Titel
Deutsche Westforschung. Ideologie und Praxis im 20. Jahrhundert


Autor(en)
Derks, Hans
Erschienen
Umfang
304 S.
Preis
€ 24,50
Rezensiert für H-Soz-Kult von
Michael Fahlbusch, Basel

„Im Westen nichts Neues?“ oder „Totgesagte leben länger“ wäre fast ein angemessenerer Titel der vom niederländischen Sozialwissenschaftler Hans Derks vorgelegten Einführung in das wechselvolle Verhältnis von deutscher und niederländischer Wissenschaft und Politik im 20. Jahrhundert. Ausschlaggebend für seinen Ansatz ist die bis in die 1970er-Jahre hinein geführte Kritik der an französischer und englischer Sozialgeschichte orientierten „Wageninger Schule“ von Bernard Slicher van Bath. Ziel der Kritik der Wageninger Schule war die deutsche Kulturraumforschung (KRF), die inzwischen unter dem Einfluss der Münsteraner Schule Horst Lademachers in den Niederlanden erneut an Bedeutung gewinnt: sie sei „lyrischer Patriotismus“ und biete „Fantasien über Blut und Boden“ (S. 135).

Dass Forschungsprogramme wachsen und ihre heuristischen Kerne - wenn sie sich als nicht mehr tragfähig erweisen - absterben können, ist ein Gemeinplatz. Im Falle der deutschen Westforschung (WF) scheint eine besondere Persistenz prägend zu sein. Derks stellt fest, dass dieses Programm gleich zweimal mit der Hilfe von „Kollaborateuren“ in den Niederlanden implementiert worden sein soll. Einmal in der NS-Zeit durch die Bonner und Kölner Schule der rheinischen Landesgeschichte. Und jetzt nach dem 2. Weltkrieg - so seine provozierende These - erneut durch die Münsteraner Schule. Derks verabsäumt nicht den Hinweis, die Sprache dieser Richtung habe sich zwar geändert, aber das „Raum“-Verständnis und der territoriale Grenzen auflösende Blick der alten „deutschen“ KRF sei kognitiv beibehalten worden. Daraus erklärt Derks sein Engagement, das Thema Westforschung nicht ausschließlich als eine deutsche Angelegenheit zu betrachten. Das Buch ist speziell an dieser Stelle - im Gegensatz zu anderen Ausführungen in den insgesamt sechs Kapiteln - nicht ironisch gemeint. Derks sieht noch immer Formen der Kollaboration nachwirken, die es ihrerseits nötig machen, sich an die deutsche Öffentlichkeit zu wenden. Schließlich begreift er die offene Streitkultur in Deutschland als eine Chance, um über den Umweg einer deutschen Publikation auch in den - an diesem Thema offenbar uninteressierten - Niederlanden diskutiert zu werden. Allein in Deutschland wird es an Rezeption nicht fehlen, weil Derks mit wenigen Federstrichen und einem Minimum an Archivrecherchen gleich an mehreren Doyens der bundesdeutschen Westforschung, einschließlich ihrer Apologeten, rüttelt.

Hans Derks‘ zweite Arbeitshypothese, die er sehr durchdacht und stringent präsentiert, lautet, dass die SS analog zum Generalplan Ost einen Westplan in Form des von dem Raumplaner der Zivilverwaltung, Hermann Roloff, ausformulierten „Hollandplans“ und des „Belgien-Nordfrankreich-Programms“ realisierte. Einer der Ansprechpartner des so genannten „Germanischen Wissenschaftseinsatzes“ im Westen war kein Geringerer als der in der Militärverwaltung in Belgien tätige Franz Petri. Dieser rheinische Landesgeschichtler hatte - wie Derks belegt - an diversen kulturpolitischen Säuberungsaktionen mitgewirkt. Mit seinen neuen Erkenntnissen greift Derks nicht nur positiv die These von Peter Schöttler auf, Petri sei konzeptionell maßgeblich an der Grenzziehungspolitik der deutschen Militärverwaltung im Westen beteiligt gewesen. Bislang war man entweder auf Peter Schöttlers Aussagen angewiesen, der Petri bereits auf die braune Spur gekommen war, oder begnügte sich mit Karl Ditts Versuch, Petris Innovationsfähigkeit in der Landesgeschichte höher zu bewerten als seine NS-Kontaminierung.[1]

