Medienamateure in der homosexuellen Kultur. Fotografische Selbstdarstellungen schwuler Männer im 20. und 21. Jahrhundert.

Medienamateure in der homosexuellen Kultur. Fotografische Selbstdarstellungen schwuler Männer im 20. und 21. Jahrhundert.

Projektträger
Universität Siegen und Deutsche Forschungsgemeinschaft
Ort des Projektträgers
Siegen
Land
Deutschland
Vom - Bis
01.04.2010 - 31.03.2012
Von
Prof. Dr. Susanne Regener

Medienamateure in der homosexuellen Kultur. Selbstdarstellungen von Männern im 20. und 21. Jahrhundert.

Das Internet konnte sich aufgrund von Social Software und Web 2.0 zu einem Raum vielfältigster Selbstdarstellungen und Selbstinszenierungen entwickeln. Neben neuen Formen der Kommunikation treten Selbsttechnologien in den Vordergrund, die Medienamateurinnen in ein neues Licht stellen. Schließlich scheinen die Konsumentinnen von Texten und Bildern zu den Produzent*innen geworden zu sein, ohne Professionalität vorweisen zu müssen. Die Grenzen zwischen Amateur-, Sub-, Avantgarde- und Hochkultur, zwischen Öffentlichkeit und Privatheit sowie zwischen den Geschlechtern sind zunehmend im Begriff sich aufzulösen.

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt Medienamateure in der homosexuellen Kultur wird von Prof. Dr. Susanne Regener (Lehrstuhl für Mediengeschichte, Universität Siegen) geleitet. Das Team besteht aus der Wissenschaftlichen Mitarbeiterin und Genderforscherin Katrin Köppert M.A. und zwei wissenschaftlichen Hilfskräften. Die Forschung nimmt Ausgang von den Bild- und Textmaterialien der neuen Medien, um anschließend die Historisierung der Grenztransfers im Hinblick auf queere Medienamateur*innen vorzunehmen. Die privaten Fotografien und die Alltagsfotografien schwuler Männer aus den 1920er bis 1990er Jahren werden darauf hin untersucht, ob und wie sie im Wahrnehmungsfeld von Öffentlichkeit standen bzw. öffentlichkeitswirksame Bildkulturen geprägt haben.

Das Schwule Museum Berlin ist mit seinem umfassenden Archiv sowie Kenntnissen zur schwulen Kulturgeschichte neben anderen Standorten in den USA und Dänemark ein wichtiger Partner. Das Forschungsprojekt befasst sich somit sowohl international als auch im Hinblick auf zeitpolitisch unterschiedliche Einflüsse und disziplinär mehrdimensionale Zugriffe mit nicht-professionellen Medienprodukten aus der queeren Kultur.

Im Vordergrund steht die Frage, welche Rolle die private Fotografie für die Selbstidentifikation und das Fremdbild marginalisierter Menschen in den historischen Epochen spielte und wie sie heute im Internet eingesetzt wird. Welche die Selbstinszenierung beeinflussenden Identifikationsschemata und ikonografischen Muster lassen sich feststellen? Und kann nach Amateur-, professioneller und Kunstfotografie unterschieden werden? Inwiefern stellen diese Bildprodukte ein kollektives Bildgedächtnis her, das sich in einer queeren Erinnerungskultur niederschlägt?

Zusammen mit Katrin Köppert M.A. forscht Prof. Dr. Susanne Regener (Universität Siegen) ab dem Sommersemester 2010 vorwiegend in Berlin, Kopenhagen und den USA.

Redaktion
Veröffentlicht am
30.05.2010
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