Die akademische ‚Achse Berlin – Rom‘? Zum wissenschaftlich-kulturellen Austausch zwischen Italien und Deutschland in den 1920er- bis 1940er-Jahren. Villa Vigoni-Gespräch

Ort
Loveno di Menaggio
Veranstalter
Andrea Albrecht, Institut für Literaturwissenschaft, Universität Stuttgart; Lutz Danneberg, Institut für deutsche Literatur, Humboldt-Universität zu Berlin; Simone de Angelis, Zentrum für Wissenschaftsgeschichte, Universität Graz
Datum
03.09.2014 - 06.09.2014
Von
Andrea Albrecht, Institut für Literaturwissenschaft, Universität Stuttgart; Simone de Angelis, Zentrum für Wissenschaftsgeschichte, Universität Graz; Fabian Lampart, Deutsches Seminar, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Der Blick auf die Beziehungen zwischen Italien und Deutschland in den 1920er- bis 1940er-Jahren ist bis heute stark von der gemeinsamen Erfahrung totalitärer Systeme und der politisch-militärischen ‚Achse Berlin-Rom‘ geprägt, die bereits vor Kriegsbeginn stipuliert und durch den Stahlpakt 1939 besiegelt wurde. Es ist allerdings zu kurz gegriffen, diese Achse als ein rein politisch-militärisches Projekt zu verstehen, vielmehr wurde sie auch von Akademikern und Künstlern gestärkt und führte hier mitunter zu exzeptionell engen und intensiven bi-nationalen Austauschbeziehungen, einer akademischen ,Achse Berlin – Rom‘, die bereits einen Vorlauf in den frühen Jahren des italienischen Faschismus beziehungsweise den Jahren der Weimarer Republik hatte.

Um Formen und Funktionen dieser anhaltenden Austauschbeziehungen genauer zu untersuchen, haben Andrea Albrecht, Lutz Danneberg und Simone de Angelis vom 3. bis 6. September 2014 ein von der DFG gefördertes Villa Vigoni-Gespräch veranstaltet. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen waren dazu eingeladen, nach den Austauschs-, Kooperations- und Kollaborationsnetzwerken zu fragen, aber auch zu eruieren, welche Konkurrenzkonstellationen sich zwischen den ‚deutschen‘ und ‚italienischen‘ Wissenschaftlern, zwischen wissenschaftlichen Disziplinen und Institutionen in den 1920er- bis 1940er-Jahren entfalteten. Da der italienische Faschismus zunächst keinen Antisemitismus propagierte, hatten auch viele jüdische Intellektuelle, darunter jüdisch-deutsche Exilanten, an diesem Austausch teil, bevor sie nach der Stärkung des politisch-militärischen Bündnisses und der Einführung der Rassengesetze in Italien erneut in eine prekäre Lage gerieten.

Die historischen Koordinaten der Achse und ihre kulturpolitischen Implikationen standen im Zentrum des Vortrags von NICOLA D'ELIA (Tremto): „Giuseppe Bottai e l’Asse ‚culturale’ Roma-Berlino“. D’Elia skizzierte, wie Bottai seit 1939 eine Kulturpolitik betrieben hat, die von der Überzeugung geprägt gewesen war, Nationalsozialismus und Faschismus näherten sich im Zuge einer neuen europäischen Ordnung nach Versailles an. Nach D’Elia ist es aber letztlich Bottais Ziel geblieben, die kulturelle Hegemonie des Faschismus zu stärken.

MONICA FIOVARANZO (Padova) behandelte in ihrem ebenfalls historisch ausgerichteten Beitrag „Ridisegnare l’Europa. I progetti fascisti di nuovo ordine fra Roma e Berlino: sinergie, diffidenze, competizioni (1930–1945)“ die Versuche im faschistischen Italien, eine Neuordnung Europas unter faschistischer Führung zu projektieren. Die Positionen der Italiener und der Deutschen seien jedoch in den 1930er- und 1940er-Jahren zunehmend auseinandergeklafft, vor allem weil in den Projekten des Auswärtigen Amtes in Berlin ein exklusives Interesse am deutschen Volkstum dominiert habe.

