Deutschland Archiv Online (2011), 4

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Deutschland Archiv Online (2011), 4.
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Innere Sicherheit


Hrsg. v.
W. Bertelsmann Verlag Bielefeld im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn
Heft(e)
04
Erschienen
Bielefeld 2011: W. Bertelsmann Verlag
Herausgeber d. Zeitschrift
W. Bertelsmann Verlag Bielefeld im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn
Erscheinungsweise
Monatlich
Kontakt
]init[ Redaktion Köpenicker Straße 9 10997 Berlin

„Innere Sicherheit“ ist für jedes politische System notwendig. Dient sie in demokratischen Gesellschaften der Sicherung der politischen Grundrechte ihrer Bürger, so verstehen diktatorische Systeme darunter allerdings in erster Linie die Ausschaltung politischer Gegner, sogenannter „innerer Feinde“. Dieses Ziel ist jedoch auch Demokratien nicht fremd, wie die Diskussionen um schärfere Sicherheitsgesetze sowohl im Kampf gegen den Linksterrorismus der 1970er-Jahre als auch in der Gegenwart zeigen.

ZEITGESCHICHTE/ZEITGESCHEHEN

Tobias Wunschik: Risse in der Sicherheitsarchitektur des SED-Regimes. Staatssicherheit und Ministerium des Inneren in der Ära Honecker,
http://www.bpb.de/themen/FNHBYQ,0,0,Risse_in_der_Sicherheitsarchitektur_des_SEDRegimes.html
Staatssicherheit und Volkspolizei waren die wichtigsten Säulen der inneren Repression, gerade in der Ära Honecker. Doch herrschte zwischen den beiden Apparaten eher Kooperation oder Konfrontation?

Heidrun Budde: Vopo – Beruf für Auserwählte,
http://www.bpb.de/themen/HNTWOK,0,Vopo%96_Beruf_f%FCr_Auserw%E4hlte.html
Das SED-Regime ignorierte das Recht immer dann, wenn es politisch geboten erschien. Die hier aufgezeigte gemeinsame Vorgehensweise von Polizei und Staatssicherheit zur Rekrutierung von willfährigen Helfern des Systems war Willkür in extremer Ausprägung.

Marcus Sonntag: DDR-Arbeitslager – Orte der Schaffung eines "neuen Menschen",
http://www.bpb.de/themen/BLBZI0,0,DDRArbeitslager%96_Orte_der_Schaffung_eines_neuen_Menschen.html
In den Arbeitslagern der DDR sollten Häftlinge zu kommunistischen Menschen erzogen werden. Die Realität und der Alltag in den Lagern sahen sehr viel nüchterner aus. Anspruch und Wirklichkeit des Erziehungsversuchs werden hier anhand von Gefangenenakten untersucht.

DOKUMENTATION

Thomas Moser: Verena Becker und das Buback-Attentat – RAF und Verfassungsschutz. Interview mit dem Politikwissenschaftler Wolfgang Kraushaar,
http://www.bpb.de/themen/GH7B0N,0,Verena_Becker_und_das_BubackAttentat%96_RAF_und_Verfassungsschutz.html
Mit dem Mord an Generalbundesanwalt Siegfried Buback beginnt eine Serie mörderischer Anschläge der "Rote Armee Fraktion" auf Institutionen der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1977. Der Prozess gegen Verena Becker soll nun Licht in das Dunkel des Buback-Mordes bringen, wirft aber zugleich einige neue Fragen auf.
War das ehemalige RAF-Mitglied Verena Becker am Attentat auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback beteiligt? Und in welcher Beziehung stand sie zum Verfassungsschutz? Fragen, die der Prozess gegen Becker klären soll. Prozessbeobachter Thomas Moser stellte sie dem Politologen Wolfgang Kraushaar.

