Historische Authentizität: Individuen und Gesellschaften auf der Suche nach dem Selbst – ein Forschungsbericht

Historische Authentizität ist eine zentrale Kategorie im Umgang mit der Vergangenheit. Der Forschungsbericht führt in neuere Arbeiten über Konzepte und Semantiken des Authentischen ein und beschäftigt sich mit Veröffentlichungen zum Thema personen- und gruppenbezogener Authentizitätsvorstellungen im Hinblick auf Identität und Wandel von Individuen und Gemeinschaften. Er gibt einen Einblick in Publikationen aus dem Feld empirischer und materieller Authentizitätsfeststellungen in den Archiv-, Editions- und Restaurierungswissenschaften im Spannungsfeld von Original und Kopien sowie in Literatur zur Authentisierung von Orten und Räumen anhand von Museen, Städten und architektonischen Bauten, Gedenkstätten und Geschichtstourismus. Als zentrales Desiderat der Forschung wird die Aufgabe deutlich, Prozesse und Akteure der Authentisierung in verschiedenen historisch arbeitenden Disziplinen vergleichend zu untersuchen.

Abstract

Historical Authenticity is a central category in dealing with the past. This literature review gives an insight into studies which deal with concepts and semantics of authenticity and with subject- and group-related ideas of the authentic. It deals with publications in the field of edition philology and archival and restoration practice and theory that address issues surrounding the value of originals and copies and their interrelationships. Furthermore, the article reviews new contributions to the authentication of spaces: museums, cities, architectural ensembles, memorial sites and history tourism. The author suggests that further comparative and interdisciplinary research is needed on the processes, actors and institutions of authentication.

Von
Achim Saupe, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

Übersicht

1. Konzepte und Semantiken des Authentischen im historischen Wandel
2. Personale Authentizität, Identität und Subjektivierung
3. Empirische und materielle Authentizität
3.1. Archiv- und Editionswissenschaften
3.2. Original, Kopie, Fake und Fälschung
4. Orte und Räume des Authentischen
4.1. Museen
4.2. Denkmalpflege, Baukultur, „Welterbe“-Diskurs, Urban Heritage
4.3. Geschichtstourismus
4.4. Gedenkstätten
5. Methodische Zugriffe und Ausblick


Abb. 1: Blick in das restaurierte, im Stil der 1920er-Jahre eingerichtete Ferienhaus „Tautes Heim“. Das Haus ist Teil des UNESCO-Welterbes Hufeisensiedlung in Berlin-Britz.
(Wikimedia Commons, BenBuschfeld, TautesHeim Ferienhaus in Hufeisensiedlung 2011 ©Promo www.tautes-heim.de, CC BY 3.0, <http://bit.ly/2fGmUOm>)

Der Topos des Authentischen als Sehnsuchtsort historischer Selbstvergewisserung, als Referenzpunkt von Wahrheit und Wahrhaftigkeit, als vielfach dekonstruiertes Phänomen und Medieneffekt beschäftigt seit Neuerem auch historisch arbeitende Disziplinen, nicht zuletzt den 2013 gegründeten Leibniz-Forschungsverbund zum Thema „Historische Authentizität“.[1] Dabei wird an Fragen angeknüpft, die zuvor besonders in der Ethnologie und den Empirischen Kulturwissenschaften, den Theater- und Medienwissenschaften oder auch der Philosophie diskutiert worden sind. Der Forschungsbericht führt erstens in neuere Arbeiten über Konzepte und Semantiken des Authentischen ein, beschäftigt sich zweitens mit Veröffentlichungen zu personaler Authentizität, Identität und Subjektivierung, drittens mit Publikationen aus dem Feld empirischer und materieller Authentizitätszuschreibungen sowie viertens mit Literatur zur Authentisierung von Orten und Räumen anhand von Museen, Städten, Geschichtstourismus und Gedenkstätten.[2]

Diese Bandbreite macht deutlich, dass es sich um ein interdisziplinäres, offenes und vielfach anschlussfähiges Forschungsfeld handelt, dessen Spezifik und Relevanz sich gerade im verknüpfenden Blick zwischen unterschiedlichen Disziplinen erschließt.[3] Mit ihm sind zunächst Fragen verbunden, die auf eine epistemologische und historisierende Reflexion historischer Erkenntnis zielen. Zugleich dient es pragmatischen, forschungsbasierten Anwendungszusammenhängen und Vermittlungspraktiken, für die Fragen nach der Konstruktionslogik historischen Wissens und damit auch ihrer eigenen Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit zentral sind. Das breite Spektrum dieser Themen, zu denen jeweils eine Fülle von Spezialstudien vorliegt, bringt es mit sich, dass die neuere Literatur hier keinesfalls vollständig einbezogen, referiert und bewertet werden kann, sondern lediglich in einer problemorientierten Auswahl.

Authentizität ist offensichtlich ein Zeitphänomen, welches derzeit (wieder einmal) Konjunktur hat. In der neueren Karriere des Authentizitätsbegriffs ist eine „Sehnsucht nach Unmittelbarkeit, nach Ursprünglichkeit, nach Echtheit und Wahrhaftigkeit und nicht zuletzt nach Eigentlichkeit“ zu spüren, die von einer „global betriebenen Authentizitätsindustrie betreut, kanalisiert und ausgenutzt“ werden kann.[4] In Frage steht allerdings, ob damit heute tatsächlich noch das „Ursprüngliche“ und „Originale“ gemeint ist, oder ob die derzeitige „Renaissance der Authentizität“[5] schon eine Reaktion auf veränderte Vorstellungen von Echtheit und Originalität ist. Insofern ist unter anderem zu prüfen, inwiefern sich der Historismus um 1900 von jenem neuen Historismus unterscheidet, der mit dem Blick auf die Geschichtskultur seit den 1970er-Jahren und verstärkt dann seit den 1990er-Jahren in der „Zweiten Moderne“ diagnostiziert worden ist.[6]

Wie der Romanist Michael Rössner und die Historikerin Heidemarie Uhl feststellen, sind „Vorstellungen von Echtheit, Eigentlichkeit, Unmittelbarkeit, Ursprünglichkeit […] gesellschaftlich bedingte, kontingente Konstrukte“, und Authentizität ist insofern ein vielfach „dekonstruierter Begriff“.[7] Dennoch beziehen sich nicht nur der populäre Geschichtsdiskurs und die populäre Wissensvermittlung auf den magischen Reiz des Echten, sondern beruhen auch wissenschaftliche, hier insbesondere geschichtswissenschaftliche Praktiken auf der Authentifizierung und Authentisierung ihrer Wissensbestände, Argumente und Narrative.[8]Authentifizierung meint dabei vor allem wissenschaftliche Praktiken der Identifizierung, Authentisierung dagegen Prozesse und diskursive Praxen der Beglaubigung, die der kulturellen Markierung dienen und damit als zentrale Aspekte der gesellschaftlichen Konstruktion sozialer Wirklichkeit bzw. kultureller Werte aufzufassen sind. Diese beiden Aspekte der Legitimierung historischen Wissens schließen an Fragen nach der Herstellung von Evidenz in den Kulturwissenschaften an, die seit den Cultural Turns der letzten Jahrzehnte und mit den Forschungen zur materiellen Kultur ein neues Gewicht erhalten haben.[9]

In der Literatur zum schillernden Authentizitätsbegriff wird oft unterschieden zwischen „Subjekt-“ und „Objektauthentizität“ bzw. zwischen einerseits personalen und kollektiven Authentizitätsvorstellungen sowie andererseits empirischen und materiellen Authentizitätsfeststellungen.[10] Dies ist heuristisch sinnvoll, gerade wenn es um die Frage geht, inwieweit man das Authentizitätskonzept als analytische Kategorie benutzen kann. Aus einer historischen Perspektive, die sich zunächst einmal dem Sprachgebrauch und verschiedensten Anwendungen des „Authentischmachens“ in diversen Diskursen und kulturellen Kontexten widmet, sind dabei allerdings stets die Konvergenzen beider Dimensionen zu untersuchen. Denn gerade so gerät der Wert der Zuschreibung empirischer und materieller Authentizität für Subjekte in den Blick.

1. Konzepte und Semantiken des Authentischen im historischen Wandel
Erörterungen des Authentizitätsbegriffs in verwandten Kulturwissenschaften, zum Beispiel in der Anthropologie und Ethnographie, in den Medienwissenschaften, in der Museologie sowie in der Stadt- und Architekturforschung betonen stets die Unschärfe des Begriffs und seine Polysemie. Der Authentizitätsbegriff lässt sich kaum fixieren, zumal er in unterschiedlichen Kontexten jeweils differierende Bedeutungen gewinnen kann.[11] Eine einheitliche Definition ist daher nicht anzustreben – auch wenn die Behauptung zu weit geht, dass man es mit „at least as many definitions of authenticity as there are those who write about it“ zu tun hätte.[12]

Positiv gewendet liegt der Reiz der Auseinandersetzung mit Fragen der Zuschreibung von historischer Authentizität in einer – oft bereits in anderen Disziplinen entzifferten – paradoxalen Struktur: Diese ist etwa darin begründet, dass der Eindruck von Authentizität Unmittelbarkeit und Darstellungsunabhängigkeit suggeriert, aber eben auf Darstellung und Repräsentation angewiesen ist; dass die touristische oder wissenschaftliche Beobachtung eines „authentischen“ kulturellen Inventars eine Beobachterposition voraussetzt, die in die beobachteten kulturellen Praxen (partiell) eingreift und Transformationen auf der Seite von Beobachteten und Bobachtenden auslöst; dass das Originale nur vor dem Hintergrund seiner Fälschung, das Einmalige nur vor dem Hintergrund von Serie, Wiederholung und Reproduktion, das Erste nur im Hinblick auf das Spätere entziffert werden kann; dass das Eigene zum Fremden führt und die Identität der Person Fragen nach der biografischen Illusion aufwirft; und dass die Sehnsucht nach dem Authentischen unweigerlich in ein zeitliches und räumliches Spannungsverhältnis von Nähe und Distanz mündet.[13]

Auch wenn man in der Forschung immer wieder auf qualifizierte Einführungen zum Begriff des Authentischen trifft, so kann man doch feststellen, dass begriffsgeschichtliche Arbeiten im engeren Sinne bisher nur aus der Perspektive der Literaturwissenschaften bzw. der ästhetischen Theorie und Philosophie vorliegen. Hier sind insbesondere die Arbeiten der Literaturwissenschaftlerin und Romanistin Susanne Knaller zu erwähnen.[14] In ihrem Buch „Ein Wort aus der Fremde“ geht Knaller dem Begriff in der ästhetischen Theorie grundlegend nach. Dabei zeigt sie anhand von Briefromanen sowie Poetiken des 18. Jahrhunderts bis hin zur Architekturfotografie und der Autobiografie der Gegenwart, wie sich der Diskurs über Fragen nach der Wahrhaftigkeit und Originalität hin zur Authentizität bewegt. Knaller unterscheidet zwischen Referenzauthentizität, Kunstauthentizität und Subjektauthentizität als Angelpunkten des Begriffs.[15] Die ästhetische und kunsttheoretische Dimension des Authentizitätskonzepts sei hier nur kurz erwähnt, da das Feld relativ gut erschlossen erscheint und nicht zum Kernbereich der Fragen nach historischer Authentizität gehört.[16] Genannt werden sollen allerdings neuere medientheoretische[17] sowie narratologische Zugänge[18], da hier nicht nur die problematische Referentialität bzw. Relationalität des Authentischen verhandelt wird (etwa im Dokumentarfilm, aber auch im Spielfilm), sondern gleichzeitig die Bedeutung des Authentischen in der politischen Kommunikation.[19] Damit schließen solche Zugänge an Arbeiten an, die die Zuschreibung von Authentizität besonders im Hinblick auf Repräsentationen in unterschiedlichen Medien und Performanzen untersucht haben.[20]

Eine der zentralen Forschungsfragen lautet, inwieweit sich das Konzept des Authentischen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verändert hat und inwieweit es überhaupt möglich ist, es längerfristig zu historisieren, wenn man das Authentizitätsverlangen nicht als eine anthropologische Konstante begreift.[21] Knaller spricht aus ästhetik-, literatur- und philosophiegeschichtlicher Perspektive von einem Begriffswandel in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts – ein wichtiger Angelpunkt ist für sie die ästhetische Theorie Adornos, wobei man hier wohl auch stärker auf die Übersetzung von Heideggers Eigentlichkeits-Begriff ins Englische und seinen Transfer in andere Sprachen verweisen müsste. Im Rahmen der Kunsttheorie der Moderne wird Authentizität ein eigenständiger ästhetischer Wert: Ein authentisches Kunstwerk ist nicht nur echt, unverfälscht und originell, sondern – etwa bei Adorno – wahrhaftig aufgrund seiner „vermittelten Unmittelbarkeit“ oder seiner Fähigkeit, „Prozess und Augenblick in eins“ wahrnehmbar zu machen.[22] Offensichtlich ist, dass die heutige Bedeutungsvielfalt des Begriffs, insbesondere hinsichtlich seiner subjektbezogenen Dimension und damit auch seiner Funktion als Gegenbegriff zu „Verdinglichung“ und „Entfremdung“, lange Zeit nicht gegeben war: „Authentisch“ bezog sich seit dem späten 16. Jahrhundert in der Amts- und Kanzleisprache auf die autorisierte Deutung eines (Gesetzes-)Textes oder eine beglaubigte Abschrift – im Sinne von „amtlich (geprüft, bezeugt, bescheinigt), echt; rechtmäßig, legitim, gültig; maßgeblich, verbindlich, gesichert, objektiv, anerkannt, bewährt“ – und im religiösen Bereich unter anderem auf Authentiken, die Reliquien ihren Echtheitsstatus bestätigten.[23] Im 18. Jahrhundert wurde der Begriff – im Vergleich zum heutigen Sprachgebrauch freilich seltener – dann auch in historischen und literaturtheoretischen Zusammenhängen genutzt, sowohl im Sinne von „original-, urschriftlich; urkundlich, beurkundet, beglaubigt“, als auch im Zusammenhang mit Augenzeugenberichten und im Hinblick auf historische oder publizistische Fakten und Quellen, die damit als „historisch, quellenkundlich, wissenschaftlich nachgeprüft, bezeugt, verbürgt, (ab)gesichert, verlässlich, korrekt; nachvollziehbar, glaubhaft, -würdig“ oder als „original-, text-, werkgetreu“ charakterisiert wurden.[24] Naturwissenschaftlich, vor Ort gewonnene Proben konnten das Prädikat „authentisch“ erhalten, und gegen Ende des 19. Jahrhunderts griffen die Konversationslexika ein ästhetisches Problem auf, das zugleich Fragen historischer Authentizität berührte: die authentische Interpretation von Werken der Musik, in der sich die Aporien historischer Aufführungspraxen erkennen lassen. Äußerst selten war und blieb hingegen ein subjektbezogener Gebrauch des Wortes: Die Charakterisierung von Individuen als authentisch ist weitestgehend eine Entwicklung, die seit dem letzten Drittel des 20. Jahrhunderts zu registrieren ist.

2. Personale Authentizität, Identität und Subjektivierung
Ideengeschichtlich ist das Authentizitätsideal mit der Entstehung des modernen Individuums verknüpft. Das subjektive bzw. „expressive“, immer aber auch für bestimmte soziale Gruppen und Milieus beanspruchte moderne Authentizitätsideal findet frühe Äußerungen bei Rousseau und Herder. Dieser personale Authentizitätsbegriff, der die Vorstellung in sich trägt, dass jeder Mensch – und darüber hinaus dann ein Volk und eine Nation – eine eigene originelle Persönlichkeit habe, bildete sich seit der Mitte des 18. Jahrhunderts im Pietismus, im Zuge der Aufklärung, in der Kultur der Empfindsamkeit und der Romantik auf unterschiedliche Weise aus und wurde dann unter anderem von den Lebensreformern um 1900 sowie von den Neuen Sozialen Bewegungen und dem New Age in den 1970er- und 1980er-Jahren in verschiedenen Varianten aufgegriffen und angeeignet.[25] Authentizität als „Treue zu sich selbst“ und zur eigenen „inneren Natur“ wird insofern als eine Quelle des modernen Selbst verstanden.[26]

Tatsächlich vermisst man – abgesehen von Charles Taylors maßgeblichem, aber eben philosophischem Werk „Quellen des Selbst“ – begriffsgeschichtlich informierte Ideengeschichten des Authentischen, und so sind die Semantiken dessen, was heute als „authentisch“ gilt, für frühere Zeiten kaum erforscht.[27] Am ehesten könnten hier – so möchte man meinen – Studien zur Fortschreibung romantischer Ideale weiterhelfen. Christian Saehrendts Buch „Gefühlige Zeiten. Die zwanghafte Suche nach dem Echten“ gehört nicht dazu, denn der Autor ist zwar der „Neo-Romantik im virtuellen Zeitalter“ auf der Spur, lässt historische Tiefenschärfe aber gänzlich vermissen.[28] Thomas Tripolds Studie „Die Kontinuität romantischer Ideen“ verspricht, der „Idee des authentischen Selbst“ in der Romantik, den gegenkulturellen Bewegungen der Lebensreform und der Counter Culture der 1960er-Jahre nachzugehen.[29] Zu deutlich orientiert sich der Kultursoziologe Tripold jedoch an Taylors Klassiker zum Thema und verlässt sich auch ansonsten stark auf die Sekundärliteratur. Sicher ist in den genannten Bewegungen vieles zu finden, was auf eine authentizitätsaffine Subjektkonstruktion hinweist, doch fehlt es dem Buch letztlich an übergreifenden systematischen Überlegungen, sodass die Problematik der Identitätskonstruktion vorschnell harmonisiert wird.[30]

Fragen nach Authentizität sind „deeply embedded in anthropological theory“.[31] Die Forderung an das moderne Individuum, „authentisch“ zu sein, ist in der einen oder anderen Weise immer eine Reaktion auf Zeitdiagnosen, die das Individuum als „entfremdet“ ansehen.[32] Zurückgeführt werden kann diese Entfremdung auf den zivilisatorischen Prozess der Moderne, eine kritisch gesehene Vergesellschaftung, etwa im Kontrast zur Entdeckung „traditioneller“ und scheinbar „authentischer“ Kulturen[33], die Auflösung klassischer Milieus oder aber auf die Entwicklung der Massen-, Konsum- und Informationsgesellschaft und damit auf Identitätsprobleme in (post)industriellen Gesellschaften sowie auf Prozesse der Individualisierung, Kommerzialisierung, Virtualisierung und Globalisierung der Lebenswelt.[34]

Die Sehnsucht nach Authentizität ist also nicht allein ein „Phänomen der Individualisierung oder der Kunst, sein Leben ‚richtig‘ zu führen“, sondern ein „Medium der Sozialität, das für das gesamte gesellschaftliche Leben relevant ist“.[35] Dabei haben feministische, dekonstruktivistische und postkoloniale Theorieansätze darauf hingewiesen, „dass das Konzept des Authentischen stets der (Re-)Konstruktion gewisser gesellschaftlicher Wirklichkeiten dient. Die Zuschreibung von Authentizität naturalisiert die letzteren – mitsamt den ihnen zugrundeliegenden hegemonialen Diskursen und Ideologien, welche wiederum den Gegensatz von Reinheit und Unreinheit, Eigenem und Anderem, propagieren.“[36] Diese Diagnose gilt insbesondere für kollektive Authentizitätszuschreibungen, die gerade im Zuge des Kolonialismus und rassistischer Herrschaftspraktiken virulent sind, wenn Kolonialisierten Attribute wie Ursprünglichkeit, Natürlichkeit und eben auch Authentizität (im Kontrast zur entfremdeten europäischen „Zivilisation“) zugeschrieben wurden.[37] Insofern können zentrale Erkenntnisinteressen der Postcolonial Studies als Authentisierungsprozesse (bzw. als Kritik daran) reformuliert werden und zu neuen Interpretationen führen.

