Israelische Selbstverständnisse im Konflikt

: Die ersten Israelis. Die Anfänge des jüdischen Staates. München  2008. ISBN 978-3-88680-889-2

: Die Herren des Landes. Israel und die Siedlerbewegung seit 1967. München  2007. ISBN 978-3-421-04268-2

Rezensiert für H-Soz-Kult von
Lutz Fiedler, Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur e.V., Leipzig

„Wenn wir plötzlich darüber zu philosophieren anfangen, wer wir sind und was wir sind, ... [dann] werden wir das Ziel verfehlen“, verhieß der langjährige Ministerpräsident David Ben-Gurion kurz nach der Ausrufung Israels und verwies dabei auf einen besonderen Umstand der Staatsgründung: Ein Gemeinwesen als politische Einheit zu konstituieren, das die verschiedenen Traditionsbestände des vormaligen Jischuw [der jüdischen Ansiedlung in Palästina] ebenso unter sich vereinen sollte wie die unterschiedlichen jüdischen Selbstverständnisse der nachfolgenden Immigrationswellen. In seinem Buch „Die ersten Israelis“, das anlässlich des sechzigjährigen Bestehens des Staates Israel nun auch ins Deutsche übertragen wurde (Hebräisch 1984), erzählt Tom Segev diese Geschichte vom umkämpften Charakter der entstehenden israelischen Gesellschaft ebenso wie er die Bedeutung von Ben-Gurion hervorhebt, der „Kontinuität und Stabilität“ dieser Gesellschaft hergestellt habe (S. 23, Zitat Ben-Gurion S. 27f.).

Mit seinen Büchern zur israelischen Geschichte ist Tom Segev schon seit längerem auch im deutschen Sprachraum kein Unbekannter. Nachdem sein Buch „Die siebte Million“ über die israelische Erinnerung an den Holocaust auch international große Beachtung gefunden hatte, folgten weitere Übersetzungen. [1] Nun endlich ist auch sein erstes Buch zur israelischen Geschichte in deutscher Sprache erhältlich, jenes über die „Ersten Israelis“. Auch hier handelt es sich um eine vortrefflich und mit journalistischem Geschick geschriebene Geschichte. Vor allem gelingt es Segev die verschiedenen den israelischen Staat durchziehenden Konflikte darzustellen: Neben jenem zwischen jüdischen Israelis und israelischen Arabern geraten ebenso die Spannung zwischen den unterschiedlichen Herkunftstraditionen der israelischen Judenheiten sowie gegensätzliche Vorstellungen vom religiösen oder säkularen Charakter des Staates in den Blick.

Dass letzterer Gegensatz die israelische Gesellschaft immer noch zu erschüttern vermag, darauf verweist die aus dem Hebräischen ins Deutsche übersetzte Arbeit von Akiva Eldar und Idith Zertal. „Die Herren des Landes“ ist eine historisch wie auch ideengeschichtlich angelegte Analyse der israelischen Siedlerbewegung. Das Buch erschien in einer Zeit heiß geführter Debatten, als die israelische Öffentlichkeit angesichts des bevorstehenden Abzugs und der Siedlungsräumungen im Gazastreifen grundlegend gespalten war. Vor diesem Hintergrund war die Darstellung aber nicht nur eine Intervention gegen religiöse Begründungen zur Aufrechterhaltung der Siedlungen. Im Spiegel des israelisch-palästinensischen Konflikts verband sich die politische Forderung, „sich von den besetzten Gebieten zu trennen, die es [Israel] vor vierzig Jahren besetzte“, mit der Hoffnung, „endlich seinen Platz in der Region [zu] finden und seine Stellung in der internationalen Gemeinschaft zurückzuerlangen.“ (S. 14)