Der politische und kulturpolitische Rahmen wurde mit den beiden Vorträgen von Ugo Bartocci und Michael Stolleis rechtshistorisch erweitert. UGO BARTOCCI (Milano) konzentrierte sich in seinem Beitrag „Lo studio del diritto romano: continuità scientifica e orientamenti divergenti nelle politiche culturali dell’Asse” auf die Kontinuität der Traditionslinie römischer Rechtsgeschichte in den 1930er-Jahren und zeichnete insbesondere das Wirken Salvatore Riccobonos (1864–1958) nach. Angesichts der destruktiven Haltung der Nationalsozialisten gegenüber den akademischen Studien des römischen Rechts in Deutschland, die nach 1933 in kurzer Zeit zugunsten einer kaum reflektierten Aufwertung des germanischen Rechts acht der elf wichtigsten Lehrstuhlinhaber ins Exil vertrieben, habe es Riccobono als Aufgabe angesehen, die Kontinuität der romanistischen Studien gegenüber der deutschen Position zu bewahren und die zivilisierende und friedensstiftende Funktion des römischen Rechts zu nutzen.

Diese sich vornehmlich aus der juristischen Innensicht speisenden Darlegungen wurden von MICHAEL STOLLEIS (Frankfurt am Main) komplementär ergänzt. In seinem Vortrag „Römisches Recht und Rassengesetze. Deutsche und italienische Gemeinsamkeiten und Differenzpunkte 1933–1945“ zeigte er zunächst, wie das faschistische Italien für die deutschen Staatsrechtler der Weimarer Republik zum Vor- beziehungsweise Gegenbild wurde. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten hätten sich dann vor allem zwei Differenz- und Kontroverspunkte zwischen Italien und Deutschland ausgewirkt: das Erbe des römischen Rechts und die Rassengesetzgebung. Nach der Machtübernahme versuchten die wenigen deutschen Romanisten, die nicht ins Exil gegangen waren, das römische Recht zu verteidigen, etwa durch den Hinweis auf seine Sittlichkeit und seine Orientierung an Gesichtspunkten der Rasse. Wie Stolleis deutlich machen konnte, erhielten diese Versuche durch die Achsenbildung eine unerwartete Unterstützung. Der zweite Differenzpunkt betrifft die Rassengesetze, die nach massivem Druck aus Deutschland 1938 auch in Italien eingeführt wurden, was nicht nur zur Verfolgung der bis dahin relativ gut in die Gesellschaft integrierten italienischen Juden, sondern auch zu einer erneuten Verfolgung der jüdisch-deutschen Exilanten geführt hat.

Einer dieser Exilanten ist Paul Oskar Kristeller (1905-1999). JOHN MONFASANI (Albany, New York) beleuchtete in seinem Vortrag „Italy in the Career of Paul Oskar Kristeller“ die Bedeutung von Kristellers Italien-Aufenthalt seit 1934. Sowohl Kristellers Dissertation wie auch die erste Konzeption des Ficino-Buchs seien existentialistisch geprägt gewesen. Im Zuge seines Italien-Aufenthalts seit 1934 habe sich dann sukzessive die Konzeption der Studie geändert und Kristeller sei noch in Italien zu einem Renaissance-Verständnis gelangt, das die Traditionen mittelalterlich-scholastischen Denkens stärker als in der damaligen Renaissance-Forschung betonte. Auch die Konzeption des Iter Italicum aus den Jahren 1963 und 1967 gehe noch auf die Arbeit an der Biblioteca Vaticana zurück.