Authentizitätszuschreibungen richten sich also an Individuen wie auch an kollektive Subjekte. Beide verbinden sich in dem aus historiografischer Perspektive wohl prominentesten deutschsprachigen Buch der letzten Jahre, das sich mit subjektbezogenen Authentizitätsvorstellungen beschäftigt: Sven Reichardts „Authentizität und Gemeinschaft“, welches mit diesen beiden Begriffen die Entstehung und die Praktiken des linksalternativen Milieus in der Bundesrepublik der 1970er- und 1980er-Jahre auslotet.[38] Reichardt legt beeindruckend dar, wie Linksalternative in ihren theoretischen Auseinandersetzungen eine revolutionäre Veränderung der Gesellschaft mit einem emotionalen Anliegen verknüpften, mit dem Ziel einer neuen „Gemeinschaftsbildung in einer als kalt […] wahrgenommenen Außenwelt“, die sich gegen technokratische Politik und erstarrte Machtverhältnisse richtete.[39] Dabei wurde die Marx’sche Ideologiekritik, die eine Aufklärung über die eigenen sozialen Voraussetzungen implizierte, mit einer „eigentümlich mit dem Begriff der Authentizität operierende[n] Kritik am fortschrittlich-technokratischen Modernisierungsoptimismus“ verknüpft. Zugleich wurde die Idee sozialer Gleichheit und Gerechtigkeit durch Forderungen nach Individualität, Innerlichkeit und ästhetischen Ausdrucksformen ergänzt.[40]

Reichardt nutzt den Authentizitätsbegriff als sowohl quellengestütztes wie auch analytisches Instrument, um den Wandel sozialer Rollen und Vorstellungen innerhalb der Neuen Linken (hier u.a. der Frauenbewegung, der Ökologie- und Anti-Atomkraft-Bewegung) zu beschreiben. Aus den von Reichardt zitierten Passagen seiner Akteure entspringt oft ein „authentischer“ Ausdruck, doch selten findet sich das Wort. Dafür gibt es vermutlich zwei Gründe: Erstens mag schon die Alternativbewegung erkannt haben, dass ein direkt verbalisierter Anspruch auf Authentizität unangemessen oder aber kontraproduktiv wirkt. Authentizität ist ein performanzabhängiges Kommunikationssignal, das zur Zuschreibung von Authentizität durch Rezipierende führt. Insofern ist es folgerichtig, dass Reichardt den Authentizitätstopos im Habitus aufspürt.[41]

Mit dieser methodologischen Entscheidung gerät aber zweitens der Diskurs über das Authentische etwas aus dem Blick. Unter dem Begriff subsumiert Reichardt insgesamt das Streben nach „Autonomie, Selbstbestimmung, Subjektivität, Natürlichkeit und Ganzheitlichkeit“ sowie eine körperlich erfahrene Sinnlichkeit, die nicht zuletzt für eine Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit und einer als „geschichtsvergessen“ angesehenen Elterngeneration genutzt wurde.[42] Bei der Lektüre scheint die Frage auf, ob der Sammelbegriff des Authentischen nicht doch stärker von Autonomie- und Selbstbestimmungskonzepten, die in der Neuen Linken so virulent waren, unterschieden werden müsste.[43] Lässt sich – so könnte man fragen – der Ruf nach Selbstbestimmung in der Frauenbewegung oder auch in der Debatte über Abtreibung nicht stärker auf Autonomie und das Recht auf einen selbstbestimmten Umgang mit dem eigenen Körper beziehen? Spielte „Authentizität“ als Habitus und Vorstellung tatsächlich eine derart zentrale Rolle?

Die Differenz von Authentizität und Autonomie ist freilich höchst umstritten, nicht nur in zeitgenössischen Debatten, sondern auch in aktuellen philosophischen Erörterungen. Sind es alternative Konzepte oder zwei Seiten derselben Medaille? Für das Letztere spricht sich die Philosophin Beate Rössler aus: Autonomie befähige dazu, „rationale moralische Prinzipien selbst wählen und sich ihnen entsprechend verhalten zu können“, sei also Grundvoraussetzung für Handlungs- und Entscheidungsfreiheit. Authentisch seien wir demgegenüber dann, „wenn wir uns auf unser Selbstsein besinnen“ und uns mit den eigenen „Wünschen und Handlungen […] identifizieren“ können.[44] Interessant wäre es also gewesen, derartige Begriffsbestimmungen in den zeitgenössischen Diskursen stärker zu beachten, was möglicherweise dazu geführt hätte, das politische Moment der Neuen Linken in allen ihren Schattierungen stärker zu betonen. Bedenkt man zudem, dass der Authentizitätsdiskurs eine scharfe Kritik gefunden hat – im neokonservativ-kulturkritischen Duktus bei Lionel Trilling und Christopher Lasch und eher liberal bei Richard Sennett[45] – und erst seit den Arbeiten von Charles Taylor und Allessandro Ferrara philosophisch rehabilitiert wurde, verwundert es, dass dieser Kritik an dem mit dem Authentizitätsideal immer auch verbundenen apolitischen Charakter nicht weiter nachgegangen wird.

Direkt anschließen lässt sich das besonders in den Sozialwissenschaften viel rezipierte Werk „Der neue Geist des Kapitalismus“ von Luc Boltanski und Ève Chiapello, denn mit ihren Ausführungen zur „Künstlerkritik“ der „1968er“ bzw. der Avantgarden der 1960er- und 1970er-Jahre berührt es direkt Fragen des Authentizitätsdiskurses in den Neuen Sozialen Bewegungen.[46] Boltanski und Chiapello zeichnen das Bild eines stets anpassungsfähigen Kapitalismus, der auch die Selbstverwirklichungsideale und Autonomieansprüche der „1968er“ erfolgreich integriert bzw. aufgesogen hat.[47] Wie sehr das „unternehmerische Selbst“ (Ulrich Bröckling) und „flache Hierarchien“ als Ideale moderner Führungstechnologien zu erkennen sind, zeigt sich tatsächlich in der Management-Literatur, die das Authentizitätsideal seit längerem für sich entdeckt hat.[48] Derartige Arbeiten bestätigen die Thesen von Boltanski und Chiapello und verweisen darauf, dass ehemals reformorientierte, alternative „Projekte“ ökonomisiert und Produkte oder Dienstleistungen im gleichen Zuge authentisiert wurden.[49] Inwieweit kommende historiografische Studien über alternative Ökonomien, über Genossenschaften oder zum globalen Fair Trade dies eventuell korrigieren oder modifizieren werden, bleibt abzuwarten.

Der gerade erschienene, in vielen Passagen kulturkritisch daherkommende Essay des Soziologen und Rektors der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin, Wolfgang Engler, greift diese Gedanken auf – mit weitgehender Unkenntnis des Forschungsstandes und vielleicht deshalb gerade da und dort anregend: Die Attraktivität des Authentizitätsstrebens gewinne seine verschiedenen Facetten dadurch, ob es auf das Individuum, das (von Engler durchaus geschätzte) Kollektiv oder auf die „Kapitalisierung der Persönlichkeit“ ausgerichtet sei.[50] Fragen eröffnen sich hier insbesondere für die gesellschaftliche Akzeptanz von verschiedenen Rollen, die Individuen legitim einnehmen können, im Gegensatz zu ihrer Funktionalisierung innerhalb einer durchökonomisierten Lebenswelt. Ideen bietet das Buch auch im Hinblick auf die Frage, wieviel Authentizität den Menschen der „arbeiterlichen Gesellschaft“ (Engler) der DDR möglich war. Letztlich gewinnt man allerdings den Eindruck, dass der Autor an dem Konzept eines stabilen „Kerns“ des Individuums festhalten möchte, was den Leser angesichts der ja gerade am Theater eingespielten Rollen und ihrer gesellschaftlichen Relevanz – Erving Goffmans „Wir alle spielen Theater“[51] wird etwa zitiert – doch sehr verwundert.

Interessant ist die Frage nach dem Wandel von subjekt- und gruppenbezogenen Authentizitätsidealen auch im Hinblick auf die Konzeption von Führungstechnologien und Herrschaftsformen im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts, nicht zuletzt in der Politik. Denn als Ideal politischer Kommunikation ist der Verweis auf die Authentizität von Aussage und Aussagendem – und weniger auf den Inhalt des Behaupteten – nicht mehr wegzudenken: als Treue zu sich, oder aber auch als Treue zu einem weitgehend fiktiven, „unverfälschten“ nationalen Selbst, das sich gegen „Eliten“ und „Andersgläubige“ aller Art wenden kann. Hier ließe sich die These aufstellen, dass der „Authentizitätspopulismus“[52] des beginnenden 21. Jahrhunderts – in seinen verschiedensten Mustern von Gerhard Schröder über Bernie Sanders bis zu Jeremy Corbyn, von Victor Orbán über Nigel Farage bis hin zu Vladimir Putin und Donald Trump – Formen „charismatischer Herrschaft“ in eine sich authentisch gerierende und als authentisch wahrgenommene Herrschaft überführt hat. Dazu gehören dann Narzissmus, Tweeds, Follower und Likes.

Immer wieder gebrauchte Redewendungen wie die „Suche“, die „Sehnsucht“, der „Wunsch“ und das „Verlangen“ nach Authentizität betonen die temporale, sinnstiftende und prozessabhängige Funktion dieses Topos.[53] Anthropologische Studien wie diejenigen Charles Lindholms, die systematisch sowie historisch vergleichend vorgehen, haben dabei auf viele interessante Themen im Feld von Selbstvergewisserung, von Authentizitätsansprüchen und -zuschreibungen hingewiesen.[54] Zu nennen sind etwa Diskurse über „authentisches“ Essen, über Tanz und (Folk-)Musik sowie eher klassische Themen wie die Erfindung nationaler und regionaler Traditionen, die freilich durch den „Welterbe“-Diskurs und hier insbesondere durch die relativ junge Auszeichnung von immateriellem Erbe nochmals Auftrieb bekommen haben. Lindholm fordert, Authentizitätsstreben und Authentizitätssuche nicht nur als Selbstvergewisserung von Individuen zu begreifen, sondern sie vor allem als soziales Konstrukt und kulturelle Praxis in gesellschaftlichen Kontexten zu entziffern.[55] Ganz ähnlich zielen auch einige in dem schon erwähnten Band von Rössner und Uhl versammelte Studien auf diese kulturellen Praktiken des Authentisierens von Vergangenheit im Rahmen der Ausbildung kollektiver Identitäten. Zu nennen sind hier etwa Michaela Mareks Beitrag über die Nationalisierung von Baustilen oder aber Rudolf Jaworskis Studie über die politische Instrumentalisierung von Trachten.[56] Diese Studien schließen an Forschungsrichtungen an, die sich seit den 1980er-Jahren mit der „Invention of Tradition“ und „Imagined Communities“ auseinandergesetzt haben.[57] Um sich aber als eigenständige Forschungsperspektive behaupten zu können, müssten jeweils die Strategien der Beglaubigung und Wiederbelebung stärker betont werden, die maßgeblich zum integrativen Effekt von Traditionen oder Weltbildern beitragen.

Mit dem Streben nach Authentizität auf einer individuellen und zugleich einer kollektiven Ebene beschäftigen sich auch die Anthropologen Thomas Fillitz und Jamie Saris. Was als Authentizitätsproblem artikuliert wird, ist für sie jeweils eine Reformulierung von kulturellen Werten und Normen in einer stets durch Globalisierung und kulturelle Transfers voranschreitenden Moderne. Die Beiträge gehen der Frage nach, wie durch Authentizitätsbehauptungen und -zuschreibungen Bedeutung generiert wird – und darüber Identität. Eines der Paradoxa und zentralen Ergebnisse ist dabei, dass die Suche nach Ursprüngen, nach Eigenständigkeiten und Zugehörigkeiten letztlich auf transkulturelle Hintergründe verweist.[58]

Insofern können kultur-, alltags-, mentalitäts-, mediengeschichtliche bis hin zu wirtschafts- und sozialhistorischen Analysen von Diskursen und Praktiken des Authentisierens Auskunft über das Selbstverständnis des modernen Subjekts und Prozesse der Subjektivierung geben. Die Erforschung von Authentizitätsdiskursen und -praktiken könnte so auch einen Beitrag zur Geschichte von grundlegenden Werten wie Freiheit, Privatheit und nicht zuletzt Identität leisten – und damit zur Kultur des Politischen. Interessant wäre dabei, Vorstellungen von Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung im Hinblick auf die jeweilige Aneignung von Geschichte stärker zu berücksichtigen – etwa in Geschichtswerkstätten, um nur ein Beispiel zu nennen.

Auf dem Feld der Geschichts- und Identitätspolitik könnte man nach dem Zusammenhang von Authentizitätsvorstellungen sowie politischem und gesellschaftlichem Wandel fragen, etwa wenn es um die Betonung vermeintlich authentischer Traditionsbestände geht. In einem solchen Rahmen könnten auch bisher wenig erforschte „Authentizitätspolitiken“ untersucht werden, etwa im postkolonialen Afrika[59], oder aber der Kampf marginalisierter Gruppen um Anerkennung, was zuletzt öfters unter dem Stichwort „politics of authenticity“ thematisiert wurde.[60] Um auch hier ein Beispiel zu nennen: Der immer wieder erhobene Anspruch auf Authentizität innerhalb der afroamerikanischen Community ist für den Ethnologen und Geschlechterforscher E. Patrick Johnson ein Feld permanenter Aushandlungsprozesse, das besonders durch neue Infragestellungen konkurrierender sozialer Gruppen entsteht: „Often, it is during times of crisis (social, cultural, or political) when the authenticity of older versions of blackness is called into question. These crises set the stage for ‘acting out’ identity politics, occasions when those excluded from the parameters of blackness invent their own.“[61]

Um diesen Abschnitt zur subjektbezogenen Authentizität im historischen Wandel zusammenzufassen: Die Mehrzahl der hier einbezogenen Studien widmet sich dem Authentischen anhand von sozialen Gruppen und weniger in Bezug auf Individuen. Die Authentizitätsproblematik kann aber auch in klassischen Feldern wie der Gedächtnis- und Erinnerungsforschung, der Biografieforschung[62] sowie der Auseinandersetzung mit (Zeit-)Zeugnissen, Memoiren und Nachlässen fruchtbar gemacht werden.[63] Stets ist dabei die Medialisierung in die Analyse einzubeziehen, denn der Eindruck des Authentischen resultiert – wie oft hervorgehoben worden ist – auf einer „vermittelten Unmittelbarkeit“ bzw. „Unvermitteltheit“. Sara Jones spricht in diesem Zusammenhang von „complementary authenticities“, die generell für die Zeugenschaft und den Zeugen eines historischen Ereignisses oder einer bestimmten Epoche entscheidend seien: Das ist bei ihr einerseits der Körper als Medium, andererseits die Erfahrung des Subjekts, und das ist die Emotionalität, die mit dem Eindruck des Authentischen einhergeht.[64] Hinzu kommen Aspekte des Intertextuellen (bzw. Intermedialen) und Zuschreibungen durch Rezipienten, sodass Subjektauthentizität nicht von Fragen der Repräsentation losgelöst werden kann.[65] Insofern lassen sich im Umgang mit Ego-Dokumenten und (fiktionalisierten) autobiografischen Texten[66] verschiedene Formen der Authentizitätsproduktion anhand von rhetorischen Modi, Narrativen und Medientechniken aufzeigen.[67] Dies gilt selbstverständlich ganz allgemein für Repräsentationen der Vergangenheit.[68] Dabei hängen Fragen der Wahrheit (im Sinne von faktischer Richtigkeit) und Glaubwürdigkeit der Repräsentation unweigerlich mit Aspekten empirischer und materieller Authentifizierung und Authentisierung zusammen.

