Mission Baltikum? Hallescher Pietismus und Herrnhutertum in den baltischen Territorien im langen 18. Jahrhundert

Mission Baltikum? Hallescher Pietismus und Herrnhutertum in den baltischen Territorien im langen 18. Jahrhundert

Veranstalter
National Library of Latvia, Riga, Faculty of Theology of the University of Latvia, Francke Foundations in Halle, Interdisciplinary Centre for Pietism Research at the Martin-Luther-University Halle-Wittenberg
Veranstaltungsort
National Library of Latvia, Riga
PLZ
LV-1423
Ort
Riga
Land
Latvia
Vom - Bis
01.06.2023 - 03.06.2023
Deadline
26.08.2022
Von
Thomas Ruhland, Interdisziplinäres Zentrum für Pietismusforschung, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Mission Baltikum? Hallescher Pietismus und Herrnhutertum in den baltischen Territorien im langen 18. Jahrhundert

Anders als die Aufklärungsforschung, die in den letzten Jahren gewichtige und facettenreiche Studien zur Aufklärung im Baltikum vorgelegt hat, ist dieser Kulturraum von der Pietismusforschung kaum entdeckt worden. Die gemeinsame internationale Tagung stellt sich deshalb zum Ziel, die Wirkungsfelder von Halleschem Pietismus und Herrnhutertum im Baltikum / in Livland im langen 18. Jahrhundert in vergleichender Perspektive zu thematisieren.

CfP Baltic Mission? Halle Pietism and the Moravians in the Baltics in the long 18th century

Unlike Enlightenment research, which in recent years has presented significant and multi-faceted studies on the Enlightenment in the Baltic, this cultural area has hardly been explored by researchers of Pietism. Therefore, this international conference aims to address the fields of activity of Halle Pietism and the Moravians in the Baltic region / in Livonia in the long 18th century from a comparative perspective.

Mission Baltikum? Hallescher Pietismus und Herrnhutertum in den baltischen Territorien im langen 18. Jahrhundert

Erst die Reformation Luthers ermöglichte den Druck und die Herausgabe von Büchern in lettischer und estnischer Sprache vor 500 Jahren. Dieses Ereignis von bedeutender Tragweite für die baltische Sozial- und Kulturgeschichte ermöglichte die Reformation der Reformation durch Hallesche Pietisten und Herrnhuter in Livland im 18. Jahrhundert.
Anders als die Aufklärungsforschung, die in den letzten Jahren gewichtige und facettenreiche Studien zur Aufklärung im Baltikum vorgelegt hat, ist dieser Kulturraum von der Pietismusforschung kaum entdeckt worden.
Die gemeinsame internationale Tagung, veranstaltet von der Nationalbibliothek Lettlands, der Theologischen Fakultät der Universität Lettlands, den Franckeschen Stiftungen zu Halle und dem Interdisziplinären Zentrum für Pietismusforschung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, stellt sich deshalb zum Ziel, die Wirkungsfelder von Halleschem Pietismus und Herrnhutertum im Baltikum / in Livland im langen 18. Jahrhundert in vergleichender Perspektive zu thematisieren.
Von besonderem Interesse sind dabei die Interaktionen vor Ort zwischen den verschiedenen religiösen, sozialen und politischen Gruppen: die Lutherische Orthodoxie, (seit 1721) die Russische Orthodoxie, die Pietisten aus Halle, die Herrnhuter, die Aufklärer, die herrschenden Adelsfamilien, die Stadtbürger (vor allem in Riga, Dorpat und Reval) sowie die unfreien Untertanen, vor allem die Landbevölkerung. Thematisch unterschiedlich akzentuierende Vergleiche sollen erhellen, wie, wo, wann und zu welchem Zweck der Hallesche Pietismus und die Herrnhuter im Baltikum gewirkt haben und wie und von wem bzw. wodurch die Pietisten aus Halle und die Herrnhuter vor Ort beeinflusst worden sind.
Umfassend kann die Tagung das skizzierte Setting zweifelsohne nicht gänzlich ausloten. Gleichwohl setzt sie sich zum Ziel, das Thema mit quellengesättigten Beiträgen auf die Agenda der internationalen und interdisziplinären Pietismus- und 18.-Jahrhundertforschung zu setzen.

