Wissenschaft und Imperium im östlichen Europa im 19. Jahrhundert

Ort
Bad Wiessee
Veranstaltungsort
Wiesseer Hof
Veranstalter
Collegium Carolinum e.V. in Kooperation mit der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien München-Regensburg
Datum
06.11.2015 - 08.11.2015
Von
Collegium Carolinum

Im Zentrum der Konferenz steht die Frage nach den Wechselwirkungen von Wissenschaft und imperialer Ordnung im östlichen Europa im 19. Jahrhundert. Denn die jeweilige staatliche Ordnung stellt eine wichtige Rahmenbedingung für wissenschaftliches Arbeiten dar, wenngleich Wissenschaft oft als inter- und übernationale Praxis verstanden wird. Während der Tagung werden gezielt zwei Imperien – das Habsburgerreich und das Russländische Reich – verglichen, sowohl in Hinblick auf die Entwicklung unterschiedlicher Disziplinen wie auch auf wissenschaftliche Organisationsstrukturen.

Programm

Freitag, 6. November 2015

I Einführung
Mark Hengerer/Sabrina Rospert (München): Imperiales Wissen. Konzepte und Befunde am Beispiel von Vorlesungen der Universität Wien (1860–1914)

II Universitäten
Andrej Andrejev (Moskau): Russische Universitäten im langen 19. Jahrhundert: Ein gewundener Weg in die Moderne
Jan Surman (Marburg): „Die Neugestaltung der österreichischen Universitäten über allerhöchsten Befehl dargestellt...“: Universities in the Habsburg Monarchy

III Gelehrte Gesellschaften und Akademien
Martin Franc (Prag): Pläne für die Errichtung der tschechischen Akademie der Wissenschaften
Katalin Straner (Budapest): Science and Cities in the Habsburg Empire: The Circulation of Knowledge and the Use of Urban Space at the Meetings of the Hungarian Association for the Advancement of Science, 1841-1914

IV Archäologie
Daniel Baric (Tours): Carl Patsch und die Geburt der Archäologie in Bosnien-Herzegowina (1890-1918)
Igor Tikhonov (St. Petersburg): Russian Archaeology under the Double-Headed Eagle Wing

Samstag, 7. November 2015

V Orientalistik
Arpine Maniero (München): Die Orientalistik im Russländischen Reich im Kontext imperialer und regionaler Diskurse
Johannes Feichtinger (Wien): Die Orientalistik im Habsburgerreich zwischen imperialer Pragmatik und reiner Wissenschaft

VI Kriminologie
Volker Zimmermann (München): „Ausschlaggebend ist die Zugehörigkeit zum Volksstamme.“ Ethnizität als Erklärungsmuster in der Kriminologie des Deutschen Kaiserreiches und der Habsburgermonarchie
Riccardo Nicolosi (München): Kriminalität, Devianz und anthropologische Diversität. Narrative des „geborenen Verbrechertums“ in der späten Zarenzeit (1880-1900)

VII Naturwissenschaften
Marianne Klemun (Wien): Entangled Functionalities between Empire and Natural History in the Habsburg Monarchy
David Moon (York): Perceptions of Space, “Scientific” Exploration, and the Origins of Genetic Soil Science in the Russian Empire
Jan Arend (München): From Tsarist Russia to the international scientific community. How Russian Soil Science became “classical”
16.45-17.15 Kaffeepause
Anastasia Fedotova (St. Petersburg): The Bureau of Applied Botany as a predecessor of the Vavilov Institute of Plant Industry
Katharina Kreuder-Sonnen (Bonn): Microbes in Empires and Nation States: Polish Bacteriology from 1885 to 1939

Sonntag, 8. November 2015

VIII Politische Geografie und Landeskunde
Guido Hausmann (München): Politische Geografie im Zarenstaat: Möglichkeiten und Grenzen einer alten und neuen Subdisziplin
Peter Haslinger (Marburg): Nationale Geopolitik in der Habsburgermonarchie – imperiale und postimperiale Perspektiven (1867-1930)
Borbala Zsuzsanna Török (Konstanz): Landeskunde – an Imperial and National Scholarship in the Habsburg Composite State

Kontakt

Ulrike Lunow

Hochstraße 8, 81669 München

ulrike.lunow@collegium-carolinum.de

Zitation
Wissenschaft und Imperium im östlichen Europa im 19. Jahrhundert, 06.11.2015 – 08.11.2015 Bad Wiessee, in: H-Soz-Kult, 28.10.2015, <www.hsozkult.de/event/id/termine-29331>.