3. Empirische und materielle Authentizität
In der wissenschaftlichen Praxis umfasst der Problemkreis empirischer und materieller Authentizität zunächst Formen der klassischen Heuristik und Kritik, Fragen nach der Auswahl wissenschaftlich relevanter Datenbestände, nach Echtheit und Glaubwürdigkeit kultureller Überlieferung, im oben genannten Sinn also nach Weisen der „Authentifizierung“. In diesem Feld hat man es mit einer empirisch vorgehenden, dokumentarischen, objekt- und materialbezogenen Prüfung von Authentizität zu tun: also mit klassischen Archivalien, überlieferten Texten, Traditionsbeständen, Artefakten und Überresten der Vergangenheit, deren Herkunft, Autorschaft und Entstehungskontext durch die Kritik oder durch den Einsatz moderner Technologien wie in der Archäologie[69] und den Bildwissenschaften ausgewiesen werden können. Dieser Bereich wird als das „empirische Moment“ von Authentizität, als „Objekt-“ bzw. „Referenzauthentizität“ bezeichnet. Sie „resultiert zumeist aus der Rückführbarkeit auf einen Urheber oder auf eine Zugehörigkeit“, die durch Institutionen, Autoritäten bzw. „Rezeptionsinstanzen“ hergestellt bzw. bestätigt wird.[70]

3.1. Archiv- und Editionswissenschaften
Auf Texte bezogen, werden als „authentisch“ gemeinhin solche Dokumente angesehen, deren Autorschaft eindeutig zu verifizieren ist. Ausgehend vom Griechischen und Lateinischen meinte der Begriff noch im 17. und 18. Jahrhundert neben „glaubwürdig“ insbesondere „autorisiert“.[71] Die „authentica interpretatio“ ist eine Deutung juristischer und religiöser Texte durch den Gesetzgeber und Landesherrn, der nicht widersprochen werden kann. Die damit verbundene Deutungsmacht von Institutionen und wissenschaftlichen Disziplinen, die zentrale Aspekte der Interpretation und Darstellung einschließt, überführt die wissenschaftshistorisch relevanten Fragen nach dem Wandel von Authentifizierungsstrategien allerdings in den Bereich, der hier als Authentisierung jenseits von „echt“ und „wahr“ verstanden wird.[72]

Im Zuge des „Archival Turn“[73], oder vielleicht besser: der Annäherung von Archiv- und Kulturwissenschaften im Anschluss an die eher metaphorische Benutzung des Archivbegriffs bei Michel Foucault und Jacques Derrida, ist die Frage intensiv diskutiert worden, wieviel Macht Archiven bei der Konstitution von Wissen und Geschichte zukommt.[74] Der Authentizitätsbegriff taucht dabei immer wieder auf, wenn auch nicht an zentraler Stelle. Einerseits wird er hier in seiner referentiellen, auf Wahrheit, Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit ausgerichteten Weise gebraucht, etwa wenn hervorgehoben wird, dass „anhand einer authentischen archivischen Überlieferung zu ‚wahren‘, will sagen: zutreffenden Aussagen über die Vergangenheit“ zu kommen sei.[75] Dazu dienen „authentische Archivalien“ in einem „authentischen Überlieferungszusammenhang“, den etwa das Provenienzprinzip herstellen kann.[76] Die Provenienzforschung, die in den letzten Jahren im Zuge von Restitutionsansprüchen schwunghaft angestiegen ist, kümmert sich in ihrer Praxis eher um Fragen der Authentifizierung als um diejenigen der Authentisierung. Dabei wäre durchaus zu überlegen, ob sich der Authentizitätsbegriff nicht verschiebt, wenn hier weniger auf Originalität und Autorschaft gezielt wird, sondern auf eine komplexe Dingbiografie, die Eigentums-, Besitz- und Obhutsverhältnisse eines Kunstwerks, Kultur- oder Archivguts in Museen, Bibliotheken, Archiven sowie im Kunst- und Antiquitätenhandel nachzeichnet.

Durch die zunehmende geschichtswissenschaftliche Beschäftigung mit analogen und digitalen Bildquellen stellen sich neue Fragen hinsichtlich ihrer Authentizität, die über Probleme der Echtheit, der Bildlektüre und der Provenienz hinausgehen.[77] Hier wären Fragen nach den auslösenden Momenten von Authentizitätseffekten zu stellen und damit die Frage, warum Fotografien derart affizieren – etwa über den subjektiven Ausdruck des Repräsentierten, den Sprung in eine andere Zeit und einen anderen Raum, oder eben im Rahmen eines spezifischen historischen Kontextes.[78] Diese Effekte des Authentischen nutzen zahlreiche Akteure im Bereich öffentlicher Geschichte, nicht zuletzt auch privatwirtschaftliche Archive, denen die Authentizitätsbehauptung als Verkaufsargument dient.[79]

Neuere Forschungsarbeiten betonen immer wieder den Zusammenhang von Autorisierung und Authentisierung in der archivalischen Praxis. Diesbezüglich ist von der „Autorisation“ im Zuge der Kanonisierung von Texten und Werken gesprochen worden[80], und Markus Friedrich verweist in seiner vielgewürdigten Studie über die europäische Archivgeschichte der Frühen Neuzeit auf das Problem, dass oft nur herrschaftlich autorisierte Archive für die Glaubwürdigkeit ihrer Archivalien einstehen konnten.[81] Einen anderen Aspekt, nämlich die Faszination für das Authentische, erkennt man in dem einflussreichen Essay von Arlette Farge über den „Geschmack des Archivs“ aus dem Jahr 1989, der seit 2011 in deutscher Übersetzung vorliegt.[82] Farge, und mit ihr Natalie Zemon Davis[83], hatte sich frühzeitig für die Materialität archivarischer Zeugnisse interessiert und dabei nicht nur auf die im archivarischen Wissen zu erkennenden sozialen Konflikte abgehoben. Archivalien, „konservierte Spuren und Überreste vergangener Zeiten“, sprechen die Sinne an und sind Auslöser für „gleichzeitig-vielfältige Wahrnehmungen des Imaginären ebenso wie des Realen“, wie Alf Lüdtke im Anschluss an Heike Gfrereis formuliert.[84] Hier scheinen zudem einige klassische Topoi historischer Authentizität durch, nämlich ein bisweilen romantisches Verständnis des Spurenlesens, die gleichzeitige Nähe und Distanz der Überlieferung und die mit der Sehnsucht nach Authentizität oft verbundene Nostalgie.

Nah verwandt mit den Archivwissenschaften erscheint die Editionswissenschaft, in der Authentizität gemeinhin als Schlüsselbegriff und leitendes Prinzip gilt.[85] Interessant ist hier die Beobachtung Hermann Blumes, dass in der Fixierung von Authentizität bzw. der Zertifizierung als Original durch die Edition eine Distanz zum Text entsteht, die mit einer auratischen oder aber unmittelbaren Text- oder Rezeptionserfahrung in Widerstreit steht.[86] Die wissenschaftliche Edition, so könnte man überspitzt festhalten, kontextualisiert Autorschaft und Entstehungsgeschichte derart, dass sie gleichzeitig die Aura des Werks zerstört. Darauf haben in gewisser Weise auch die Editoren von Hitlers „Mein Kampf“ gesetzt, doch ist ihre Umsetzung bekanntlich umstritten: Während sich einerseits die Frage stellt, ob aus dem Werk überhaupt ein „authentischer Hitler“[87] herausgelesen werden kann, haben andere beanstandet, dass das Machwerk schon allein durch die Aufmachung re-auratisiert werde und der exzessive Fußnotenapparat den Text nicht nur dekonstruieren, sondern in gewisser Weise auch autorisieren könne, indem er ihn in eine lange Tradition setzt.[88]

3.2. Original, Kopie, Fake und Fälschung
Bei der Zuschreibung von Authentizität handelt es sich um einen Differenzbegriff, der immer auf Fragen nach Fälschung, Kopie, Serie, Plagiat, Fake und damit auf das Inauthentische Bezug nimmt. Die Fälschungsthematik hat in letzter Zeit erneute Aufmerksamkeit gefunden, nicht zuletzt durch den Fall des Malers und Kunstfälschers Wolfgang Beltracchi.[89] Aus historischer Perspektive ist hier zu fragen, was der gesellschafts- und kulturgeschichtliche Hintergrund dieser Konjunkturen des Interesses für Fälschungen in Wissenschaft und Öffentlichkeit ist. Relativ neu ist die Auseinandersetzung mit dem „Fake“, dem der Medienkulturwissenschaftler Martin Doll in einer beeindruckenden Diskursgeschichte des Täuschens nachgeht.[90] Von der Fälschung hebt sich der Fake insofern ab, als er seine Offenlegung als Täuschung immer schon einkalkuliert. Doll, der sich in seiner Studie mit Täuschungsphänomenen des 18. Jahrhunderts wie den „Würzburger Lügensteinen“ und den Gesängen Ossians von James Macpherson bis zum modernen Journalismus beschäftigt, geht auch auf die virulente Frage des Fakes im Internet-Zeitalter ein. Dass er dabei den Begriff des Plagiats außer Acht lässt, mag daran liegen, dass die Enthüllungswelle prominenter Täuschungsfälle im Wissenschaftsbereich zum Zeitpunkt der Publikation 2012 gerade erst begann. Freilich ist der Fake auch nicht mit dem Plagiat zu verwechseln, welches formal zunächst einmal das Abschreiben eines Textes ohne die Nennung von Quellen bezeichnet und somit nur einen graduellen Unterschied zur traditionellen literarischen und medialen Täuschung aufweist.[91] Die Geschichte des Plagiats – ebenso wie der Kopie – ist dabei eng an die Geschichte des Urheberrechts seit dem 19. Jahrhundert gebunden, wie neben der Studie des Literaturwissenschaftlers Philipp Theisohn besonders die in ihrer zugleich rechtswissenschaftlichen und mediengeschichtlichen Vorgehensweise herausragende Arbeit der Historikerin Monika Dommann deutlich macht, aber auch der inspirierende, von Christian Haug und Vincent Kaufmann herausgegebene Band der Internationalen Buchwissenschaftlichen Gesellschaft.[92] Dieses Thema kann zudem weiter zurückverfolgt werden, wie die beginnende Aufarbeitung der Geschichte künstlerischer Praktiken des Täuschens in der Frühen Neuzeit deutlich macht.[93] Und natürlich betrifft es aktuelle Probleme, etwa im Umgang mit Zitaten im Remix und Sampling, wo es – im besten Fall – um die „Erschaffung neuer Authentizität“ geht, „die die Quelle, aus der sie schöpft, offen benennt, aber frei mit ihr umgeht und daraus etwas Neues schafft, das auf der selben Stufe mit dem Ausgangsmaterial stehen kann, in diesem Sinne eben nicht abgeleitet […] ist“.[94]

Wollte man meinen, dass der Authentizitätsdiskurs und das „Lob der Kopie“[95] die Frage nach dem Original und der Originalität – beide Begriffe unzertrennlich mit der Vorstellung des Autors, des Subjekts und auch des Genies verbunden – schon zugunsten einer „Originalitätsdämmerung“[96] verschoben hätten, wehrte sich 2014/15 das Deutsche Literaturarchiv Marbach in einer Ausstellung gegen vorschnelle poststrukturalistische, postmoderne oder dekonstruktivistische Lesarten.[97] Der „Wert des Originals“, so der Titel, wurde hier aus der Faszination für die ambivalente Beziehung zwischen dem Neuen, dem Beginnen, der Wiederholung und dem Letztbegründenden erklärt. Beachtung fanden dabei insbesondere die Signatur, aus der die Konstitution des Ichs ebenso wie die des Genies entspringt, die „Magie“ des Materials, die eine Berührung, Übertragung und Überlieferung garantiert, sowie schließlich auch der reine Marktwert des Originals. Das Original sage uns, „wann etwas begann und wie es in die Welt kam. Es spendet Legitimität, setzt Werte fest, sichert künstlerische Originalität und kulturelle Ursprünge.“ Das Original verhindere, so die Autoren, dass „uns die Welt entgleitet, die Kopien überhand nehmen, dass Fälschungen uns blenden“. Aus der Sicht des Marbacher Literaturarchivs stellt sich so die Frage, was passieren würde, „wenn es morgen kein Original mehr gäbe“.[98] Das muss freilich unbeantwortet bleiben.

4. Orte und Räume des Authentischen
Nicht erst seit dem Spatial Turn und der neueren Raumsoziologie sind Räume als mnemotechnische Medien beschrieben worden. Im Konzept der „Erinnerungsorte“ wurde dieser Aspekt aufgegriffen; es wurden konkrete wie imaginäre Orte als Gedächtnismetaphern und Gedächtnisartikulationen erforscht.[99] Authentisierung und Authentizitätskonflikte, verstanden als Akte der Beglaubigung, der (kulturellen) Inwertsetzung und einer umstrittenen gesellschaftlichen Selbstvergewisserung, haben dabei immer eine Rolle gespielt – oft explizit, bisweilen unter der Hand.

Während Authentizität in der Geschichtswissenschaft ein neues Forschungsfeld darstellt, ist das Thema in den Heritage Studies, inspiriert besonders von der Tourismusforschung, der Historischen Geographie und der Ethnologie, des Öfteren aufgegriffen worden. Die britischen Heritage-Forscher John Tunbridge und Gregory Ashworth verweisen etwa darauf, dass es im Bereich der Geschichtskultur unterschiedliche Auslegungen des Authentizitätsbegriffs gibt. Sie gehen davon aus, dass in der Geschichtswissenschaft Authentizität auf Wahrheit, Beweisbarkeit oder doch zumindest intersubjektive Überprüfbarkeit zielt, während die geschichtskulturelle Vermarktung von Geschichte auf einen subjekt- und ortsbezogenen Authentizitätsbegriff anspielt.[100] Diese Definition schließt an frühe Forschungen der Heritage Studies an, die eine starke Trennlinie zwischen wissenschaftlichen und populären Zugriffen auf Geschichte, zwischen „History“ und „Heritage“ gezogen haben.[101] Die starke Differenzierung ist sicherlich angreifbar, und es ist vielmehr von zunehmenden Grenzüberschreitungen auszugehen – etwa im Bereich der Public History und der Angewandten Geschichte. Dennoch verweist die Unterscheidung darauf, dass besonders im Hinblick auf historische Orte die Einbeziehung verschiedener Disziplinen, Institutionen und Akteure wichtig ist, die zur Authentisierung historischer Wissensbestände beitragen.

4.1. Museen
Das Museum ist der Ausstellungsort authentischer Objekte par excellence. In der Museologie ist die Frage der Authentizität der Dinge vielfach erörtert worden – und der Kulturwissenschaftler Gottfried Korff gehört sicher zu denjenigen, die sich damit am weitreichendsten beschäftigt haben. Für ihn ist es die „sinnliche Anmutungsqualität“[102] und damit die spezifische Materialität von Objekten (bzw. von historischen Orten), die eine emotionale Verbindung zur Vergangenheit ermöglicht. Einzelne Objekte oder Objektgruppen können dabei als Medien, als „Geschichtszeichen“ und Identitätsmarker begriffen werden, die auf einen konkreten Zeitpunkt in der Vergangenheit, auf historische Prozesse, auf eine Praxis oder einen Gebrauch der Dinge verweisen. In einer zunehmend medialisierten Welt ist für Korff das Museum einer der wenigen Orte, an denen mittels „Reliktauthentizität“ bzw. dank der „Konträrfaszination des Authentischen“ Begegnungen mit der Unmittelbarkeit des Überlieferten möglich sind.[103]

Derartige „Erinnerungsdinge“[104] stellen eine Verbindung zwischen der Welt der Gegenwart und einer vergangenen Welt her, sie sind quasi materialisierte „Zeitzeugen“.[105] Dinge werden qua Zuschreibung als „authentisch“ markiert, indem Ursprungs-, Herkunfts- und zunehmend auch Gebrauchsgeschichten erzählt werden. Ihre epistemische Funktion ist – sobald sie ins Museum kommen – durchaus variabel: Dinge können als „Zeuge“, als „Werk“ (Originale im klassischen Kunstmuseum) oder als „Exemplar“ (etwa in der naturkundlichen Sammlung) in verschiedene Begründungs- und Bedeutungszusammenhänge gestellt werden, und dabei kann ein und derselbe Gegenstand je nach Kontext verschiedene Funktionen übernehmen.[106] Die Beschreibung von Dingen als „Zeugen“ birgt freilich das Problem, dass damit die multiple Geschichtlichkeit vieler Objekte und die an ihnen ablesbaren Zeitschichten nicht unbedingt zur Geltung kommen. Oftmals basiert die den Ausstellungsstücken zugesprochene historische Authentizität eher auf einem recht unbestimmten „Alterswert“ statt auf einem spezifischen „Denkmalwert“, wie man mit dem österreichischen Denkmalpfleger Alois Riegl formulieren kann.[107]

Konstruktivistisch orientierte Ansätze haben das Authentizitäts-Phänomen des Museums oft zu entzaubern versucht. So ist kritisch festgehalten worden: „Authenticity is not about factuality or reality. It is about authority.“[108] In der Museumspraxis wird den Dingen durch gesellschaftliche Institutionen autoritativ ein kultureller Wert zugeschrieben, der in der Ausstellung für sich selbst zu sprechen scheint. Entgegen positivistischen und essentialistischen Positionen sehen solche Ansätze Authentizität als ein kulturspezifisches Produkt. Diesem Verständnis zufolge kann den Dingen recht unabhängig von ihrer materiellen Substanz, ihrer Herstellungs- und Gebrauchsgeschichte Authentizität zugeschrieben werden, die so lange als glaubwürdig erachtet wird, bis sich soziale und kulturelle Kontexte der Autorisierung verschoben haben.[109] Und schließlich ist anknüpfend an narratologische Forschungen die museale Authentizität als ein „rhetorischer Modus“ beschrieben worden, der im Rahmen von Ausstellungen durch einen „Pakt“ bzw. eine „collaborative hallucination“ zwischen Besuchern, Ausstellungsmachern und Institutionen hervorgerufen werde.[110]

