B. Hamann: Winifred Wagner oder Hitlers Bayreuth

Titel
Winifred Wagner oder Hitlers Bayreuth.


Autor(en)
Hamann, Brigitte
Erschienen
München 2002: Piper Verlag
Anzahl Seiten
656 S.
Preis
€ 26,90
Rezensiert für H-Soz-Kult von
Holger Stunz, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz; Universität Zürich

Auf dem Weg zur Historisierung des ‚Mythos Bayreuth’

Das öffentliche Interesse ist jedem sicher, der sich einer der - neben den Manns - paradigmatischen Familien der deutschen Geschichte und zugleich dem auratischsten und international bekanntesten deutschen Festspielort zuwendet. Kommt noch die Person Hitler hinzu, so lässt diese Melange nicht nur auf einen ökonomischen Erfolg für den Verlag schließen, das Feuilleton wie auch das Fernsehen produzieren ein gewaltiges ″Getöse″ [1]. Brigitte Hamann, die mit eingängigen und viel beachteten Biographien sowie einer Studie zu Hitlers Wien hervorgetreten ist [2], führt in ihrem neusten Buch verschiedenste Aspekte deutscher Geschichte im 20. Jahrhundert zusammen. Die Klammer bildet die streitbare Festspielchefin Winifred Wagner (1897-1980), deren Biographie die Publikation zugleich darstellt. Das Buch ist eine Kombination von Festspielgeschichte, Beitrag zur Kulturpolitik im Nationalsozialismus und einem Versuch, der Person Hitlers aus anderer Perspektive nahe zu kommen. Brigitte Hamann hat sich eine anspruchsvolle Verschränkung verschiedener Themen vorgenommen und dabei das für dieses Thema übliche aufgeregte und anklagende Pathos vermieden.

Hamanns Bemühen um Nachprüfbarkeit durch Endnoten, ihre Orientierung an Quellen und die Art, wie sie und der Verlag das Buch präsentieren, lassen auf einen wissenschaftlichen Anspruch schließen. Es wäre inadäquat, Hamanns Vorhaben a priori in die Sphäre des Publizistischen zu verbannen, es als unwissenschaftlich abzustempeln, weil sie naturgemäß keine umfassende quellengesättigte Analyse zum von ihr projektierten Themenkonglomerat liefern kann. Brigitte Hamann versucht einen ‚dritten Weg’ zwischen Erzählung und Analyse. Gerade deshalb müssen Fragen an Methode und der Anwendung des historischen Handwerkszeugs erlaubt sein, zumal ihr Status als ausgebildete Historikerin vom Verlag werbend eingesetzt wird und er ihren Namen zum Markennamen à la Knopp (‚Die neue Hamann’) stilisiert.

Das Verhältnis der Geschichtswissenschaft zu den Bayreuther Festspielen ist problematisch, überließ man das Forschungsfeld weitgehend Journalisten und Musikwissenschaftlern. Als im Jahr 1950 der Stiftungsrat des Instituts für Zeitgeschichte zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentrat, wurde die Geschichte der Bayreuther Festspiele während des Nationalsozialismus auf die Institutsagenda gesetzt. Während alle anderen Themen unterdessen als bestens erforscht gelten können, stand ‚Neu-Bayreuth’ zwar ständig in den Schlagzeilen, die Welle historisch-kritischer Studien blieb – abgesehen von der Rezeptionsforschung zu Richard Wagner - weitgehend aus [3].

Das Katalogstichwort ‚Bayreuther Festspiele’ im KVK liefert Hunderte von Treffern, der Buchmarkt ist von Bayreuth-Büchern gesättigt und scheint keine Nische mehr freizulassen. Kaum ein Autor beansprucht allerdings wissenschaftliche Überprüfbarkeit oder eine kritische Herangehensweise, handelt es sich doch weithin um Lebenserinnerungen oder Überblicke zur Familiengeschichte [4]. Auch der Forschungsgegenstand Adolf Hitler ist ein Prüfstein für die Durchlässigkeit der virtuellen Grenze zwischen populärer Geschichtsdarstellung und Fachwissenschaft, seine Verbindung nach Bayreuth wahrlich kein Geheimnis. Wenn man diese vermeintliche Grenze ignoriert und versucht, Brigitte Hamanns Buch als Sonde durch ein komplexes Thema zu nutzen, ergeben sich lohnende Einblicke:

