Peripherie 103 (26. Jg. 2006), 3

Titel
Peripherie 103 (26. Jg. 2006), 3.
Weitere Titelangaben
Erfolg! Erfolg! Erfolg!


Hrsg. v.
Wissenschaftliche Vereinigung für Entwicklungstheorie und Entwicklungspolitik e.V.
Heft(e)
3
Erschienen
Münster (Westf.) 2006: Westfälisches Dampfboot
Umfang
160 S.
Preis
Einzelheft 9,10 EUR, Doppelheft 18,20 EUR, Abo 30,10 EUR, Abo für Institutionen 55,20 EUR
Herausgeber d. Zeitschrift
Wissenschaftliche Vereinigung für Entwicklungstheorie und Entwicklungspolitik e.V.
Erscheinungsweise
4 Nummern in 3 Ausgaben
Kontakt
PERIPHERIE Redaktionsbüro c/o Michael Korbmacher Stephanweg 24 48155 Münster Telefon: +49-(0)251/38349643

Erfolg ist immer relativ, da bezogen auf je spezifische Erfolgskriterien, die ebenso wie Rationalitätskriterien variieren können von der Profitmaximierung bis zur spirituellen Erfüllung. Das verbindet Erfolg mit Entwicklung, die ebenfalls anhand von bestimmten Parametern gemessen wird, welche letztlich einem Konsens darüber entspringen, was Entwicklung sei. Erfolgreiche Entwicklung ist daher ganz abstrakt die möglichst punktgenaue Erfüllung von Parametern, die im Konsens zwischen den relevanten Institutionen und Expertennetzwerken definiert wurden.
Gegenwärtig zieht vor allem der spektakuläre Aufstieg neuer Wirtschaftsmächte in Ost- und Südostasien – allen voran inzwischen Chinas – die Aufmerksamkeit von Entwicklungsplanern und derjenigen auf sich, die sich noch immer damit beschäftigen, so etwas wie Entwicklungstheorie zu entwerfen. An die PERIPHERIE wurde in diesem Kontext explizit die Aufforderung herangetragen, sich doch endlich einmal auch mit diesen positiven Seiten der weltweiten Veränderungsprozesse zu befassen. Die Redaktion will und kann die Augen weder vor den beeindruckenden Wachstumszahlen im Fernen Osten noch vor den dramatischen ökonomischen und gesellschaftlichen Veränderungen verschließen, die darin zum Ausdruck kommen. Hinzu kommen erfolgreiche Transformations- und Transitionsprozesse sowohl auf sozioökonomischer wie auf im engeren Sinne politischer Ebene in anderen Regionen der Welt. Dennoch scheint es uns angebracht, die kritische Perspektive auf diese aktuellen Veränderungsprozesse nicht aufzugeben, sondern sogar verstärkt auf die Widersprüche und Ambivalenzen zu achten, die ihnen innewohnen.

Editorial, S. 251

Lau Kin Chi: Unzeitgemäße Betrachtungen über Modernisierung in China, S. 255

Wigbert Flock: Soziale Entwicklung im Neoliberalismus. Eine empirische Analyse zu den urbanen Volkssektoren Chiles, S. 291

Hans Logren & Prabodh Malhotra: Der Aufstieg der indischen Pharmaindustrie: Transformation der globalen Wettbewerbslandschaft?, S. 315

Johannes Harnischfeger: Ethnische Selbstbestimmung und Demokratie. Minoritätenvölker und Milizen im Nigerdelta, S. 338

Diskussion
Claudia von Braunmühl: Ein Apropos zum Verhältnis von Entwicklungstheorie und -praxis, S. 364

Srilatha Batliwala & Deepa Dhanraj: Gender-Mythen, die Frauen instrumentalisieren, S. 373

Kommentar
Alexander Flores: Libanon und Gaza – die Hintergründe, S. 385

Rezensionen, S. 387
Eingegangene Bücher, S. 399
Summaries, S. 401
Zu den Autorinnen und Autoren, S. 404
Impressum, S. 408

Editorial

Erfolg! Erfolg! Erfolg!

