Sprache und Konflikt. Semantische Kämpfe in Rom zwischen Republik und Prinzipat

Ort
Berlin
Datum
09.01.2013 - 11.01.2012
Veranstalter
Prof. Dr. Claudia Tiersch / Marian Nebelin, Institut für Geschichtswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin
Von
Tiersch, Claudia

Sprache und Konflikt. Semantische Kämpfe in Rom zwischen Republik und Prinzipat

Semantische Kämpfe sind einer einschlägigen Definition Reinhart Kosellecks zufolge Auseinandersetzungen um die Bedeutung von Begriffen und Konzepten, in denen mit den Begriffen auch die Positionen und Rollen der an einem Diskurs Beteiligten hinterfragt werden. In Phasen der Transformation, in denen sich Erfahrungen und Erwartungen neu formieren, treten solche semantischen Kämpfe verstärkt auf. Als klassischer Fall einer solchen Transformationsepoche gilt der Übergang von der römischen Republik zum Prinzipat. In den letzten Jahren sind nun die hergebrachten Zugriffsweisen der Lexikographie und einer sozialgeschichtlich dominierten Begriffsgeschichte um eine kulturgeschichtliche Dimension erweitert worden. Vor diesem Hintergrund muss in der Altertumswissenschaft erneut danach gefragt werden, ob und in welchem Umfang sich im Übergang von der Republik zum Prinzipat die politische Sprache Roms wandelte. Die Beiträge der Tagung untersuchen dabei systematisch und exemplarisch, in welcher Weise diese politische Sprache gesellschaftliche und politische Konflikte reflektierte und inwieweit sie ihrerseits auf diese Auseinandersetzungen zurückwirkte. Der sozialen und politischen Bezogenheit von Begriffen muss dabei ebenso Rechnung getragen werden wie der kulturell codierten Konstruktion von Bedeutungen.

Die Veranstaltung wird aus Mitteln der Fritz Thyssen Stiftung gefördert. Um vorherige Anmeldung wird gebeten.

Programme

Mittwoch, 9. Januar 2013

15.00 – 15.30, Claudia Tiersch (Berlin): Eröffnung und Begrüßung

I. Bedingungen semantischer Kämpfe: Konzeptionalisierung, Institutionen und politische Kultur

Moderation: Rene Pfeilschifter (Würzburg)

15.30 – 16.15, Christof Dipper (Darmstadt): Reinhart Kosellecks Konzept „semantischer Kämpfe“

16.15 – 17.00, Martin Jehne (Dresden): Die Chance, eine Alternative zu formulieren, und die Chance, eine Alternative zu verwirklichen. Das Sagbare und das Machbare im republikanischen und augusteischen Rom

17.00 – 18.00, Kaffeepause

18.00 – 19.15, öffentlicher Abendvortrag: Claudia Moatti (Los Angeles): Politics, Language and Historicity. Some Reflections on Abruptions and Disruptions from Republic to Empire.

Donnerstag, 10. Januar 2013

I. Positionskämpfe I: Krieg – Distanz

Moderation: Jan B. Meister (Berlin)

09.00 – 09.45, Marian Nebelin (Berlin): Semantischer Extremismus? Asymmetrische Gegenbegriffe in der späten Republik und im frühen Prinzipat

09.45 – 10.30, Kurt Raaflaub (Providence): Zwischen Tradition, Propaganda und Realpolitik: Der Konflikt von clementia/lenitas und crudelitas in den Bürgerkriegen des 1. Jahrhunderts v. Chr.

10.30 – 11.15, Andrew Lintott (Oxford): Provocatio in the Second Century BC

11.15 – 11.45, Kaffeepause

11.45 – 12.30 Uwe Walter (Bielefeld): Patrizier und Plebejer in der römischen Historiographie

12.30 – 13.15 M. A. Robb (London): seditio and seditiosi

13.15 – 14.30, Mittagessen

II. Positionskämpfe II: Differenz – Distinktion

Moderation: Heinrich Schlange-Schöningen (Saarbrücken)

14.30 – 15.15, Wolfgang Blösel (Essen): Mos maiorum – Verwandtschaft als Argument

15.15 – 16.00, Henriette van der Blom (Oxford): Novitas between Republic and Empire

16.00 – 16.30, Kaffeepause

16.30 – 17.15, Valentina Arena (London): Optimate versus Popularis libertas: a Public Struggle

17.15 – 18.00, Claudia Tiersch (Berlin): Optimaten und Popularen

18.00 – 18.30, Kaffeepause

18.30 – 19.45 öffentlicher Abendvortrag: Egon Flaig (Rostock): Die plebs urbana, der populus Romanus und der princeps. Transformationen ritueller Semantiken im Übergang von der Republik zur Monarchie

Freitag, 11. Januar 2013

II. Definitionsfragen: Herrschaft und Freundschaft

Moderation: Bernhard Linke (Bochum)

09.00 – 09.45, Ulrich Gotter (Konstanz): Imperium und res publica

09.45 – 10.30, Paul Marius Martin (Montpellier): Évolution de la notion de regnum entre République et Principat

10.30 – 10.45, Kaffeepause

10.45 – 11.30, Christoph Lundgreen (Dresden): Umgang mit radikaler Devianz: amicus – inimicus – hostis

11.30 – 12.15, Jan Timmer (Bonn): Freundschaft, Patronage und die Sprache des Vertrauens.

12.15 – 13.00, Abschlussdiskussion

13.00 – 13.15, Claudia Tiersch (Berlin): Schlussworte

Kontakt

Marian Nebelin
Institut für Geschichtswissenschaften
Humboldt-Universität zu Berlin
Unter den Linden 6
10099 Berlin
Tel.: 0049-(0)30-2093-70511
E-Mail: <marian.nebelin@hu-berlin.de>

Zitation
Sprache und Konflikt. Semantische Kämpfe in Rom zwischen Republik und Prinzipat, 09.01.2013 – 11.01.2012 Berlin, in: H-Soz-Kult, 14.12.2012, <http://www.hsozkult.de/event/id/termine-20740>.
Redaktion
Veröffentlicht am
14.12.2012
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