G. Kreucher: Kaiser Probus und seine Zeit

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Titel
Der Kaiser Marcus Aurelius Probus und seine Zeit.


Autor(en)
Kreucher, Gerald
Reihe
Historia-Einzelschriften 174
Erschienen
Stuttgart 2003: Franz Steiner Verlag
Anzahl Seiten
298 S.
Preis
€ 48,00
Rezensiert für H-Soz-Kult von
Udo Hartmann, Institut für Geschichtswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin

Die Monografie zur Regierung des Kaisers Probus (276-282) von Gerald Kreucher stellt einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum besseren Verständnis der Epoche der Soldatenkaiserzeit (235-284) dar. Zwar hat sich die Forschung in den letzten Jahren verstärkt dieser Epoche umfassender Veränderungen der Strukturen und der Gesellschaft des Römischen Reiches zugewandt,[1] doch wurde dabei ihre letzte Phase zwischen dem Tod des Aurelianus und dem Regierungsantritt Diocletians wenig beachtet. Während etwa der Regierung des Aurelianus vier Bücher aus den 90er-Jahren gewidmet sind, stammen die letzten monografischen Untersuchungen zu Probus aus den 50er-Jahren des 20. Jahrhunderts.[2] Dabei trug doch gerade Probus entscheidend zur Festigung des Römischen Reiches nach dem Höhepunkt der Reichskrise in der Mitte des 3. Jahrhunderts bei und leistete so entscheidende Vorarbeiten für das Wiedererstarken unter Diocletian. Probus setzte die Politik des Aurelianus fort, ging entschlossen gegen einfallende Germanen vor und bemühte sich um eine Konsolidierung der inneren Verhältnisse. Die schlechte Quellenlage und die teilweise recht widersprüchlichen Berichte der lateinischen und byzantinischen Autoren sowie die damit einhergehenden stark divergenten Positionen in der Forschung und die zahlreichen ungeklärten Einzelfragen machten eine neuere Arbeit zu Probus dringend erforderlich.

In seiner Trierer Dissertation hat Kreucher nun die Regierungszeit des Probus in all ihren Aspekten untersucht. In vorbildlicher Weise analysiert er dabei die gesamte Breite der epigrafischen, numismatischen, papyrologischen und literarischen Quellen. In fünf Kapiteln werden Forschungsstand und Quellenlage vorgestellt, Fragen der Chronologie und Titulatur geklärt (wobei auch die Regierungen des Tacitus und des Florianus miteinbezogen werden), die Ereignisse seiner Regierungszeit rekonstruiert, die Zeugnisse zur Innenpolitik des Kaisers untersucht und die Ergebnisse zusammengestellt. Im Anhang bietet Kreucher eine Zeittafel (S. 246f.), eine Liste der in den westlichen Reichsprovinzen gefundenen Horte mit Schlussmünzen der Kaiser Tacitus, Florianus und Probus (S. 249-265), ein Quellen- und Literaturverzeichnis (S. 267-290) sowie ein Register zu Personen und geografischen Begriffen (S. 291-298).

Nach einer Einleitung, in der die im krassen Missverhältnis zur Bedeutung des Kaisers stehende Vernachlässigung des Probus in der modernen Forschung betont wird (S. 11-14), gibt Kreucher einen Überblick zu den einschlägigen literarischen und primären Quellen (S. 14-50). Detailliert stellt er dabei die lateinischen und griechischen Autoren sowie deren Quellen und Tendenzen vor. Recht breit erörtert Kreucher die Problematik der Historia Augusta; hier wäre vielleicht eine stärkere Konzentration auf die Vita des Probus sinnvoller gewesen, zumal der entsprechende Kommentar von Jörg Schlumberger in der Reihe "Antiquitas - Beiträge zur Historia-Augusta-Forschung" noch immer aussteht. Unter Verweis auf die Forschungen von Bleckmann bemerkt Kreucher zu recht, dass die Annalen des Nicomachus Flavianus wohl die Hauptquelle der Probus-Vita darstellen (S. 24), ohne jedoch die Quellenfrage der Vita im Einzelnen zu untersuchen. Onesimus, den scriptor vitae Probi (quatt. tyr. 14,4), hält Kreucher für eine Fiktion des Autors der Historia Augusta (S. 25 u. 168).[3] Der für Probus zentrale Quellenbericht des auf Eunap zurückgreifenden Zosimos wird dagegen nur kurz behandelt (S. 33f.). Hier wäre ein Vergleich mit den Angaben der Historia Augusta und eine Untersuchung der Quellenfrage für Eunap/Zosimos reizvoll gewesen: Verwendete auch Eunap Nicomachus Flavianus? Nützlich ist die Zusammenstellung aller Inschriften für Tacitus, Florianus und Probus.