Im Text finden sich nicht nur interessante Details, neue Verbindungslinien innerhalb der nationalsozialistischen ‚Bewegung’ und intime Einblicke in das ‚Treibhaus Bayreuth’ während des Krieges und der Vorkriegszeit. Weil der Nachlass Winifred Wagners der Autorin nicht zugänglich war, machte sie Gegenüberlieferungen in einer Vielzahl europäischer Bibliotheken und Archive ausfindig. Obwohl oder gerade weil ihr zentrale Quellen nicht zur Verfügung standen, hat sie eine ganze Reihe neuer aufgespürt: vor allem Briefwechsel und Tagebücher. Die grobe Entwicklungslinie der Festspiele in den 1920er und 30er Jahren konnte schon vor Hamanns Studie als weitgehend bekannt gelten [5]. Die Berücksichtigung der von ihr eruierten Quellen führt zu Einblicken in das Leben dieser exponierten Familie und motiviert Hamann zu Neubewertungen und Akzentverschiebungen: Winifred Wagner konnte dem Festspielbetrieb einen im Regime singulären Spielraum verschaffen und durch die Autorität ihrer Person vielen von den Nationalsozialisten Verfolgten helfen: Fest angestellte SPD-Mitglieder, Hilfe für Homosexuelle, vor allem aber Gefälligkeiten bis hin zur Lebensrettung von Juden; das alles war nicht nur Stilisierung im Spruchkammerverfahren. Die Autorin zeigt aber auch die Grenzen von Winifreds persönlicher und charismatischer Macht, die durch die Aura ‚des Meisters’ begründet war: Sie konnte nicht alles ermöglichen, ihr Status war sakrosankt und riskant zugleich. Hamann gelingt eine ausgewogene biographische Betrachtung der polarisierenden Figur Winifred Wagner ohne jede Dämonisierung oder Reinwaschung.

Neben den hinlänglich bekannten privaten und öffentlichen Bayreuth-Besuchen zeigt Hamann auch, dass Hitler sich in zahlreichen Fällen von der Familie und den Festspielen abwandte. Dass der Kontakt enger gewesen sei, als bisher angenommen - wie Ernst Hanisch (Anm. 1)- suggeriert, trifft nicht zu; Hamann liefert eine differenzierte Argumentation und thematisiert eben nicht nur die spektakulären Zusammentreffen. Waren die Berührungen bis 1925 eher sporadisch und hatte er die Festspiele der Jahre 1927 und 1928 auch aus Rücksicht vor dem Anstoß nehmenden internationalen Publikum gar nicht besucht, so sind die folgenden Jahre von enger Vertrautheit zwischen der verwitweten Winifred und Hitler geprägt. Den Höhepunkt fand dieses gleichzeitig von Abhängigkeit vom Regime geprägte Verhältnis - für die international isolierten Festspiele auch in finanzieller Hinsicht - in der Ausrichtung von Hitlers 50. Geburtstag im Festspielhaus. Details wie ein Betriebsausflug des Festspielensembles mit Hitler nach Nürnberg zeugen ebenso von einer eigentümlichen Nähe wie die berühmten Kaminabende. Hamann weist nach, dass die Kontakte Ende der 1930er Jahre spärlicher wurden und nach 1940 sogar fast abrissen. Hatte Winifred die letzten Kriegsjahre ‚Wolf’ auch nicht mehr als Gast der nunmehr von Kriegbeschädigten und Rüstungsarbeitern besuchten Kriegsfestspiele begrüßen dürfen [6], so beleuchtet die Autorin kritisch die Sonderrolle, welche die Kinder – allen voran Wieland – spielten. Dass ihm eine höchst privilegierte Sonderstellung zuteil wurde, ist bekannt – über Bayreuth hinaus weniger publik wurden Forschungsergebnisse aus den 1980er Jahren, die eine leitende Funktion des Wagner-Enkels in einer KZ-Außenstelle in Bayreuth zu Tage brachten (S. 479f.). So sehr die Autorin für Fairness im Umgang mit Winifred gewürdigt wurde, so wertend und scharf ist ihr Urteil in Sachen Wieland Wagner [7]. Die Selbststilisierung ex post der Tochter Friedelind, deren Nähe zu nationalsozialistischen Positionen noch bei ihrem England-Aufenthalt durchscheint, konnte sie genauso plausibel machen wie den teilweise unterschätzten Antisemitismus von Siegfried Wagner, wobei gerade dieser Aspekt in der erzählerischen Zuspitzung überdeutlich wird. Insgesamt wird die Sonderstellung der Festspiele hervorgehoben, ohne dass der Kriegsalltag und die materiellen Sorgen ausgeklammert werden. Die Autorin bemüht sich zwar, die politischen Hintergründe mitzuliefern, stößt hingegen an Grenzen, die Familie Wagner als eine alltägliche zu beschreiben, wenn beispielsweise Wieland angesichts des Holocaust und der zerstörten Städte fordert, für die Festspiele des Jahres 1945 die Kostüme aus dem Salzbergwerk in Thüringen zu holen (S. 488). Bleibt das Bild von Bayreuth also beim Exzeptionellen und Kuriosen stehen? In der Geschichte der Bayreuther Festspiele spiegelt und bricht sich die deutsche Zeitgeschichte und verdichten sich Mentalitäten des letzten Jahrhunderts auf das komplexeste. Brigitte Hamann hat viele Verbindungen erzählerisch aufgezeigt, ohne allerdings kritische und analytische Konsequenzen zu ziehen – Zuspitzungen finden sich selten.