Vor diesem Hintergrund rückt die Tagung die folgenden Themen und Fragenkomplexe in den Blickpunkt:

- Ausbildung und Vorbereitung der Hallenser und Herrnhuter Akteure: Wie vollzog sich – in Halle ebenso wie in Herrnhut – die Modellierung und Habitusprägung einer professionell-pietistischen Identität? Gab es klar formulierte und begründete Aufträge für die Aktivitäten im Baltikum? Wurden die Hallenser und Herrnhuter entsandt oder aus dem Baltikum angefordert?

- Die Lebenswelten im Baltikum: Wie gestaltete sich ihr Handeln vor Ort? Haben sich die Pietisten in die ländlichen und städtischen Gesellschaften – etwa über Geselligkeiten oder private Zirkel – eingebracht? Wurden die an sie gestellten Erwartungen und Aufträge erfüllt? Wie lange blieben sie im Baltikum und welche Laufbahnen schlugen sie ein bzw. Karrieren wurden durchlaufen (in Kirche und Schulwesen, in Adelsfamilien, in der Verwaltung etc.)? Gerieten sie in Konflikte – und wenn ja, mit wem? Haben sie über ihre Tätigkeit und dabei auch über ‚die‘ baltische Kultur berichtet – und wenn ja: Gab es darauf Reaktionen (intern oder in der Öffentlichkeit)? Haben die Akteure im Baltikum Unterstützung aus Halle und Herrnhut nicht nur in Konfliktsituationen, sondern auch bei inneren Anfechtungen, Erkrankung oder finanziellen Schwierigkeiten erhalten? Wer finanzierte ihre Missionsarbeit? Wie haben sich Halle und Herrnhut im Baltikum wechselseitig wahrgenommen? Wie informierte man sich über die Konkurrenz? Was wurde an wen berichtet? Wie wurden die Begegnungen sowohl mit der Elite als auch mit dem (unfreien) Volk wahrgenommen, interpretiert und dokumentiert?

- Sprachen als Schlüssel für den Erfolg: Wie stellten sich für Hallenser und Herrnhuter die religiösen Ausgangslagen und Ansatzpunkte bei der überaus heterogenen Bevölkerung dar, zumal große Teile der baltischen / livländischen Einwohnerschaft weder des Lesens noch des Schreibens kundig waren? Welche medialen, pädagogischen und kommunikativen Strategien wurden angewandt, um Zugang zu den analphabetischen und unfreien Schichten zu finden? Welche Rolle spielten die handschriftlich verfassten und vervielfältigten Texte, der Buchdruck bzw. gedruckte Gelegenheitsschriften? Welche Bedeutung für die Befähigung zur schriftlichen und mündlichen Kommunikation hatten Übersetzungen, Wissenspraktiken (Lexika) und Sprachsystematisierungen (Grammatik)? In welchem Maße konnten und wollten die Hallenser auf den von Johann Fischer während der schwedischen Herrschaft gelegten Grundlagen aufbauen: auf seinen Schulgründungen, auf seiner Einrichtung eines Verlags und einer Druckerei, auf der Beförderung von Übersetzungen wie überhaupt auf seinem Interesse an der lettischen Sprache?

- Mündlichkeit und Schriftlichkeit: Welche Vermittlungsstrategien und Medien wurden bei der Alphabetisierung angewandt? Wie gestaltete sich das Verhältnis von Schriftlichkeit und Mündlichkeit, von gesprochenen und gedruckten Predigten? Kam dem Singen und damit Gesangbüchern bei der Erbauung, beim Spracherwerb und damit bei der Gemeindebildung eine besondere Bedeutung zu?

- Das Problem der Leibeigenschaft: Wie positionierten sich Hallesche Pietisten und Herrnhuter zur Leibeigenschaft? Wurde das Baltikum als eine Art kolonialer Raum betrachtet und „bewirtschaftet“ – oder lassen sich Tendenzen und Positionen zur Infragestellung des Systems der Leibeigenschaft erkennen? Lässt sich, zugespitzt formuliert, eine Geschichte des Pietismus im Baltikum aus postkolonialer Perspektive schreiben?

