CALAS Senior Research Fellowship "Covid-19 und soziale Ungleichheit in Lateinamerika" (Universidad de Guadalajara)

Die Auswirkungen von Covid-19 auf Ungleichheiten in Lateinamerika

Institution
Universidad de Guadalajara (CUCSH)
PLZ
45132
Ort
Zapopan, Jalisco
Land
Mexico
Vom - Bis
01.01.2021 - 30.04.2021
Bewerbungsschluss
07.06.2020
Von
CALAS - Maria Sibylla Merian Center

Das CALAS - Maria Sibylla Merian Center in Mexiko vergibt ein viermonatiges Forschungstipendium um die Auswirkungen von Covid-19 auf die Ungleichheiten in Lateinamerika zu untersuchen.

Die Auswirkungen von Covid-19 auf Ungleichheiten in Lateinamerika

Die durch die Covid-19-Pandemie verursachte Krise führt zu einer weltweiten Erschütterung von historischem Ausmaß. In Lateinamerika, wo sie sich nun verzögert ausbreitet, sind bereits verschiedene Auswirkungen auf Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zu beobachten. Es ist nicht nur das hochinfektiöse Virus, das tötet. Die Krise legt sich über Strukturen, die geprägt sind von einer tiefen sozialen Ungleichheit, dem materiellen Elend bedeutender Teile der Bevölkerung und dem Fehlen oder der Fragmentierung grundlegender Sozialleistungen.

Das Virus kann nicht durch nationale oder soziale Grenzen aufgehalten werden. Daher sind Ausgangssperren oder die Schließung von Grenzen keine ausreichenden Maßnahmen. In Lateinamerika, wie in den meisten Regionen des globalen Südens, ist soziale Distanzierung ohnehin eine Luxusmaßnahme, die sich nur wenige leisten können. Etwa die Hälfte der berufstätigen Bevölkerung Lateinamerikas arbeitet in der informellen Wirtschaft. Zumindest diesen Teil der Gesellschaft treibt die Quarantäne und Arbeitsunterbrechung direkt ins Elend, in den Hunger oder sogar in den Tod. Diese Situation schürt soziale Eskalation, Gewalt und politische Konflikte. Die Mittel- und Oberschicht leidet ebenfalls unter den Einschnitten und fühlt sich in ihrem Lebensstil, sowie in ihrer privilegierten Stellung, ernsthaft bedroht. Die Krise stellt eine fundamentale Herausforderung für die lateinamerikanischen Gesellschaften dar. Sie übt Druck auf die Demokratie aus, stellt den Staat vor neue Aufgaben und gibt den öffentlichen Diensten eine führende Rolle. Die durch Covid-19 ausgelöste Krise wirft somit erneut Fragen über das Entwicklungsmodell, die öffentlichen Güter und die Rolle des Staates auf, die mittel- und langfristig zur Förderung struktureller Veränderungen beitragen sollen.

Das Center for Advanced Latin American Studies (CALAS) erforscht soziale Prozesse im Umgang mit multiplen Krisenphänomenen. Aus diesem Grund vergibt es ein viermonatiges Forschungsstipendium, um die verschiedenen Facetten dieser globalen Gesundheitskrise in Lateinamerika zu analysieren. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf Ungleichheiten sowie auf Beiträgen und Empfehlungen, die auf mögliche künftige Maßnahmen abzielen. Die eingereichten Projekte sollten sich dabei systematisch auf die folgenden Leitfragen beziehen:

1) Welches sind die Merkmale der Ausbreitung der Pandemie in den verschiedenen Regionen Lateinamerikas (Mexiko, Mittelamerika und Karibik, Andenregion und Cono Sur)? Welche Maßnahmen wurden von den einzelnen Regionen ergriffen, um der Ausbreitung des Virus entgegenzuwirken, und welche waren besonders nützlich?
2) Was sind die spezifischen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie in den jeweiligen Regionen?
3) Was sind die Lehren und Handlungsvorschläge, die aus der Krise für die politische Zukunft der Region gezogen werden können?

Weitere Details zur Ausschreibung und zum Bewerbungsverfahren rufen sie bitte unter http://www.calas.lat/convocatorias ab.

Kontakt

Dr. Jochen Kemner
info@calas.lat

http://www.calas.lat/convocatorias/investigadora-visitante-el-impacto-del-covid-19-sobre-las-desigualdades-en-am%C3%A9rica
Redaktion
Veröffentlicht am
26.04.2020
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