Im zweiten Kapitel widmet sich Kreucher ausführlich den Problemen der Chronologie der Regierungen des Tacitus, Florianus und Probus und deren Titulaturen (S. 51-89). Die chronologische Fixierung der Herrscherdaten gestaltet sich für diese Periode äußerst schwierig, da die Angaben der Papyri, Inschriften und Münzlegenden schwer in Übereinstimmung zu bringen sind. Grundlage der Datierung Kreuchers stellt ein Verzeichnis aller Papyri und Ostraka vom 6. ägyptischen Regierungsjahr des Aurelianus (274/75) bis zum 1. Jahr des Carus (282/83) dar. Laut Kreucher starb Aurelianus im September oder Oktober 275; nach einem Interregnum von wenigen Wochen kam Tacitus an die Macht, der im Juli 276 starb. Florianus und Probus traten im selben Monat ihre Regierung an, Florianus starb Ende September oder Anfang Oktober 276, Probus im September oder Oktober 282. Carus dürfte daher wohl im August oder September 282 die Macht usurpiert haben. Äußerst schwierig ist auch die Rekonstruktion der Konsulate und der Zählung der tribunicia potestas der Kaiser, da die Angaben auf Inschriften und Münzen sowohl für Tacitus als auch für Probus überaus widersprüchlich sind. Kreucher, der alle entsprechenden Belege zusammenstellt, legt hier ein plausibles Modell vor: Tacitus erneuerte seine tribunicia potestas am 10.12. Er hatte bereits vor seinem Regierungsantritt ein Konsulat inne; die Identität des cos. ord. von 273 mit dem Kaiser bezweifelt Kreucher indes. Probus erneuerte seine tribunicia potestas am dies imperii. Breiten Raum nimmt schließlich die Analyse der Belege für Titulatur und Siegesbeinamen der drei Kaiser ein.

Im dritten Kapitel betrachtet Kreucher die Zeugnisse zur Biografie des Probus vor seiner Machtübernahme und die Ereignisse seiner Regierungszeit (S. 91-186). Kreucher hebt hervor, dass über die Karriere des 232 in Sirmium geborenen Probus kaum sichere Angaben gemacht werden können, da die entsprechenden Schilderungen in seiner Vita größtenteils frei erfunden sind. Die Nachricht, Tacitus habe Probus zum dux des ganzen Ostens ernannt, stelle eine Übertreibung des Autors der Historia Augusta dar. Über den historischen Kern der Nachricht äußert sich Kreucher sehr zurückhaltend: Probus könnte "eine der drei syrischen Provinzen geleitet haben, wenn er nicht ein umfassenderes militärisches Kommando im Osten des Reiches inne hatte" (S. 102).[4] Vorsichtig ist auch seine Einschätzung des Interregnums nach dem Tod des Aurelianus: In diesen wenigen Wochen seien Münzen für Aurelianus' Witwe Ulpia Severina geprägt worden. Die von Callu und Strobel vertretene These, die Witwe habe eine regelrechte Regentschaft geführt[5], wird von Kreucher indes lediglich referiert. Er untersucht dann die Zeugnisse zur Regierung des Tacitus, wobei auch hier die Erfindungen der Historia Augusta eingehend erörtert werden: Für eine Stärkung der Position des Senats durch den angeblichen Senatskaiser Tacitus gebe es keinerlei Hinweise. Nach der Ermordung des Tacitus wohl in Tyana kam sein Halbbruder Florianus an die Macht, gegen ihn stellte sich Probus. Vor Tarsus trafen beide Heere in einem unentschiedenen Treffen aufeinander. Der nun in Tarsus festsitzende Florianus sei schließlich nach heimlichen Verhandlungen mit dem vor der Stadt lagernden Probus durch seine eigenen Soldaten ermordet worden. Probus galt wohl als der fähigere Militär.