Nun bildet Hans Derks nicht das Zünglein an der Waage zwischen Schöttler und Petri. Seine Interpretation, die an den wichtigsten Stellen durch Archivmaterial aus holländischen Archiven gut belegt wird, widerlegt den Forschungsstand ausschließlich und weittragend zuungunsten von Karl Ditt. Hans Derks führt überzeugende und bisher ungelesene Belege an, dass Petri ein Vordenker der SS-Konzeptionen im Umfeld des „Großholland-Planes“ war. Seinerzeit hatte ich auf Ditts Darstellung vertrauend noch die Feststellung übernommen, seit der großen Koalition in den 1960er-Jahren seien die alten Inhalte der Kulturraumforschung politisch obsolet geworden. Auch dass Petri der SS ferngestanden sei, womit Petris Kriegsaktionen nicht so problematisch gewesen sein könnten (Ditt, S. 131), ist aufgrund der neuen Aktenlage nicht mehr zu halten.

Die Ursprünge der Westforschung schlugen sich laut Derks in einem von rechtsradikalen Intellektuellen der Weimarer Republik formulierten Forschungsprogramm nieder, welches von Rheinland und Westfalen in Reaktion auf die Verluste geistiger und materieller Art des I. Weltkriegs auf Belgien, Niederlande und Nordfrankreich wirkte. Dieses Netzwerk von flämischen Nationalisten und deutschen Rechtsradikalen richtete sich gegen die unter „französischem Firnis“ stehende wallonische Kultur. Gemeinsam machte man sich an der Begründung einer germanisch-flämischen Einigung zu schaffen. Mit den gleichen Argumenten wurde übrigens auch Luxemburg von den rheinischen Landeskundlern bearbeitet.[2]

Im Gegensatz zu Ditt betont Derks die Anreicherung der mediävistischen Kulturraumforschung à la Franz Steinbach, Franz Petri und Hermann Aubin durch schlicht rassistische Vorurteile und geopolitische Verdikte. Zudem sei entscheidend, dass diese Landeskunde als völkische Kulturraumforschung eine kulturelle und politische Ausstrahlung „germanischer“ Ursprünge auf Belgien und die Niederlande behauptet habe. Das regionale Wirkungsfeld war dem katholischen Rheinland entsprechend das ebenfalls katholische Gebiet der Nachbarstaaten gewesen. Es ist daher wohl auch kein Zufall, dass sich die zukünftigen Kollaborateure aus den Regionen südlich Utrechts und des flämischen („germanischen“) Teils Belgiens rekrutierten. Kulturpolitisch arbeiteten diese Kollaborateure nach Derks einerseits in Belgien mit Franz Petri im Bereich der Säuberung der Universitäten von Juden, des Zwangsarbeitseinsatzes und bei der Exploitation Walloniens mit. Andererseits weist er eine Zusammenarbeit Petris mit der deutschen Zivilregierung in den Niederlanden nach. Hier standen gleichfalls die Hochschulpolitik, die Raumordnung (Polderplanung bzw. Hollandplan) und der Zwangsarbeitseinsatz der Holländer im Osten im Vordergrund der deutschen Besatzungspolitik. Das politische Ziel war es, die Niederlande in ein „germanisches Europa“ einzubinden, welches bis zur Loire reichen sollte.

In Kapitel drei reflektiert Derks die Interdisziplinarität der KRF. Auffallend sei das weitestgehende Fehlen demografischer, agrarhistorischer und ökonomischer Daten, die dagegen beim Counterpart Ostforschung einen zentralen Stellenwert eingenommen hatten (S. 60). Im Osten ging es beispielsweise darum, die ‚überbevölkerte‘ polnische Agrarbevölkerung zurückzudrängen. Als einen der Gründe dieser Abwesenheit sozioökonomischer Analysen und politischer Herrschaftsstrategien nennt Derks die Dichotomie, die der Auffassung von Germanen und Romanen in Westeuropa zugrunde lag sowie eine kulturelle oder gar rassische Überlegenheit der Germanen obsolet erscheinen ließ. Auch liege in der Raumkategorie ein verlockendes Potential für den Historiker, diese als simple Kategorie der Abgrenzung von Kulturlandschaften in Anspruch zu nehmen. Derks bringt den 1910 geborenen Bernard Slicher van Bath in die Diskussion, der – wie eingangs erwähnt - gleich den Vertretern der Annales-Gruppe zu den schärfsten niederländischen Widersachern der deutschen Kulturraumforschung wurde.