Eine etwas andere Akzentuierung setzte SIMONE DE ANGELIS (Graz) in seinem Vortrag „Paul Oskar Kristellers Ficino in Italien“. Insbesondere hob De Angelis die Verbindung hervor, die zwischen dem akademischen Kontext der Universität Heidelberg, wo Kristeller in den 1920er-Jahren studierte und 1929 bei Ernst Hoffmann über Plotin promovierte, und den Überlegungen zur Methode der Geschichte der Philosophie besteht, die Kristeller an prominenter Stelle seiner Ficino-Studie stellte. Dabei zeigte De Angelis, wie Ernst Hoffmann Kristellers Auseinandersetzung mit dem Neukantianismus beeinflusste, was Kristeller schließlich zur Herausbildung einer wissenschaftlichen Methodologie führte, die er im Ficino eigens weiterentwickelte. Darin liege denn auch der Grund, weshalb sich Gentile für Kristeller interessierte und ihm 1934 versprach, seine Karriere in Italien zu fördern. De Angelis konzentrierte sich speziell auf Kristellers philosophische Interpretationskonzeption, die Gentile aufnahm und zugunsten eines ‚nationalen‘ Alleinstellungsmerkmal der italienischen Renaissancephilosophie deutete. Damit konnte De Angelis plausibel machen, dass mit Ausnahme dieser nationalistischen Perspektivierung Gentiles die beiden Philosophen in ihrem Zugang zur Geschichte der Philosophie mehr Gemeinsamkeiten hatten, als dies bislang gewöhnlich angenommen wird.

Mit einer Generation von Intellektuellen aus dem Pisaner Umfeld der Scuola Normale, die sich von dem neoidealistischen ‚attualismo‘ lösten und über den ‚Ausweg‘ der deutschen ‚Existenzphilosophie‘ schließlich zum Marxismus gelangten, beschäftigte sich MARIO MARINO (Poznan) in seinem Vortrag „Von der deutschen ‚Existenzphilosophie‘ zum italienischen Marxismus. Akademische Rezeptionswege und außerakademische Transformationen der deutschen zwischenkriegszeitlichen Philosophie in Italien in den 1930er- und 1940er-Jahren“. Marino schilderte anhand neuer Dokumente die ‚existentialistischen Anfänge‘ der späteren italienischen Marxisten Cesare Luporini (1909-1983) und Nicola Badaloni (1924-2005) und konzentrierte sich dabei auf die Diskussion zentraler Konzepte von Martin Heideggers ‚Metaphysik des Seins‘, die sich für die italienische Rezeption als zentrales Problem herausstellte.

Den Verbindungen zwischen deutscher und italienischer Philosophie ging auch DIRK WERLE (Berlin) in seinem Beitrag „Ernesto Grassi und der Humanismus“ nach, und zwar im Hinblick auf Ernesto Grassis Konzeption des Humanismus zwischen 1935 und 1942. Dabei diagnostizierte er in Grassis Texten ein ‚Changieren‘ bei der Verwendung und rhetorischen Präsentation des Humanismus-Konzepts – eine wohl auch zeittypische Ambivalenz, die man bis zu einem gewissen Grad als intendierte Schreibstrategie Grassis verstehen könne.

BEAT NÄF (Zürich) setzte in seinem Vortrag „Werner Jaeger, der Dritte Humanismus und Italien“ diese Perspektive mit Blick auf die Altphilologie fort und fragte nach den ‚inneren Gemeinsamkeiten‘ von Drittem Humanismus und Drittem Reich sowie nach der Rezeption des Dritten Humanismus im faschistischen Italien. Ins Zentrum stellte er dabei Werner Jaegers Geschichte der griechischen Paideia, mit der dieser schon vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten gegen den Historismus, seine Krise und für eine Erhaltung der humanistischen Traditionen in Gymnasien und Universitäten kämpfte.

Die Frage nach der politischen Funktionalisierung der klassischen Antike bzw. nach der politischen Rolle deutscher und italienischer Antikenforscher vor allem in den 1930er-Jahren stand im Zentrum von LUCIANO BOSSINAs (Padova) Vortrag „L’aristocrazia dello spirito. Filologia classica e politica tra Germania e Italia nel primo dopoguerra”. Bossina legte in einer mikrohistorischen Fallstudie dar, wie es zur Verleihung der Ehrendoktorwürde an Giorgio Pasquali anlässlich der Feier zum 200. Jahrestag der Gründung der Georg-August-Universität Göttingen kam. In einer minutiösen Aufarbeitung der Zeitdokumente zeichnete er die letztlich erfolglosen Versuche von Max Pohlenz nach, dem kontinuierlichen Druck aus dem Außenministerium mit sachlich-wissenschaftlichen Argumenten zu begegnen.