- Die politische Kultur: Wie wurden der von Zarin Elisabeth ausgesprochene Ukaz von 1743 und damit das Missions-, Versammlungs- und Publikationsverbot für die Herrnhuter begründet und ausgeführt? Welche Folgen hatte das Generalverbot der Herrnhuter für die Hallenser Konkurrenten? Wie stellten die Hallenser die Auseinandersetzungen mit den inkriminierten Herrnhutern dar und umgekehrt? Wie wurden die zaristischen Anordnungen durchgesetzt und wie ihre Durchsetzung kontrolliert? Spielte die Pfarrerschaft vor Ort in den Städten und Dörfern eine Rolle? Kollaborierten die Geistlichen mit der zaristischen Verwaltung und Gerichtsbarkeit? Wurden konkret Personen denunziert – wenn ja, von wem und auf welche Weise? Welche anderen Ordnungskräfte kamen zum Einsatz? Und wie wirkte sich die Wiederzulassung der Herrnhuter nach Zinzendorfs Tod 1760 auf ihr Auftreten, ihr Agieren und ihr Verhältnis zu den Hallensern aus?

- Die Rolle der Ökonomie: Welche Bedeutung spielten ökonomische Fragen für die Aktivitäten der Hallenser und der Herrnhuter im Baltikum? Wurde der baltische Raum, auch mit seinen Anbindungen nach Polen, Russland, Schweden und Dänemark, als Handelsmarkt verstanden, um finanzielle Gewinne zu erwirtschaften? Wenn ja: mit welchen Produkten? Und wie hingen Frömmigkeitsmarkt und Ökonomie zusammen, wie der Verkauf geistlicher und materieller Waren: Seelenheil – Bücher – Medikamente?

- Das Schul- und Universitätswesen: Wie entwickelte sich in dem beschriebenen Feld unterschiedlicher Einflüsse das Erziehungs- bzw. das Schul- und Universitätswesen im Baltikum/in Livland? Welche Rolle spielte die Arbeit von Hofmeistern und Informatoren in bürgerlichen und adligen Familien im Verhältnis zur institutionellen Erziehung und Bildung an Elementar- und an Höheren Schulen? Welchen Stellenwert im Vergleich mit den Bemühungen von Halle und Herrnhut um die schulische Erziehung der livländischen Bevölkerung nahmen die Aufklärer ein? Welche institutionellen und medialen Anstrengungen unternahmen sie? Welche Rolle spielten Wissenschaft bzw. Wissenspraktiken wie der Aufbau von Sammlungen, die Publikation wissenschaftlicher Abhandlungen (etwa im Kontext der Physikotheologie und Naturgeschichte) und der Austausch in gelehrten Zirkeln?

- Der Auftritt der Aufklärung: Mussten die Halleschen Pietisten und die Herrnhuter angesichts der erstarkenden Aufklärung einen eklatanten Bedeutungsverlust für ihre frömmigkeitlichen Konzepte und pädagogischen Praktiken fürchten? Wie reagierten sie auf Tendenzen der Säkularisierung? Wie gestaltete sich ihr Verhältnis zu neuen Sozietäten wie Freimaurerlogen oder Lesegesellschaften?

- Konkurrenz, Koexistenz, Kooperation, Interkonfessionalität: Insgesamt ist über die Themenfelder hinweg zu fragen: Wurden vonseiten der Hallenser und der Herrnhuter die Vertreter der Aufklärung wie auch der Lutherischen Orthodoxie als Kontrahenten und Konkurrenten oder als Bündnispartner wahrgenommen? Kam es zu freiwilligen oder zu unfreiwilligen, aber strategisch notwendigen Schulterschlüssen von Hallensern und Herrnhutern gegen das auch theologische Bemühen der Aufklärer („Neologie“) um Volksnähe im Zeichen politischer, pädagogischer und ökonomischer emanzipatorischer Bestrebungen („Volksaufklärung“)?

- Zentrum und „Peripherie“: Wie waren für ihr missionarisches und ökonomisches Agieren im baltischen Raum und darüber hinaus die Netzwerke der Hallenser und der Herrnhuter strukturiert? Blieben diese auf die Zentren ausgerichtet oder bildeten sich in den Regionen, also auch im Baltikum, eigenständige Netzwerke aus, die weniger auf Halle und Herrnhut bezogen waren, als vielmehr durch Gegebenheiten und Akteure vor Ort geprägt wurden?