Als Komponenten der Kulturraumforschung identifiziert Derks auch die Volkskunde. Sie erlangte in Deutschland erst in den 1930er-Jahren die Weihen einer akademischen Disziplin. Freilich konnte sie nur unter großem Aufwand Teilaspekte wie den „Atlas der Deutschen Volkskunde“ in die Nachbarstaaten exportieren. Eines der Institute, welches sich mit religiöser Volkskunde in Südholland beschäftigte, war das Institut Georg Schreibers, das mit Kriegsbeginn aber von der SS beschlagnahmt worden war. Die Aufgabe des „Germanischen Wissenschaftseinsatzes“ der SS im Westen war laut dem Verfasser Otto Plassmann, einerseits die katholischen Kräfte und andererseits die NSB zu kontrollieren. Konkret verfolgten der im Detail umgesetzte „Hollandplan“ und seine holländischen Akteure gemeinsam mit dem SS-Ahnenerbe folgende Strategie in der Forschung: „Konzentration auf wenige universitäre Institutionen, beschleunigte Germanisierung, völlige Dekonfessionalisierung und wachsender Einfluss der SS“ (Derks, S. 92). Da Petri intensiv mit dem Ahnenerbe der SS und den Planern der Siedlungspolitik in Holland und Belgien kooperierte, verfolgte er nicht mehr nur allein Interessen der Wehrmacht, sondern auch der SS. Als zweite Basis steht für Derks deshalb der seit 1918 bestehende „zivile“ Zweig der Westforschung, der weniger physisch-rassische als biologisch-kulturell-ethnische Ziele verfolgte, und keinen direkten Bezug zur SS pflegte. Stellvertretend stellt Derks Petri dar, der sich bereits in seiner Habilitationsschrift 1937 neben sprachgeografischen und archäologischen Verbreitungsmerkmalen explizit auf rassenanthropologische Untersuchungen stützte. Zentral schienen ihm die 46 Langschädel aus Reihengräbern und weitere Funde zu sein, die seine (kaum zu haltende) These bestätigen sollten, dass die Franken auch südlich der heutigen Sprachgrenze in einem Kulturkampf mit den Romanen gestanden hätten. Inwieweit aber nun Langschädel und Reihengräber analog zu den in der Ostforschung beliebten Reihendörfern germanischen Ursprungs gewesen seien, bleibt mehr dem wishful thinking als einer wissenschaftlichen Analyse geschuldet. Hier weist Ditts Darstellung gegenüber der soliden, und nicht selten ironisch gewendeten Interpretation von Derks, eindeutig eine frappante Schwäche auf (Ditt, S. 88, Derks, S. 110).

Die Derksche Arbeit gewinnt dort besonders an Kontur, wo er Ditts Lücken in der Biografie zu Petri bewusst benennt. So war Petris Arbeit in der Militärverwaltung keineswegs so belanglos, wie Ditt glauben machen wollte. Petri führte mehr Arbeiten in Kooperation mit der SS aus, als angenommen. Zum Verständnis der „Auslassungssünden“ von Karl Ditt reicht die in Fußnote 217 weggelassene Position, die Petri anlässlich seiner Antrittsvorlesung 1943 vertrat, um die Lücken zu benennen (Ditt, S. 130): „Flandern als germanisches Grenzland“ sei bis zum Ende des Mittelalters „Eckpfeiler“ des „Germanentums“ des mittelalterlichen deutschen Reiches gewesen, welches schließlich eine selbständige Entwicklung durchlief und sich damit dem Reich entfremdet habe. Die Herauslösung Flanderns aus dem Reich sei jedoch „nicht aus dem Zwang einer Uranlage“ erfolgt, sondern „vielmehr Grenzschicksal“ gewesen. Die „Wiederaufrichtung des Reiches werde im Enderfolg auch zur Wiederannäherung beider führen“. (Westdeutscher Beobachter v. 1.6. 1943)

