Dilettantismus als Beruf – professional dilettantism. Wissenschaft und Kultur im Spannungsfeld Experte–Laie

Ort
Berlin
Veranstaltungsort
Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Jägerstr. 10/11, 10117 Berlin, R. 06
Veranstalter
Zentrum für Literatur- und Kulturforschung in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin Organisiert von Safia Azzouni (MPIWG) und Uwe Wirth (ZFL)
Datum
14.07.2006 - 16.07.2006
Von
Zentrum für Literatur- und Kulturforschung

Der Workshop "Dilettantismus als Beruf" beleuchtet den in der letzten Zeit vor allem in der Literaturwissenschaft wieder diskutierten Begriff des Dilettanten, um die damit untrennbar verbundenen Konzepte von "Experte" und "Laie" auszuloten.
Dilettant und Experte sind Figuren des Wissens: Der Experte ist sowohl durch sein Wissen, durch seine Arbeitsmethode als auch durch seine institutionelle Bindung zu definieren. Er ist ein Wissender, der von der scientific oder artistic community als Mitglied akzeptiert wird. Der Dilettant ist dagegen ein Wissender, der nicht von der scientific oder artistic community als Mitglied akzeptiert wird. Er ist ein Grenzgänger, der seinen persönlichen Neigungen folgt.
Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen sollen im Rahmen des Workshops "Dilettantismus als Beruf" von der Situation um 1900 aus, Seitenblicke auf die Jahrhundertwenden 1800 und 2000 geworfen werden, um den Wandel der genannten Konzepte, ihre Geschichtlichkeit und ihre Aktualität zu erfassen. Darüber hinaus wird es aber auch darum gehen, die Interferenz verschieden konnotierter Dilettantismusbegriffe zu beschreiben.

Programm

(Stand: 27.06.2006)

Freitag 14.07.
14:00 Begrüßung

14:15 Uwe Wirth (Berlin): Dilettantische Konjekturen

15:15 Andreas Daum (Buffalo): Fragment und Synthese: Überlegungen zur Rolle des "Dilettanten" im 19. Jahrhundert

16:45 Safia Azzouni (Berlin): Populärwissenschaftliches Schreiben als "humanistische Naturwissenschaft": Wilhelm Bölsche und "der ästhetisch angeflogene Bildungsmensch"

17:45 Stefan Willer (Berlin): Philologische Liebhabereien

Samstag, 15.07.
10:00 Marie-Theres Federhofer (Tromsø): Dilettantismus zwischen den Kulturen. Adelbert von Chamissos Schrift über die Wale des Kamtschatkischen Meeres (1824)

11:00 Jenny Beckman (Uppsala): Local Botany: Amateurs and professionals in modern local flora projects

13:30 Barbara Wittmann (Berlin): "Hör auf zu malen, Marcel, und such dir eine Arbeit". Dilettantismus in der Bildenden Kunst der Moderne

14:30 Julia Kursell (Berlin): "Unter allen Feldern, in denen ich gearbeitet habe, habe ich mich in der Musik am meisten als Dilettant gefühlt" - Hermann von Helmholtz und die neue Wissenschaft vom Schall

16:00 Andreas Gailus (Minneapolis): Ein Theater des Infinitesimalen: Musil und die Grenzen der Genauigkeit

17:00 Mai Wegener (Berlin): Laienanalyse, wilde Analyse und die Lacanianer: Psychoanalytiker als unmögliche Experten - Experten des Unmöglichen

Sonntag, 16.07.
10:00 Christina Wessely (Berlin): Kosmologische Spektakel. Die Welteislehre und die Theatralität des Wissenschaftlichen

11:00 Markus Krajewski (Weimar): Fragen an Dr. Sommer. Ein Institut für Erfindungen im Ersten Weltkrieg

12:30 Eckhard Schumacher (München): Existentielles Besserwissen. Dilettantismus und Professionalität im Pop-Diskurs

Ende des Workshops ca. 14:00

siehe auch: http://www.mpiwg-berlin.mpg.de/workshops/en/Dilettantismdeut/

Kontakt

Uwe Wirth
Zentrum für Literatur- und Kulturforschung
Jägerstr. 10/11, 10117 Berlin
030/20 19 21-89
030/20 19 21-54
wirth@zfl.gwz-berlin.de

Zitation
Dilettantismus als Beruf – professional dilettantism. Wissenschaft und Kultur im Spannungsfeld Experte–Laie, 14.07.2006 – 16.07.2006 Berlin, in: H-Soz-Kult, 30.06.2006, <www.hsozkult.de/event/id/termine-5698>.
Redaktion
Veröffentlicht am
30.06.2006
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