Wenn auch weit weniger als derartige Interventionsschrift intendiert, hebt auch Segev in seinen „Ersten Israelis“ mit jenem arabisch-israelischen Gründungskonflikt an. Schließlich folgte der Unabhängigkeitserklärung von 1948 unmittelbar die kriegerische Intervention der arabischen Nachbarstaaten. Der erste Teil von Segevs Darstellung – „Zwischen Juden und Arabern“ – widmet sich deshalb ebenso eingehend den Waffenstillstandsverhandlungen mit den Krieg führenden arabischen Staaten, wie er den Umgang mit der verbliebenen arabischen Bevölkerung im sich per Definition jüdisch begreifenden Gemeinwesen beleuchtet. Dass gerade dieser Teil des Buches gleich nach Erscheinen in Israel eine „hochpolitische Diskussion“ auslöste (S. 8), verwundert dabei kaum. Schließlich nahm Segev im Gewand historischer Darstellung Positionen ein, die bisher vor allem von der politischen Linken Israels vertreten worden waren: Die Rede ist dabei ebenso von der Vertreibung der arabischen Bevölkerung und der Verhinderung der Rückkehr von während des Krieges Geflohenen in das israelische Kernland wie von den verpassten Möglichkeiten, die Waffenstillstandsverhandlungen mit den arabischen Nachbarstaaten in Friedensabkommen zu verwandeln. Im Inneren des Gemeinwesens ging es um den Status der arabischen Bevölkerung. Neben innerer Umsiedlung und Enteignung thematisiert Segev vor allem die bis 1966 geltende Politik der Militärverwaltung, die die israelischen Araber einzig dem Militärgouverneur unterstellte und somit grundsätzlich in Bewegungsfreiheit und Rechtsgleichheit einschränkte.

Vor allem standen für Ben-Gurion und die israelische Regierung in der unmittelbaren Nachkriegszeit aber Fragen der jüdischen Einwanderung im Zentrum des politischen Interesses. Eindringlich schildert Segev im zweiten Teil „Zwischen Veteranen und Neuankömmlingen“ den organisatorischen und materiellen Aufwand der zionistischen Organisationen, in kürzester Zeit einer größtmöglichen Anzahl von Juden vor allem aus Europa und der arabischen Welt zur Immigration zu verhelfen. Gerade wegen des Holocaust waren die Emissäre solcher Organisationen unmittelbar mit dem drängenden Bedürfnis nach der Einwanderung in den jüdischen Staat konfrontiert. Zugleich thematisiert Segev aber bereits an jener frühen Phase der jüdischen Einwanderung Fragen des israelischen Selbstverständnisses, denen ein längerfristiges Konfliktpotential innerhalb der jüdisch-israelischen Gesellschaft zukommen sollte. Ben-Gurion hatte schließlich vor allem in den Juden Europas „die führenden Kandidaten für die Bürgerschaft im Staat Israel“ gesehen. Mit der nationalsozialistischen Judenvernichtung sah er deshalb auch „die Substanz, die wichtigste und unentbehrlichste aufbauende Kraft des Staates“ gemordet: „Der Staat entstand und fand die Nation nicht vor, die auf ihn gewartet hatte.“ (S. 196)

Auch deshalb richteten sich die Einwanderungsbemühungen zunehmend auf die orientalischen Juden in den arabischen Ländern. Jedoch war schon von Anbeginn deutlich, dass damit zugleich eine kulturelle Kollision zwischen den aschkenasischen Vorstellungen vom jüdischen Staat einerseits und den Lebenswelten der orientalischen Juden andererseits einhergehen sollte. Politische Benachteiligung und kulturelle Geringschätzung nahmen hier ihren Anfang und führten zu innergesellschaftlichen Spannungen, die bis in die Gegenwart zu erkennen sind. Dass in manchen Fällen zudem auch Druck auf die diasporischen Juden ausgeübt worden sei (S. 146–154), um deren Auswanderungswillen zu befördern, bildet gleichsam die Kehrseite der organisierten Unterstützung all jener, die auf eine Einreise drangen. Letztlich ist dies wohl bezeichnend für jene Frühzeit des israelischen Staates, der einen Umgang mit der trotz Holocaust und jüdischer Staatsgründung weiter bestehenden Diaspora erst zu finden hatte. Zugleich mag dieser Umstand aber auch die außenpolitische Erscheinungsform jener von Segev als „quasi-totalitär“ (S. 330) beschriebenen Politik Ben-Gurions gewesen sein. Dessen viel diskutierte Politik der Mamlakhtiut – des Staatszentrismus – stand jedenfalls paradigmatisch für ein Vorgehen, das für den Aufbau des Staates individuelle Interessen preisgab. In Inneren führte das dazu, dass Ben-Gurion zwar eine über den Parteien stehende Politik zu vertreten hatte, dem Staat aber vor allem der Charakter seiner führenden Mapai (Arbeitpartei) eingeschrieben wurde.