Erfolg zu haben oder besser erfolgreich zu sein, ist eine der höchsten Maximen im kapitalistischen Wettbewerb. Sie gilt für Individuen bei der Positionierung auf dem Arbeitsmarkt, für Unternehmen im "Kampf" gegen "gegnerische" Unternehmen und letztlich auch für ganze Staaten. Allein die dem Sport entlehnte Metaphorik von Wettkampf, Gegnern und Siegen macht deutlich, dass es beim Erfolg immer auch Gewinner und Verlierer gibt. Es gibt die Erfolgreichen und die loser, die für ihr Verlieren selbst die Schuld tragen, da sie nicht genügend trainiert, nicht fit genug waren. Wenn wir der Spielrhetorik folgen, dann muss auch gesagt werden, dass Erfolg bestimmten Regeln folgt, die gesetzt wurden. Kurz: Erfolg ist immer relativ, da bezogen auf je spezifische Erfolgskriterien, die ebenso wie Rationalitätskriterien variieren können: von der Profitmaximierung bis zur spirituellen Erfüllung.

Das verbindet Erfolg mit Entwicklung, die ebenfalls anhand von bestimmten Parametern gemessen wird, welche letztlich einem Konsens darüber entspringen, was Entwicklung sei. Erfolgreiche Entwicklung ist daher ganz abstrakt die möglichst punktgenaue Erfüllung von Parametern, die im Konsens zwischen den relevanten Institutionen und Expertennetzwerken definiert wurden. Nach konventionellem oder, wenn man will, hegemonialem Verständnis besteht solcher Erfolg in der Annäherung einer Volkswirtschaft an das (jeweilige, da historisch ebenfalls Wandlungen unterworfene) OECD-Profil; Entwicklung meint unter diesem Vorzeichen die Zurichtung der "Entwicklungsländer" auf den OECD-dominierten Weltmarkt.

Schon die Aufnahme Südkoreas, vor allem aber Mexikos in die OECD machte deutlich, dass solchen Bewertungen - durch die "Erfolg" bei Entwicklung gleichsam aktenkundig gemacht wurde - zumindest mit Vorsicht zu begegnen ist. Schließlich verrät ein etwas längerfristiger Blick auf die Geschichte nachholender Entwicklung, dass Erfolg durchaus flüchtig sein kann und keineswegs zwangsläufig dauerhaft ist. Erinnert sei an die Position Argentiniens, wo in der Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg dem Anschein nach durchaus eine eigenständige Volkswirtschaft entstanden war und das in der Folgezeit einen dramatischen Abstieg erlebte.

Gegenwärtig zieht vor allem der spektakuläre Aufstieg neuer Wirtschaftsmächte in Ost- und Südostasien - allen voran inzwischen Chinas - die Aufmerksamkeit von Entwicklungsplanern und derjenigen auf sich, die sich noch immer damit beschäftigen, so etwas wie Entwicklungstheorie zu entwerfen. Auch die Asien-Krise der späten 1990er Jahre konnte dieser Euphorie nichts Ernstliches anhaben, scheint es doch, als sei die pessimistische Prognose, nachholende Entwicklung sei postkolonialen Gesellschaften grundsätzlich verstellt, durch diese Erfahrungen endgültig widerlegt.

Die Redaktion der Peripherie wollte daher auf den Vorschlag reagieren, sich doch einmal gründlicher mit solchen Erfolgsgeschichten auseinander zu setzen, jedoch keineswegs im Sinne des öfters bemühten Spruchs: "Herr Kästner, wo bleibt das Positive?" Auf dieser Schiene haben Kritikaster entsprechende Rückfragen ja seit etwa 80 Jahren leichthin abgewehrt. Allerdings verstehen wir die Aufgabe kritischer Wissenschaft auch nicht darin, positive oder negative Wertungen zu erarbeiten und hoffentlich einleuchtend zu begründen. Eher muss es in der Auseinandersetzung mit dem als "Moderne" bezeichneten Prozess darum gehen, dessen Ambivalenzen aufzuzeigen und dazu beizutragen, sie besser zu verstehen. In diesem Sinne können bei einer kritischen Analyse so genannter Erfolgsmodelle grundsätzlich zwei Verfahren angewendet werden. Zum einen kann innerhalb des hegemonialen, volkswirtschaftlichen Paradigmas gefragt werden, ob der oftmals angedichtete Erfolg auch den eigenen Kriterien standhält. Zum anderen kann ein alternativer Kriterienkatalog angelegt werden, der auch andere Sichtbarkeiten produziert. Oft werden damit Ungleichzeitigkeiten in Themenfeldern wie Armut, Ökologie, Gender oder Demokratisierungsprozessen anvisiert, die in den gängigen Wirtschaftsmagazinen unsichtbar bleiben.