Museen beherbergen allerdings nicht nur Originale, sondern arbeiten auch mit Ausstellungskopien. Diese sind allgegenwärtig in Museen, Kunsthallen und Kunstvereinen, um etwa materiell verloren gegangene Kunstwerke zu ersetzen, wertvolle Originale im Magazin zu schützen oder eine Vergleichbarkeit von Objekten zu ermöglichen, die sich an verschiedenen Orten befinden. Den vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten der Ausstellungskopie geht ein innovativer Band nach, der Ausstellungskopien, museale Rekonstruktionen und Kopien von gesamten Ausstellungen im historischen und interkulturellen Transfer analysiert.[111] Dabei geht es unter anderem um digitale Reproduktionen, etwa anhand der Rekonstruktion und Wiederherstellung der hochmittelalterlichen Ebstorfer Weltkarte, um Gipsabgüsse von Angkor Wat aus dem 19. Jahrhundert oder aber um die 1988 vorgenommene Rekonstruktion der Berliner Dada-Messe von 1920.[112] Hier sieht man das Potential für die Forschung, die heute mit Mitteln von 3D-Scannern, „virtual“ und „augmented reality“ bislang unbekannte Möglichkeiten der Archivierung und Visualisierung erreicht und darüber nicht nur neue Fragen stellen, sondern auch neue Wege in der Vermittlung einschlagen kann.[113] Davon zeugen nicht zuletzt zahlreiche Virtuelle Museen und Online-Ausstellungen, die neue Kontextualisierungen für Objektbestände ermöglichen und dabei sicher nicht den Reiz des Originalen vermindern, sondern eher den Wunsch verstärken können, das Original vor Ort sehen zu wollen.[114]

Stärker auf die Altertumswissenschaften bezogen wird zudem nach der Originalität der Kopie gefragt, die nicht zuletzt dadurch erreicht wird, dass Kopien „durch ihre Aufstellung oder Nutzung neue Funktionen übernehmen“ können, wobei zu beobachten ist, wie sich „Eigenschaften des Originals auch in seinen Kopien fortschreiben“.[115] Erforscht werden „Transformationsleistungen des Kopierens“, die den prozessualen Charakter dieser Kulturtechnik hervorheben und auch Rückwirkungen auf die Wahrnehmung von Originalen haben bzw. dieses erst konstituieren, indem nämlich das „vermeintlich primäre Original über die Praktiken der Wiederholung und Wiederaufnahme erst nachträglich als originär ausgewiesen wird“.[116] Tatsächlich wird man anhand von musealen Authentizitätskonzepten noch erörtern müssen, warum sich am Ende des 19. Jahrhunderts die Idee des Originals derart etablierte, wohingegen die Postmoderne die Kopie „rehabilitiert“.[117] Als Gründe für die Originalitätsfixierung sind bisher neben der modernen Massenproduktion selbstverständlich das Aufkommen der Fotografie und damit neue mediale Formen der Reproduktion diskutiert worden.[118]

Zu den zentralen Authentizitätsfragen im Museum gehört auch die Ethik und Philosophie des Restaurierens, Konservierens und Präparierens.[119] Denn mit jedem konservatorischen und restauratorischen Schritt wird die materielle Authentizität eines Objektes oder Befundes beeinflusst. Untersucht werden hier – bisher allerdings recht selten – der historische Wandel von Restaurierungsverfahren sowie die ihnen zugrundeliegenden restaurierungs- und präparierungsethischen Vorstellungen. Diskutiert wird auch, welche interpretativen Folgen unterschiedliche Vorgehensweisen im Zuge der Restaurierung und Konservierung haben.[120]

Hinsichtlich der Authentizitätsproblematik im Museum liegen mögliche Leitfragen also in den Auswirkungen von Sammlungsstrategien, von Verfahren des Restaurierens und Konservierens, von Praktiken des Ausstellens und Vermittelns auf Authentizitätszuschreibungen und Authentizitätseffekte. Die bisherigen Forschungen zur Rezeption und Wirkung musealer Objekte[121], ihrer Aura und Authentizität könnten auf verschiedene Museumstypen, Ausstellungsgattungen und Gedenkstätten (vgl. Kap. 4.4.) ausgeweitet werden, nicht zuletzt um die genannten Ansätze zur Produktion und Zuschreibung musealer Authentizität im Hinblick auf aktuelle Ausstellungskonzeptionen zu überprüfen und zu modifizieren.[122]

4.2. Denkmalpflege, Baukultur, „Welterbe“-Diskurs, Urban Heritage
In die internationale Denkmalpflege zog die Sicherung historischer Authentizität im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts ein, insbesondere durch die Charta von Venedig (1964), die den Begriff erstmals aufnahm.[123] Aus einer europäischen Perspektive wurde dabei die Denkmalpflege an die Bewahrung „originaler Materialität“ auf der Grundlage der Überlieferung „authentischer Dokumente“ gebunden. Der Nachweis von Authentizität ist seit 1977 in oft gewandelter Form Voraussetzung für eine Aufnahme in das UNESCO-Weltkulturerbe.[124] Im Zuge der Auseinandersetzung mit fernöstlichen Rekonstruktions- bzw. Restaurierungspraktiken (insbesondere von stärker vergänglichen Materialien wie Holz) wurde mit dem Dokument von Nara (1994) zudem ein erweitertes, postmodernes und postkoloniales Verständnis historischer Authentizität vorgelegt. Dieses erkannte die kulturelle Diversität und regionale Spezifik des Verständnisses von Authentizität an und betonte, dass bei Authentizitätsurteilen nicht nur „form and design, materials and substance“ zu berücksichtigen seien, sondern auch „use and function, tradition and techniques, location and setting, and spirit and feeling, and other internal and external factors“.[125] Mit dieser Ausweitung, die sowohl als Aufweichung des Originalitätsprinzips als auch als notwendige Invektive gegen den (vermeintlich) eurozentristischen Substanzfetischismus gedeutet wurde[126], geriet die Bewertungskategorie Authentizität als „most slippery concept“ im Zusammenhang des UNESCO-Welterbe-Diskurses verstärkt in die Kritik.[127] Dazu gehört auch der Verweis auf Rekonstruktionen, die vor und nach Nara auf die Welterbe-Liste genommen worden waren – von der Altstadt von Warschau (1980) bis hin zur Brücke von Mostar (2005). Denn wenn das Authentizitätskonzept zu Beginn auch stark substanz- sowie überlieferungs- und kontinuitätsbezogen gedacht gewesen sein mag, war es doch bereits vor seiner Reformulierung 1994 in der Praxis der Auszeichnung aufgeweicht worden – bzw. hatte seine veritable Anpassungsfähigkeit schon bewiesen. Zudem spielten immer auch politische Fragen sowie ein nationaler und seit den 1990er-Jahren verstärkt globaler Proporz eine wichtige Rolle bei der Anerkennung des „universellen Werts“ der ausgezeichneten Stätten. Dass das Authentizitätskonzept ausgeweitet wurde, mag außerdem daran gelegen haben, dass das Portefeuille beharrlich vergrößert wurde: Während zunächst meist bedeutende Orte der Antike und des Mittelalters ausgewählt wurden, dehnte sich dies bald auf wichtige Orte der Frühgeschichte der Menschheit, Bauten der Moderne, der Industriekultur und auf Kulturlandschaften aus.

Diesem Problemhorizont ist jüngst der Kunsthistoriker Tino Mager nachgegangen.[128] In seiner Dissertation diskutiert er den „schillernd unscharfen“ Authentizitätsbegriff im Rahmen des Werteverständnisses der Denkmalpflege seit dem 19. Jahrhundert und vor dem Hintergrund philosophiegeschichtlicher Traditionen von Heidegger und Adorno bis Baudrillard. Obwohl sich „Zusammenhänge zwischen der theoretischen Auseinandersetzung mit dem Konzept der Authentizität und dessen Implementierung im Welterbenominierungsverfahren“[129] kaum ausmachen lassen, verknüpft Mager diese Themen durchaus gekonnt. Die Problematik des denkmalbezogenen, welterbe- und architekturrelevanten Authentizitätsbegriffs wird insbesondere anhand von zwei Fallbeispielen durchdekliniert: den japanischen Ise-Schreinen, die schon für die Diskussion in Nara so entscheidend waren, und der Rekonstruktion des Neuen Museums auf der Berliner Museumsinsel. Dabei kristallisieren sich, in Anlehnung an die zahlreichen Chartas und anderen offiziellen Stellungnahmen der internationalen Denkmalpflege, fünf Bereiche heraus, in denen Authentizität für Denkmalpflege und Architekturgeschichte verhandelt wird: materielle Substanz, Gestalt (Form), Funktion, Ort und die mit den Bauten verbundenen Traditionen.[130] Diese multiplen Aushandlungsprozesse stellen laut Mager den zentralen Wert der Authentizität für eine immer mit der Gesellschaft verknüpfte Denkmalpflege dar: Der Begriff erscheint so „als ideales Konzept einer Disziplin […], die ihre gesellschaftliche Relevanz aus einem permanenten Kommunikationsprozess schöpft und die in der diskursiven Aushandlung verschiedener Interessen und Anliegen selbst einen elementaren Teil der Gesellschaft ausmacht“.[131]

Dies wird auch in einem Aufsatz von Aurélie Élisa Gfeller deutlich, die die Entstehungsgeschichte des Nara-Dokuments weniger vor einem ideengeschichtlichen Hintergrund interpretiert, sondern im Kontext der Interessen der beteiligten Akteure und Nationen (insbesondere Kanada, Norwegen und Japan), und dabei zugleich auf die Vorgeschichte der UNESCO-Konvention für den Schutz des immateriellen Kulturerbes verweist, die mit dem erweiterten Authentizitätsverständnis von Nara bereits eingeleitet worden sei.[132] Und auch der Soziologe Hilmar Schäfer betont in einem Beitrag, der sich den Bewertungskriterien sowie der Verhandlungsdynamik von Ausschusssitzungen des Welterbe-Komitees widmet, dass der von der UNESCO genutzte Authentizitätsbegriff in der Lage sei, „Partikularismus und Universalismus zu verbinden“, und damit entscheidend zur „Universalisierung des Wertvollen“ beigetragen habe.[133]

Während in diesen Beiträgen das UNESCO-Welterbe-Verfahren als global aktive Autorisierungs- und Authentisierungsinstanz universaler Werte, kultureller Diversität als auch national-partikularer Interessen entziffert wird, gehört in den nationalen Denkmalpflege-Diskursen die Frage der Bewahrung und Konservierung historischer Authentizität zwar ebenfalls zu den Kernfragen der eigenen Arbeit – doch wird hier „Authentizität“ als in der Disziplin selbst problematische Kategorie oft nicht derart stark hervorgehoben.[134] Aus den zahlreichen Kontroversen, in denen das Thema dennoch verhandelt wird und die sich etwa in Deutschland im Zuge der Rekonstruktion kriegszerstörter Bauten[135], des Modernisierungsschubs der 1950er- und 1960er-Jahre in Ost und West sowie der Rückbesinnung auf das historische Stadtbild im Zuge des Europäischen Denkmalschutzjahres von 1975 ergeben haben[136], sei hier nur die Debatte über die Rekonstruktionswelle nach 1989/90 erwähnt, die zum Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche, des Braunschweiger, Berliner und Potsdamer Stadtschlosses bis hin zur weiteren Umgestaltung des Frankfurter Römer und der Rekonstruktion des Lübecker Gründungsviertels geführt hat. Für die einen ist damit eine Rehabilitierung des Nationalen verbunden, für die anderen sind es Wiederaufbaumaßnahmen, die im internationalen und epochenübergreifenden Vergleich eine lange Tradition besitzen.[137] Denn was heute bisweilen als neue Rekonstruktionswelle erscheint, findet auch frühere Beispiele in der Bundesrepublik: Man kann die Rekonstruktionen der 1970er- und 1980er-Jahre anführen, etwa den Goldenen Saal im Augsburger Rathaus, das Knochenhaueramtshaus in Hildesheim, die gotischen Türme des Aachener Rathauses oder das Leibniz-Haus in Hannover. In Frage steht dabei immer auch, ob man diese Neubauten als „Attrappen“[138] denunziert oder in Frontstellung zur vielgeschmähten Klassischen Moderne und Nachkriegsmoderne mehr oder minder adelt.

Eine besondere, äußerst parteiliche und wissenschaftlich kaum aufrechtzuerhaltende Strategie findet sich bei Philipp Maaß: Entgegen der üblichen Charakterisierung bezeichnet er die Moderne-Befürworter (bei ihm Architekten und Stadtplaner) selbst als Traditionalisten, um dann eine „Emanzipation der Bürgerschaft“ als neue Avantgarde festzustellen, die sich für klassische Stadtbilder stark macht und auf Rekonstruktion zielt.[139] Wesentlich kritischer werden diese oft imaginierten statt eindeutig zu verortenden Stadtbilder in einem Sammelband von Carmen M. Enss und Gerhard Vinken verhandelt[140], in dem die „Altstadt“ als Produkt unterschiedlichster gesellschaftlicher Interessen, aber auch divergierender Geschichtsverständnisse erscheint. Deutlich wird dabei, dass sich die heutige „Stadtbildpflege“ nicht mehr auf sogenannte „Traditionsinseln“ und Sanierungsmaßnahmen beschränkt, sondern dass ganze Quartiere „als Neubauprojekte geplant und umgesetzt“ werden.[141]

Dass sowohl die denkmalpflegerische Konservierung als auch die eher politisch und gesellschaftlich gewollte Rekonstruktion „heilende Versprechen“ mit sich führen, zeigt die Habilitation „Die Paradoxie des postmodernen Historismus“ der Architektin, Bau- und Stadthistorikerin Katharina Brichetti.[142] Die angestrebte „Heilung“ konzentriert sich dabei insbesondere auf die Wiederherstellung oder Erhaltung des Stadtbildes, und zwar sowohl in der Denkmalpflege und Heimatschutzbewegung um 1900, im Zuge des Europäischen Denkmalschutzjahres 1975 als auch nach der deutschen Wiedervereinigung, etwa im Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ von 1991. Ablesbar ist das zum Beispiel an den West-Berliner Programmen der „Behutsamen Stadterneuerung“, mitinitiiert von Hardt-Waltherr Hämer in den 1980er-Jahren, der „Komplexen Rekonstruktion“ in der DDR seit dem Ende der 1970er-Jahre[143] und der „Kritischen Rekonstruktion“ (Josef Paul Kleihues) in den 1980er-Jahren.[144] Bei der Lektüre von Brichettis Buch fragt man sich allerdings, ob der Historismus und Eklektizismus des ausgehenden 19. Jahrhunderts der alleinige Bezugspunkt jenes von ihr beschriebenen postmodernen Historismus seit den 1970er-Jahren ist, und ob man nicht einerseits weitere Perioden einbeziehen müsste, in denen Geschichte ebenfalls als Ressource für zeitgenössisches Bauen angesehen wurde, wie etwa das Gothic Revival im 18. und 19. Jahrhundert. Andererseits wäre zu diskutieren, ob man nicht bereits Neuschöpfungen und Variationen erkennen kann, die den postmodernen Historismus (ca. 1970–1985) in einen Neohistorismus der Jahrtausendwende überführt haben. Dieser Neohistorismus wäre dann keine Kritik mehr am Formalismus einer technikbegeisterten Moderne, sondern eher als eine Gegenposition zu eintöniger Investorenarchitektur zu verstehen.[145] Als Formen dieses Neohistorismus zu deuten wären sowohl die klassische „Geschichtskopie“ als auch historisierende Entertainment-Bauten, also historisch anmutende, neu errichtete Erlebnislandschaften – von Las Vegas als frühem Vorläufer über Doha bis hin nach China und Japan, wo Kopien antiker Zeus-Tempel, mittelalterlicher Burgen und Altstädte, Alpenidyllen, holländische Viertel oder Pariser Stadtwohnungen samt Eiffelturm etc. entstanden sind.[146]

Die mehr oder minder akkurate Geschichtskopie wie auch das architektonische Geschichtsentertainment, die im Übergang zum 21. Jahrhundert gebaut wurden, haben also sicher unterschiedliche Entstehungsgründe, die sich freilich oftmals überschneiden: Sie sind Ausdruck neuer städtischer und nationaler Eliten; sie sind – besonders in Europa – Antworten auf Kriegszerstörungen und Eingriffe in den städtischen Raum durch politische Regime, die 1989/90 abgesetzt wurden; und sie sind Reaktionen auf den rapiden Wandel der gebauten Umwelt nicht allein durch Abbruch und Flächensanierung, sondern auch durch eine zunehmende Globalisierung, die nicht nur zur Adaption, sondern ebenso zur spezifischen Rückvergewisserung herausfordert. Diese Veränderungsprozesse haben offensichtlich dazu geführt, Bauwerke zu reproduzieren, die als „Symbol einer früheren, weniger widersprüchlichen und scheinbar friedlicheren Gesellschaft“ gelten.[147] Dabei zeigen die meisten Beispiele, etwa das Berliner Schloss oder das Potsdamer Stadtschloss, dass derartige Sehnsüchte nicht von allen geteilt werden und es meist um die Durchsetzung identitärer, politisch umstrittener Projekte geht, man also hier von städtischen „Authentizitätskonflikten“[148] sprechen kann. Neben politischen und historischen werden oft ästhetische Argumente ins Feld geführt, gerade im Hinblick auf die schon angesprochenen Bauten der Klassischen Moderne und Nachkriegsmoderne. Zumindest was die europäische Geschichtskopie angeht, muss man wohl feststellen, dass das postmoderne ironische Spiel mit überlieferten Stilen (das ja ebenfalls ein Charakteristikum des ersten Historismus war) und damit auch die Idee einer „alternativen Tradition“[149] weitgehend einer betulichen Ernsthaftigkeit und Echtheitsrhetorik, einer „Sehnsucht nach der Wahrhaftigkeit in der Architektur“[150] gewichen ist.

