Gezähnte Geschichte II. Philatelie und Postgeschichte aus historischer Perspektive

Gezähnte Geschichte II. Philatelie und Postgeschichte aus historischer Perspektive

Veranstalter
Pierre Smolarski, Universität Wuppertal; René Smolarski, Universität Erfurt; Silke Vetter-Schultheiß,TU Darmstadt
Veranstaltungsort
online
Gefördert durch
Bund Deutscher Philatelisten
PLZ
99089
Ort
Erfurt
Land
Deutschland
Vom - Bis
13.02.2021 - 27.03.2021
Von
René Smolarski, Universität Erfurt

Aufgrund der aktuellen Corona-Lage wird die Tagung „Gezähnte Geschichte II. Philatelie und Postgeschichte als Teil der Geschichtswissenschaft“ als Online-Tagung an verschiedenen Samstagen im Februar und März stattfinden. Es ist eine öffentliche Tagung in Zusammenarbeit mit dem Bund Deutscher Philatelisten (BDPh), zu der Interessierte herzlich eingeladen sind. Die Anmeldung und das aktuelle Programm findet sich unter: https://www.bdph.de/index.php?id=85

Gezähnte Geschichte II. Philatelie und Postgeschichte aus historischer Perspektive

1982 stellte der ehemalige Bundespostminister Kurt Gscheidle (SPD) in seinem Porträt über die Deutsche Bundespost „In Verbindung bleiben“ fest: „Die Post ist für die meisten Menschen unersetzlich, ja, lebensnotwendig. Dennoch ist sie kein Thema, das Menschen in ihrer Freizeit beschäftigt, wenn wir einmal von einigen Liebhabern und, natürlich, von den Philatelisten absehen, die in der Tat weit über die Briefmarken hinaus an der Post interessiert sind.“

Diese Schilderung Gscheidles ließe sich auch auf das Interesse der Geschichtswissenschaft an der Institution Post, deren internen Kommunikation wie auch auf den Postverkehr mit all seinen Facetten übertragen. So ist es nicht verwunderlich, dass die weitaus häufigsten Analysen zur Postgeschichte – mit Ausnahmen – bis heute vor allem Interessierte aus dem Kreis der außeruniversitären Philatelie stammen. Verschiedene Arbeitsgruppen – unter anderem des Bundes Deutscher Philatelisten e.V. (BDPh) – widmen sich den Fragen der postalischen Kommunikation. Aber auch postgeschichtlich interessierte bürgerwissenschaftliche Kreise nehmen sich diesem Thema an. In der universitären Geschichtswissenschaft hingegen gelten sowohl Philatelie als auch Postgeschichte als eher randständige Themen.

Dies ist umso erstaunlicher, als der Post in der Kommunikationsgeschichte und damit in der Gesellschaftsgeschichte eine besondere Bedeutung zukommt. Denn mit ihr hätten, so Gscheidle in seinem Portrait, fast alle Bürgerinnen und Bürger jeden Tag zu tun. Dieses hochkomplexe Konstrukt würde allerdings nur dann ins Bewusstsein rücken, wenn es oder Teile seiner vielfältigen Wechselbeziehungen nicht funktionierte. Ansonsten bestünde kein allgemeines Interesse an etwas so Alltäglichem und Selbstverständlichem.

Dass dem nicht so ist, zeigt sich an vielen ergiebigen Fragestellungen zum Thema „Philatelie und Postgeschichte als Teil der Geschichtswissenschaft“. Sei es außereuropäisch über die Orte der Erinnerung in Afrika oder über die Briefmarken der baltischen Staaten der Zwischenkriegszeit, sei es zu politischen Weltbildern auf Briefmarken oder in einer historischen Perspektive von Thurn und Taxis (1848-1867) bis zu den Europamarken von 2020.

Die Online-Tagung verspricht spannende und sowohl für Geschichtswissenschaftler wie auch für Philatelisten interessante Einsichten und Diskussionen.

Programm

Sa 13.02.2021, 16:00-17:30
René Smolarski, Universität Erfurt: "Gezähnte Geschichte" - Welchen Beitrag die Philatelie und Postgeschichte für die Geschichtswissenschaft leisten kann

Sa 20.02.2021, 16:00-17:30
Christoph Kohl: Philatelie und Postwesen in Afrika: Von Orten zu Nicht-Orten der Erinnerung?
Jürgen Warmbrunn: Die Briefmarken der baltischen Staaten der Zwischenkriegszeit: Zeugnisse nationaler Eigenheit oder baltischer Gemeinsamkeit?

Sa 27.02.2021, 16:00-17:30
Andreas Benz: Die Entwicklung postalischer Infrastruktur im Spannungsfeld zwischen verkehrstechnischem Fortschritt und partikularistischem Fiskalismus
Jasper Trautsch: Wo liegt denn Deutschland? Zur subtilen Vermittlung von politischen Welt-Bildern auf Briefmarken aus der DDR

Sa 06.03.2021, 16:00-17:30
Ingo Egerlandt: Britische Truppen in Frankreich vom September 1939 bis zum Juli 1940

Sa 13.03.2021, 16:00-17:30
Laura Hindelang: Architekturen des Postwesens in Kuwait. Ein politisierter Schauplatz im 20. Jahrhundert
Matthias Lieb: Titel noch offen

Sa 20.03.2021, 16:00-17:30
N.N.

Sa 27.03.2021, 16:00-17:30
Hartmut Fueß: Europamarken 2020: Historische Postwege
Nadja Springer: Regensburg: Zwischen Hofberichterstattung und moderner Öffentlichkeitsarbeit: Die Thurn und Taxis-Post 1848-1867

Kontakt

rene.smolarski@uni-erfurt.de

https://projekte.uni-erfurt.de/gezaehnte_geschichte/
Redaktion
Veröffentlicht am
14.01.2021
Klassifikation
Weitere Informationen
Land Veranstaltung
Sprache Veranstaltung
Sprache Beitrag