Gewiss wäre es verfehlt, die Augen vor den beeindruckenden Wachstumszahlen im Fernen Osten oder vor den dramatischen ökonomischen und gesellschaftlichen Veränderungen zu verschließen, die darin zum Ausdruck kommen. Ähnliches gilt für Transformations- und Transitionsprozesse sowohl auf sozioökonomischer wie auf im engeren Sinne politischer Ebene in anderen Regionen der Welt, wobei Chile und Südafrika zu den am meisten beachteten Paradigmen gehören dürften. Große asiatische Länder, allen voran Indien, scheinen unmittelbar vor dem Nachvollzug der südostasiatischen Erfahrungen zu stehen. Zudem scheint Armut nicht unbedingt politische Instabilität nach sich zu ziehen, wie etwa das Beispiel Tansanias zeigt, das unter diesem Gesichtspunkt auch als Erfolgsfall analysiert und zugleich als nochmals deutlicher Hinweis verstanden werden könnte, dass Erfolg im genauen Sinn relativ ist.

Es besteht daher keinerlei Anlass, die kritische Perspektive auch auf die dramatischen aktuellen Veränderungsprozesse aufzugeben, vielmehr ist es wichtig, insistierend nach Widersprüchen und Ambivalenzen zu fragen, die ihnen innewohnen. Dass es sich bei den globalen Transformationen um kapitalistische Entwicklung handelt, ist dabei vielleicht trivial, aber angesichts der Diskurse, die sich auf wirkliche oder scheinbare Erfolge beziehen, eben keineswegs banal. Es überrascht jedenfalls nicht, wenn einige der beobachtbaren Konsequenzen sich ehestens in diesen Rahmen einordnen lassen. Dabei stechen gerade auch bei den "Erfolgsmodellen" sich verfestigende Ungleichheiten ins Auge, die gerade "Erfolgschancen" benachteiligter Gruppen und Regionen vereiteln. Die regionalen Disparitäten in China, aber etwa auch in Brasilien sind ebenso wohlbekannt wie ihre Tendenz, im Verlauf beschleunigter kapitalistischer Entwicklung nicht nivelliert, sondern verschärft zu werden. Auch öffnete sich mit den Modernisierungsprozessen eine Bresche zwischen Reichen und Armen, die auch bei anhaltendem Erfolg - siehe das Beispiel Chile - nicht geschlossen werden konnte. Vor diesem Hintergrund gilt es, verstärkt auch nach den Modalitäten zu fragen, wie sich diese Spannungen darstellen und wie sie verarbeitet - oder aber an den Rand gedrängt werden. Ökologische Zerstörungen, für die der Drei-Schluchten-Staudamm am Yangtze nur ein symbolträchtiges Beispiel darstellt, sind eine weitere wichtige Dimension dieser Problematik. Gleiches gilt für soziale Folgen, aber auch für die detailliertere Analyse von dem Anschein nach erfolgreichen Entwicklungsmodellen im Hinblick auf die Verschiebung und Reproduktion von gesellschaftlicher Herrschaft und Ungleichheit. Eine wesentliche Dimension sind schließlich die Auswirkungen von Erfolgen nationalstaatlicher Entwicklung für die Regionen, in denen sie stattfindet, vor allem die Verstärkung regionaler Hegemonie und die Auseinandersetzung mit dieser Problematik auf der Ebene globaler, aber auch nationaler Entwicklungskonzepte.

Teile dieses umfassenden Problemkomplexes werden in den folgenden Beiträgen schlaglichtartig beleuchtet. Dabei werden zugleich die angedeuteten unterschiedlichen Zugangsweisen deutlich. Die Überlegungen und Berichte von der Hinterseite der Modernisierung in China, die Lau Kin Chi bewusst unter das Motto "Unzeitgemäße Betrachtungen" stellt, beziehen sich vorab auf unterschiedliche Diskurse, mit denen in China Modernisierung als Provokation und Chance schon über das 20. Jahrhundert hinweg aufgenommen wurde und in denen heute Rückständigkeit als Problem der ländlichen Regionen, der Armen und von Frauen definiert wird. Dem stellt die Autorin verschiedene, nicht immer erfolgreiche Ansätze und Versuche entgegen, Selbstbestimmung und eigenständige Rationalitäten gegenüber dem oft als übermächtig erscheinenden, an westlichen Modellen orientierten Modernisierungsprojekt von Staat und Partei zur Geltung zu bringen.

