Medizinische Fachgesellschaften im Nationalsozialismus. Bestandsaufnahme und Perspektiven

Ort
Aachen
Veranstaltungsort
Suermondt-Ludwig-Museum, Wilhelmstraße 18, 52070 Aachen
Veranstalter
Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, Medizinische Fakultät der RWTH Aachen, Universitätsklinikum Aachen
Datum
08.10.2013 - 09.10.2013
Von
Mathias Schmidt

In den letzten Jahren hat die Aufarbeitung der Rolle von Institutionen, Behörden, Ämtern und anderen staatlichen Einrichtungen in der Zeit des Nationalsozialismus eine kaum mehr überschaubare Anzahl an Publikationen und Ergebnissen hervorgebracht. Auch die medizinischen Fachgesellschaften und -verbände sind dabei in den Fokus der Forschung gerückt und einige haben bereits ihre Geschichte aufgearbeitet oder aufarbeiten lassen. So liegen bisher Untersuchungen zur Psychiatrie, Dermatologie, Augenheilkunde, Chirurgie und Urologie vor, während einige weitere Arbeiten erst vor kurzem angelaufen sind oder sich zurzeit in der Planungsphase befinden.

Ziel dieser Tagung ist zum einen die Bestandsaufnahme der bisherigen Arbeiten über die Fachgesellschaften in der Zeit des Nationalsozialismus und zum anderen eine vergleichende
Analyse der Forschungsergebnisse. Des Weiteren soll auf zukünftige oder laufende Untersuchungen aufmerksam gemacht und über Erfahrungen in den bisherigen Projekten informiert werden, um Synergien zu schaffen und mögliche Schwierigkeiten und Rückschläge in Zukunft zu vermeiden.
Deshalb widmet sich die Veranstaltung sowohl bereits abgeschlossenen als auch laufenden Arbeiten sowie Projekten, die sich noch in der Planungs- oder Antragsphase befinden und solchen, die sich mit Fragen nach moderner Institutionengeschichtsschreibung auseinandersetzen.

Programm

Dienstag, 8. Oktober 2013

10.45-11.00 Uhr
Matthis Krischel (Aachen): Begrüßung

11.00-12.30 Uhr Sektion I

Gisela Tascher (Hausweiler):
Die politisch und ideologisch ausgerichtete Gleichschaltung der ärztlichen Standesorganisationen ab 1933 und deren Auswirkung auf die ärztliche Berufsausübung
vor und nach 1945

Johannes Donhauser (Neuburg):
Der öffentliche Gesundheitsdienst in Deutschland stellt sich seiner NS-Vergangenheit

Michael Hubenstorf (Wien):
Die "Österreichische" Medizin und die Deutschen Medizinischen Fachgesellschaften, 1933-1945

12.30-13.30 Uhr Mittagspause

13.30-15.00 Uhr Sektion II

Šimon Krýsl (Prag):
The Role of Professional Organizations in the Persecution of Jewish Physicians in the Czech
Lands

Julia Bellmann (Ulm):
Die Vertreibung jüdischer Urologen,
Dermatologen und Venerologen

Ulrike Eisenberg (Eberswalde), Hartmut
Collmann (Würzburg):
Ausgegrenzt und vertrieben: Das Schicksal deutscher jüdischer Neurochirurgen 1933-1945

15.00-15.15 Kaffeepause

15.15-16.45 Uhr Sektion III

Martin Rohrbach (Tübingen):
Das Forschungsprojekt „Augenheilkunde im Nationalsozialismus“ 1999-2013 – Ergebnisse
und Perspektiven

Timo Baumann (Düsseldorf):
Projektskizze: Die Deutsche Gesellschaft für Kreislaufforschung im Nationalsozialismus

Hans-Walter Schmuhl (Bielefeld):
Institutionen, Netzwerke, Ressourcen. Die Gesellschaft Deutscher Neurologen und
Psychiater 1933/35 – 1945

16.45-17.00 Uhr Kaffeepause

17.00-18.30 Uhr Sektion IV

Thorsten Halling (Düsseldorf/Ulm), Friedrich Moll (Ulm):
Fachkulturelle Erinnerungspolitik in
den deutschen medizinischen Fachgesell-
schaften. Das Beispiel Urologie (1945-2011)

Sascha Topp (Gießen):
Die NS-Geschichte als Argument in der
(kinder-)ärztlichen Erinnerungskultur und Medizinethik

Marion Hulverscheidt (Kassel):
Das schwierige Erbe der Vorstandsmitglieder Gerhard Rose und Claus Schilling der
Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin

Mittwoch, 9. Oktober 2013

9.00-10.30 Uhr Sektion V

Friedrich Paulsen (Erlagen):
Anatomie im Nationalsozialismus

Nils Franke (Leipzig):
Forschungsprojekt „Geschichte der Pathologie
im 20. Jahrhundert“

Thomas Beddies (Berlin):
Kinderheilkunde im Nationalsozialismus

10.30-11.00 Uhr Kaffeepause

11.00-12.00 Uhr Sektion VI

Ina Friedmann (Wien):
Hans Asperger und die Heilpädagogische
Abteilung der Wiener Universitätskinderklinik. Konzepte und Kontinuitäten

Wolfgang Frobenius, Fritz Dross, Andreas Thum (Erlangen):
Zur Geschichte frauenheilkundlicher Fachgesellschaften im 20. Jahrhundert

12.00-12.15 Uhr
Dietmar Oesterreich (Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer): Grußwort

12.15-13.15 Uhr Mittagspause

13.15-14.45 Uhr Sektion VII

Philipp Rauh (Erlangen):
Ernst Wilhelm Baader (1892-1962) und die Arbeitsmedizin im Nationalsozialismus

Erik Eggers (Bonn):
Zur deutschen Sportmedizin im „Dritten Reich“

Peter Steinkamp (Ulm):
Heeressanitätsinspektion und Militärärztliche Akademie: Quellenlage und Forschungsstand

14.45-15.00 Uhr Kaffepause

15.00-16.00 Uhr
Heiner Fangerau (Ulm):
Medizinische Fachgesellschaften als Institutionen der Selbstkonstitution, Anerkennung, Verant-wortung und Kollegialität

Dominik Groß (Aachen): Schlusswort

Kontakt

Mathias Schmidt, M.A.
Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin
Medizinische Fakultät der RWTH Aachen
Universitätsklinikum Aachen
Wendlingweg 2,
Gebäude MTI 2
52074 Aachen

Telefon: 0241/80 85102
E-Mail: maschmidt@ukaachen.de

Zitation
Medizinische Fachgesellschaften im Nationalsozialismus. Bestandsaufnahme und Perspektiven, 08.10.2013 – 09.10.2013 Aachen, in: H-Soz-Kult, 02.10.2013, <www.hsozkult.de/event/id/termine-23034>.
Redaktion
Veröffentlicht am
02.10.2013