Schwerter Arbeitskreis Katholizismusforschung / 34. Jahrestagung

Ort
Schwerte
Veranstaltungsort
Katholische Akademie Schwerte
Veranstalter
Florian Bock / Daniel Gerster, Schwerter Arbeitskreis Katholizismusforschung in Kooperation mit der Katholischen Akademie Schwerte
Datum
20.11.2020 - 22.11.2020
Bewerbungsschluss
30.06.2020
Von
Florian Bock

Die Jahrestagung des Schwerter Arbeitskreises bildet ein offenes Forum, das Forscherinnen und Forschern verschiedener Disziplinen die Möglichkeit bietet, neue Projekte und Fragestellungen in der Katholizismusforschung zu diskutieren. Die diesjährige Tagung findet vom 20. bis 22. November 2020 in Zusammenarbeit mit der Katholischen Akademie Schwerte statt. Die offizielle Einladung einschließlich Programm und Anmeldeunterlagen wird nach der Sommerpause verschickt werden. Im Mittelpunkt stehen wie gewohnt die Vorstellung und Diskussion laufender Arbeiten zur Katholizismusforschung über das 19. und 20. Jahrhundert. Besonders diejenigen, die an Qualifikationsarbeiten (Master-, Diplom-, Magisterarbeiten, Dissertationen und Habilitationen) sitzen, sind herzlich eingeladen, ihre Projekte vorzustellen und Themenvorschläge einzureichen. Bewerbungen in Form eines halbseitigen Abstracts und eines kurzen Lebenslaufes sind bis zum 30. Juni 2020 an Florian Bock (florian.bock@rub.de) und Daniel Gerster (daniel.gerster@uni-muenster.de) zu senden. Wer einen ersten Überblick über die bisherige Forschung des Arbeitskreises gewinnen möchte: Die Bibliografie des Arbeitskreises, welche einen konzisen Überblick über die Projekte der letzten Jahre gibt, wird fortlaufend aktualisiert (http://www.katholizismusforschung.de/bibliographie/).

Programm

Religion übersetzen. Katholizismus und kulturelle Vermittlungsprozesse im 19. und 20. Jahrhundert

Die Generaldebatte der Jahrestagung am Sonntagvormittag widmet sich in diesem Jahr Übersetzungs- und Vermittlungsprozessen in den Katholizismen des 19. und 20. Jahrhunderts. Das Thema lässt bewusst verschiedene Herangehensweisen zu. In einer engen Lesart kann es sich beispielsweise auf die Geschichte von christlichen Missionarinnen und Missionaren beziehen. Ihre kulturelle Übersetzungsarbeit „beschränkt sich nicht auf Transformation von Sprache [...], sondern fragt auch nach Werten, Denk-, Orientierungs- und Verhaltensmustern, nach Wissensordnungen, Konzepten und Begriffen oder nach sozialen Praktiken“ (S. Lässig 2012, 191f.). Ein solcher Übersetzungstransfer ist keine Einbahnstraße, sondern wirkt von der einen Kultur auf die andere zurück. Entsprechend muss auch danach gefragt werden, wie sich die Missionsarbeit ihrerseits auf die christliche Religion in Europa niederschlug.
Daneben gibt es eine weite Lesart: Adaptiert man den Terminus der kulturellen Übersetzung auf das „säkulare Zeitalter“ (C. Taylor) des 20. Jahrhunderts, so rückt die immer stärkere Ausdifferenzierung von Kirche und Welt in den Mittelpunkt. Spätestens seit der Rede von Jürgen Habermas anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels im Jahr 2001 reflektieren die Theologien, aber auch die Geschichtswissenschaft und (Religions-)Soziologie daher auch darüber, wie religiöses Wissen in eine zeitgemäße Sprache übersetzt und in säkularen Gesellschaften vermittelt werden kann.
Die Generaldebatte möchte beide Varianten, die enge und die weite Lesart, zusammenführen und produktiv miteinander ins Gespräch bringen. Dafür konnten wir Christoph Nebgen (Saarbrücken) und Wilhelm Damberg (Bochum) als Referenten gewinnen.

Referenz
Simone Lässig: Übersetzungen in der Geschichte – Geschichte als Übersetzung? Überlegungen zu einem analytischen Konzept und Forschungsgegenstand für die Geschichtswissenschaft, in: Geschichte und Gesellschaft 38 (2012), S. 189–216.

Kontakt

Florian Bock

Ruhr-Universität Bochum
Katholisch-Theologische Fakultät
0234/32-29811

florian.bock@rub.de

Zitation
Schwerter Arbeitskreis Katholizismusforschung / 34. Jahrestagung, 20.11.2020 – 22.11.2020 Schwerte, in: H-Soz-Kult, 16.04.2020, <www.hsozkult.de/event/id/termine-42868>.
Redaktion
Veröffentlicht am
16.04.2020
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