Da Derks eine ganze Reihe von gedruckten Erzeugnissen von Petri in seine Analyse einbezieht, die bei Karl Ditt nicht genannt oder ausgewertet wurden, kommt Derks zu wesentlich präziseren Feststellungen. Gemeint sind die „Berichte über die Tätigkeit und Arbeitsziele der Militärverwaltung in Belgien auf dem Gebiet der Kultur“, die Franz Petri und Werner Reese während des ersten halben Jahres der deutschen Okkupation verfassten, sowie die Artikel in der von Seyss-Inquart herausgegebenen Zeitschrift „Westland, Blätter für Landschaft, Geschichte und Kultur an Rhein, Mosel, Maas und Schelde“. Allein Petris Beiträge in diesen Schriften weisen ihn als radikaleren Denker aus, als Ditt es darzustellen vermochte. Derks weist in mehreren Fällen nach, dass Petris Arbeiten an der Konstruktion von „germanischen“ Grenzlanden in Westeuropa von der SS in dem „Belgien-Nordfrankreich-Programm“ und dem „Hollandplan“ aufgegriffen wurden. Es hat demnach über Petri funktionierende Arbeitsbeziehungen zwischen der Militärverwaltung in Belgien, dem SD-Hauptamt und dem Ahnenerbe der SS gegeben (Derks, S. 195ff.). Pikant an Derks Ergebnis ist indes die Feststellung, dass Petris belgische und holländische Kollegen, allesamt mit ihm vor 1945 als germanische Herrenreiter auf SS-Kurs unterwegs, in der Nachkriegszeit mit positivem Leumund aushalfen, so dass Petri nach einer gewissen Karenzzeit wieder als „nicht belastet“ rehabilitiert war. Es ist fast überflüssig anzuführen, dass Petri ohne die Entlastung durch seine niederländischen und belgischen „Kollegen“ in der Nachkriegszeit nie mehr so weit gekommen wäre wie zuvor im 2. Weltkrieg.

Auch Petris Mitwirken beim Arbeitseinsatz in Belgien und Nordfrankreich dürfte vor dem Hintergrund der rassenkundlichen Untersuchungen an polnischstämmigen Bergarbeitern für die Deutsche Volksliste des Kollegen aus der Westdeutschen Forschungsgemeinschaft, Hauptmann Wilhelm Brepohl, einen ganz neuen Stellenwert erhalten. Hier reicht es jedenfalls nicht mehr aus, sich auf die Arbeit des Petri-Doktoranden Mathias Georg Haupt zu stützen. Vergleicht man dagegen die Arbeiten über die Besatzungspolitik in Luxemburg von Paul Dostert und Emile Krier, so sind die Diskrepanzen auf diesem Gebiet zu signifikant, als dass man sich künftig noch auf diese - nach Derks auch irreführenden - Forschungen verlassen könnte. Dass Petri eng mit dem SS-Ahnenerbe unter Wolfram Sievers, Dr. Schneider (alias Schwerte) und dem Raumplaner Hermann Roloff 1942 zusammenarbeitete, irritiert nach dieser Lektüre auch nicht mehr. Wahrscheinlich saßen sich Petri und Schneider/Schwerte nach 1945 sogar auf gleicher Augenhöhe gegenüber (Derks, S. 115, 197ff.) und nahmen sich gegenseitig die Legenden und falschen Namen augenzwinkernd ab.

Hans Derks rekonstruiert in einem anderen wichtigen Kapitel in nuce auch das wohl für die Niederlande selbst heikle Thema der Polderkolonisation. Demnach wurden im 2. Weltkrieg die ursprünglich von deutschen Raumplanern für den Osten entwickelten Pläne lediglich als neues „deutsches“ Exportmodell eingeführt und nach 1945 vollendet. Ein Skandalon an diesem Planungsprozess ist allein schon die Vorgeschichte der Polderplanung. Die holländischen Planungsexperten unterzogen ebenso wie ihre Kollegen aus dem Rasse- und Siedlungshauptamt der SS in Polen und der damaligen Sowjetunion die Kolonisation dem Verdikt der Rassenauslese. Tatsächlich wurden trotz gegenteiliger Versprechen von den rund 4000 Arbeitssklaven pro Kriegsjahr nur etwa 400 Siedler von Schülern Eugen Fischers selektioniert; jüdische Zwangsarbeiter wurden direkt nach ihrer Zwangsarbeit in die KZ’s deportiert, aber nicht von reichsdeutschen, sondern von holländischen Stellen (Derks, S. 178-190).