Der überragenden Rolle Ben-Gurions verdankt der israelische Staat deshalb auch seine grundlegenden Bestimmungen über das Verhältnis von Staat und Religion, die Segev unter der Überschrift „Zwischen Orthodoxen und Säkularen“ diskutiert. Dass das „Ringen um den Sabbat“, das heißt die von der orthodoxen Agudat Israel-Partei gegen mehrheitlich säkulare Staatsvorstellungen geforderte öffentliche Einhaltung der Sabbat-Vorschriften und der Kaschrut-Gesetze, sowie die Verhinderung der Zivilehe von Segev umfassend beleuchtet werden, ist keineswegs Detailverliebtheit des Historikers. Schließlich führten diese Verhandlungen zu jener Situation, auf die später immer wieder als grundlegender „Status quo“ rekurriert wurde (S. 293). Erhellend sind hierbei Segevs Ausführungen, dass Ben-Gurion die Vermeidung eines Kulturkampfs zwischen den verschiedenen Strömungen weit wichtiger war als ein säkularer Charakter des Staates. Weil er sich bewusst war, „dass es zwischen den Religiösen und den Säkularen im Grunde keinen Kompromiss geben konnte“ und weil er das Zerbrechen der Einheit des jüdischen Volkes fürchtete, schloss er „eine Trennung von Staat und Kirche [!] grundsätzlich aus.“ (S. 305) Auch deswegen wurde nie eine Verfassung für den jungen Staat verabschiedet. (S. 306)

Die grundsätzlich widerstreitenden Konzeptionen von einem jüdischen Gemeinwesen auszuleuchten und zugleich auf die autoritäre Entscheidungsgewalt von Ben-Gurion zu verweisen, die den neuen Staat zusammenzuhalten vermochte, ist jedenfalls das Verdienst von Segevs Darstellung, die ganz sicher zu den Standardwerken ihrer Art gehört. Gerade weil das Buch aber allein die Gründungsphase des israelischen Staates umfasst, geraten die Folgen ungelöst gebliebener Konstitutionskonflikte nicht in den Blick. Als die israelische Armee in Folge des Sechstagekrieges neben dem Sinai und den Golanhöhen auch Ostjerusalem, den Gazastreifen und das Westjordanland besetzte, sollte Israel jedenfalls eine Art „zweite Geburt“ erleben. Ging von der militärischen Besetzung sakralen Landes doch ein religiöser Sog aus, der nicht nur weite Teile der Bevölkerung erfasste, sondern zugleich eine Bewegung heraufbeschwor, die sich aufmachte, die neuen Gebiete zu besiedeln.

Mit „Die Herren des Landes“ haben Idith Zertal und Akiva Eldar 2004 eine umfassende Gesamtgeschichte dieser Siedlerbewegung von ihren Anfängen im Jahre 1967 bis in die Gegenwart hinein vorgelegt. Der besondere Verdienst ihrer nicht immer leicht lesbaren Arbeit besteht aber vor allem darin, den Blick nicht allein auf die Vertreter und Institutionen der religiösen Siedlerbewegung – wie den 1974 gegründeten Gush Emunim (Block der Getreuen) – zu wenden, sondern sich um „eine verschränkte Geschichte der Siedler und des israelischen Staates“ zu bemühen (S. 17). Dies schlägt sich bereits im Aufbau des Buches nieder. So analysiert der erste Teil „Der vierzigjährige Krieg“ neben der Entstehung der ersten Siedlungen vor allem die „politische Infrastruktur“ (S. 19), die Voraussetzung dafür war, und orientiert sich chronologisch an allgemeinpolitischen Einschnitten. Einem Kapitel, das sich mit der Regierungszeit der Arbeitpartei (1967–1977) befasst, folgt ein weiteres zur Entwicklung der Siedlungsbewegung unter dem Likud und den Regierungen der nationalen Einheit (1977–1992). Abschließend wird die Zeit seit den Verträgen von Oslo im Jahre 1993 betrachtet.