FORUM

Hermann Weber: Die SED und der Titoismus. Wolfgang Leonhard zum 90. Geburtstag,
http://www.bpb.de/themen/PQ3CU9,0,Die_SED_und_der_Titoismus.html
In der SED-Diktatur gehörte der "Kampf gegen Abweichungen" immer zu den Grundregeln. Trotzkismus und Sozialdemokratie, Opportunismus, Sektierertum u.a. waren ständig anzugreifen. Titoismus galt nur von 1948 bis 1956 als parteifeindlich.

Markus Porsche-Ludwig: Der Staat im Osten. Zu Martin Draths Charakeristik eines totalitären Regimes,
http://www.bpb.de/themen/ONJXTB,0,Der_Staat_im_Osten.html
Zum System der SED-Diktatur existiert noch immer keine allgemein anerkannte Theorie. Das zeigen die Bilanzen zu 20 Jahren DDR-Forschung seit dem Umbruch 1989/90. Um "neue" Anregungen zu erhalten, werden Martin Draths Überlegungen zum totalitären Charakter des SED-Staates (bzw. der SBZ) näher beleuchtet.

LITERATURJOURNAL

Armin Pfahl-Traughber: Staatlicher Umgang mit Linksextremismus,
http://www.bpb.de/themen/VN6DXQ,0,Staatlicher_Umgang_mit_Linksterrorismus.html
Sammelrezension zu:
Stephan Scheiper: Innere Sicherheit. Politische Anti-Terror-Konzepte in der Bundesrepublik Deutschland während der 1970er-Jahre, Paderborn: Schöningh 2010, 452 S., € 48,–, ISBN 97835036769237.
Volker Friedrich Drecktrah (Hg.): Die RAF und die Justiz. Nachwirkungen des "Deutschen Herbstes", München: Meidenbauer 2010, 278 S., € 42,90, ISBN 97838997517864.
Johannes Hürter, Gian Enrico Rusconi (Hg.): Die bleiernen Jahre. Staat und Terrorismus in der Bundesrepublik Deutschland und Italien 1969–1982 (Zeitgeschichte im Gespräch; 8), München: Oldenbourg 2010, 128 S., € 16,80, ISBN 973486596434.

Harald Schmid: Rechtsextremismus, Populismus und Juden in Deutschland,
http://www.bpb.de/themen/OA399M,0,0,Rechtsextremismus_Populismus_und_Juden_in_Deutschland.html
Sammelrezension zu:
Kristian Buchna: Nationale Sammlung an Rhein und Ruhr. Friedrich Middelhauve und die nordrhein-westfälische FDP 1945–1953 (Schriftenreihe der Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte; 101), München: Oldenbourg 2010, 248 S., € 24,80, ISBN: 9783486598025.
Jan-Ole Prasse: Der kurze Höhenflug der NPD. Rechtsextreme Wahlerfolge der 1960er Jahre, Marburg: Tectum 2010, 165 S., € 24,90, ISBN: 9783828822825.
Harald Bergsdorf: Fakten statt Fälschungen. Argumente gegen rechtsextreme Parolen, München: Olzog 2010, 160 S., € 14,90, ISBN: 9783789282744.
Friso Wielenga, Florian Hartleb (Hg.): Populismus in der modernen Demokratie. Die Niederlande und Deutschland im Vergleich, Münster u.a.: Waxmann 2011, 220 S., € 14,90, ISBN: 9783830924449.
Detlef Joseph: Die DDR und die Juden. Eine kritische Untersuchung – mit einer Bibliografie von Renate Kirchner, Berlin: Das Neue Berlin 2010, 400 S., € 19,95, ISBN: 9783360019905.
Y. Michal Bodemann, Micha Brumlik (Hg.): Juden in Deutschland – Deutschland in den Juden. Neue Perspektiven, Göttingen: Wallstein 2010, 294 S., € 19,–, ISBN: 9783835307803.

Zitation
Deutschland Archiv Online (2011), 4. in: H-Soz-Kult, 09.05.2011, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-6147>.
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