Vor dem Hintergrund des neoliberalen Entwicklungsmodells, dessen Erfolge gerade in Chile häufig herausgestellt wurden, analysiert Wigbert Flock auf der Grundlage einer qualitativen empirischen Studie die Situation urbaner Volkssektoren. Während statistisch erfasste Armut in den letzten anderthalb Jahrzehnten bei gleichzeitig anhaltender sozialer Polarisierung rückläufig war, sind, wie Flock nachweist, die Möglichkeiten von Armen und Angehörigen der Unterschichten zur Selbstorganisation und sozialen Vernetzung ebenso wie zu öffentlicher Artikulation ihrer Anliegen einschneidend erodiert.

Gegenüber diesen Perspektiven gleichsam von der Unterseite aktueller Modernisierungs- und Globalisierungsprozesse her nehmen Hans Löfgren und Prabodh Malhotra eine makroökonomische Perspektive ein. Wie sie zeigen, beruhte der Erfolg der indischen Pharmaindustrie bei der Versorgung des eigenen Landes vor allem mit Generika, aber auch bei der Bildung von Großunternehmen vorwiegend auf klassischen protektionistischen Maßnahmen, verbunden mit der Lockerung des Patentrechtes für die Nachahmung ausländischer Produkte. Die Deregulierung des Welthandels besonders auf dem Gebiet der TRIPS (Trade-Related Aspects of Intellectual Property Rights) stellt nicht die Existenz der indischen Großunternehmen in Frage, bezieht sie aber stärker als vorher in eine weltweit agierende, profitorientierte Branche ein, für die die medizinische Versorgung der übergroßen Mehrheit noch deutlicher als während des nationalistisch inspirierten Industrialisierungsschubs von nachrangiger Bedeutung ist.

Ebenfalls auf das Schwerpunktthema dieses Heftes zielen zwei Diskussionsbeiträge. Claudia von Braunmühls Replik auf einige Artikel in Peripherie 100 weist deren aus Sicht der Autorin allzu pessimistische Perspektive auf die Entwicklungszusammenarbeit zurück. Dagegen dekonstruieren Srilatha Batliwala und Deepa Dhanraj, zwei Erfolgsmythen über Geschlechterpolitik: zum einen die Annahme ökonomischen Empowerments von Frauen durch Mikrokreditprogramme, zum zweiten die Annahme politischen Empowerments durch Partizipation an politischen Institutionen und Bildung einer "kritischen Masse". Sie zeigen, wie diese Gender-Mythen von neoliberalen, politischen und religiös fundamentalistischen Kräften instrumentalisiert werden und einen neuen Typus von weiblicher Citizenship schaffen.

Mit einem Thema, das deutlich quer zum Schwerpunkt dieses Heftes steht, befasst sich Johannes Harnischfeger: Die erdölreiche Region im Nigerdelta kann als beispielhaft dafür gelten, wie Ressourcenreichtum zu ökologischen ebenso wie zu sozialen und politischen Krisen führt. Im konkreten Fall artikulieren sich diese Krisen vor allem auch in Form von ethnischen Mobilisierungen bis hin zu Sezessionsbewegungen, auf die der Zentralstaat bisher keine Antwort finden konnte. Im Gegenteil: Vor dem Hintergrund gewaltsamer staatlicher Repression zeichnet sich nach deren Ende eher das Bild der Anomie als der Selbstbestimmung ab.

Die militärische Zuspitzung des Nahost-Konfliktes hat die Fertigstellung dieses Heftes begleitet. Der Krieg ist auch zum Zeitpunkt der Niederschrift dieses Editorials noch nicht zu Ende. Während des Drucksatzes wurde indes eine Waffenruhe vereinbart, deren Dauerhaftigkeit abzuwarten bleibt. Der Kommentar von Alexander Flores kann und will eine eingehende Analyse nicht ersetzen, aber doch deutlich machen, wie wenig militärisches Vorgehen die Probleme der Region einer Lösung näher bringen kann. Er macht zugleich einmal mehr die Bedeutung eines nicht nur regionalen Konfliktes deutlich, zu dem die Auseinandersetzung auch in den kommenden Heften der Peripherie systematischer geführt werden soll.

