Hispaniens Flusstäler in diachroner Perspektive – Interdependenz von Mensch und Umwelt

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Janine Lehmann, Klassische Archäologie, Universität Leipzig

In diesem Jahr des Netzwerkes "Toletum" stehen die antiken Flusstäler auf der Iberischen Halbinsel im Fokus des Workshops, der vom 20-22. Oktober 2022 im Warburg-Haus in Hamburg stattfinden wird. Wir begrüßen Beiträge aus den Altertums- und den Islamwissenschaften, der Geographie und den Geowissenschaften zu folgenden Themen. Einsendeschluss für Bewerbungen ist der 31. März 2022.

Hispaniens Flusstäler in diachroner Perspektive – Interdependenz von Mensch und Umwelt zwischen Republik und ‚long Late Antiquity‘ (3. Jh. v. – 9. Jh. n. Chr.)

Flusstäler waren konstitutiv für die Genese und Entwicklung des antiken Hispanien. Flusslandschaften boten in vielerlei Hinsicht günstige Bedingungen zum Siedeln und Wirtschaften, sodass sich neben den Iberern auch auswärtige Kulturen wie Phönizier / Punier, Griechen und Römer dort niederließen. Die Besonderheit der hispanischen Flusstäler resultierte zum einen aus der geographischen Lage der Iberischen Halbinsel zwischen Mittelmeer und Atlantik mit ihren klimatischen und hydrologischen Gegebenheiten. Zum anderen bestimmten die Flusstäler die topographische Verteilung verschiedenster natürlicher Ressourcen (Wasser, Metalle, Nutzpflanzen, Salz) und prägten somit auch Verkehrswege, Handelsströme und städtische Siedlungsmuster bereits seit vorrömischer Zeit, was wiederum zur Ausbildung spezifischer, auf Flüsse bezogener Identitäten führte. Kulturell lässt sich dies z.B. in künstlerischen Darstellungen von Flussgöttern, in Kulten und Heiligtümern oder auch in antiken Mythenstoffen greifen. Zudem formten Flüsse maßgeblich politische Grenzverläufe und schufen kulturelle Einheiten (sog. Ebrovertrag zwischen Rom und Karthago oder die Benennung der Provinz Baetica nach dem namensgebenden Fluss Baetis). Diachron betrachtet, führte die Interdependenz zwischen Umwelt und Mensch einerseits zu anthropogenen Landschaftsveränderungen, anderseits musste aber auch auf natürliche Veränderungen der Landschaft, verursacht z.B. durch Überschwemmungen, Erdbeben oder Verlandung, reagiert werden.

Um die Rolle der Flusstäler bei der Raumerschließung sowie die Wechselwirkung zwischen Kultur und Landschaft im Sinne der longue durée vom 3. Jh. v. Chr. bis in das 9. Jh. n. Chr. greifen zu können, bedarf es eines fächerübergreifenden Austausches. Ziel des Workshops ist es deshalb, über die interdisziplinäre Diskussion gemeinsame Forschungsgrundlagen und Synergien zu schaffen, um hierin wiederum Perspektiven für künftige Studien sowie neue Wege der Zusammenarbeit zu eröffnen.

Wir begrüßen Beiträge aus den Altertums- und den Islamwissenschaften, der Geographie und den Geowissenschaften zu folgenden Themen:

Umwelt & Klima – z.B. Geomorphologie der Flussläufe, Wasservorkommen, natürliche Extremereignisse

Siedlungslandschaften – z.B. urbane Ballungsräume, Neugründungen, Häfen

Ökonomie – z.B. Landnutzung, Ressourcen, Handelswege, Verkehrsnetze

Kulturkontakte – z.B. Migration, Mobilität, Kulturaustausch und -transfer

Religion & Mythos – z.B. Kultpraxis, Heiligtümer, Gottheiten

Innovation & Technik – z.B. Hafeninstallationen, Staudämme, Wassermanagement

Grenzlinien/-zonen – z.B. politischen, militärischen oder kulturellen Charakters

Ihre Bewerbungen schicken Sie bitte bis zum 31. März 2022 an Sabine.Panzram@uni-hamburg.de. Sie sollten eine kurze Zusammenfassung Ihres Projektes und ein CV umfassen (jeweils max. 300 Wörter). Wir möchten mit diesem CfP insbesondere Promovierende sowie Promovierte in ihrer frühen Postdoc-Phase ermuntern, Beiträge über aktuell laufende Projekte einzusenden! Reise- und Übernachtungskosten können übernommen werden.

https://www.toletum-network.com/2022/03/cfp-toletum-xiii-hispaniens-flusstaeler-in-diachroner-perspektive-zur-interdependenz-von-mensch-und-umwelt-zwischen-republik-und-long-late-antiquity-3-jh-v-9-jh-n/
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