Auf diese chronologische Darstellung baut der zweite Abschnitt „Von der Zerstörung zur Erlösung“ auf, der sich verschiedener thematischer Aspekte der Siedlungsgeschichte annimmt. In einem ersten Schritt geraten dabei Personen, Netzwerke und Institutionen der religiösen Siedlerbewegung in den Blick, von denen kurz nach dem Ende des Sechstagekrieges die ersten Initiativen zur Besiedlung der besetzten Gebiete ausgingen. Darüber hinaus wird eine politische Theologie der Bewegung offen gelegt, die eine religiös begründete Bindung des jüdischen Volkes an das Land Israel in einen politischen Auftrag zur Besiedlung des ganzen Landes um dessen Erlösung willen verwandelt. Ins Zentrum rücken hier vor allem der Gush Emunim, das Sammlungsbecken der Bewegung, und die Analyse seiner Ideologie, „die auf der heiligen Dreieinigkeit aus jüdischem Volk, Land Israel und der Thora“ basiert „und deren Essenz in dem religiösen Gebot lag, in allen Teilen des Landes Israel zu siedeln“ (S. 232). Bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts zurück verfolgen Eldar und Zertal dabei eine Weltsicht, die „den Unterschied zwischen theologischem und politischem Diskurs zu verwischen“ sucht (S. 241).

Die Gefahr, die Eldar und Zertal in dieser national-messianischen Begründung politischer Ansprüche ausmachen, besteht vor allem darin, „einen umfassenden, totalen, überstaatlichen Gegenentwurf (…) zum demokratischen und per definitionem nicht perfekten Rechtsstaat zu präsentieren“ (S. 213). Weil sich ein derartig aufgeladenes Handeln per se schon durch die Rede „mit uns ist Gott“ legitimiert findet, sieht es sich auch kaum an die Grenzen des Rechtsstaats gebunden. Religiöse Legitimation ist keine Verhandlungssache. Hier findet sich auch der Ursprung jener extremistischen Gruppierungen, die den religiösen Auftrag in politische Gewalt übersetzen. Der Bogen, den Eldar und Zertal aufzeigen, reicht dabei von sakral legitimierter Siedlergewalt über Aufrufe von Rabbinern zur Befehlsverweigerung in der Armee bis zu Formen des politischen Terrorismus (S. 150).

Dass Zertal und Eldar allerdings die gewaltsamen Ausschreitungen manch extremistischer Siedler gegenüber der palästinensischen Bevölkerung zugleich auch als die „eigentlichen Gründe für die palästinensischen Terroranschläge innerhalb der Grünen Linie“ verstehen (S. 178), darin besteht freilich das Manko ihrer Darstellung. Verzerrt doch hier die israelische Selbstkritik den Blick auf dramatische Wandlungsprozesse in der palästinensischen Gesellschaft, wo in Folge von innerer Radikalisierung und Islamisierung sich das mörderische Selbstmordattentat als Praxis durchgesetzt hat, das auf die Nicht-Anerkennung aller israelischen Juden schlechthin zielt. Indem sie dieser Praxis mit ihrem Argument Legitimität verschaffen, fallen Eldar und Zertal hinter das Reflexionsniveau manch palästinensischer Selbstkritik zurück.[2]

