Bełżec

ab 20:30 Abendessen an der Kunstuniversität Linz

Freitag, 1.12.2017

8:30 Abfahrt Bus nach Mauthausen

9:30 Rundgang durch die KZ-Gedenkstätte Mauthausen mit den Kuratoren Christian Dürr und Ralf Lechner

12:30 Mittagessen an der Kunstuniversität Linz

14:00 Panel „Verhaltens/Normen des Gedenkens“


Eva Hohenberger: Rauchen verboten. Zur Zwangspietät an Erinnerungsorten


Corinna Tomberger: Zwischen Protest und Etablierung. Schwulen- und lesbenpolitische Interventionen in die Erinnerungskultur


Moderation Angela Koch

15:00 Roundtable „Verwaltete Erinnerung: Akteur_innen/
Institutionen/Entscheidungsprozesse“ 
mit Wolfgang Schmutz, Elisabeth Kramer, Birgit Kirchmayr. 
Moderation Sylvia Necker

16:30 Kaffeepause

17:00 Panel „Inszenierung der Gedenkstätten“


Katharina Struber: gegen genial gedenken. Über den Entstehungsprozess der Gedenkstätte Waldniel-Hostert


Hannes Sulzenbacher: „Entfernung. Österreich in Auschwitz“. Zur Neugestaltung der österreichischen Ausstellung im staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau


Linde Apel: Vom Rand in die Mitte? Zur Entstehung und Gestaltung des „denk.mals ehemaliger Hannoverscher Bahnhof“ in Hamburg


Moderation Inge Manka

18:30 Abendessen an der Kunstuniversität Linz

20:00 Donauatelier LENTOS Kunstmuseum Linz
. Gespräch mit dem Künstlerduo Nicole Six und Paul Petritsch über „Das Denkmal“ mit Gudrun Blohberger

Samstag, 2.12.2017

10:00 Panel „Raumkonfigurationen: Bauten und Materialität“

Georg Wilbertz: Vor und nach Hitler – kontaminierte Orte in Oberösterreich jenseits der NS-Zeit 


Inge Manka: Mythos Neutralität. Ambivalenzen und Potenziale der architektonisch-räumlichen Gestaltung von NS-Erinnerungsorten 


Angela Koch: Überdeterminierte Leere. Zur Inszenierung der Gaskammern

Moderation Sylvia Necker

11:30 Cornelia Siebeck: Den Kontrollverlust wagen? Dilemmata im professionellen Umgang mit Orten historischer Massenverbrechen

12:30 Mittagessen an der Kunstuniversität Linz

14:00 Tagungsresümees
 von Christof Popp, Künstler
 und Heidemarie Uhl, Historikerin

15:00 Tagungsende

15:30 Special: Eröffnung des Audiospaziergangs „Steingeschichten“ von Laura Dressel (Treffpunkt: Apotheke im Brückenkopfgebäude West, Dauer: 1-2 Std.)

Der Bus nach Mauthausen fährt an der Schiffsanlegestelle am Lentos ab.

Kontakt

Prof. Dr. Angela Koch

Kunstuniversität Linz, Hauptplatz 6, A–4010 Linz

angela.koch@ufg.at

Zitation
Grau in grau. Ästhetisch-politische Praktiken der Erinnerungskultur, 30.11.2017 – 02.12.2017 Linz, in: H-Soz-Kult, 12.10.2017, <www.hsozkult.de/event/id/termine-35329>.
Redaktion
Veröffentlicht am
12.10.2017
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