Schon 2005, im 100. Jubiläumsjahr des Dehio-Handbuchs, reflektierten auf Einladung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz Wissenschaftler/innen aus unterschiedlichen Disziplinen über die Attribute des Authentischen, nämlich über die Bedeutung von „echt, alt, schön, wahr“ im Denkmaldiskurs. Der Kunsthistoriker, Medientheoretiker und Kurator Bernhard Serexhe betonte, dass in einer „Welt der gefälschten Bilder“ das Wahre und Echte „Unworte“ geworden seien, und die Historikerin und Denkmalpflegerin Ingrid Scheurmann setzte die Rekonstruktionswelle in einen Bezug zum Klon-Schaf Dolly: Virtualität, Künstlichkeit und neue Reproduktionstechniken seien an die Stelle der Bewahrung überlieferter Substanz getreten.[151] Kritisch sah Scheurmann jedoch Stimmen, die in der Ästhetisierung der Denkmaldebatte gleich deren Entideologisierung ausmachen wollten. Und zu Recht hob sie den Denkmalwert der Bauten der Moderne hervor, den Wert der historischen Bausubstanz als Widersacher von Sanierung und historisierender Rekonstruktion, sowie die Gefahr der Touristifizierung und Enturbanisierung innerstädtischer Denkmalinseln. Die „harmonieträchtige Selektion der Geschichte“ gebäre ihre eigenen Ungeheuer.[152]

Auf welche Werte beruft sich also heute der Diskurs der Denkmalpflege – ebenso wie auch die historisierende Stadterneuerung? Es sind historische, ästhetische und gesellschaftliche Werte (im Anschluss an Alois Riegl), die oft genug im Widerstreit liegen.[153] Das Problem „konkurrierender“ Zeitschichten und die Abwägung, welche Spuren man erhält und erneuert, und welche man damit gegebenenfalls auch der Zerstörung preisgibt (ein Phänomen, das die Denkmalpflege freilich selten adressiert), wird viel diskutiert und entscheidet sich letztlich im Rahmen von gesellschaftlichen Konfliktlagen und Interessen, in denen die Denkmalpflege eine unter vielen Positionen darstellt. Gerade die beiden zuletzt genannten Bände zeigen deutlich, dass ein isolierter Diskurs der Denkmalpflege heute kaum mehr zielführend sein kann: Ohne den Austausch mit Stadtplanern, Architekten, Stadtsoziologen und Historikern sowie natürlich den Stadtgesellschaften steht die Denkmalpflege auf verlorenem Posten.

Es sind aber nicht allein die gebauten Städte, die Fragen von Authentizitätswahrnehmungen konstituieren, sondern zunehmend die gelebten Städte, lebendige und diversifizierte Stadtteile und Neighbourhoods, die als authentisch wahrgenommen werden. Das zeigt etwa das Buch „Naked City“ von Sharon Zukin, in dem die Soziologin auch Fragen der Gentrifizierung in Zeiten permanenten städtebaulichen Wandels in New York nachgeht: „Authenticity […] is not a stage set of historic buildings as in SoHo or a performance of bright lights as at Times Square; it’s a continuous process of living and working, a gradual build-up of everyday experience, the expectations that neighbors and buildings that are here today will be here tomorrow.“[154] So ist die Vergewisserung über die Eigenart von städtischen Quartieren, ihre Konstanz und Veränderung bis hin zum „place branding“ an vielen Beispielen diskutiert worden, etwa für Barcelona und New Orleans.[155] Stark gemacht wird dieser Aspekt auch in einer Studie des Architekten und Stadtforschers Andreas Wesener über Birmingham. Hier wird das Authentizitätskonzept in seiner historischen und theoretischen Dimension entfaltet und zugleich gezeigt, wie es zum Programm für die Erneuerung innerstädtischer Kerngebiete wurde.[156] Die Industriestadt Birmingham entwickelte dabei verschiedene Ideen für die Aufwertung und verband mit dem Begriff „AuthentiCITY“ eine Distinktion gegenüber anderen Städten, eine eigene kreative Atmosphäre, die gerade aus der „grittiness“ der Stadt resultiere, und einen historischen Rückbezug, der sich am industriekulturellen Erbe, dem in die Weltkulturerbe-Liste aufgenommen Jewellery Quarter orientierte.[157] Authentizität wurde dabei wie auch andernorts als „magic motor of rapid commercial redevelopment“[158] angesehen – und ist damit Teil eines Prozesses, der heute als Gentrifizierung kritisch diskutiert wird. Hier wird deutlich, dass Authentisierung eine zentrale Kategorie stadthistorischer und stadtsoziologischer Überlegungen ist, die sich seit Neuestem auch mit Themen wie dem „Urban Heritage“ oder Praxen des „Inheriting“ befassen.[159]

Mit dem Blick auf das Welterbe-Programm, den globalen Geschichtstourismus, die international eng verknüpfte Denkmalpflege, aber auch auf die Gedenkstätten- und Memorialkonzeptionen in verschiedenen Ländern (vgl. Kap. 4.4) sollte im Anschluss an die bestehende Forschung analysiert werden, ob sich vor dem Hintergrund unterschiedlicher nationaler Traditionen Authentizitätskonzepte und Authentisierungspraxen zunehmend angleichen und der Universalismus der Werte gegenüber der Spezifik des Partikularen gewinnt. Dabei geht es um Fragen, die auch das 2016 bewilligte DFG-Graduiertenkolleg „Identität und Erbe“ der Technischen Universität Berlin und der Bauhaus-Universität Weimar beschäftigen – allerdings mit spezifischem Blick auf die „Wahrsprechung“ im Umgang mit dem Bau- und Kulturerbe.[160] Für die Baugeschichtsforschung und die Entwicklung der Denkmalpflege, die sich oft auf historische Einzelgebäude und Gebäudeensembles beschränkt hat, wäre eine Ausweitung der Perspektive auf Ensembles und Kulturlandschaften vorzunehmen und zu fragen, welche politischen, sozialgeschichtlichen und generationellen Veränderungen die Suche nach „historischer Authentizität“ beförderten – gerade im internationalen Vergleich und in langfristiger Perspektive. Untersucht werden könnte auch, wo jeweils die Grenzen von Authentizitätszuschreibungen liegen und wie ehemals ges(ch)ichtslose Städte, New Towns und Regionen historische Identität zu gewinnen versuchen – sei es im Zuge der Entdeckung des industriekulturellen Erbes, der Authentisierung von Innenstadt- und Randbezirken oder aber „Kulturlandschaften“.[161] Zudem stellt sich die Frage, ob sich in der Auszeichnung von immateriellem Kulturerbe durch die UNESCO (sowie der Konjunktur von Reenactments etc.[162]) ein neues, an Emotionen und „Erfahrungen“ gebundenes Geschichtsbedürfnis ablesen lässt, das nicht nur Auswirkungen auf die Rezeption des gebauten (und wiederzuerweckenden) Kulturerbes hat, sondern auch geschickt von Anbietern im Feld des Geschichtsmarketings aufgegriffen und verstärkt wird.[163]

4.3. Geschichtstourismus
Schon zu Beginn der 1970er-Jahre betonte der Soziologe Dean MacCannell in seinen Studien über den modernen Touristen, dass dessen Wunsch nach dem Blick „hinter die Kulissen“, nach dem Authentischen und nach authentischer Erfahrung letztlich eine „staged authenticity“ schaffe.[164] Entgegen einer ontologischen bzw. essentialistischen Differenz von authentisch / inauthentisch, die noch bei MacCannell herauszulesen ist, haben nachfolgende Tourismusforscher betont, dass das Konzept „authentischer Kulturen“ selbst überholt sei – schließlich wandeln sich Kulturen ständig; sie bewerten und ordnen Traditionsbestände immer neu.[165] Zudem wisse der „post-tourist“[166] vom Spiel mit dem Authentischen, sein Blick auf die inszenierte Fremde sei durchaus selbstironisch. Das Konzept ist also in der Tourismusforschung vielfach und äußerst fruchtbar weiterentwickelt worden[167], bis hin zur Analyse von konkurrierenden und umkämpften sowie „angebots-“ und „nachfrageorientierten“ Authentizitätsverständnissen unterschiedlicher Akteure im Geschichts- bzw. Heritage-Tourismus.[168] Partiell sind hier auch Besucherstudien zur Authentizitätswahrnehmung durchgeführt worden, etwa in Bezug auf die britische Industriekultur.[169]

Überrascht ist man, wenn nach solch vielen Studien zum Authentizitätsangebot der Tourismusindustrie und zur touristischen Suche nach „echten“ Kulturen oder „authentischem“ Essen das Thema noch einmal von Beginn an aufgerollt wird. So dreht sich Robert Schäfers Studie „Tourismus und Authentizität“ etwas im Kreis.[170] Der Tourismus gründe „im freiwilligen Verlassen der Heimat und in der müßigen Konfrontation mit Fremdem und Unbekanntem“; gesucht werde nach dem „Anderen der Moderne“ – also letztlich dem Vormodernen, der Ungleichzeitigkeit des Gleichzeitigen, dem Exotischen. Der Tourismus basiere auf der „gesellschaftlichen Organisation der Außeralltäglichkeit“, in ihm offenbarten sich Bestandteile romantischer Traditionen wie die Idee des Naturerhabenen oder einer ästhetischen Existenz.[171] Aus geschichtswissenschaftlicher Perspektive betrachtet, bleibt beim Soziologen Schäfer sowohl die Quellenauswahl dünn (wohl um stattdessen lieber eine hohe Variantenvielfalt des touristischen Authentizitätsparadigmas zu erlangen) als auch die Historisierung des Phänomens unzureichend – und dessen ist sich der Autor durchaus bewusst.[172]

4.4. Gedenkstätten
An Erinnerungsorten und Gedenkstätten kommt dem Konzept des Authentischen eine tragende Bedeutung zu.[173] Die Präsenz der Überreste, Relikte und Spuren und damit „die Anmutungsqualität der Gedenkstätte als authentischer Ort“ entscheide zunehmend „über den Grad der affektiven Aufmerksamkeit“, schreibt Heidemarie Uhl.[174] Dabei korreliere die seit den 1980er-Jahren zu registrierende „neue Sensibilität für die historischen Orte und ihr Potential als materielle Ankerpunkte für die Geschichte der NS-Verbrechen mit den Zeugnissen der Überlebenden des Holocaust“.[175] In die Gedenkstättenförderung der Bundesrepublik Deutschland hat der Begriff des „authentischen Ortes“ 1999 Eingang gefunden und ist nochmals 2008 als ein wichtiges Kriterium hervorgehoben worden. Eine im Rahmen des Bundesgedenkstättenkonzepts förderungswürdige Gedenkstätte ist demnach „ein historischer Ort, der sich sowohl durch Authentizität als auch durch einen konkreten Bezug zu den Opfern bzw. zu den Verfolgungsmaßnahmen [der beiden deutschen Diktaturen] auszeichnet“.[176] Dass hier auch von „historischen“ und nicht allein von „authentischen Orten“ gesprochen wird, ist eine Reaktion auf das Unbehagen am Authentizitätsbegriff im Fachdiskurs und auf die anhaltend geführte Diskussion, welche Zeitschichten einer Gedenkstätte bewahrt werden sollen, ob man überhaupt so etwas wie einen „Originalzustand“ rekonstruieren könne oder doch eher den „Fundzustand“ bewahren und Spuren freilegen sollte. Gleichzeitig tritt man damit zu einfachen Vorstellungen von Unmittelbarkeit und Erlebbarkeit von Geschichte entgegen, die im Begriff des „authentischen Ortes“ immer mitschwingen.[177] Allerdings gibt es auch emphatischere Positionen, wenn etwa Günter Morsch (Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten) in einem Interview betont, dass KZ-Gedenkstätten „Orte der Wahrheit“ seien, „die wirklich tatsächlich echt sind“ und an denen nicht re-inszeniert werden dürfe.[178]

Auch wenn der „Alterswert“ schon im 19. Jahrhunderts von John Ruskin („Rekonstruktion zerstört“) und Alois Riegl in die Denkmalpflege eingeführt wurde[179], so scheint dieser Begriff derzeit doch eine besondere Attraktivität gewonnen zu haben – und zwar vornehmlich für Gedenkstätten. So zielt die Idee des „Nur Reparierens“ (früher nach Dehio: „Konservieren, nicht Restaurieren“), wie Axel Klausmeier (Direktor der Stiftung Berliner Mauer) in einem Band über die Denkmalpflege für die Berliner Mauer etwas anthropomorphisierend festhält, auf die Erhaltung von „Altersrunzeln“ und damit auf die Bewahrung der „Spuren des Lebens“ – den „Alterserscheinungen“ müsse Respekt gezollt werden.[180] Bewahrt werden soll offensichtlich eine komplexe, umstrittene Geschichte, deren Brüche und Kontinuitäten auch in der vergänglichen Substanz sichtbar sind. Ein solches Vorgehen kann aber auch heißen, dass die Historizität der Dinge über eine deutende Interpretation gestellt wird. Das ist freilich im Fall der Berliner Mauer nicht gegeben; dort finden sich zahlreiche künstlerische und gedenkstättenpädagogische Interventionen.

Gedenkstätten sind meist „unbequeme Denkmale“[181], denen neben den traditionellen Denkmalswerten aufgrund ihrer politischen, historischen und auch emotionalen Bedeutung ein besonderer „Streitwert“ zukommt, wie die Kunsthistorikerin und Denkmalpflegerin Gabriele Dolff-Bonekämper betont hat.[182] Sie hat eindrucksvoll gezeigt, dass die beiden populären Positionen in öffentlichen Debatten, nämlich „Alles soll so bleiben, wie es ist!“ und „Alles soll (wieder) so werden, wie es war!“, sich niemals in ihrer Gänze verwirklichen lassen und auch auf falschen Vorannahmen beruhen. Selbst die erste, eher denkmalpflegerisch orientierte Position, die sich in Ansätzen wie den „Minimum Intervention Strategies and Presentation ‚as found‘“[183] oder aber der „Conservation as found“ widerspiegelt, ist mit zahlreichen praktischen und je spezifischen Problemen verbunden, die letztlich nur im Austausch mit der Öffentlichkeit und unter Mitwirkung verschiedener Interessengruppen gelöst werden können.[184]

Nun wird im Gedenkstättenbereich der erhaltenen Substanz auch einige Skepsis entgegengebracht, denn sie ist nicht nur historische Quelle sowie Medium der Vermittlung und Aneignung von Geschichte, sondern sie ist scheinbar „selbstevident“.[185] Der Umgang mit dem authentischen Potential und auch die Wahrnehmung als authentisch markierter Bestandteile von Gedenkstätten sind aber nach wie vor wenig erforscht. Vielmehr gibt es einige autoritative Deutungen, wenn etwa Aleida Assmann betont, dass „die Illusion einer unmittelbaren Anschauung zerstört werden muss“, damit Gedenkstätten nicht zu „verfälschenden Erlebnisorten“ werden.[186] Gefahren seien – und das liest man immer wieder – „Überwältigung“, „Horizontverschmelzung“, „illusionäre Identifikation“ mit den Opfern, falsches Verständnis einer direkt wahrnehmbaren Geschichte, „Suggestion“ von (vergangener) Wirklichkeit. Selbstverständlich können Orte nicht „selbst zu Subjekten, Trägern der Erinnerung werden“, in ihnen kann „nicht selbst der Sinn nisten“.[187] Doch damit wird das affektive und reflexiv-anregende Potential von historisch bedeutenden Orten und Dingen weitgehend negiert.[188] Dass die Verminderung räumlicher Distanz nicht zu der Vorstellung führen sollte, dass man durch die Nähe am Ort auch gleichzeitig nah am historischen Geschehen selbst ist, dürfte richtig sein. Doch bieten Gedenkstätten verdinglichte Ansatzpunkte für eine reflektierende Auseinandersetzung mit Geschichte, nicht zuletzt da die Orte oft eine eigene Rezeptionsgeschichte besitzen, in deren Verlauf sie verändert wurden. Problematisch ist jedenfalls, wenn im Gedenkstättendiskurs die Authentizitätssuche nur auf die Erwartungshaltung der Besucher von Gedenkstätten bezogen wird, die dann oft enttäuscht werde.[189] Insofern bleibt weiterhin zu prüfen, wie unterschiedliche Gedenkstättenkonzeptionen eine Auseinandersetzung mit der Historizität des Ortes, den überlieferten, ausgestellten und inszenierten Relikten vor Ort und nicht zuletzt den Zeitzeugen (und ihren zunehmend medialen Repräsentationen[190]) ermöglichen oder behindern. Zu fragen ist auch, welche Erwartungen an den Umgang mit dem Authentischen in allen seinen gebrochenen Formen Kuratoren, Gedenkstättenpädagogen bzw. Vermittler in weiterem Sinne sowie Besucher haben, und wie durch unterschiedliche Aneignungsformen und Lernsituationen Wahrnehmungen und „Phantasien“[191] ausgelöst werden, bei denen Authentizitätseffekte in vielfacher Weise eine Rolle spielen. Dass diese dann Ausgangspunkte für weitergehende Interpretationen sein können, wird aus der Sicht der Gedenkstättenpädagogik durchaus deutlich.[192]

5. Methodische Zugriffe und Ausblick
Für die Authentisierung von kulturellen Wissensbeständen, wie sie hier an verschiedenen Beispielen aufgezeigt wurde, sind Repräsentationen und Inszenierungen sowie ihre Funktion in geschichtskulturellen Debatten von eminenter Bedeutung. Neben den Diskursen, in denen „Authentizität“ verhandelt wird, und klassischen und neueren Repräsentationsformen von Geschichte – Romane, Filme, Fernsehdokumentationen, Computerspiele, Apps, Arbeiten der Bildenden Künste[193], performative Zugriffe wie das Dokumentartheater bis hin zur Living History – sind deshalb auch Karten[194], Postkarten, Pläne, Attrappen und Simulationen[195] in unterschiedlichen Formaten und Medienzusammenhängen zu analysieren, um ihre medienspezifischen Weisen der historischen Beglaubigung im Hinblick auf die Autorisierung, Kanonisierung und kritische Infragestellung von Geschichtsbildern zu erforschen.