Als eine der wichtigsten Leistungen des Probus streicht Kreucher die schnelle Befreiung Galliens von den 276 eingefallenen Alemannen und Franken heraus. Dieser Einfall habe zu verheerenden Schäden in großen Teilen Galliens geführt. Ende August oder Anfang September 277 sei Probus in Lyon eingetroffen und habe die Feldzüge gegen die Alemannen und die Franken eröffnet. Diese werden von Kreucher unter Auswertung numismatischer und literarischer Quellen überzeugend rekonstruiert. Im Frühjahr und Sommer 278 habe sich Probus der Sicherung der Donaugrenze in Rätien gewidmet: Die Kämpfe gegen Burgunder und Vandalen, über die Zosimos berichtet (1,68,1-3), lokalisiert Kreucher bei Augsburg. Vom Herbst 278 bis zur Mitte des Jahres 279 habe Probus Illyrien befriedet. Wie die archäologischen Forschungen in Kremna erwiesen, fand die Belagerung der aufständischen Isaurier im Jahr 278 nicht unter der Leitung des Probus, sondern des Terentius Marcianus, praeses von Lycia-Pampyhlia, statt. Ob der in der Historia Augusta genannte isaurische Räuberhauptmann Palfuerius mit dem bei Zosimos erwähnten Lydios identisch, lässt sich nach Kreucher nicht entscheiden (S. 151). Zu den Hintergründen des isaurischen Aufstandes sagt Kreucher indes wenig. An den Kämpfen gegen die Blemmyer in Oberägypten, die Kreucher plausibel in die erste Hälfte des Jahres 279 datiert, nahm Probus entgegen den Angaben seiner Vita ebenfalls nicht teil. Den Bericht in der Historia Augusta über die Verhandlungen zwischen dem Perserkönig "Narseus" und Probus sieht Kreucher als unhistorisch an; Überlegungen, Probus habe hier mit dem damaligen sasanidischen König Armeniens Narseh, dem Onkel Vahrams II. (276-293), verhandelt, lehnt er ab. Den Titel eines Persicus maximus habe Probus im Jahr 279 nach erfolgreichen diplomatischen Unterredungen mit dem Großkönig oder einer kleineren militärischen Auseinandersetzung an der Grenze beider Reiche in Abwesenheit des Kaisers erhalten.[6]

Entschieden ging Probus auch gegen Usurpationen vor und trug so zur Festigung des Kaisertums bei. Detailliert untersucht Kreucher nun den Aufstand eines unbekannten Usurpators in Britannien 280 oder 281 sowie die Usurpationen des Proculus, des Bonosus und des Saturninus. Auch hier verweist Kreucher die meisten Angaben der Historia Augusta zu recht ins Reich der Fabel.[7] Nach Kreucher erhoben sich Proculus und Bonosus 281 gemeinsam in Köln. Der Aufstand habe nur ein begrenztes Gebiet erfasst. Da Inschriften und Münzen nicht bekannt seien, hätten beide vielleicht nicht einmal den Augustus-Titel angenommen. Die Revolte sei eventuell schon in der "Vorbereitungsphase" entdeckt worden (S. 170). An der Authentizität der von Nollé publizierten Münze des Proculus zu zweifeln (so Kreucher, S. 169), besteht m.E. jedoch kein Anlass.[8] Wie man sich aber eine solche gemeinsame Usurpation zweier Militärs am Rhein vorstellen soll, wurde dem Rezensenten nicht recht deutlich. War Bonosus der Mitregent des Proculus? Trugen beide den Titel Augustus? Für vom Heer erhobene Augusti wäre dies in der Kaiserzeit ohne Parallele. Plausibel rekonstruiert Kreucher danach die Usurpation des Saturninus in Syrien: Entgegen bisherigen Forschungsansätzen, die die Revolte vor den Besuch des Probus in Antiochia am Anfang des Jahres 281 setzen, meint Kreucher, Saturninus habe den Augustus-Titel erst nach dem Besuch in der Jahresmitte 281 usurpiert. Er habe zuerst versucht, von Probus die Anerkennung als Mitregent zu erhalten, sei jedoch, nachdem dies gescheitert war, von den eigenen Truppen ermordet worden. Kreucher analysiert schließlich die widersprüchlichen Berichte zum Tod des Probus: Der Usurpation des Carus im August oder September 282 in Rätien oder Noricum folgte kurz darauf die Ermordung des Probus durch seine eigenen Soldaten in Sirmium. Der angebliche Plan des Probus für einen Perserkrieg wird dabei mit überzeugenden Argumenten als Erfindung der Historia Augusta charakterisiert.