- Die Frage nach der Mission: Können die Aktivitäten der Halleschen Pietisten und der Herrnhuter als Mission verstanden werden? Welches (Selbst-)Verständnis hatten die Hallenser und Herrnhuter hinsichtlich ihrer Aktivitäten? Wie bezeichneten sie selbst ihr Agieren? Und wie sind ihr Agieren und ihr Selbstverständnis in den aktuellen Diskussionen um den Missionsbegriff zu verorten? Daraus folgt die grundlegende Frage: Sind beide Bewegungen in ihren Zielen und Vorgehensweisen überhaupt vergleichbar?

Die Tagungssprachen sind Lettisch, Deutsch und Englisch.

Bitte reichen Sie ein Exposé mit Titel und inhaltlicher Beschreibung des geplanten Vortrags in einer Länge von max. 3.000 Zeichen sowie ein CV (nicht länger als eine Seite) ein.

Einsendeschluss ist der 26. August 2022.

Die veranstaltenden Institutionen bemühen sich um eine Erstattung der Reisekosten.

Baltic Mission? Halle Pietism and the Moravians in the Baltics in the long 18th century

500 years ago, it was Luther's Reformation that enabled the printing and publishing of books in the Latvian and Estonian languages. This event of significant importance for Baltic social and cultural history in turn enabled the 18th century reform of the Reformation by Halle Pietists and Moravians in Livonia.
Unlike Enlightenment research, which in recent years has presented significant and multi-faceted studies on the Enlightenment in the Baltic, this cultural area has hardly been explored by researchers of Pietism.
Therefore, this international conference, jointly organized by the National Library of Latvia, the Faculty of Theology of the University of Latvia, the Francke Foundations in Halle and the Interdisciplinary Centre for Pietism Research at the Martin Luther University Halle-Wittenberg, aims to address the fields of activity of Halle Pietism and the Moravians in the Baltic region / in Livonia in the long 18th century from a comparative perspective.
Of particular interest are the interactions on the ground between the various religious, social and political groups: Lutheran Orthodoxy, Russian Orthodoxy (since 1721), the Pietists from Halle, the Moravians, the proponents of the Enlightenment, the ruling noble families, the townspeople (especially in Riga, Dorpat and Reval) as well as the dependent subjects, and the rural population in particular. Thematically differently accentuated comparisons are intended to shed light on how, where, when and for what purpose Halle Pietism and the Moravians worked in the Baltics and how and by whom or through what the Pietists from Halle and the Moravians were influenced locally.
While the conference cannot attempt to fully explore the setting outlined above, it aims to increase visibility of the topic in international and interdisciplinary research on Pietism and the 18th century with contributions focusing on primary source material.

Against this backdrop, the conference will focus on the following topics and questions:

Training and preparation of the Halle and Moravian actors: How did the modelling and shaping of a professional Pietist identity take place – in Halle as well as in Herrnhut? Were there clearly formulated and justified mandates for the activities in the Baltics? Were the people from Halle and Herrnhut sent off by their home institutions or had they been requested from the Baltic?

The living environments in the Baltic: How did their activities take shape on the ground? Did the Pietists become involved in rural and urban societies – for example through sociabilities or private circles? Did they fulfill the expectations and tasks placed upon them? How long did they stay in the Baltics and what careers did they pursue (in the church and school system, in aristocratic families, in administration, etc.)? Were they involved in any conflicts and if so, with whom? Did they report on their activities and thereby also on 'the' Baltic culture – and if so: Were there any reactions to this (internally or in the public sphere)? Did the actors in the Baltics receive support from Halle and Herrnhut not only in conflict situations, but also in the case of inner struggle, illness or financial difficulties? Who financed their missionary work? How did Halle Pietists and Moravians perceive each other in the Baltics? How did both parties find out about each other? What was reported to whom? How were the encounters with both the elite and the (dependent) people perceived, interpreted and documented?

Language as the key to success: What were the religious starting points and basis for the Halle Pietists and the Moravians among the extremely heterogeneous population, especially since large parts of the Baltic (Livonian) population knew neither how to read nor how to write? What media, pedagogical and communicative strategies were used to gain access to the illiterate and dependent classes? What role did handwritten and reproduced texts, printing and printed occasional writings play? What significance did translations, knowledge practices (dictionaries) and language systematisation (grammar) have for enabling written and oral communication? To what extent could and did the people of Halle make use of the foundations laid by theologian Johann Fischer during the Swedish rule: on his founding of schools, on his establishment of a publishing house and a printing press, on the promotion of translations as well as on his interest in the Latvian language in general?