Dennoch: So scharf Eldar und Zertal die Linien zwischen jenem religiös legitimierten Handeln einerseits und den Prinzipien des säkularen Rechtsstaats andererseits zeichnen, so sehr sind sie doch auch darum bemüht, den Gegensatz zwischen den außerparlamentarischen Siedlerbewegungen und dem Verhalten der verschiedenen israelischen Regierungen zu verflüssigen. Reichen doch die Anfänge der Besiedlung nach dem Sechstagekrieg in die Ära des Mapai und des Arbeiterzionismus zurück. Zwar war noch unmittelbar nach dem Krieg von derselben Regierung über die Möglichkeit einer palästinensischen Staatsgründung und eine Rückgabe der Territorien auf dem Grundsatz von „Land für Frieden“ spekuliert worden.[3] Als 1968 jedoch eine Gruppe religiöser Siedler um den Rabbiner Moshe Levinger ihr Versprechen gegenüber dem Militärgouverneur von Hebron brach, nach der Seder-Nacht des Pessachfestes, die sie in Hebron verbringen wollten, in das israelische Kernland zurückzukehren, zog dies keine Sanktionen der Regierung nach sich. Vielmehr sicherte der Landwirtschaftsminister Ygal Alon der Gruppe einige Tage später seine Unterstützung zu und legte mit seinem Besuch den Grundstein für die spätere Gründung der Siedlung Kiryat Arba (S. 45–48).

Die Frage nach der „Verlegenheit der Regierungen der Arbeitspartei angesichts der ersten Siedler“ (S. 19) bleibt in der Darstellung von Eldar und Zertal allerdings verborgen. Sie ist aber von hoher Relevanz, weil sie nach den Blockaden innerhalb der israelischen Gesellschaft fragt, sich eindeutig von der Bewegung der Siedler abzugrenzen. Neben der Angst, ein staatliches Vorgehen gegen die Siedler könne einen gesellschaftlichen Riss, ja einen Bürgerkrieg – „einen Krieg unter Brüdern“ – heraufbeschwören (S. 140), verweisen Zertal und Eldar auch auf einen ideologischen Zusammenhang, der den Gegensatz zwischen religiöser Siedlungsbewegung und säkularem Arbeiterzionismus zu überragen scheint. Denn nicht nur präsentierten sich die religiösen Siedler der 1960er- und 1970er-Jahre selbst als Verlängerung der zionistischen Ansiedlung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dass auch manche führenden Vertreter des Linkszionismus ihre eigene Ansiedlungsgeschichte der 1920er- und 1930er-Jahre in den religiösen Bemühungen der Landnahme nach 1967 wieder erkannten, wirft die Frage auf, in welchem Maße das Selbstverständnis der zionistischen Linken noch mit politisch-theologischen Elementen angereichert war (S. 253f.).

Insofern weist Zertals und Eldars Buch weit über eine Kritik der Siedlung in den nach 1967 hinzugewonnenen Territorien hinaus. Recht eigentlich zielt es auf die Begründung eines israelischen Selbstverständnisses allein auf säkularer Grundlage. Deshalb verteidigen sie das jüdische Gemeinwesen ebenso als einen Staat, „der aus der Katastrophe der Vernichtung des europäischen Judentums entstanden ist und aus dieser stets die absolute Legitimation für die Art und Weise seiner Gründung und die Tatsache seiner Existenz gezogen hat“ (S. 10) und der „1948 gegründet und international anerkannt wurde“, wie sie alle Begründungsversuche zurückweisen, die sich auf eine religiöse Tradition beziehen. Damit nehmen Eldar und Zertal aber nicht nur Fragen auf, die eben auch Gegenstand der Darstellung in Tom Segevs „Ersten Israelis“ sind. Vielmehr macht ihre Publikation deutlich, dass manche jener inneren Konflikte seit der Gründung des israelischen Staates ungelöst und fortwährend umkämpft sind.

Anmerkungen:
[1] Tom Segev, Die siebte Million. Der Holocaust und Israels Politik der Erinnerung, Reinbek 1995; ders., Es war einmal ein Palästina. Juden und Araber vor der Staatsgründung Israels, München 2005; ders., Elvis in Jerusalem. Die moderne jüdische Gesellschaft, München 2003; ders., 1967. Israels zweite Geburt, München 2007.
[2] Avi Issacharoff, Hamas' Christian convert. I've left a society that sanctifies terror, in: Haaretz, 31.07.2008, <http://www.haaretz.com/hasen/spages/1007097.html> (18.12.2009).
[3] Segev, 1967, S. 599f.

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12.01.2010
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