Klassenkampf und Judenhass? Antisemitismus in der Arbeiterbewegung in Quellen und Dokumenten

Ort
Frankfurt an der Oder
Veranstalter
Axel Springer-Stiftungsprofessur für deutsch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte, Exil und Migration an der Europa-Universität Viadrina
Datum
13.11.2018 - 14.11.2018
Bewerbungsschluss
02.03.2018
Von
Christian Dietrich

Call for papers und Einladung zum Colloquium: Klassenkampf und Judenhass? Antisemitismus in der Arbeiterbewegung in Quellen und Dokumenten, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder), 13./14. November 2018.

Die Positionen der Arbeiterbewegung vor 1933 zu Antisemitismus und Judentum, aber auch das Verhältnis des Staatssozialismus zu jüdischen Minderheiten in Mittel- und Osteuropa stehen seit einigen Jahren vermehrt im Fokus wissenschaftlichen Interesses. Es entstanden eine Vielzahl von Studien, die aus einem presse- und parlamentshistorischem Hintergrund, bzw. von der intellectual history inspiriert das Verhältnis einzelner Arbeiterparteien und linken Gruppierungen zu Antisemitismus und Zionismus beleuchteten. Dabei taucht einerseits in Karikatur und Text, aber auch in sozialistischen Medien immer wieder die Figur des „jüdischen Kapitalisten“ auf. Es schließt sich die Frage an, ob damit eine Übernahme oder aktive Fortschreibung zeitgenössisch antisemitischer Diskurse vorliegt. Unbestritten ist die Tatsache offen antisemitischer Kampagnen im Spätstalinismus, zugleich gelten große Teile der Arbeiterbewegung nach wie vor als weitgehend resistent gegenüber antijüdischer Agitation. Dieser Widerspruch ist Gegenstand des Colloquiums, das sich auf der Basis ausgewählter Quellen mit den Formen und der theoretisch-praktischen Genese des „Antisemitismus von links“ beschäftigen wird. Folgende Fragen sollen erörtert werden:

- Welche antisemitischen Einstellungsmuster können in der Arbeiterbewegung nachgewiesen werden?
- Welche methodischen und theoretischen Zugänge bieten sich für den Forschungskomplex Judentum, Antisemitismus und Arbeiterbewegung an?
- Wie gestaltete sich das Verhältnis von Arbeiterbewegung und jüdischen Abwehrvereinen?
- Welche politischen Konstellationen beförderten die Abwehr antisemitischer Einstellungen, welche beförderten ihre Übernahme?
- Lässt sich die Entstehung und Verbreitung eines ‚linken’ Antisemitismus belegen und soziohistorisch begründen? Welche Rolle spielten Stalinisierung und Staatssozialismus dabei?
- Wie sahen Reformulierungen antisemitischer Stereotype in verschiedenen politischen Milieus aus?
- Gab es partei- oder gruppeninterne Abwehrmechanismen gegen den Antisemitismus?

Neben den Vorträgen (ca. 25 Minuten) werden themenbezogen ausgewählte Materialien besprochen. Für die Auswahl der Dokumente sind die Referentinnen und Referenten verantwortlich.
Eine Tagungsfinanzierung wird beantragt, so dass ggfs. Reise- und Übernachtungskosten erstattet werden können. Aussagekräfte Abstracts von bis zu 2000 Zeichen, einen maximal halbseitigen C.V. sowie die Angabe von zwei bis drei Quellendokumenten, auf die sich in der Präsentation bezogen wird, werden bis zum 2. März 2018 erbeten. Für Fragen steht Ihnen Dr. Christian Dietrich (chdietrich@europa-uni.de) zur Verfügung.

Kontakt: Dr. Christian Dietrich (chdietrich@europa-uni.de), Axel-Springer Stiftungsprofessur für deutsch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte, Stiftung Europa-Universität Viadrina, Große Scharrnstraße 59, D-15230 Frankfurt (Oder)

Kontakt

Christian Dietrich

Große Scharrnstraße 59, 15230 Frankfurt (Oder)

chdietrich@europa-uni.de

Zitation
Klassenkampf und Judenhass? Antisemitismus in der Arbeiterbewegung in Quellen und Dokumenten, 13.11.2018 – 14.11.2018 Frankfurt an der Oder, in: H-Soz-Kult, 30.01.2018, <www.hsozkult.de/event/id/termine-36297>.