Die chronologische und souverän erzählte Darstellung zeichnet sich durch Lesbarkeit und Anschaulichkeit aus, lässt aber auch eine reflexive Distanz vermissen und führt zur Vernachlässigung von Hintergründen und langfristigen Entwicklungen - kurz: der Strukturen. Dass sie die Darstellung mit Briefmaterial bestreitet, trägt zwar zur Lebendigkeit bei, birgt aber methodische Probleme: zu häufig stehen Zitate aus Briefen der 1920er Jahre im Kontext von Aussagen der 90er Jahre, zu oft weiß der Leser nicht, wer spricht, schildert, urteilt. Schaut man in dem knapp gehaltenen Endnotenapparat nach, so erstaunt man, wie häufig Aussagen von Beteiligten für bare Münze genommen, wie selten Quellen kontrastiert und kritisch untersucht werden [8]. Einordnende und weiterführende Literaturhinweise zu zahlreichen Aspekten des Nationalsozialismus, vor allem zu Hitler, vermisst der interessierte Leser genauso wie zentrale Forschungspositionen zur Festspielgeschichte [9] – die Durchlässigkeit zwischen rein fachbezogener Literatur und ihrem Text scheint somit nicht gegeben zu sein. Vom Standpunkt der Geschichtswissenschaft muss die Beurteilung von Hamanns Studie ambivalent ausfallen: die Vorteile der Materialfülle sowie stringente Argumentationen werden durch Defizite in der Quellenkritik und mangelnde Reflexionen des Geschilderten relativiert. Das Desiderat, ein wissenschaftliches Standardwerk zu den Bayreuther Festspielen, den Verbindungen zum Nationalsozialismus und eine Biographie Winifred Wagners zugleich zustande gebracht zu haben, löst die Studie naturgemäß nicht ein. Im Gegensatz zu ihrem Wien-Buch bleibt Hitler blass, diese Art ‚dezentrierter Hitlerbiographie’ ist von der Perspektive her hingegen reizvoll.