Im vierten Kapitel untersucht Kreucher die wenigen Zeugnisse zur Innenpolitik des Probus (S. 187-242). Der Kaiser bemühte sich um ein gutes Verhältnis zum Senat, griff auch weiterhin auf senatorische Amtsträger zurück, setzte aber die von Gallienus begonnenen Reformen, in deren Folge ritterliche Beamte ehemals senatorische Posten einnahmen, in pragmatischer Weise fort. Ein "größerer Zwiespalt" zwischen Kaiser und Senat habe zu dieser Zeit nicht existiert (S. 193). In seiner Religionspolitik, die sich einzig aus den Münzdarstellungen rekonstruieren lässt, zog Probus erneut den Reichsgott des Aurelianus, Sol invictus, heran. Unter der Überschrift "Personalpolitik" trägt Kreucher dann sämtliche Zeugnisse zu den Konsuln, Stadtpräfekten, Statthaltern und sonstigen Amtsträgern unter Probus zusammen.[9] Schließlich betont er den militärischen Charakter der Herrschaft des Probus: Er kam aus der Armee und sah in ihr seine Machtbasis. In der Militärpolitik des Probus streicht Kreucher zum einem die Aufnahme von Germanen als Hilfstruppen und zum anderen den massiven Ausbau von Befestigungsanlagen in Gallien, am Rhein und an beiden Kanalküsten heraus. Die Inflation kam auch unter seiner Regierung nicht zur Ruhe.

Im abschließenden Kapitel "Kaiser Probus – eine Bilanz" (S. 243-245) bietet Kreucher eine kurze Zusammenfassung seiner Ergebnisse und eine Wertung der Regierung des Probus: Durch seine erfolgreichen Feldzüge habe der fähige Militär die Situation an Rhein und Donau stabilisiert, der Frieden im Orient sei ohne "größeres Blutvergießen" gesichert worden (S. 244), Probus' Einschreiten gegen Usurpationsversuche habe das Kaisertum gestärkt. Zu seinen Leistungen gehört nach Kreucher insbesondere "die Schonung der Kräfte des Reiches" durch den Verzicht auf größere Kriege (S. 243), wodurch sich die unter Aurelianus beginnende wirtschaftliche Gesundung fortsetzen konnte. Um den wichtigen Beitrag des Probus zur Festigung des Römischen Reiches verständlich zu machen, wäre an dieser Stelle eine ausführlichere Einordnung seiner Regierung in den historischen Kontext der Reichskrise wünschenswert gewesen. Auch eine Analyse der Stellung des Probus innerhalb der in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts an die Macht gekommenen neuen Führungsschicht ritterlicher Militärs wäre reizvoll gewesen.

In seiner überaus materialreichen Biografie des Kaisers Probus entwirft Kreucher ein umfassendes Bild der Zeit zwischen der Ermordung des Aurelianus und der Regierungsübernahme des Carus. Kreucher bietet dabei dem Leser eine hervorragende Untersuchung aller Aspekte der Ereignisgeschichte und der inneren Entwicklung des Römischen Reiches unter Probus. Er analysiert überzeugend die problematischen, sich oft widersprechenden Aussagen in den literarischen Quellen, urteilt ausgewogen über die vielfach zweifelhaften Angaben in der Historia Augusta und wertet in beeindruckender Weise das gesamte epigrafische, numismatische und papyrologische Quellenmaterial zu Tacitus, Florianus und Probus aus. In seiner Arbeit zieht Kreucher zudem die gesamte Forschung für diese Periode heran und findet in der Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Forschungspositionen plausible Lösungen für bislang kontroverse Fragen. Zuweilen hätte sich der Rezensent indes eine stärkere Positionierung des Autors gewünscht. Kreuchers Untersuchung kann zweifellos als neues Standardwerk zu Probus und seiner Zeit gelten.