Speech and writing: Which mediation strategies and media were used in achieving literacy? What was the relationship between writing and speaking, between spoken and printed sermons? Did singing, and thus hymnbooks, play a special role in edification, language acquisition and thus in congregational formation?

The problem of serfdom: How did the Halle Pietists and the Moravians position themselves regarding to serfdom? Was the Baltic region regarded and "farmed" as a kind of colonial space – or can tendencies and positions towards questioning the system of serfdom be discerned? Can a history of Pietism in the Baltic be written from a postcolonial perspective?

The political culture: How was the Ukaz of 1743, pronounced by Tsarina Elisabeth, and with it the ban on missions, meetings and publications for the Moravians, justified and carried out? What consequences did the general ban on the Moravians have for the competitors from Halle? How did the Hallensians present the disputes with the incriminated Moravians and vice versa? How were the Tsarist orders enforced and how was their enforcement monitored? Did the local clergy play a role in the towns and villages? Did the clergy collaborate with the tsarist administration and judiciary? Were specific individuals denounced – if so, by whom and in what way? What other individuals and means of regulation came into play? And how did the re-admission of the Moravians after Zinzendorf's death in 1760 affect their appearance, their actions and their relationship with the people of Halle?

The role of economics: What significance did economic issues play for the activities of the Hallensians and the Moravians in the Baltic? Was the Baltic region, also with its connections to Poland, Russia, Sweden and Denmark, understood as a trade market to generate financial profits? And if so, through which products? And how were the buying and selling of religious and spiritual products connected to the economy, how the sale of spiritual and material goods: Salvation – books – medicines?

The school and university system: How did education, schools and universities develop in the Baltics and Livonia in the context of the various influences described above? What role did the work of court masters and informers in bourgeois and aristocratic families play in relation to institutional education at elementary and secondary schools? How did Enlightenment scholars compare with the efforts of Halle and Herrnhut to educate the Livonian population? What institutional and media efforts did they make? What role did science or knowledge practices play, such as the build-up of collections, the publication of scientific treatises (for example in the context of physico-theology and natural history) and exchange in learned circles?
The appearance of Enlightenment: Did the Halle Pietists and the Moravians have to fear a blatant loss of significance for their pious concepts and educational practices in the face of the consolidation of the Enlightenment? How did they react to trends towards secularisation? What was their relationship to new societies such as Masonic lodges or reading societies?

Competition, coexistence, cooperation, inter-confessionalism: Overall, the following questions have to be considered: Were the representatives of the Enlightenment and Lutheran Orthodoxy perceived as adversaries and competitors or as allies by the Hallensians and the Moravians? Did the Hallensians and Moravians voluntarily or involuntarily close ranks out of strategic necessity against the efforts of the Enlightenment thinkers, also in theology ("neology"), to get closer to the people in the context of political, educational and economic emancipatory endeavours ("popular enlightenment")?

Centre and "periphery": How were the networks of the Halle Pietists and the Moravians structured for their missionary and economic activities in the Baltic region and beyond? Did they remain oriented towards the centres or did independent networks develop in the regions, i.e. also in the Baltic, which were less closely related to Halle and Herrnhut but rather shaped by local conditions and actors?

The question of mission: Can the engagement of the Halle Pietists and the Moravians be considered as missions or missionary activity, respectively? What was the self-understanding of Halle Pietists and Moravians regarding their activities? How did they themselves describe their own actions? Moreover, how are their activities and their self-understanding to be located in the current discussions about the concept of mission? This leads to another fundamental question: Are the two movements at all comparable in their goals and approaches?

The conference languages are Latvian, German and English.

Please submit an exposé of max. 3,000 characters including title and content description of the planned presentation as well as a CV (no longer than one page).

Deadline is 26. August 2022.

The organizing institutions will strive to reimburse travel expenses.

Kontakt

Dr. Beata Paškevica,
National Library of Latvia, Riga
Beata.Paskevica@lnb.lv

https://izp.uni-halle.de/
Redaktion
Veröffentlicht am
03.04.2022
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