Händel und seine Interpreten - Handel and His Interpreters

Händel und seine Interpreten - Handel and His Interpreters

Veranstalter
Stiftung Händel-Haus Halle; Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Musik, Abteilung Musikwissenschaft; Georg-Friedrich-Händel-Gesellschaft e. V., Internationale Vereinigung
Ort
Halle an der Saale
Land
Deutschland
Vom - Bis
08.06.2015 - 10.06.2015
Von
Ricarda Matheus

Die diesjährige Internationale Wissenschaftliche Konferenz anlässlich der Händel-Festspiele in Halle (Saale) ist dem Thema »Händel und seine Interpreten / Handel and His Interpreters« gewidmet. Vom 8. bis 10. Juni 2015 werden 21 Referentinnen und Referenten aus Großbritannien, den USA, Südafrika, Norwegen, den Niederlanden und Deutschland neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu einem der Kernbereiche der Händelforschung vorstellen und diskutieren.

Händels kompositorische Vorgehensweise war in besonderem Maße »performer-sensitive« (Donald Burrows). Er arbeitete nicht nur einzelne Arien, sondern ganze Opern und Oratorien um, wenn es darum ging, sie an andere Interpreten anzupassen, und stets ist mit diesen Bearbeitungsvorgängen auch eine kompositorische, dramaturgische und ästhetische Aus einandersetzung mit den vorgegebenen Strukturen einhergegangen. Aber bereits die erste Formulierung einer Opern- oder Oratorienpartitur war in hohem Maße aufführungs- und interpretenorientiert, was sich daran ablesen lässt, dass kurzfristige Änderungen in der Besetzung vor einer Uraufführung Händel sofort zu Änderungen an der Partitur veranlasst haben. Dieser Sachverhalt erklärt sich daraus, dass im 18. Jahrhundert »nicht die einzelne Komposition für sich […] Gültigkeit haben, sondern das Ganze der Opernaufführung […] als künstlerisches Ereignis überzeugen« sollte, wie Reinhard Strohm mit Bezug auf die Oper formuliert hat. Die Konferenz wird darüber hinaus verschiedene Ausprägungen und maßgebliche Persön lichkeiten der Händel-Interpretation vom späteren 18. bis ins 21.  Jahr hundert untersuchen und dabei auch Fragen der Geschlechterkonstruktion und -identität wie auch der zeitgenössischen und modernen Imagekonstruktion thematisieren.

Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Konferenz wird von der Internationalen Georg-Friedrich-Händel-Gesellschaft, der Stiftung Händel-Haus sowie der Abteilung Musikwissenschaft am Institut für Musik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg veranstaltet. Die Konferenz ist in das Forschungsprogramm des Interdisziplinären Zentrums für die Erfor-schung der Europäischen Aufklärung (IZEA) an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg aufgenommen worden.

Im Rahmen der Eröffnung am 8. Juni wird zum zweiten Mal der Internationale Händel-Forschungspreis verliehen werden. Den Festvortrag über Händel und »einen seiner Interpreten« wird bereits am 6. Juni der Altus und Opernregisseur Axel Köhler halten. Die Teilnahme am Festvortrag wie an der Konferenz ist kostenfrei und steht jedem/jeder Interessierten offen.

Programm

Samstag, 6. Juni 2015, Stadthaus am Markt

10.00 Uhr: Festvortrag im Rahmen der Händel-Festspiele
Axel Köhler (Intendant der Oper Halle, Sänger und Regisseur)
Händel und einer seiner Interpreten

Montag, 8. Juni 2015, Händel-Haus, Kammermusiksaal

10.00 Uhr: Eröffnung der Konferenz mit Verleihung des Händel-Forschungspreises 2015 und Vortrag der Preisträgerin / des Preisträgers
Musikalische Gestaltung: Studierende des Instituts für Musik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Sektion 1 – 13.30–15.00 Uhr
Juliane Riepe (Halle): Sänger in der Kirche. Zur Praxis in italienischen Musikzentren des frühen 18. Jahrhunderts
Margret Scharrer (Saarbrücken): Frankreichreisen italienischer Kastraten in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts

Sektion 2 – 15.30–17.00 Uhr
Corinna Herr (Bochum/Köln): Rodelinda-Sängerinnen von Vittoria Tarquini bis Gertrud Elisabeth Mara
Marlen Hachmann (Hamburg): Zurückhören – Annäherungen an die Händelinterpretationen von Pauline Viardot

Dienstag, 9. Juni 2015, Händel-Haus, Kammermusiksaal

Sektion 3 – 9.00–10.30 Uhr
Michael Burden (Oxford): London’s Opera House in Handel’s time
Sarah McCleave (Belfast): Two kinds of grotesque: Handel’s dance music for »The Italian troupe« and Marie Sallé

Sektion 4 – 11.00–12.30 Uhr
John Roberts (San Francisco): »The Greatest Master of Musick that Ever Sang upon the Stage«: Annibale Pio Fabri and the London Pasticci of 1730–31
Melania Bucciarelli (Trondheim): A Clash of Interests? Writing for Senesino on the London Stage

Sektion 5 – 13.30–15.00 Uhr
Anke Charton (Detmold): »… some He-She-Thing or other.« Körper, Klang und Männlichkeit: Zur Besetzungspolitik in Händels Opern
Thomas Seedorf (Karlsruhe): Der doppelte Radamisto. Zur Besetzungspraxis von Heldenpartien bei Händel

Sektion 6 – 15.30–17.00 Uhr
David Vickers (Huddersfield): Cuts, insertions, transpositions, substitutions and relocations: an evaluation of Handel’s revivals of Partenope(HWV 27) and Arianna in Creta (HWV 32), 1730–37
Matthew Gardner (Heidelberg): Gioacchino Conti and Handel

Mittwoch, 10. Juni 2015, Händel-Haus, Kammermusiksaal

Sektion 7 – 9.00–11.00 Uhr
Suzanne Aspden (Oxford): Checking the »progress of the Art«: Handel’s Epigones in the late 18th Century
Dominik Höink (Münster): Gesang auf der »imaginierten« Bühne. Charakterisierungen der Stimmen von Händel-Solisten in der musikalischen Presse des 19. Jahrhunderts
Arnold Jacobshagen (Köln): Belcanto mit Dilettanten. Zur Gesangsästhetik der Händel-Aufführungen bei den Nieder rheinischen Musikfesten

Sektion 8 – 11.30–13.00 Uhr
Martin Elste (Berlin): National-regionale Interpretationsstile und ihre internationale Wirkung durch den Tonträger
Graydon Beeks (Claremont): »Sweet Bird«: The Story of Dame Nellie Melba’s 1907 Recording

Sektion 9 – 14.00–15.15 Uhr
Paul van Reijen (Groningen): Von ruhig-getragener Idyllik bis zur erwartungsvollen Aufregung: Über Interpretationen zweier Händel-Favoriten aus heutiger Sicht
Rebekka Sandmeier (Cape Town): Händel in Südafrika

Sektion 10 – 15.45–17.00 Uhr
Michael Zywietz (Bremen): Die Händel-Interpretationen Karl Richters
Donald Burrows (Milton Keynes): Malcolm Sargent and his Handel performances

Schlusswort: Wolfgang Hirschmann

Kontakt

Prof. Dr. Wolfgang Hirschmann

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Musik, Abteilung Musikwissenschaft

wolfgang.hirschmann@musikwiss.uni-halle.de

http://www.izea.uni-halle.de/cms/fileadmin/documents/veranstaltungen/2015/Konferenz_2015_Folder_Haendel_und_seine_Interpreten.pdf