Offene Fragen bleiben insbesondere bei den Strukturen der von Winifred geleiteten Festspiele. Wie wirkte sich z.B. das finanzielle Engagement des NS-Regimes genau aus? Welche Rolle spielten die KdF-Organisatoren? Aktenschriftgut wird von Hamann sehr selten oder - wie im Fall des Bayreuther Stadtarchivs - selektiv angeführt, so entsteht eine Schieflage in der Konsultation der Quellengattungen [10]. Obwohl sie z.B. zeigen kann, welche Brisanz Winifreds Reisen in die DDR hatten und wie sich die Festspielstiftung entwickelte – die Nachkriegszeit bleibt, allein vom Umfang des Buches her betrachtet, deutlich unterbelichtet. Welche Faktoren zur Neugründung beitrugen, welche Rolle die Amerikaner und das Bayerische Kultusministerium sowie Bundeseinrichtungen spielten – all das wird kaum erwähnt. Hier tritt das Interesse der Autorin an den Festspielen zurück und Winifred Wagner gelangt wieder als Person in den Vordergrund, verliert der Leser sie doch in den Kapiteln über die 1930er Jahre manchmal fast aus den Augen. Die Engführung von Biographie, Festspielgeschichte und politischer Geschichte laufen in Hamanns Darstellung nach 1945 nicht mehr zusammen. Abgesehen von den Spruchkammerverfahren und dem Syberberg-Film bildet die Geschichte ‚Neu-Bayreuths’ ein Nachspiel, ein retardierendes Moment. Hier nimmt sich die Autorin Chancen, die auch für die genaue Strukturanalyse der 1920er Jahre lohnenswert gewesen wären, und weiß zu den politischen und gesellschaftlichen Akteuren der Festspielneugründung genauso wenig zu sagen wie zum politischen Hintergrund der 1950er und 60er Jahre – auch Wolfgang Wagners organisatorische und inszenatorische Leistungen werden kaum thematisiert. Mit dem Abgang Hitlers aus der Weltgeschichte erscheint auch die Festspielgeschichte scheinbar ins ruhige Fahrwasser geraten.

Die interessierte Öffentlichkeit verlangt nach großen und exzeptionellen Geschichten; wenn man sie dann auch noch als solche erzählt, besteht die Gefahr, dass differenzierende Momente untergehen. Die Fachwissenschaft findet in Hamanns Buch zahlreiche interessante Hinweise, viele Anregungen und Spuren, die sich weiterzuverfolgen lohnten. Diese Publikation ist ein Schritt in die richtige Richtung – nämlich zur Entmystifizierung der Festspiele, der Kontextualisierung Hitlers sowie zur Durchlässigkeit von so genannten Fach- und Populärsachbüchern. Das Desiderat der IfZ-Kuratoren steht allerdings noch immer auf der Agenda, zumal sich der historische Abstand vergrößert und die Öffentlichkeit solange der Meinung ist, die Richard-Wagner-Festspiele als Kristallationspunkt deutscher Geschichte seien ausgiebig erforscht, wie Medienberichte und Publikationen mit dem Phänomen Bayreuth spielen und auf diese Weise Erwartungen der Öffentlichkeit stimulieren. Die Geschichtswissenschaft sollte sich durch Hamanns Studie motiviert sehen, nochmals genau hinzusehen und andere Quellengattungen zu kontrastieren. Von einer Analyse des ‚Gesamtkunstwerks Bayreuther Festspiele’, deren Teil auch Winifred Wagner wurde, sind wir noch weit entfernt, zu Richard Wagners Antisemitismus und seiner Rezeption im Nationalsozialismus liegen ungleich mehr Studien vor [11]. Brigitte Hamann hat eine Biographie sine ira et studio vorgelegt, die eine die Fachwissenschaft weitgehend ignorierende, aber beachtliche Syntheseleistung darstellt. Mit dem Methodenrepertoire der Geschichtswissenschaft und durch die Berücksichtigung der Aktenüberlieferung ist allerdings nicht nur das Personal hinter den Kulissen zu beleuchten, sondern der Bühnenhinterraum als Ganzer.