Summaries

Lau Kin Chi
Untimely reflections on modernization in China

The emergency of modernization forced upon China means that the pride and sovereignty of China could only be maintained by becoming the Other in its "best", that is, by adopting the criteria, norms and values of the developmentalism of the West that seemed to have made it so "successful". However, it is exactly at a time when pride and sovereignty seem to be such a manifest reality for China that an "unti-mely" rethinking of what most people regard as good and with reasons to be proud of is called for.

The dangerous aspects of modernization in China today should be quite obvious to anyone willing to confront them. This paper aims to take some initial steps in dealing with the "main danger" of the everyday life with a view to a form of acti-vism not exhausted by the political binaries of oppositional politics. Part I of the paper examines how the media representations of the relations between moderni-zation and rural poverty are framed by binary pairs, how the diminishing of the self legitimizes the violences of the modernization processes, and how moderni-zation should be understood not merely as a domestic solution for domestic prob-lems, but should be read together with the movements of colonization and globali-zation. Part II of the paper examines practices constituting a difference to the "dissemination" and "over-determination" effects of globalization on China's tra-jectory of modernization. One case in point is the rural reconstruction movement carried out in a relatively self-conscious manner in resisting the colonizing effects of processes of globalization and countering the very logic of this development.

Wigbert Flock
Social Environment and Neoliberalism. An Empirical Study about the urban popular sectors in Chile.

Chile's neoliberal system has produced high growth rates, low inflation and growing exports but was not able to close the gap between rich and poor. The so called chilean model created a deep social inequality with winners and losers destroying the potential of self-organization in the popular sectors. This article specially provides a summary of an empirical research - which emphasizes qualitative aspects - sought to determine self-organization in a densely populated poor area in Santiago de Chile by carrying out an ethnographic analysis of the prevailing social conditions there, while attempting to keep the interpretations of local actors in the foreground. It shows that neoliberal policy may be successful in reducing pauperism, but only by aggravating the econo-mical and politcal gap between poor and rich.

Hans Löfgren & Prabodh Malhotra
The rise of India's pharmaceutical industry: Transforming the global competitive landscape?

India from the 1970s built a large pharmaceutical industry through an array of measures in support of domestic firms. The absence of product patents enabled Indian companies to become world leading producers of generic versions of active pharmaceutical ingredients (APIs) and drugs patented in Western markets. Low costs and a strong engi-neering tradition continue to sustain competitive strength. The implementation of the World Trade Organization (WTO) TRIPS regime in 2005 is driving change within the industry. Key elements of the present shake-up include the return to India of big pharma companies on a large scale and the emergence of several Indian firms that aim to become fully-fledged research-based multinationals. This article provides a description of the development and structure of the Indian pharmaceutical industry and explores questions and challenges arising from its integration into global markets. It is argued that the predominant trend is for India's leading drug firms to be integrated as suppliers into the global innovation and production networks controlled by big pharma.

Johannes Harnischfeger
Ethnic Self-determination and Democracy. Minority Ethnic Groups and Militias in the Nigerdelta

With the transition to democracy in 1999, ethnic and religious conflicts in Nigeria have escalated. In the Nigerdelta, representatives of the Ijaw, Ogoni and other minority peoples are calling for control over "their" oil resources and for a greater share of the oil revenues. But they cannot attain these aims by operating through democratic institu-tions. Majority decisions in the national assembly will not bring a solution which the minorities would see as fair. So the Delta activists have resorted to violence, attacking oil installations in order to put pressure on the central government and on multinational oil companies. However, giving in to their demands and raising the share of oil revenues will not solve the problems. The six minority states in the Delta region have received billions of dollars in recent years, but the money has bypassed the people. Elected go-vernors and local government chairmen have misappropriated most of it, as the local population cannot make use of the new democratic institutions to enforce accounta-bility. As a way out, rebel leaders and their young followers are calling for a break with the Nigerian state and the establishment of ethnic republics. But ethnic autonomy will not empower the Delta population. Among local communities there are no com-mon institutions which could ensure an equitable distribution of the oil resources. Where the central government has lost control, militias are fighting each other for a share of the booty.

Zitation
Peripherie 103 (26. Jg. 2006), 3. in: H-Soz-Kult, 30.10.2006, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-3033>.
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