Speziell anhand des Beispiels der Polderplanung und des Großhollandplanes der SS gelingt es Derks, die konkrete Kooperation von deutschen und holländischen Experten als ein Handeln in einem Netzwerk nachzuweisen. Es ist ein auch für den Agrarsoziologen und Politologen noch heute interessanter Sachverhalt, dass der spätere EWG-Kommissar für Agrarpolitik, S. Mansholt, in diesem Netzwerk für die Polderplanung tätig war. Wer mag, kann daraus auch noch schließen, dass die Butterberge und Milchseen auf eine verfehlte Politik von Eliten zurückzuführen sind, die eine marktwirtschaftliche Prinzipien außer Kraft setzende Autarkiepolitik betrieben und nach 1945 auch nicht mehr anders denken konnten, als in diesen Kategorien. Derks ist jedenfalls der Meinung, und das sei hier am Schluss noch vermerkt, dass die Steuerzahler in Europa noch bis in die 1980er-Jahre für diese Politik berappen mussten (Derks, S. 178, 180, 195).

Mit der Einführung in die Westforschung des 20. Jahrhunderts liegt nunmehr ein Stoff neu aufbereitet vor, der die Grundlagenforschung anregen wird. Für jeden, der sich durch diese leider mit Polemik und mit überpointierenden Adjektiven gespickten Arbeit durchgebissen hat, werden sich neue Aspekte ergeben: Nämlich, dass sowohl die deutsche „Westforschung“ als auch die holländischen Historiker konzeptionell und personell offenbar noch heute in der Tradition der Westforschung stehen. Weder scheint das Problem der konzeptionellen Kontinuität im Bereich der Raumkonstruktion noch in der Themenauswahl gelöst zu sein. Auch eine zweite „Kollaboration“ durch holländische und belgische Sozialwissenschaftler, die Petri in der Nachkriegszeit einen Persilschein ausgestellt haben, dürfte das Forschungsinteresse am Thema erhöhen.

Warum aber nun Horst Lademacher durch seinen 1993 verfassten Nachruf auf Petri als Vollender der Kulturraumforschung und Weißwäscher von Petris Vergangenheit angeprangert wird, leuchtet nicht ein. Schließlich präsentiert Derks nun selbst zahlreiche Belege der grenzüberschreitenden Kooperation auch in der Säuberung der „braunen Leiber“. Hier scheint wohl leider die wissenschaftliche Erkenntnis dem persönlichen Disput geopfert worden zu sein.

Anmerkungen:
[1] Ditt, Karl, Die Kulturraumforschung zwischen Wissenschaft und Politik. Das Beispiel Franz Petri (1903-1993), in: Westfälische Forschungen 46 (1996), S. 73-176; Schöttler, Peter, Die historische „Westforschung“ zwischen „Abwehrkampf“ und territorialer Offensive, in: Ders. (Hg.), Geschichtsschreibung als Legitimationswissenschaft, Frankfurt am Main 1997, S. 204-263.
[2] Hierzu liegen zwei ausgezeichnete Studien von Paul Dostert und dem mittlerweile verstorbenen Emile Krier vor: Dostert, Paul, Luxemburg zwischen Selbstbehauptung und nationaler Selbstaufgabe. Die deutsche Besatzungspolitik und die volksdeutsche Bewegung 1940-1945, Diss. Freiburg, Luxemburg, 1985. Krier, Emile, Deutsche Kultur- und Volkstumspolitik von 1933-1940 in Luxemburg, Bonn 1978.

Zitation
Michael Fahlbusch: Rezension zu: : Deutsche Westforschung. Ideologie und Praxis im 20. Jahrhundert. Leipzig  2001 , in: H-Soz-Kult, 27.06.2002, <www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-1693>.
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27.06.2002
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