Welche methodischen Zugriffe auf das Authentische lassen sich nun in der Forschung erkennen? Neben empirischen und naturwissenschaftlich vorgehenden Prüfverfahren von Authentizität im Hinblick auf Autor- und Urheberschaft, Echtheit, Originalzustand sowie Veränderungen in der Zeit etc. dominieren in den Kulturwissenschaften konstruktivistische Positionen: Vielfach ist festgestellt worden, dass Authentizität keine Eigenschaft von Dingen bzw. Personen ist und dass diese Authentizität nicht „verkörpern“. Authentizität ist vielmehr eine Zuschreibung in einer bestimmten Kommunikationssituation. Verbunden ist damit eine Kritik an essentialistischen und ontologisierenden Verwendungen des Authentizitätsbegriffs, wie sie etwa in der Volks- und Länderkunde des 19. Jahrhunderts bei der Beschreibung vermeintlich traditioneller Kulturen zu finden waren[196], aber eben auch noch heute bisweilen durchschimmern. Dabei gibt es mehrere Spielarten dieser kritischen Position: Prominent für eine kommunikationstheoretisch grundierte Lesart ist Helmut Lethens Äußerung, dass das, „was authentisch ist, nicht geklärt werden“ könne und vielmehr kommunikativ und medial erzeugte „Effekte des Authentischen“ analysiert werden sollten.[197] Demnach bietet es sich an, Authentizität im Hinblick auf relationale Kommunikationsstrukturen zu untersuchen, d.h. danach zu fragen, wem und was wann, wie und weshalb Authentizität zugesprochen wird.[198] Vor diesem Hintergrund wäre es wichtig, die wenigen vorliegenden empirischen Studien, die sich mit der Zuschreibung von Authentizität durch verschiedene Akteure in Museen, Gedenkstätten und anderen historischen (Lern-)Orten beschäftigen, zu verbreitern und mit qualitativen Ansätzen wie der Museumsanalyse und Museumsethnographie zu verbinden.[199]

Der Eindruck und die Zuschreibung von Authentizität ist eine wirkmächtige Fiktion, die oft genug überdeckt, dass es bestimmte Medien, mediale Techniken, geschichtskulturelle und wissenschaftliche Praktiken sowie Institutionen sind, die etwas „authentisieren“ und autorisieren. So ist im Zuge populärer Geschichtsdarstellungen von „Authentizitätsfiktionen“[200] gesprochen und im Hinblick auf das Museum Authentizität und Aura als ein „rhetorischer Modus“ entziffert worden (vgl. Kap. 4.1.). Historische Authentizität erscheint dabei insgesamt als ein kulturspezifisches Produkt – und die Sehnsucht nach dem Ursprünglichen als Kompensation von Entfremdungserfahrungen in der Moderne. Das heißt aber zugleich, dass man sich im Rahmen konstruktivistischer Positionen nicht von eingeübten Verfahren der Echtheitsprüfung verabschieden muss. Allerdings wird man stets auch die dahinter liegenden politischen, ökonomischen oder kulturellen Interessen analysieren wollen.

Je stärker dieser Konstruktivismus indes betrieben wird, desto weiter entfernt man sich von den personen- und objektbezogenen Dimensionen, die diese Zuschreibung auslösen – was im Umkehrschluss zu akteurszentrierten Positionen oder zur Analyse der „Sprache“ von Objekten im Zuge des Material Turn geführt haben mag. So wird dann etwa der „authentische Bericht“ weniger als eine subjektiv gefärbte Stimme wahrgenommen, die sich aufgrund eines fehlenden oder aber begierigen Publikums veranlasst sieht, „aus erster Hand“ als „Zeit-“ oder „Augenzeuge“ von der Vergangenheit zu erzählen, sondern der Bericht wird als „konstruierte Erinnerung“[201] dechiffriert, um bestenfalls die dahinterliegenden Rezeptions- und Autorisierungsverfahren zu analysieren. Die Analyse und Kritik des Einsatzes, der Suggestion als auch des Verlangens nach vermeintlich unmittelbarer, unverstellter Geschichtserfahrung oder einem „direkten“ Zugang zur Vergangenheit – durch Personen, Objekte oder Orte – kann also dazu beitragen, die Entstehung und Wirkmächtigkeit von Geschichten zu reflektieren. Gleichzeitig werden die affektiven und emotionalen Dimensionen im Umgang mit der Vergangenheit neutralisiert. Dies hat zur idealtypischen Differenzierung von Geschichte und Erinnerungskultur bzw. von History und Heritage geführt, die sich freilich in dieser starren Weise aufgrund der Überschneidung von Akteuren und Darstellungsformen oft nicht aufrechterhalten lässt.

Wichtig ist, dass der Authentizitätsbegriff nicht allein auf Echtheit und Wahrheit zielt, sondern eben auch auf weichere Faktoren wie historische Erfahrung, subjektiven Eindruck und damit auf Formen von Glaubwürdigkeit rekurriert. Authentisch kann „das Original“ in vielfachem Sinn sein, etwa von der beglaubigten Kopie bis zu jenen Stimmen, deren persönlich gefärbten Versionen der Geschichte man zunächst Glauben schenkt. Mit einer empirischen Zuschreibung von Echtheit als einem Akt objektivierender Authentifizierung und Autorisierung können aber ebenso wie durch konstruktivistische Zugriffe die „sinnliche Anmutungsqualität“[202], die schöpferische Leistung, das handwerkliche Können, der materielle Eigensinn der Dinge[203] oder aber das subjektiv gefärbte (Zeit-)Zeugnis und damit die individuelle Bedeutung des Authentischen aus dem Blick geraten. Nach Krzysztof Pomians Semiophorentheorie haben als authentisch wahrgenommene Objekte insbesondere eine symbolische Bedeutung.[204] Sie verbinden die sichtbare Welt der Gegenwart mit der unsichtbaren Welt der Vergangenheit und ermöglichen die Kommunikation zwischen beiden Welten. Sie sind räumlich nah und zeitlich fern und haben eine semiotische sowie eine materielle Kommunikationsebene, also (zugeschriebene) Bedeutung und Anmutungsqualität bzw. Schauwert: „Der Grund für die ‚Faszination des Authentischen‘ bildet das den Objekten eingelagerte Spannungsverhältnis von sinnlicher Nähe und historischer Fremdheit, das Ineinander von zeitlich Gegenwärtigem und geschichtlich Anderem.“[205] Sie dienen mithin als Interpretamente und „Spuren“[206], die nicht nur auf ihren Entstehungskontext verweisen, sondern auch auf ihren Gebrauch und ihre Rezeption zu unterschiedlichen Zeiten. Insofern machen sie durch ihren Alterswert auch auf die Historizität der Überlieferung und die eigene, geschichtlich gewordene Existenz aufmerksam.

Um diese sinnliche und historische Anmutungsqualität der überlieferten materiellen Kultur einzufangen, die Gottfried Korff im Begriff des „Reizwerts“[207] oder Gernot Böhme als „Ekstasen der Dinge“[208] gefasst haben, bietet es sich an, Zuschreibungen von Authentizität als individuelle und soziale Bedürfnisse wahrzunehmen und aus der symbolischen, räumlichen und oftmals emotionalen Beziehung zwischen Dingen und ihrer Materialität, Personen und Orten zu erklären.[209] Die Sozialanthropologen Siân Jones und Thomas Yarrow, die sich mit zeitgenössischen Restaurierungspraktiken beschäftigt haben, sind deshalb der Auffassung: „[A]uthenticity is neither a subjective, discursive construction nor a latent property of historic monuments waiting to be preserved. Rather it is a property that emerges through specific interactions between people and things.“[210] Die Dinge erhalten ihre Authentizität nicht allein dadurch, dass sie durch wissenschaftliche Institutionen und Disziplinen „authentifiziert“, „autorisiert“ und „authentisiert“ sowie dann in Museen, in Gedenkstätten und andernorts als historisch und gesellschaftlich relevant zur Schau gestellt werden, sondern ebenso dadurch, dass sie von Menschen in unterschiedlichen Zeiten gebraucht wurden und ihnen unterschiedliche Bedeutungen zugewiesen wurden.

Dass Authentizität zu einem so erfolgreichen Schlagwort auch in der Beschäftigung mit der Vergangenheit geworden ist, kann zunächst mit dem Ende des Fortschrittsoptimismus, einer verstärkten Vergangenheitsorientierung und „Musealisierung“ unserer Lebenswelt seit den 1970er-Jahren erklärt werden, aber auch mit Prozessen der Subjektivierung und Pluralisierung, der Medialisierung und der Globalisierung im Widerstreit von Universalismus und Partikularismus. Im epochenübergreifenden und transnationalen Vergleich ist dies jedoch historisch weiter zu prüfen. Trotz zahlreicher begriffs- und diskursgeschichtlicher Zugriffe ist weiterhin offen, wie sich der Authentizitätsbegriff zu älteren Begriffen wie dem „Ursprung“, dem „Ursprünglichen“ oder dem „Eigentlichen“ verhält und ob seine Verwendung in vergangenheitsbezogenen Kontexten ein neues „Geschichtlichkeitsregime“[211] anzeigt. Heutige Authentizitätszuschreibungen rekurrieren meist nicht mehr auf einen „ursprünglichen Zustand“ oder ein „unverstelltes Sein“, sondern implizieren vielmehr die Historizität des Überlieferten. Insofern scheint der Authentizitätsbegriff inzwischen gerade deshalb attraktiv zu sein, weil er homogenisierende und fixierende Konzepte wie „Originalität“ und „Echtheit“, „Urheberschaft“ und „Autorschaft“, „Ursprünglichkeit“ und „Eigentlichkeit“ zugunsten eines stärker relationalen und reflexiven Umgangs mit der Vergangenheit umzudeuten vermag.

Wenn – wie anhand der bisherigen Forschung gezeigt – historische Authentizität nicht festgeschrieben, aber autorisiert und in Frage gestellt, d.h. kommunikativ ausgehandelt wird, dann gilt es stärker als bisher authentifizierende und authentisierende Praxen und Diskurse in ihren gesellschaftlichen und disziplinenübergreifenden Kontexten zu erforschen, statt sich an der bloßen Identifizierung oder Dekonstruktion des Authentischen zu beteiligen. Über einen differenzierenden Authentizitätsbegriff kann es zudem gelingen, das Erinnerungsparadigma in der Geschichtskulturforschung der letzten Jahrzehnte wenn nicht zu überwinden, so doch zu präzisieren und interdisziplinär auszugestalten. Fragen der Autorisierung, der Legitimierung sowie der Prozesshaftigkeit und Wirkmächtigkeit kultureller Erinnerungsbestände geraten über die Analyse von Authentifizierungs- und Authentisierungspraxen, von Beglaubigungsstrategien und Beglaubigungsritualen stärker in den Blick als in der Erinnerungs- und Gedächtnisgeschichte, deren Arbeiten freilich – gerade im Hinblick auf Medien und Repräsentationen der Erinnerung – zu den Grundlagen jeder Analyse „historischer Authentizität“ gehören. Dass der Authentizitätsbegriff subjekt- und objektbezogene Dimensionen und damit „Fragen der klassischen Quellen- und Materialkritik mit Aspekten der Identitätsbildung“ verknüpft (bzw. Fragen nach Identität und kulturellem Erbe mit jenen der Generierung von Wahrheit und Glaubwürdigkeit), macht ihn einerseits so attraktiv, „zeigt aber zugleich auch seine Problematik auf, da er identitätsstiftend wirkt und deshalb oftmals umstritten ist und nicht zuletzt als Vermarktungslabel in verschiedenen Bereichen der öffentlichen Geschichts- und Erinnerungskultur eingesetzt werden kann“.[212]

Das Authentische, so lässt sich abschließend festhalten, ist bisweilen vorschnell dekonstruiert worden. Authentisierungen als Zuschreibungen und gesellschaftliche Konstruktionen von Wirklichkeit aufzufassen heißt nicht, jene Widerständigkeit zu negieren, die mit dem Authentischen stets verknüpft wird und sich in einer überformten Materialität, einer stets wandelbaren Identität und Variabilität von Objekten und Subjekten, d.h. letztlich in ihrer Historizität zeigt. Die durch den Authentizitätsbegriff adressierten Attribute wie „wahr“, „echt“, „glaubwürdig“ oder „wahrhaftig“ können dabei, so umstritten sie im Konkreten sein mögen, als „regulative Idee“ (Kant) aufgefasst werden, die für die historische Selbstvergewisserung von Individuen und Gesellschaften zentral ist.