[1] So z.B. Guido Knopps Darstellung Winifred Wagners in der Serie ‚Hitlers Frauen’ oder die polemische Rezension von Klaus Umbach: Das herrische Wurzelweib. In: Der Spiegel 21/2002. Vgl. dagegen z.B. Hans Mommsen: Der Charme des Diktators. In: Die Welt 25. Mai 2002, Buch der Woche oder Ernst Hanisch: Der ‚gute Onkel Wolf’. In: Die Presse vom 18. Mai 2002.
[2] Elisabeth (1982); Betha von Suttner (1987); Die Habsburger (1988); Rudolf (1991); Wolfgang Amadeus Mozart (1994); Hitlers Wien (1997).
[3] Vgl. Horst Möller / Udo Wengst (Hrsg.): 50 Jahre Institut für Zeitgeschichte. Eine Bilanz. München 1999, S. 70.
[4] Wolfgang Wagner: Lebensakte, München 1994 ; Friedelind Wagner: Nacht über Bayreuth. Berlin 1997; Nike Wagner: Wagner Theater. Frankfurt 1998; Gottfried Wagner: Wer nicht mit dem Wolf heult. Köln 1997; Renate Schostack: Hinter Wahnfrieds Mauern. Gertrud Wagner – Ein Leben. Hamburg 1998 sowie Hans-Joachim Bauer: Die Wagners. Macht und Geheimnis einer Theaterdynastie. Frankfurt / New York 2001. Hamanns Buch setzt sich von simplifizierenden Parallelisierungen erfreulich ab, wie sie z.B. bei Joachim Köhler, Wagners Hitler. Der Prophet und sein Vollstrecker, München 1997 begegnen.
[5] Als einziger umfassender Versuch kann immer noch Michael Karbaum: Studien zur Geschichte der Bayreuther Festspiele (1876-1976). Teil I Textteil / Teil II Dokumente und Anmerkungen. Regensburg 1976 gelten, die im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft 100 Jahre Festspiele von der Thyssen-Stiftung entstanden ist. Die Darstellung von Frederic Spotts: Bayreuth. A History of the Wagner Festival. New Haven / London 1994 basiert auf dünner Quellengrundlage stellt aber wie auch Bernd Mayer: Bayreuth – die letzten 50 Jahre. Bayreuth 1991 ein chronologisches Gerüst zur Verfügung.
[6] Gerade solche Veränderungen werden zwar konstatiert, aber nicht mit Blick auf die strukturellen Grundlagen der Festspiele reflektiert.
[7] ″Sein musikalisches Verständnis war nicht sehr ausgeprägt″ (S. 328). Auch schreibt sie ihm ″begrenzte intellektuelle Fähigkeiten″ (S. 121) zu, auch habe er die Musik Wagners gehasst, wie Hamann mehrfach urteilt.
[8] Besonders auffällig z.B. in den Passagen, die auf den Tagebucheintragungen Gertrud Strobels basieren (v.a. S. 400-508), die - obwohl dutzendfach zitiert - dem Leser nicht als problematische Persönlichkeit vorgestellt wird. Sehr viele Passagen folgen auch der suggestiven Autobiographie Friedelinds (S. Anm. 4); ihre Seiten 150f. werden bei Hamann weitgehend paraphrasiert. Sie kontrastiert hingegen verschiedene Quellen mitunter auch sehr kritisch (z.B. S. 141 oder 216).
[9] Zu vermissen sind vor allem: Sylvia Habermann: Der Auftritt des Publikums. 2 Bde. Bayreuth 1991/1992; Oswald Georg Bauer: Vierzig Jahre Neubayreuth. Eine chronologische Dokumentation. Drei Teile. Bayreuth 1991 sowie Sabine Henze-Doering: Kulturelle Zentren in der amerikanischen Besatzungszone. Der Fall Bayreuth. In: Gabriele Clemens (Hrsg.): Kulturpolitik im besetzten Deutschland 1945-1949. Stuttgart 1994; Michael Kater: Die missbrauchte Muse. Musiker im Dritten Reich. München / Wien 1998 sowie Rainer Trübsbach: Geschichte der Stadt Bayreuth. Bayreuth 1994, um nur einige profunde Studien zu nennen. Auch die für Hamanns Thema hoch spannende Quellenedition von Günther W. Wilberg (Hrsg.): Die Protokollbücher des Richard Wagner-Verbandes Deutscher Frauen e.V. 1909-1949. Freiburg / Brsg. 1993, wird ignoriert. Im Interview vom 19. Mai 2002 mit Manfred Papst in der NZZ äußert Hamann freimütig, die Sekundärliteratur erst mal ganz beiseite zu lassen, um später ein paar Fakten zu zitieren.
[10] Aus dem Stadtarchiv führt Hamann lediglich Akten zum Spruchkammerverfahren sowie Halbmonatsberichte an; aus dem Koblenzer und Berliner Bundesarchiv zitiert Hamann lediglich Nachlässe und Personen betreffende Akten.
[11] Zuletzt mit z.T. brillianten Beiträgen: Jörn Rüsen / Saul Friedländer (Hrsg.): Richard Wagner im Dritten Reich. Ein Schloß Elmau-Symposion. München 2000 oder Hans Rudolf Vaget (Hrsg.): Im Schatten Wagners. Frankfurt a. Main 1999.

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09.07.2002
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