Anmerkungen:
[1] Vgl. etwa jüngst: Körner, Christian, Philippus Arabs, Berlin 2002 (Rezension in: H-Soz-u-Kult, 12.08.2002 <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/AG-2002-027>); Sommer, Michael, Die Soldatenkaiser, Darmstadt 2004 (demnächst Rezension in: H-Soz-u-Kult, 06.04.2004).
[2] Zu Aurelianus vgl.: Saunders, Randall T., A Biography of the Emperor Aurelian (A.D. 270-275), Ann Arbor 1992; Cizek, Eugen, L'empereur Aurélien et son temps, Paris 1994; Kotula, Tadeusz, Aurélien et Zénobie, Wroclaw 1997; Watson, Alaric, Aurelian and the Third Century, London 1999; zu Probus: Kennedy, Myron Leo, The reign of the emperor Probus (276-282 A.D.), Diss. University of Minnesota 1952; Vitucci, Giovanni, L'imperatore Probo, Roma 1952.
[3] Anders sieht dies, unter Verweis auf den in konstantinischer Zeit wirkenden griechischen Historiker Onasimos (Suda O 327), Lippold, Adolf, Die Historia Augusta, Stuttgart 1998, S. 8 u. 20. Kreucher setzt sich mit seinen Argumenten leider nicht auseinander.
[4] Die Passage in der Vita über Probus' Taten in Africa und Ägypten (SHA v. Prob. 9) bezieht Kreucher zu recht auf Tenagino Probus, den praeses Numidiae und praefectus Aegypti unter Claudius. Unzutreffend ist jedoch seine Überlegung, Tenagino Probus könnte zwischen 274 und 280 erneut Statthalter in Ägypten gewesen sein (S. 100): Dieser Probus nahm sich nach seiner Niederlage gegen die Truppen Zenobias im Herbst 270 das Leben (Zos. 1,44,2). Ägypten wurde zudem 272 nicht von den Truppen des Aurelianus zurückerobert (so Kreucher, S. 100), der Statthalter Statilius Ammianus wechselte vielmehr im Juni 272 die Seite und unterstellte die Provinz dem Aurelianus; zu Tenagino Probus, Aurelianus’ Zug gegen Zenobia und dem Seitenwechsel des Ammianus vgl. Hartmann, Udo, Das palmyrenische Teilreich, Stuttgart 2001, S. 281ff., 352ff., 372. Trassus, über den Malalas (12, p. 299,5-9) berichtet, war - so er überhaupt historisch ist - 270 Statthalter in Arabia, vgl. Hartmann, S. 279f. Eine Identität mit Tenagino Probus (so Kreucher, S. 99, Anm. 57) ist unwahrscheinlich.
[5] Vgl. Callu, Jean-Pierre, Aurélius Victor et l'interrègne de 275. Problèmes historiques et textuels, in: HAC Barcinonense (1993), S. 133-145; Strobel, Karl, Ulpia Severina Augusta, in: Frézouls, Edmond; Jouffroy, Hélène (Hgg.), Les empereurs illyriens, Strasbourg 1998, S. 119–153, hier S. 133ff.
[6] Über die Situation in der Provinz Mesopotamia in der 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts wissen wir nur wenig: Dass sie jedoch unter Aurelianus nicht unter der Kontrolle Roms stand, wie Kreucher vermutet (S. 160f.), ist wenig plausibel: Odaenathus eroberte die Provinz 262 zurück, Zenobia und Aurelianus kontrollierten sie, vgl. Hartmann (wie Anm. 4), S. 168f., 373.
[7] Zur Darstellung dieser Usurpatoren in der Historia Augusta vgl. zudem Poignault, Rémy, Les usurpateurs du Quadrige des Tyrans dans l’Histoire Auguste: des personnages de roman?, in: Pouderon, Bernard (Hg.), Les personnages du roman grec, Lyon 2001, 251-268.
[8] Vgl. Nollé, Johannes, Die erste Münze des Kaisers Proculus. Ein neues Bild von einem Usurpator, AW 33 (2002), S. 669–674.
[9] Unbegründet sind Kreuchers Zweifel (S. 156, 210) an der Identität des Claudius Firmus, praefectus Aegypti 264/65, mit dem gleichnamigen corrector Aegypti im Jahr 274, vgl. Hartmann (wie Anm. 4), S. 405f.; zu einem weiteren Zeugnis für den corrector, P. Mich. inv. 5457, vgl. Caldwell, Richard S.; Gagos, Traianos, The emperor Aurelian and the corrector Firmus in a private context, in: Melaerts, Henri (Hg.), Papyri in honorem Johannis Bingen octogenarii (P. Bingen), Leuven 2000, S. 451-462. Bei dem angeblichen Usurpator Firmus, über den nur der Autor der Historia Augusta berichtet und den Kreucher für historisch hält (S. 156f., 210), dürfte es sich wohl eher um eine fiktive Gestalt handeln, vgl. Hartmann (wie Anm. 4), S. 403ff.

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15.03.2004
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