Themenportal „Europäische Geschichte“ (18.-21. Jh.): Newsletter 02/2019

Themenportal Europäische Geschichte

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Von
Siegrist, Hannes - Universität Leipzig

Newsletter 02/2019 des Themenportals „Europäische Geschichte“ (18.-21. Jh.)

Liebe Leserinnen und Leser von H-Soz-Kult,

nachfolgend finden Sie eine Aufstellung der zuletzt neu ins Themenportal Europäische Geschichte eingestellten Artikel, Essays, Materialen und Quellenauszüge.

Essay/Artikel:

Wencke Meteling, Europas internationale Wettbewerbsfähigkeit. Der erste Bericht der Competitiveness Advisory Group der Europäischen Kommission (Juni 1995).
Abstract:
Das politische Streben nach internationaler Wettbewerbsfähigkeit ist wesentlicher Teil der Geschichte der zweiten Globalisierung. Ob Unternehmen, Universitäten, Städte, Regionen, Staaten, die Eurozone oder die Europäische Union – sie alle wähnen sich im Wettbewerb mit Konkurrenten um Marktanteile, Kapital und Köpfe. Die vorliegende Quelle, ein Auszug aus dem ersten Bericht der Competitiveness Advisory Group (CAG) der Europäischen Kommission von 1995, stammt aus der Hochphase des Paradigmas der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Angetrieben durch die Stagflationskrisen, wurde es in den späten 1970er und in den 1980er Jahren zu einem festen Diskursbestandteil in den Auseinandersetzungen um Produktivitäts- und Wachstumsschwäche, Arbeitslosigkeit und Finanzprobleme der öffentlichen Hand in Ländern des globalen Nordens. Die erste Regierung weltweit, die einen Bericht zur nationalen Wettbewerbsfähigkeit veranlasste, war die US-Regierung unter Jimmy Carter im Jahr 1980. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, als an die Stelle der Systemkonkurrenz eine verschärfte Konkurrenz innerhalb des globalen Kapitalismus trat, wurde beiderseits des Atlantiks eine Vielzahl politischer Initiativen, Beraterstäbe, Programme und Vergleichsindices zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit ins Leben gerufen. Opinion leaders weltweit – Regierungschefs, ihre ökonomischen Berater, Wirtschaftsvertreter, Journalisten und immer mehr Wissenschaftler – waren wie besessen von der Idee der Wettbewerbsfähigkeit. Mitgliedsstaaten der EU initiierten nun nach US-amerikanischem Vorbild eigene Councils on Competitiveness mit Länderberichten zur nationalen Wettbewerbsfähigkeit. Eine rasch anwachsende Industrie neoliberalen Benchmarkings propagierte „competitiveness“ als Schlüssel zu mehr Wachstum und nationalem Wohlstand. In seiner Anwendung auf ganze Volkswirtschaften war das Konzept unter Ökonomen zwar umstritten, politisch indes stand es hoch im Kurs. ….
In: Themenportal Europäische Geschichte, 2019, <https://www.europa.clio-online.de/essay/id/artikel-4688>.

Dorothea Trebesius / Hannes Siegrist, Die Gründung der Zeitschrift Orient und Occident im J. C. Hinrichs Verlag 1928/1929
Abstract:
Im Jahr 1928 korrespondierten der Verleger Gustav Rost (1893–1934) vom Leipziger J. C. Hinrichs Verlag und Fritz Lieb (1892–1970), Privatdozent der Theologie aus Basel, intensiv über die Gründung einer Zeitschrift. Diese sollte nach dem Willen des zukünftigen Herausgebers das gegenseitige Verständnis zwischen westlichem und östlichem Kulturkreis befördern und der ökumenischen Einheit der christlichen Welt dienen. Die erste Nummer der Zeitschrift erschien 1929 unter dem Namen Orient und Occident. Blätter für Theologie, Ethik und Soziologie.
Der Schriftwechsel über die Gründung dieser Zeitschrift ist Teil des im Sächsischen Staatsarchiv Leipzig liegenden Bestandes des ehemaligen Hinrichs Verlags. Er soll hier im Hinblick auf Publikationsstrategien und die Beziehung zwischen Autor und Verleger analysiert werden. Welche Aufgaben übernahm der Autor, welche der Verleger, wie gestaltete sich deren Beziehung zueinander und zu anderen Autoren und Verlagen? Welche Strategien verfolgte der wissenschaftliche Autor, der sich durch seine Publikationstätigkeit in der Wissenschaft, Öffentlichkeit und Gesellschaft positionierte und welche Optionen und Handlungsspielräume hatte er bei seinen Entscheidungen? ….
In: Themenportal Europäische Geschichte, 2019, <https://www.europa.clio-online.de/essay/id/artikel-4701>.

Material/Quellenauszug:

First Report to the President of the Commission, the Prime Ministers and Heads of State; European Commission, Competitiveness Advisory Group, Luxemburg 1995. In: Themenportal Europäische Geschichte, 2019, <https://www.europa.clio-online.de/quelle/id/artikel-4689>.

Brief von Nikolaj A. Berdjaev an Fritz Lieb, 20.11.1928.In: Themenportal Europäische Geschichte, 2019, <https://www.europa.clio-online.de/quelle/id/artikel-4702>.

Das Themenportal Europäische Geschichte veröffentlicht seit 2006 unter der Adresse <http://www.europa.clio-online.de> Materialien (Textdokumente, Statistiken, Bilder und Karten), Darstellungen und Debatten zur Geschichte Europas und der Europäer/innen vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Nutzerinnen und Nutzer, die gerne mit eigenen Beiträgen mitwirken möchten, werden um Vorschläge gebeten. Schreiben Sie bitte an die Redaktion <clio.europa-redaktion@geschichte.hu-berlin.de>. Über die Auswahl und Annahme von Beiträgen entscheidet das Herausgeberkollegium aufgrund eines unkomplizierten Evaluationsverfahrens. Weitere Informationen zur Zielstellung und Konzeption des Projektes finden Sie auf den Webseiten des Projektes.

Im Namen der Herausgeberinnen und Herausgeber des Themenportals wünschen ich Ihnen erfolgreiche wie auch erholsame Semesterferien.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Hannes Siegrist (Leipzig), Sprecher des Herausgeberkollegiums

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