Verordnete Demokratie – Die Nachkriegswahlen 1946/47

Verordnete Demokratie – Die Nachkriegswahlen 1946/47

Veranstalter
Prof. Dr. Martin Löhnig (Regensburg) / Dr. Fabian Michl, LL.M. (Münster)
PLZ
93040
Ort
Regensburg
Land
Deutschland
Vom - Bis
01.10.2021 -
Deadline
30.04.2021
Von
Martin Löhnig, Fakultät für Rechtswissenschaft, Universität Regensburg

In den vier Besatzungszonen waren die Deutschen 1946 und 1947 erstmals nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs aufgerufen, Volksvertreter zu wählen und so den Grundstein für den Aufbau demokratischer Ordnungen zu legen.

Verordnete Demokratie – Die Nachkriegswahlen 1946/47

In den Gemeinden, Kreisen und Ländern der vier Besatzungszonen waren die Deutschen 1946 und 1947 erstmals nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs aufgerufen, Volksvertreter in die Verfassungsgebenden Versammlungen sowie Kommunal- und Landesparlamente zu entsenden und so den Grundstein für den Aufbau demokratischer Ordnungen zu legen. Es waren die ersten – im Großen und Ganzen – demokratischen Wahlen seit Januar 1933. Sie fanden auf Anordnung der Besatzungsmächte statt, die den Deutschen die Demokratie verordnet hatten, allerdings mit ganz unterschiedlichen Maßgaben.

Neben den Wünschen, Erwartungen und Anordnungen der Besatzungsmächte waren die deutschen Zivilbehörden und Parteien mit zahlreichen weiteren nachkriegstypischen Problemen konfrontiert. Flucht und Migration hatten die Bevölkerung neu zusammengesetzt und warfen die drängende Frage auf, wer eigentlich wo wählen durfte. Die NS-Belastung von potentiellen Wählern und Kandidaten verlangte nach einer Berücksichtigung bei Ausgestaltung des Wahlrechts. Politische Parteien bedurften der Zulassung durch die Alliierten. Die Organisation des – unter alliierter Beobachtung stattfindenden – Wahlkampfs und die Durchführung der Wahlen selbst wurden durch eine großflächig zerstörte Infrastruktur erschwert. Und die aufziehende Systemkonfrontation zwischen Ost und West, die alsbald in den Kalten Krieg münden sollte, warf ihre Schatten auf das Wahlgeschehen in Nachkriegsdeutschland bereits voraus.

Wissenschaftler/innen aller einschlägigen Disziplinen und Qualifikationsstufen, die zu einer historischen, juristischen, politologischen und soziologischen Erforschung der Nachkriegswahlen beitragen können, werden gebeten, bis zum 30. April 2021 einen kurzen Themenaufriss und einen Lebenslauf an rechtskultur@ur.de zu senden. Die ausgewählten Themen (Mitteilung erfolgt bis 10. Mai 2021) sollen auf einer Tagung, die (so es die Pandemie erlaubt) im Oktober 2021 an der Universität Regensburg stattfindet, präsentiert und diskutiert werden. Die auf der Grundlage der Diskussionen überarbeiteten Texte werden in einem Tagungsband in einem renommierten Fachverlag publiziert. Reise- und Übernachtungskosten werden erstattet.

Kontakt

rechtskultur@ur.de

Redaktion
Veröffentlicht am
22.10.2020
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