Eine genaues Studium der Texte und Quellen bildete auch die Grundlage von ERNST-PETER WIECKENBERGs (München) Vortrag „‚Wer den Weg nach Paris abschneidet, muß den nach Rom öffnen.‘ Ernst Robert Curtius' (ideenpolitische) Wende in den frühen 1930er-Jahren.“ Wieckenberg zeichnete nach, wie der Romanist, der zunächst im Anschluss an den Ersten Weltkrieg auf eine Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich und auf das nicht nationalistische Konzept eines kosmopolitischen Europa der Nationen gesetzt hatte, sich durch die französischen Reaktionen auf seine Schrift „Die französische Kultur“ (1930) gekränkt sah und nach etwas Neuem Ausschau hielt, das er schließlich in dem gemeinsamen europäischen Erbe Roms gefunden zu haben meinte. Diese Hinwendung zu Italien dürfe man aber nicht als Sympathieerklärung für den Faschismus verstehen, vielmehr habe Curtius diese Wende zur Abgrenzung vom Nationalsozialismus gedient.

MARCUS HAHN (Ghent) berichtete in seinem Vortrag „Ghibellinische Synthese? Gottfried Benn und Giulio Evola“ über die deutsche Rezeption des italienischen Kulturphilosophen und Esoterikers Giulio Evola. Gottfried Benn verweist erstmals 1933 in seinem Essay „Bekenntnis zum Expressionismus“ auf Evola. Nachdem er im Anschluss an den Röhm-Putsch realisieren musste, dass er mit seinen ästhetischen Vorstellungen bei den Nationalsozialisten nicht reüssieren würde, habe Benn sich Evolas Traditionalismus zu eigen gemacht, dabei allerdings dessen Rassenlehre unterschlagen. Erst Ende der 1930er-Jahre habe sich Benn dann zunehmend von Evola distanziert, sich allerdings weiterhin zu seiner traditionalistischen Theorie bekannt.

Während die Rassenbiologie von vornherein auf ideologischen Fundamenten ruhte, waren andere wissenschaftliche Disziplinen, wie etwa Mathematik, Physik und Chemie, weniger leicht zu ideologisieren, gleichwohl wichtig für die Rüstungsforschung und andere kriegsrelevante Bereiche. In seinem mathematikhistorischen Vortrag „Kooperation zwischen deutschen und italienischen Mathematikern in den 1930er- und 1940er-Jahren“ ging VOLKER REMMERT (Wuppertal) den wissenschaftlichen Beziehungen zwischen den deutschen und den italienischen Mathematikern vor und nach der Etablierung der politischen Achse nach, und zwar einerseits in fachpolitischer und propagandistischer Perspektive, andererseits mit Blick auf die Praxis der wissenschaftlichen Zusammenarbeit.

Der Kunsthistoriker JOSEPH IMORDE (Siegen) wendete sich in seinem Vortrag „Deutsche Kunstgeschichte in Italien 1900–1945. Ein Abriss“ zunächst der Vorgeschichte des deutschen Italieninteresses im 19. Jahrhundert zu. Die idealistische Selbstverpflichtung der Wissenschaft auf die ‚reine Erkenntnis‘ habe schon hier einem nationalchauvinistischen und machtpolitischen Kalkül gedient, dem Italien als ‚empfangender‘, nicht als ‚gebender‘ Akteur erschien. Die deutschen Kunsthistoriker hätten ihre Aufmerksamkeit folglich auch nicht auf das Italien der Gegenwart, sondern auf das Italien der Renaissance konzentriert. Erst nach dem Ersten Weltkrieg habe sich in Italien der Widerstand gegen die Germanisierung der italienischen Wissenschaft zu regen begonnen, was allerdings kein Echo auf der Seite der deutschen Wissenschaftler gefunden habe. In Folge des Exodus vieler nicht zuletzt jüdischer Kunsthistoriker nach England und in die USA sei die Erforschung italienischer Kunst in Deutschland und Italien schließlich nahezu verkümmert.

