Die Umbrüche des Jahres 1989 globalgeschichtlich betrachtet – Perspektiven für den Geschichtsunterricht

Ort
Augsburg
Veranstaltungsort
Universität Augsburg
Veranstalter
KGD-Arbeitskreis „Welt- und globalgeschichtliche Perspektiven im Geschichtsunterricht“
Datum
11.02.2019 - 12.02.2019
Bewerbungsschluss
01.12.2018
Von
Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte der Universität Augsburg

CALL FOR PAPER
Tagung „Die Umbrüche des Jahres 1989 globalgeschichtlich betrachtet – Perspektiven für den Geschichtsunterricht“ Universität Augsburg, 11./12. Februar 2019

Zum Arbeitskreis: Der Arbeitskreis „Welt- und globalgeschichtliche Perspektiven im Geschichtsunterricht“ in der „Konferenz für Geschichtsdidaktik“ (KGD) zielt auf die Entwicklung globalgeschichtlicher Perspektiven für einen kompetenzorientierten Geschichtsunterricht. Insbesondere geht es darum, Ansätze der aktuellen globalgeschichtlichen Forschung für einen Geschichtsunterricht fruchtbar zu machen, in dem zentrale Themen des nationalen und europäischen Curriculums in globale Zusammenhänge gestellt werden.

Demnächst jähren sich die Umwälzungen des Jahres 1989 zum dreißigsten Mal und noch immer stellt sich die Frage nach deren globalhistorischer Einordnung. Im deutschen Geschichtsunterricht wird das „Epochenjahr“ 1989 nach wie vor primär in einer nationalen und europäischen Perspektive wahrgenommen. Die Herstellung der Einheit Deutschlands und das Ende des Kalten Krieges stehen im Mittelpunkt, während die vielfältigen krisenhaften Dynamiken und Umbrüche in außereuropäischen Weltregionen kaum beachtet werden. Aus diesem Grund wendet sich der KGD-Arbeitskreis „Welt- und globalgeschichtliche Perspektiven im Geschichtsunterricht“ im Jubiläumsjahr 2019 der Aufgabe zu, das im Unterricht vorherrschende Narrativ durch Einbeziehung außereuropäischer Regionen zu erweitern und nach Möglichkeit in transnationale und verflechtungsgeschichtliche Darstellungen zu überführen.

Somit sind Beiträge erwünscht, die globale Zusammenhänge und Interdependenzen der Umwälzungen des Jahres 1989 sichtbar machen. Sie sollen – möglichst in vergleichendem und/oder transregionalem Zugriff – die bestehende Fokussierung auf die deutsche und europäische Geschichte aufbrechen und eine globale Perspektive auf das Jahr 1989 entwickeln, die z.B. auch Südafrika und Namibia, China, Iran, Afghanistan oder die lateinamerikanischen Staaten (etwa Argentinien, Chile, Venezuela) einbezieht. Ebenso erwünscht sind Beiträge, die die Frage diskutieren, inwiefern eine welt- und globalgeschichtliche Interpretation „1989“ und dessen Folgen in alternative globale Genealogien und Epochenkonzepte einordnet.

Willkommen sind sowohl geschichtsdidaktische als auch fachwissenschaftliche Beiträge zu diesen Fragestellungen. Sie sollen stets das Ziel einer globalgeschichtlichen Erweiterung des Geschichtsunterrichts im Auge behalten. Die Beiträge sollten dabei ihren theoretischen Bezug zu welt- und globalgeschichtlichen Perspektiven darlegen und die Relevanz des gewählten Themas für die historische Bildung begründen. Schließlich wird erwartet, dass die Beiträge auf exemplarische Weise für den Unterricht geeignetes Quellenmaterial präsentieren und erläutern. Denn es ist daran gedacht, die Erträge der Tagung in quellenbasierte Unterrichtsbeispiele fortzuentwickeln und für die LehrerInnenaus- und -weiterbildung nutzbar zu machen.

Darüber hinaus freuen wir uns auch über Beiträge, die sich mit curricularen Vorschlägen zur Integration globalgeschichtlicher Perspektiven in den Geschichtsunterricht befassen. Die kommende Konferenz knüpft an die AK-Tagungen 2017 zum Ersten Weltkrieg und 2018 zur Zwischenkriegszeit an und wendet sich damit dem zu, was häufig als Endpunkt des „kurzen 20. Jahrhunderts“ bezeichnet wird. Davon ausgehend stellen wir die Frage, ob und wie curriculare Konzepte zu denken seien, die die Geschichte des 20. Jahrhunderts konsequent in globalgeschichtliche Zusammenhänge einordnen (möglicherweise über eine Verknüpfung von global relevanten „Epochenjahren“ des 20. Jahrhunderts). Aus diesem Grund bitten wir auch um konzeptionelle Beiträge, die sich mit Vorschlägen für ein mögliches globalgeschichtliches Curriculum für den Geschichtsunterricht zum 20. Jahrhunderts befassen und dieses im Arbeitskreis zur Diskussion stellen.

Thematische Vorschläge für Beiträge richten Sie bitte bis zum 01.12.2018 per E-Mail an Philipp Bernhard (philipp.bernhard@philhist.uni-augsburg.de). Die Rückmeldung erfolgt bis spätestens 15.12.2018. Das Abstract sollte 3000 Zeichen (inklusive Leerzeichen) nicht überschreiten. Für die Vorträge auf der Tagung sind jeweils 25 Minuten vorgesehen. Die Konferenzsprache ist Deutsch, es können aber auch Vorträge auf Englisch gehalten werden.

Hinweis: Zuschüsse zu den Reise- und Übernachtungskosten können zum gegebenen Zeitpunkt noch nicht zugesagt werden.

Kontakt

Prof. Dr. Susanne Popp
Universität Augsburg
sekretariat.didg@philhist.uni-augsburg.de
+49 (0)821 598 – 5556

Philipp Bernhard, M.A.
Universität Augsburg
philipp.bernhard@philhist.uni-augsburg.de
+49 (0)821 598 – 5500

Zitation
Die Umbrüche des Jahres 1989 globalgeschichtlich betrachtet – Perspektiven für den Geschichtsunterricht, 11.02.2019 – 12.02.2019 Augsburg, in: H-Soz-Kult, 23.09.2018, <www.hsozkult.de/event/id/termine-38188>.