Anmerkungen:
[1] Siehe die Homepage http://www.leibniz-historische-authentizitaet.de (25.07.2017). Der vorliegende Beitrag entstand im Rahmen dieses Forschungsverbunds. Ich danke den beteiligten Kolleginnen und Kollegen für alle Hinweise.
[2] Vgl. zudem Martin Sabrow / Achim Saupe, Historische Authentizität. Zur Kartierung eines Forschungsfeldes, in: dies. (Hrsg.), Historische Authentizität, Göttingen 2016, S. 7–28; Achim Saupe, Authentizität, Version 3.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 25.08.2015, https://docupedia.de/zg/Authentizität_Version_3.0_Achim_Saupe (25.07.2017); ders., Authentizität, in: Stefanie Samida / Manfred K.H. Eggert / Hans Peter Hahn (Hrsg.), Handbuch Materielle Kultur. Bedeutungen, Konzepte, Disziplinen, Stuttgart 2014, S. 80–84; ders., Empirische, materiale, personale und kollektive Authentizitätskonstruktionen und die Historizität des Authentischen, in: Martin Fitzenreiter (Hrsg.), Authentizität. Artefakt und Versprechen in der Archäologie, London 2014, S. 19–26, http://www2.hu-berlin.de/nilus/net-publications/ibaes15/publikation/ibaes15_saupe.pdf (25.07.2017).
[3] Dies zeigen viele der hier besprochenen Sammelbände und Themenhefte, etwa das „Special Issue on Authenticity“ der Zeitschrift „Rethinking History“ – siehe dort Patrick Finney, Introduction, in: Rethinking History 21 (2017), S. 131–134, http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/13642529.2017.1315966 (25.07.2017) – als auch Eva Ulrike Pirker / Mark Rüdiger, Authentizitätsfiktionen in populären Geschichtskulturen: Annäherungen, in: Eva Ulrike Pirker u.a. (Hrsg.), Echte Geschichte. Authentizitätsfiktionen in populären Geschichtskulturen, Bielefeld 2010, S. 11–30, http://www.zeithistorische-forschungen.de/sites/default/files/medien/material/2009-3/Pirker_Ruediger_Authentizitaetsfiktionen.pdf (03.08.2017).
[4] Susanne Knaller / Harro Müller, Einleitung. Authentizität und kein Ende, in: dies. (Hrsg.), Authentizität. Diskussion eines ästhetischen Begriffs, München 2006, S. 7–16, hier S. 8.
[5] Michael Rössner / Heidemarie Uhl (Hrsg.), Renaissance der Authentizität? Über die neue Sehnsucht nach dem Ursprünglichen, Bielefeld 2014.
[6] Paul Nolte, Öffentliche Geschichte. Die neue Nähe von Fachwissenschaft, Massenmedien und Publikum: Ursachen, Chancen und Grenzen, in: Michele Barricelli / Julia Hornig (Hrsg.), Aufklärung, Bildung, „Histotainment“? Zeitgeschichte in Unterricht und Gesellschaft heute, Frankfurt am Main 2008, S. 131–146; Rosmarie Beier-de Haan (Hrsg.), Geschichtskultur in der Zweiten Moderne, Frankfurt am Main 2000; dies., Erinnerte Geschichte, inszenierte Geschichte. Ausstellungen und Museen in der Zweiten Moderne, Frankfurt am Main 2005.
[7] Michael Rössner / Heidemarie Uhl, Vorwort, in: dies. (Hrsg.), Renaissance der Authentizität?, S. 9–12, hier S. 9.
[8] Zur vom Leibniz-Forschungsverbund Historische Authentizität vorgeschlagenen geschichts- und kulturwissenschaftlichen Unterscheidung zwischen „Authentifizierung“ und „Authentisierung“, die sich vom Sprachgebrauch in den Informationswissenschaften unterscheidet, siehe Sabrow / Saupe, Historische Authentizität, S. 10, sowie Christoph Bernhardt / Martin Sabrow / Achim Saupe, Authentizität und Bauerbe. Transdisziplinäre Perspektiven, in: dies. (Hrsg.), Gebaute Geschichte. Historische Authentizität im Stadtraum, Göttingen 2017, S. 9–22, hier insb. S. 14. Zur Popularisierung von Wissen und Wissenschaft siehe die Beiträge von Alexander Gall und Nils Müller-Schessel in: Stefanie Samida (Hrsg.), Inszenierte Wissenschaft. Zur Popularisierung von Wissen im 19. Jahrhundert, Bielefeld 2011.
[9] Siehe u.a. Helmut Lethen / Ludwig Jäger / Albrecht Koschorke (Hrsg.), Auf die Wirklichkeit zeigen. Zum Problem der Evidenz in den Kulturwissenschaften, Frankfurt am Main 2015; Susanna Fellman / Marjatta Rahikainen (Hrsg.), Historical Knowledge in Quest of Theory, Method and Evidence, Newcastle upon Tyne 2012; Karin Harrasser / Helmut Lethen / Elisabeth Timm (Hrsg.), Sehnsucht nach Evidenz, Bielefeld 2009.
[10] Vgl. etwa Knaller / Müller, Einleitung; Susanne Knaller, Genealogie des ästhetischen Authentizitätsbegriffs, in: Knaller / Müller (Hrsg.), Authentizität, S. 17–35. Ich folge hier zunächst meinem eigenen Beitrag: Saupe, Authentizitätskonstruktionen.
[11] Dimitrios Theodossopoulos, Laying Claim to Authenticity: Five Anthropological Dilemmas, in: Anthropological Quarterly 86 (2013), S. 337–360.
[12] John P. Taylor, Authenticity and Sincerity in Tourism, in: Annals of Tourism Research 28 (2001), S. 7–26, hier S. 8; siehe auch Mattijs van de Port, Registers of Incontestability. The Quest for Authenticity in Academia and Beyond, in: Etnofoor 17 (2004), S. 7–22.
[13] Auf unterschiedliche Dimensionen des Authentizitäts-Paradoxes machen aufmerksam: Susanne Knaller, Ein Wort aus der Fremde. Geschichte und Theorie des Begriffs Authentizität, Heidelberg 2007; Knaller / Müller (Hrsg.), Authentizität; Theodossopoulos, Laying Claim to Authenticity; Edward M. Bruner, Transformation of Self in Tourism, in: Annals of Tourism Research 18 (1991), S. 238–250.
[14] Knaller, Ein Wort aus der Fremde; Knaller / Müller (Hrsg.), Authentizität. Vgl. zudem Anne Ulrich, Art. „Authentizität“, in: Gert Ueding (Hrsg.), Historisches Wörterbuch der Rhetorik, Bd. 10: Nachträge A–Z, Berlin 2012, S. 79–91.
[15] Knaller, Ein Wort aus der Fremde, S. 21.
[16] Regina Wenninger, Künstlerische Authentizität. Philosophische Untersuchung eines umstrittenen Begriffs, Würzburg 2009. Wenninger bietet eine kurze, aber sehr klar argumentierende Einleitung in die Begriffsgeschichte des Authentischen.
[17] Wolfgang Funk / Florian Gross / Irmtraud Huber (Hrsg.), The Aesthetics of Authenticity. Medial Constructions of the Real, Bielefeld 2012; Wolfgang Funk / Lucia Krämer (Hrsg.), Fiktionen von Wirklichkeit. Kultur- und Medientheorie, Bielefeld 2014.
[18] Antonius Weixler (Hrsg.), Authentisches Erzählen. Produktion, Narration, Rezeption, Berlin 2012.
[19] Matthias Bandtel, Authentizität in der politischen Kommunikation. Mediale Inszenierungsstrategien und authentifizierende Selbstdarstellungspraktiken politischer Akteure, in: Weixler (Hrsg.), Authentisches Erzählen, S. 213–238; Christian Huck, Authentizität im Dokumentarfilm. Das Prinzip des falschen Umkehrschlusses als Erzählstrategie zur Beglaubigung massenmedialen Wissens, in: ebd., S. 239–264. Zum Authentizitätsanspruch im fiktionalen Biopic siehe auch Judith Königer, Authentizität in der Filmbiografie. Zur Entwicklung eines rezipientenorientierten Authentizitätsbegriffs, Würzburg 2015.
[20] Erika Fischer-Lichte (Hrsg.), Inszenierung von Authentizität, Tübingen 2000 (2. Aufl. 2007); Martin Andree, Archäologie der Medienwirkung. Faszinationstypen von der Antike bis heute (Simulation, Spannung, Fiktionalität, Authentizität, Unmittelbarkeit, Geheimnis, Ursprung), München 2005; Jan Berg / Hans-Otto Hügel / Hajo Kurzenberger (Hrsg.), Authentizität als Darstellung, Hildesheim 1997.
[21] Etwa bei Jutta Schlich, Literarische Authentizität. Prinzip und Geschichte, Tübingen 2002; auch Heiner Treinen, Das Original im Spiegel der Öffentlichkeit. Ein soziologischer Beitrag, in: Deutsche Kunst und Denkmalpflege 45 (1987), S. 180–186, hier S. 180; andere Beispiele dieser Richtung und ihre Kritik bei Knaller, Ein Wort aus der Fremde, S. 18f.
[22] Siehe Christoph Zeller, Ästhetik des Authentischen. Literatur und Kunst um 1970, Berlin 2010, S. 30, sowie Theodor W. Adorno, Noten zur Literatur 2, Frankfurt am Main 1961, S. 128.
[23] Stefan Laube, Authentizität – in Szene gesetzt und in Frage gestellt. Drei Fallbeispiele aus dem 13., 17. und 19. Jahrhundert, in: Sabrow / Saupe (Hrsg.), Historische Authentizität, S. 62–79.
[24] Die Belegstellen zur frühen Wortverwendungsgeschichte und ihre Deutung entstammen dem Deutschen Fremdwörterbuch (DFWB), online in: OWID – Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch, hrsg. v. Institut für Deutsche Sprache, Mannheim 2008ff., http://www.owid.de/artikel/405539 (01.08.2017). Die Belegstellen sollten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass in geschichtstheoretischen Methodologien der Authentizitätsbegriff keine zentrale Rolle spielt. So zielt die quellenkritische Methode auf den Wahrheitsgehalt und die Echtheit von Dokumenten, jedoch kaum auf deren Authentizität. Der Begriffswandel im 20. Jahrhundert lässt sich gut anhand des Digitalen Wörterbuchs der deutschen Sprache nachvollziehen: http://www.dwds.de (01.08.2017).
[25] Zu individuellen und kollektiven Authentizitätsvorstellungen vgl. insb. Charles Lindholm, Culture and Authenticity, Malden 2008; Thomas Tripold, Die Kontinuität romantischer Ideen. Zu den Überzeugungen gegenkultureller Bewegungen. Eine Ideengeschichte, Bielefeld 2012. Zum wichtigen Zusammenhang von Religion und personalen Authentizitätskonzeptionen siehe Ansgar Kreutzger / Christoph Niemand (Hrsg.), Authentizität. Modewort, Leitbild, Konzept. Theologische und humanwissenschaftliche Erkundungen zu einer schillernden Kategorie, Regensburg 2016, sowie Konrad Hilpert (Hrsg.), Authentizität und Wahrheit. Zur Rolle des Biografischen im religiösen Sprechen, Berlin 2012. In beiden Sammelbänden geht es auch um explizit bibelhermeneutische Fragen, die nun unter dem Authentizitätsstichwort verhandelt werden.
[26] Charles Taylor, Quellen des Selbst. Die Entstehung der neuzeitlichen Identität, Frankfurt am Main 1996; zu Taylor siehe Brian J. Braman, Meaning and Authenticity. Bernard Lonergan and Charles Taylor on the Drama of Authentic Human Existence, Toronto 2008; Susann Köppl, Sei ganz Du selbst! Gedanken über die Authentizität als normatives Ideal in Zeiten des modernen Individualismus, in: Cédric Duchêne-Lacroix / Felix Heidenreich / Angela Oster (Hrsg.), Individualismus – Genealogien der Selbst(er)findung. Individualisme – généalogies du soi, Berlin 2014, S. 161–174.
[27] Einlösen kann das nicht: Schlich, Literarische Authentizität. Zur Kritik: Knaller, Ein Wort aus der Fremde, S. 18.
[28] Christian Saehrendt, Gefühlige Zeiten. Die zwanghafte Sehnsucht nach dem Echten, Köln 2015.
[29] Tripold, Kontinuität.
[30] Weiterführend Ulfert Ricklefs, „Was war ich? Was bin ich? Was werde ich?“ Identität als Progression: Romantische Identitätskonzepte bei Arnim, in: Sheila Dickson / Walter Pape (Hrsg.), Romantische Identitätskonstruktionen. Nation, Geschichte und (Auto-)Biographie, Tübingen 2003, S. 117-137. Nicht zuletzt deshalb darf man auf die Ergebnisse des DFG-Graduiertenkollegs „Modell Romantik. Variation – Reichweite – Aktualität“ in Jena gespannt sein, welches der Rezeption romantischer Ideale nachgeht: http://www.modellromantik.uni-jena.de (01.08.2017).
[31] Richard Handler, Authenticity, in: Anthropology Today 2,1 (1986), S. 2–4.
[32] Gavin Rae, Alienation, Authenticity and the Self, in: History of the Human Sciences 23,4 (2010), S. 21–36.
[33] Regina Bendix, In Search of Authenticity. The Formation of Folklore Studies, Madison 1997.
[34] Vgl. Saupe, Authentizität 3.0. Zum Problem von Authentizität und Simulation siehe Andree, Archäologie der Medienwirkung, sowie grundlegend Jean Baudrillard, Das System der Dinge [1968], Frankfurt am Main 1971.
[35] Sybille Krämer, Zum Paradoxon von Zeugenschaft im Spannungsfeld von Personalität und Depersonalisierung. Ein Kommentar über Authentizität in fünf Thesen, in: Rössner / Uhl (Hrsg.), Renaissance der Authentizität?, S. 15–26, hier S. 25.
[36] Vgl. die Website des Center for Global Studies der Universität Bern und dort die deutschsprachige Beschreibung des Sinergeia-Forschungsprojekts „Theory and Practice of Authenticity in Global Cultural Production“: http://www.cgs.unibe.ch/content/forschung/drittmittelprojekte/authenticity/index_ger.html (01.08.2017).
[37] Vgl. bspw. Michelle Harris / Bronwyn Carlson / Evan Te Ahu Poata-Smith, Indigenous Identities and the Politics of Authenticity, in: Michelle Harris / Martin Nakata / Bronwyn Carlson (Hrsg.), The Politics of Identity. Emerging Indigeneity, Sydney 2013, S. 1–9.
[38] Sven Reichardt, Authentizität und Gemeinschaft. Linksalternatives Leben in den siebziger und frühen achtziger Jahren, Berlin 2014. Wichtig dazu: Detlef Siegfried, K-Gruppen, Kommunen und Kellerclubs. Sven Reichardt erkundet das westdeutsche Alternativmilieu, in: Mittelweg 36 23,3 (2014), S. 99–114.
[39] Reichardt, Authentizität und Gemeinschaft, S. 218; siehe auch ders., Authentizität und Gemeinschaftsbindung. Politik und Lebensstil im linksalternativen Milieu vom Ende der 1960er bis zum Anfang der 1980er Jahre, in: Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen 21,3 (2008), S. 118–130; ders., Inszenierung und Authentizität. Zirkulation visueller Vorstellungen über den Typus des linksalternativen Körpers, in: Habbo Knoch (Hrsg.), Bürgersinn mit Weltgefühl. Politische Moral und solidarischer Protest in den sechziger und siebziger Jahren, Göttingen 2007, S. 225–250; Detlef Siegfried, Authentizität und politische Moral in linken Subkulturen, in: ebd., S. 251–268.
[40] Reichardt, Authentizität und Gemeinschaft, S. 218.
[41] Nicht Personen als solche sind authentisch, sondern es sind Kontexte und Situationen notwendig, die eine Handlung, eine Kommunikation als authentisch erscheinen lassen. Siehe dazu Helmut Lethen, Versionen des Authentischen. Sechs Gemeinplätze, in: Hartmut Böhme / Klaus R. Scherpe (Hrsg.), Literatur und Kulturwissenschaften. Positionen, Theorien, Modelle, Reinbek bei Hamburg 1996, S. 205–231. Interessant wäre es gewesen, den Habitus der Alternativbewegung in Beziehung zu ästhetischen Idealen zu setzen; vgl. dazu Zeller, Ästhetik des Authentischen.
[42] Reichardt, Authentizität und Gemeinschaft, S. 221f.
[43] Im Gegensatz zum Autonomiebegriff findet sich das Lemma „Authentizität“ beispielsweise nicht in: Heidrun Kämper, Wörterbuch zum Demokratiediskurs 1967/68. Unter Mitwirkung von Elisabeth Link, Berlin 2013, S. 141–151.
[44] Beate Rössler, Der Wert des Privaten, Frankfurt am Main 2002, S. 111, S. 113. Siehe jetzt auch dies., Autonomie. Ein Versuch über das gelungene Leben, Frankfurt am Main 2017.
[45] Vgl. dazu Saupe, Authentizität 3.0.
[46] Luc Boltanski / Ève Chiapello, Der neue Geist des Kapitalismus, Konstanz 2006, insb. S. 80f., S. 142ff., S. 506.
[47] Siehe dazu auch Andreas Reckwitz, Die Erfindung der Kreativität. Zum Prozess gesellschaftlicher Ästhetisierung, Berlin 2012 (4. Aufl. 2014).
[48] Milorad M. Novicevic u.a., Authentic Leadership. A Historical Perspective, in: Journal of Leadership & Organizational Studies 13 (2006), S. 64–76; Rainer Niermeyer, Mythos Authentizität. Die Kunst, die richtigen Führungsrollen zu spielen, Frankfurt am Main 2008; John Lawler / Ian Ashman, Theorizing Leadership Authenticity. A Sartrean Perspective, in: Leadership 8 (2012), S. 327–344; Brandon Randolph-Seng / William L. Gardner, Validating Measures of Leader Authenticity. Relationships Between Implicit / Explicit Self-Esteem, Situational Cues, and Leader Authenticity, in: Journal of Leadership & Organizational Studies 20 (2013), S. 214–231; Rita Gardiner, Gender, Authenticity and Leadership. Thinking with Arendt, in: Leadership 12 (2016), S 632–637.
[49] Zur Produktwerbung und Werbewirtschaft siehe etwa James H. Gilmore / B. Joseph Pine, Authenticity. What Consumers Really Want, Boston 2007.
[50] Wolfgang Engler, Authentizität! Von Exzentrikern, Spielverderbern und Dealern, Berlin 2017, hier S. 12.
[51] Erving Goffman, Wir alle spielen Theater. Die Selbstdarstellung im Alltag, München 1969 (16. Aufl. 2016).
[52] So der Titel eines Forschungsprojekts, das aus dem Zusammenhang des Leibniz-Forschungsverbundes entstanden ist und durch die Volkswagen-Stiftung in der Förderlinie „Originalitätsverdacht“ 2017/18 finanziert wird.
[53] Thomas Fillitz / A. Jamie Saris, Introduction, in: dies. (Hrsg.), Debating Authenticity. Concepts of Modernity in Anthropological Perspective, New York 2013, S. 1–23; Peter Geschiere, The Perils of Belonging. Autochthony, Citizenship, and Exclusion in Africa and Europe, Chicago 2009, S. 3.
[54] Lindholm, Culture and Authenticity.
[55] Ders., The Rise of Expressive Authenticity, in: Anthropological Quarterly 86 (2013), S. 361–396, insb. S. 389f.
[56] Rudolf Jaworski, Zur Authentizitätsproblematik von Nationaltrachten im 19. und 20. Jahrhundert. Ostmitteleuropa in vergleichender Perspektive, in: Rössner / Uhl (Hrsg.), Renaissance der Authentizität?, S. 187–204; Michaela Marek, Barock in Böhmen – tschechischer Barock? Ein Authentisierungsdiskurs und sein Scheitern, in: ebd., S. 205–236.