TONI BERNHART (Berlin) widmete sich in seinem Vortrag „Mussolini als Schriftsteller, ins Deutsche übersetzt“ dem umfangreichen, aber heute kaum mehr bekannten literarischen Oeuvre Mussolinis. Neben neoromantischen, tragisch endenden Historiendramen, für die Mussolini als Co-Autor fungierte, liegen zahlreiche Erzählungen, autobiographische und biographische Texte, ein antiklerikaler Skandalroman (Claudia Porticella), einige Gedichte, Essays und zahlreiche Literaturkritiken vor. Viele seiner Texte wurden in den 1930er-Jahren ins Deutsche übersetzt. Wie auch mehrere andere Vorträge zeigte auch dieser Vortrag, dass der kulturelle oder auch wissenschaftliche Austausch nicht erst durch die politische Achsenbildung initiiert wurde, sondern den politischen Absichtserklärungen oftmals vorausging und durch den politischen Willen dann weiter befördert und verstärkt wurde.

Insgesamt betrachtet, handelte es sich um eine thematisch reiche und von intensiven Diskussionen charakterisierte Tagung, die dennoch die Konturen der akademischen ‚Achse Berlin – Rom‘ eigentlich nur in Ansätzen aufzeigen konnte. Immerhin konnte der interdisziplinäre Dialog eine Vorstellung vermitteln, wie die Kanäle der akademischen ‚Achsenbeziehung‘ zustande kamen, welche neuralgischen Punkte und Probleme sie beinhaltete, welche Akteure sie involvierte und auf welchen komplexen politischen, gesellschaftlichen, kulturellen sowie ideen- und wissenschaftsgeschichtlichen Voraussetzungen sie beruhte.

Konferenzübersicht:

Nicola D’Elia (Tremto), Giuseppe Bottai e l’Asse ‚culturale’ Roma-Berlino

Monica Fioravanzo (Padova), Ridisegnare l'Europa. I progetti fascisti di nuovo ordine fra Roma e Berlino: sinergie, diffidenze, competizioni (1930-1945)

Ugo Bartocci (Milano), Lo studio del diritto romano: continuità scientifica e orientamenti divergenti nelle politiche culturali dell'Asse

Dirk Werle (Berlin), Ernesto Grassi und der Humanismus

Luciano Bossina (Padova), L’aristocrazia dello spirito. Filologia classica e politica tra Germania e Italia nel primo dopoguerra

John Monfasani (Albany, NY), Italy in the Career of Paul Oskar Kristeller

Beat Näf (Zürich), Werner Jaeger, der Dritte Humanismus und Italien

Simone De Angelis (Graz), Paul Oskar Kristellers Ficino in Italien

Ernst-Peter Wieckenberg (München), „Wer den Weg nach Paris abschneidet, muß den nach Rom öffnen.“ Ernst Robert Curtius' (ideenpolitische) Wende in den frühen 1930er-Jahren

Mario Marino (Poznan), Von der deutschen ‚Existenzphilosophie‘ zum italienischen Marxismus. Akademische Rezeptionswege und außerakademische Transformationen der deutschen zwischenkriegszeitlichen Philosophie in Italien in den 1930er- und 1940er-Jahren

Volker Remmert (Wuppertal), Kooperation zwischen deutschen und italienischen Mathematikern in den 1930er- und 1940er-Jahren

Michael Stolleis (Frankfurt am Main), Römisches Recht und Rassengesetze. Deutsche und italienische Gemeinsamkeiten und Differenzpunkte 1933–1945

Toni Bernhart (Berlin), Mussolini als Schriftsteller, ins Deutsche übersetzt

Marcus Hahn (Ghent), Gottfried Benns Evola-Rezeption

Joseph Imorde (Siegen), Deutsche Kunstgeschichte in Italien 1900–1945. Ein Abriss

Zitation
Tagungsbericht: Die akademische ‚Achse Berlin – Rom‘? Zum wissenschaftlich-kulturellen Austausch zwischen Italien und Deutschland in den 1920er- bis 1940er-Jahren. Villa Vigoni-Gespräch, 03.09.2014 – 06.09.2014 Loveno di Menaggio, in: H-Soz-Kult, 01.11.2014, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5634>.