Lit-link - Literaturverwaltungs- und Karteisystem für Geistes- und Sozialwissenschaften

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Titel
Lit-link - Literaturverwaltungs- und Karteisystem für Geistes- und Sozialwissenschaften.


Hrsg. v.
Sarasin, Philipp: Historisches Seminar der Universität Zürich (Konzept und Entwicklung), <psarasin@hist.unizh.ch>
Rezensiert für H-Soz-Kult von
Sebastian Haumann

Anfang Mai 2006 ist die Literaturverwaltungssoftware LitLink in der neuen Version 2.0 erschienen und steht zum kostenlosen Download auf www.lit-link.ch bereit. Die relationale Datenbank zur Organisation von Literatur, Exzerpten und Notizen wurde an den Universitäten Basel und Zürich für den Einsatz bei historischen Recherchen konzipiert.

LitLink 2.0 organisiert Informationen auf drei Ebenen. Zentraler Verknüpfungspunkt sind die Autoren, denen Literatur verschiedener Typen zugeordnet werden kann. Allerdings ist es im Gegensatz zu den meisten anderen Datenbanken zur Literaturverwaltung nicht zwingend erforderlich, einen Autor zu benennen. Insbesondere bei der Auswertung von Archivalien, deren Urheber nicht zu ermitteln ist, ist dies in der Praxis von Vorteil. Die zweite Ebene bilden die einzelnen Arten von Dokumenten. LitLink 2.0 integriert alle Typen von Sekundärliteratur in einer Eingabemaske. Unterscheidungen zwischen Monografien, Sammelbandbeiträgen oder Zeitschriftenaufsätzen ergeben sich aus den Informationen, die der Nutzer eingibt. Neu seit der letzten Version 1.6 hinzugekommen sind die Möglichkeiten, Archivalien und Bilder zu erfassen. Erst diese Möglichkeiten machen das Programm für Historiker wirklich interessant. Wo man bisher bei der Arbeit mit Archivalien in vorhandenen Datenbanken “schummeln” musste, stellt LitLink 2.0 explizit eine Kategorie dafür zur Verfügung. Als dritte Ebene lassen sich in dieser Datenbank Karteikarten mit Zitaten und Kommentaren erstellen, die den jeweiligen Dokumenten anfügt werden können.

Im Aufbau ähnelt LitLink 2.0 anderen Programmen zur Literaturverwaltung, geht aber mit seinen unzähligen Verknüpfungsmöglichkeiten, die sowohl auf Referenzen innerhalb der Datenbank, als auch auf externe Ressourcen verweisen können, über diese hinaus. Hier sei nur ein besonders interessanter Verknüpfungspunkt erwähnt. Nutzerinnen und Nutzer können Bilder Archivalien zuordnen, um so etwa digitale Fotografien von Archivalien zu verwalten.
Zur Organisation der Informationen bieten neben der Schlagwortvergabe die Erstellung einer Timeline und die Zuordnung zu Projekten sinnvolle Kriterien. Jedes Dokument, aber auch jede Karteikarte kann mit einem eindeutigen Datum versehen werden. Lässt man sich die Karteikarten nach Datierung sortiert ausgeben, erhält man eine Chronologie. Neben der Sortierung nach Datum gilt auch hier, die Möglichkeiten, sich Informationen sortieren zu lassen sind sehr umfangreich. Als oberste Organisationsebene ist das Kriterium “Projekte” gedacht, um paralleles Arbeiten an mehreren Themenschwerpunkten zu erleichtern. Weniger einfach ist dagegen, eine Auswahl zu treffen. Nicht nur, dass es keine Funktion dafür gibt, Informationen etwa zu einem bestimmten Schlagwort anzeigen zu lassen, sondern das Programm schränkt die Anzeige von Informationen abhängig vom “Weg” ein, den der Nutzer genommen hat, ohne dass die Kriterien, die dieser Auswahl zugrunde liegen erkennbar sind. Eine Auswahl nach Schlagwörtern ist nur über den Umweg der Suchfunktion möglich, allerdings verliert man dabei sehr leicht den Überblick. Was fehlt ist ein Modul, mit dem sich nachvollziehen lässt, nach welchen Kriterien eine Auswahl zu Stande gekommen ist, mit dem sich auch Schnittmengen mehrerer Kriterien bilden ließen.

Bei der Eingabe von Informationen zeichnet sich LitLink 2.0 durch seine Flexibilität aus. Grundsätzlich können Angaben eingetragen oder auch geändert werden, unabhängig davon, ob andere Informationen zu dem gleichen Eintrag vorhanden sind. Zwar sind einige Felder indiziert, d.h. man kann aus vorgegebenen Begriffen wählen, um Tippfehler zu vermeiden, aber man ist wiederum nicht zwingend daran gebunden. Ebenso sind die Zitierformen zwar standardmäßig vorgegeben, aber auch hier kann der Benutzer beliebig eingreifen. Etwas gewöhnungsbedürftig sind dagegen die Ausgabemöglichkeiten der Software. Neben einigen vorgegebenen Exportfiltern, ist man weitestgehend darauf angewiesen aus einer Vielzahl von Feldern selbst auszuwählen, welche exportiert werden sollen.

Fazit: LitLink 2.0 ist sehr flexibel. Alle Arten von Informationen lassen sich sinnvoll in die Datenbank einbinden. Die Möglichkeiten, Verknüpfungen herzustellen sind umfangreich. Allerdings leidet die Übersichtlichkeit darunter. Dieser Eindruck verstärkt sich auf der Output-Seite, will man eine Auswahl treffen bzw. Daten exportieren.

Zitation
Sebastian Haumann: Rezension zu: Sarasin, Philipp: Historisches Seminar der Universität Zürich (Konzept und Entwicklung), <psarasin@hist.unizh.ch> (Hrsg.): Lit-link - Literaturverwaltungs- und Karteisystem für Geistes- und Sozialwissenschaften. , in: H-Soz-Kult, 15.07.2006, <www.hsozkult.de/webreview/id/rezwww-130>.
Redaktion
Veröffentlicht am
15.07.2006
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