[57] Eric J. Hobsbawm / Terence Ranger (Hrsg.), The Invention of Tradition, Cambridge 1983; Benedict R. Anderson, Imagined Communities. Reflections on the Origin and Spread of Nationalism, überarb. u. erw. Aufl., London 1991.
[58] Fillitz / Saris (Hrsg.), Debating Authenticity; Geschiere, Perils of Belonging; Joanna Pfaff-Czarnecka, From ‘Identity’ to ‘Belonging’ in Social Research: Plurality, Social Boundaries, and the Politics of the Self, in: Sarah Albiez u.a. (Hrsg.), Ethnicity, Citizenship and Belonging. Practices, Theory and Spatial Dimensions, Madrid 2011, S. 199–219. Mit anregenden Einzelstudien insbesondere aus anthropologischer Perspektive siehe Phillip Vannini / J. Patrick Williams (Hrsg.), Authenticity in Culture, Self, and Society, Burlington 2009.
[59] Winfried Speitkamp, „Authentizität“ und Nation: Kollektivsymbolik und Geschichtspolitik in postkolonialen afrikanischen Staaten, in: Klaudia Knabel / Dietmar Rieger / Stephanie Wodianka (Hrsg.), Nationale Mythen – kollektive Symbole. Funktionen, Konstruktionen und Medien der Erinnerung, Göttingen 2005, S. 225–244.
[60] Graham Huggan, The Postcolonial Exotic. Marketing the Margins, London 2002, insb. S. 155–176; Martin Japtok / Jerry Rafiki Jenkins (Hrsg.), Authentic Blackness / „Real“ Blackness. Essays on the Meaning of Blackness in Literature and Culture, New York 2011; E. Patrick Johnson, Appropriating Blackness. Performance and the Politics of Authenticity, Durham 2003; Harris / Carlson / Poata-Smith, Indigenous Identities; Andrew Lattas, Essentialism, Memory and Resistance. Aboriginality and the Politics of Authenticity, in: Oceania 63 (1993), S. 240–267; Fillitz / Saris (Hrsg.), Debating Authenticity.
[61] Johnson, Appropriating Blackness, S. 2.
[62] L’Homme. Europäische Zeitschrift für feministische Geschichtswissenschaft 24,2 (2013): Auto/Biographie, hrsg. von Claudia Ulbrich, Gabriele Jancke und Mineke Bosch. Wie sich derartige Authentizitätszuschreibungen medial herauskristallisieren, ließe sich z.B. an den Rezensionen zu Stefan Reineckes Ströbele-Biografie deutlich machen: Stefan Reinecke, Ströbele. Die Biografie, Berlin 2016; siehe dazu etwa Eckhard Jesse, Porträt eines authentischen Linksalternativen, in: Deutschlandfunk Kultur, 02.04.2016, http://www.deutschlandradiokultur.de/stefan-reinecke-stroebele-die-biografie-portraet-eines.1270.de.html?dram:article_id=350025 (01.08.2017); Alexander Weinlein, Widersprüche eines freien Radikalen, in: Das Parlament, 18.04.2016, http://www.das-parlament.de/2016/16_17/das_politische_buch/-/419068 (01.08.2017).
[63] Stellvertretend sei hier verwiesen auf Martin Sabrow / Norbert Frei (Hrsg.), Die Geburt des Zeitzeugen nach 1945, Göttingen 2012.
[64] Sara Jones, Mediated Immediacy: Constructing Authentic Testimony in Audio-Visual Media, in: Rethinking History 21 (2017), S. 135–153; dies., The Media of Testimony. Remembering the East German Stasi in the Berlin Republic, Houndmills 2014.
[65] Siehe dazu auch Saupe, Authentizität 3.0.
[66] Die Problematik einer fiktiven Autobiografie ist im Hinblick auf den Holocaust insbesondere am Fall Wilkomirski diskutiert worden: Binjamin Wilkomirski alias Bruno Dössekker alias Bruno Grosjean erfand in Kenntnis historischer Zeugnisliteratur seine eigene Opfergeschichte, die nicht nur vom Verlag, sondern zunächst von der Allgemeinheit der Rezipienten als authentisch angesehen wurde, gerade weil sie wiederkehrende Motive und Topoi der Opfererzählungen kopierte. Siehe dazu u.a. Nadine Jessica Schmidt, Konstruktionen literarischer Authentizität in autobiographischen Erzähltexten. Exemplarische Analysen zu Christa Wolf, Ruth Klüger, Binjamin Wilkomirski und Günter Grass, Göttingen 2014. Nach wie vor sehr erhellend ist Ruth Klüger, Gelesene Wirklichkeit. Fakten und Fiktionen in der Literatur, Göttingen 2006, sowie Irene Dieckmann / Julius H. Schoeps (Hrsg.), Das Wilkomirski-Syndrom. Eingebildete Erinnerungen oder Von der Sehnsucht, Opfer zu sein, Zürich 2002; Daniel Ganzfried (Hrsg.), … alias Wilkomirski. Die Holocaust-Travestie. Enthüllung und Dokumentation eines literarischen Skandals, Berlin 2002. Bemerkenswert ist auch der Fall der Belgierin Monique De Wael, die unter dem Namen Misha Defonseca ihre fiktive Holocaust-Überlebensgeschichte schrieb. Siehe dazu Virginie Sansico, Hoaxes and the Memory of the Second World War: from Un Héros très discret to Misha Defonseca, in: Margaret Atack / Christopher Lloyd (Hrsg.), Framing Narratives of the Second World War and Occupation in France, 1939–2009. New Readings, Manchester 2012, S. 138–147, sowie Sue Vice, Textual Deceptions. False Memoirs and Literary Hoaxes in the Contemporary Era, Edinburgh 2014.
[67] Sidonie Smith / Julia Watson, Witness or False Witness: Metrics of Authenticity, Collective I-Formations, and the Ethic of Verification in First-Person Testimony, in: Biography. An Interdisciplinary Quarterly 35 (2012), S. 590–626; Julia Watson, Strategic Autoethnography and American Ethnicity Debates: The Metrics of Authenticity in When I Was Puerto Rican, in: Life Writing 10 (2013), S. 129–150; nach wie vor pointiert: Hanno Loewy / Bernhard Moltmann, Vorwort, in: dies. (Hrsg.), Erlebnis – Gedächtnis – Sinn. Authentische und konstruierte Erinnerung, Frankfurt am Main 1996, S. 7–11.
[68] Siehe das von Christoph Classen und Wulf Kansteiner herausgebene Heft von „History and Theory“ sowie deren Einleitung: Christoph Classen / Wulf Kansteiner, Truth and Authenticity in Contemporary Historical Culture: An Introduction to Historical Representation and Historical Truth, in: History and Theory 48,2 (2009), S. 1–4, http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1468-2303.2009.00495.x/epdf (01.08.2017); Iris Roebling-Grau / Dirk Rupnow (Hrsg.), „Holocaust“-Fiktion. Kunst jenseits der Authentizität, Paderborn 2015; Katharine Harris, „Part of the project of that book was not to be authentic“. Neo-historical Authenticity and its Anachronisms in Contemporary Historical Fiction, in: Rethinking History 21 (2017), S. 193–212.
[69] Zum Problem der Authentizität in der Archäologie siehe die Beiträge in: Fitzenreiter (Hrsg.), Authentizität. Ein paradigmatischer Fall, der den Sprung vom archäologischen Fund zur Interpretation deutlich macht und dabei zahlreiche Authentizitätsfragen aufwirft, ist sicherlich die Troia-Debatte; vgl. dazu u.a. Frank Kolb, Tatort ‚Troia‘. Geschichte. Mythen. Politik, Paderborn 2010, sowie Stefanie Samida, Archäologische Quellen. Zwischen historischer Realität und historischer Fiktion. Anmerkungen zur Troia-Debatte, in: Archäologisches Korrespondenzblatt 36 (2006), S. 37–47.
[70] Knaller, Ein Wort aus der Fremde, S. 21ff.: Knaller unterscheidet diese Referenzauthentizität von einer „ästhetischen“, „selbstreferentiellen“ Authentizität oder der „rezeptiven Authentizität“, die sich aus einer „provisorischen Selbst- und Fremdzuschreibung“ ergebe.
[71] Zur Begriffsgeschichte vgl. Kurt Röttgers / Reinhard Fabian, Art. „Authentisch“, in: Joachim Ritter (Hrsg.), Historisches Wörterbuch der Philosophie, Bd. 1, Basel 1971, S. 691f.; Susanne Knaller / Harro Müller, Art. „Authentisch / Authentizität“, in: Karlheinz Barck u.a. (Hrsg.), Ästhetische Grundbegriffe. Historisches Wörterbuch in sieben Bänden, Bd. 7: Supplementteil, Stuttgart 2005, S. 40–65.
[72] Siehe dazu auch Andrea Rehling / Johannes Paulmann, Historische Authentizität jenseits von Original und Fälschung. Ästhetische Wahrnehmung – gespeicherte Erfahrung – gegenwärtige Performanz, in: Sabrow / Saupe (Hrsg.), Historische Authentizität, S. 91–125.
[73] Ann Laura Stoler, Colonial Archives and the Arts of Governance. On the Content in the Form, in: Carolyn Hamilton (Hrsg.), Refiguring the Archive, London 2002, S. 83–100.
[74] Einen Überblick bieten Knut Ebeling / Stephan Günzel (Hrsg.), Archivologie. Theorien des Archivs in Wissenschaft, Medien und Künsten, Berlin 2009; siehe auch Marcel Lepper / Ulrich Raulff (Hrsg.), Handbuch Archiv. Geschichte, Aufgaben, Perspektiven, Stuttgart 2016.
[75] Rainer Hering / Dietmar Schenk, Einleitung, in: dies. (Hrsg.), Wie mächtig sind Archive? Perspektiven der Archivwissenschaft, Hamburg 2013, S. 15–18, hier S. 17; Dietmar Schenk, „Aufheben, was nicht vergessen werden darf“. Archive vom alten Europa bis zur digitalen Welt, Stuttgart 2013; ders., Kleine Theorie des Archivs, Stuttgart 2008. Schenk bezieht sich dabei auf das anregende Buch von Bernard Williams, Wahrheit und Wahrhaftigkeit, Frankfurt am Main 2013.
[76] Dietmar Schenk, „Archivmacht“ und geschichtliche Wahrheit, in: Hering / Schenk, Wie mächtig sind Archive?, S. 21–43, hier S. 38.
[77] Wolf Buchmann, „Woher kommt das Photo?“ Zur Authentizität und Interpretation von historischen Photoaufnahmen in Archiven, in: Der Archivar 52 (1999), S. 296–306, http://www.archive.nrw.de/archivar/hefte/1999/Archivar_1999-4.pdf (01.08.2017); Elke Bauer, Bildarchive im digitalen Wandel: Chancen und Herausforderungen, in: Irene Ziehe / Ulrich Hägele (Hrsg.), Fotografie und Film im Archiv. Sammeln, Bewahren, Erforschen, Münster 2013, S. 27–38; dies., Zwischen Inszenierung und Authentizität: Kontextualisierung ausgewählter Bildzeugnisse zum Alltagsleben der Deutschen in Ostmitteleuropa vor 1945, in: Jahrbuch für deutsche und osteuropäische Volkskunde 52 (2011), S. 137–164.
[78] Vgl. z.B. Gerhard Paul, Die Geschichte hinter dem Foto. Authentizität, Ikonisierung und Überschreibung eines Bildes aus dem Vietnamkrieg, in: Zeithistorische Forschungen / Studies in Contemporary History 2 (2005), S. 224–245, http://www.zeithistorische-forschungen.de/2-2005/id=4632 (01.08.2017); Hanno Hochmuth, Sehnsuchtsbilder. West-Berlin in neuen Fotobänden, in: Zeithistorische Forschungen / Studies in Contemporary History 11 (2014), S. 312–327, http://www.zeithistorische-forschungen.de/2-2014/id=5107 (01.08.2017).
[79] Mirco Melone, Kommerz-Geschichte. Historische Pressefotografie zwischen Profit und Politik, in: Zeithistorische Forschungen / Studies in Contemporary History 12 (2015), S. 326–335, http://www.zeithistorische-forschungen.de/2-2015/id=5235 (01.08.2017).
[80] Thomas Bein (Hrsg.), Autor – Autorisation – Authentizität, Tübingen 2004.
[81] Markus Friedrich, Die Geburt des Archivs. Eine Wissensgeschichte, München 2013, S. 93.
[82] Arlette Farge, Der Geschmack des Archivs. Aus dem Französischen von Jörn Etzold in Zusammenarbeit mit Alf Lüdtke. Mit einem Nachwort von Alf Lüdtke, Göttingen 2011. Vgl auch die Rezension von Martin Kröger, in: H-Soz-Kult, 15.12.2011, http://www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-16789 (01.08.2017).
[83] Natalie Zemon Davis, Fiction in the Archives. Pardon Tales and their Tellers in Sixteenth-Century France. The Harry Camp Lectures at Stanford University, Stanford 1987.
[84] Alf Lüdtke, Nachwort, in: Farge, Der Geschmack des Archivs, S. 99–117, hier S. 114f.
[85] Siehe mit weiterführender Literatur Hermann Blume, Erfindung der Authentizität – Authentizität des Erfundenen. Eine literarische Paradoxie als Herausforderung der Editionswissenschaft, in: Rössner / Uhl (Hrsg.), Renaissance der Authentizität?, S. 143–157.
[86] Ebd., S. 148.
[87] Andreas Wirsching, Hitlers Authentizität, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 64 (2016), S. 387–418; Themenheft „Hitlers ‚Mein Kampf‘“, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 65, 43–45 (2015), http://www.bpb.de/apuz/213510/hitlers-mein-kampf (01.08.2017); kritisch u.a. Wolfgang Schieder, Hitlers ,,Mein Kampf“. Eine Edition – aber für wen?, in: Neue Politische Literatur 61 (2016), S. 187–198.
[88] Jeremy Adler, Das absolut Böse lässt sich nicht neutralisieren, in: Süddeutsche Zeitung, 04.01.2017; Alan Steinweis, Adlers Behauptung muss mit allem Nachdruck widersprochen werden, in: Süddeutsche Zeitung, 12.01.2017; Anson Rabinbach, Struggles with Mein Kampf, in: The Times Literary Supplement, 14.09.2016, http://www.the-tls.co.uk/articles/public/struggle-with-reality/ (01.08.2017). Eine Presseschau bietet die Website des Instituts für Zeitgeschichte: http://www.ifz-muenchen.de/aktuelles/themen/edition-mein-kampf/dokumentation-mein-kampf-in-der-oeffentlichen-diskussion/ (01.08.2017).
[89] Barbara Potthast (Hrsg.), Das Spiel mit der Wahrheit. Fälschungen in Literatur, Film und Kunst, Berlin 2012; Jakob Steinbrenner / Julian Nida-Rümelin (Hrsg.), Original und Fälschung, Ostfildern 2011; Anne-Kathrin Reulecke (Hrsg.), Fälschungen. Zu Autorschaft und Beweis in Wissenschaften und Künsten, Frankfurt am Main 2006. Zur Kunstfälschung und zum Fall Beltracchi gibt es zahlreiche neue, oft auch populäre breitenwirksame Bücher; siehe exemplarisch Henry Keazor, Täuschend echt! Eine Geschichte der Kunstfälschung, Darmstadt 2015; ders. / Tina Öcal (Hrsg.), Der Fall Beltracchi und die Folgen. Interdisziplinäre Fälschungsforschung heute, Berlin 2014; Noah Charney, The Art of Forgery. The Mindes, Motives and Methods of Master Forgers, London 2015; aus dem Bereich der zeithistorisch relevanten Täuschungen: David King, Die Kommissare verschwinden. Die Fälschung von Fotografien und Kunstwerken in Stalins Sowjetunion. Fotografien und Grafik aus der David King Collection, Berlin 2015.
[90] Martin Doll, Fälschung und Fake. Zur diskurskritischen Dimension des Täuschens, Berlin 2012; siehe auch Massimo Sgroi (Hrsg.), F for fake. Ausstellungskatalog, Rom 2013.
[91] Philipp Theisohn, Plagiat. Eine unoriginelle Literaturgeschichte, Stuttgart 2009; Gisela Fehrmann u.a. (Hrsg.), Originalkopie. Praktiken des Sekundären, Köln 2004.
[92] Monika Dommann, Autoren und Apparate. Die Geschichte des Copyrights im Medienwandel, Frankfurt am Main 2014; Christian Haug / Vincent Kaufmann (Hrsg.), Das Plagiat, Wiesbaden 2014; Philipp Theisohn, Literarisches Eigentum. Zur Ethik geistiger Arbeit im digitalen Zeitalter: Essay, Stuttgart 2012. Auf die Problematik des wissenschaftlichen Plagiats soll hier nicht weiter eingegangen werden; verwiesen sei insofern auf den interdisziplinären Überblick bei Christiane Lahusen / Christoph Markschies (Hrsg.), Zitat, Paraphrase, Plagiat. Wissenschaft zwischen guter Praxis und Fehlverhalten, Frankfurt am Main 2015.
[93] Markwart Herzog / Birgit Ulrike Münch (Hrsg.), Fälschung – Plagiat – Kopie. Künstlerische Praktiken in der Vormoderne, Petersberg 2014.
[94] Felix Stalder, Neun Thesen zur Remix-Kultur, Juni 2009, https://irights.info/wp-content/uploads/fileadmin/texte/material/Stalder_Remixing.pdf (01.08.2017), S. 1, S. 10; Stalder bezieht sich auf Ulf Poschart, DJ-Culture, Hamburg 1995, S. 34. Von hier aus bieten sich vielfältige Anschlüsse zur Diskussion des Stellenwerts der Kopie in der Kunstgeschichte und Anschlüsse an die „appropriation art“; siehe etwa Ariane Mensger / Staatliche Kunsthalle Karlsruhe / Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (Hrsg.), Déjà-vu? Die Kunst der Wiederholung von Dürer bis YouTube, Bielefeld 2012, sowie die Tagung „Nichts Neues schaffen. Perspektiven auf die treue Kopie 1300–1900“ von 2014; siehe dazu den Bericht von Carolin Ott, in: H-ArtHist, 19.02.2015, https://arthist.net/reviews/9525/mode=conferences (01.08.2017).
[95] Dirk von Gehlen, Mashup. Lob der Kopie, Berlin 2010.
[96] Wolfgang Ullrich, Originalitätsdämmerung? Der Kult ums Neue und sein mögliches Ende, in: Haug / Kaufmann (Hrsg.), Das Plagiat, S. 97–110; siehe auch ders., Raffinierte Kunst. Übung vor Reproduktionen, Berlin 2009.
[97] Gottfried Boehm / Heike Gfrereis, Der Wert des Originals. Zur Ausstellung „Der Wert des Originals“. Literaturmuseum der Moderne, Marbach am Neckar, 3. November 2014 bis 12. August 2015, Marbach am Neckar 2014.
[98] Ebd., Klappentext.
[99] Étienne François / Hagen Schulze (Hrsg.), Deutsche Erinnerungsorte, 3 Bde., München 2001, sowie zahllose daran anknüpfende Projekte und Veröffentlichungen im In- und Ausland.
[100] John E. Tunbridge / Gregory J. Ashworth, Dissonant Heritage. The Management of the Past as a Resource in Conflict, Chichester 1996, S. 10ff.
[101] David Lowenthal, „History“ und „Heritage“. Widerstreitende und konvergente Formen der Vergangenheitsaneignung, in: Beier-de Haan (Hrsg.), Geschichtskultur, S. 71–94; siehe auch ders., The Past is a Foreign Country – Revisited, Cambridge 2015 (Originalausgabe 1985).
[102] Gottfried Korff / Martin Roth, Einleitung, in: dies. (Hrsg.), Das historische Museum. Labor, Schaubühne, Identitätsfabrik, Frankfurt am Main 1990, S. 9–37, hier S. 15ff.
[103] Gottfried Korff, Zur Eigenart der Museumsdinge [1992], in: ders., Museumsdinge. Deponieren – Exponieren, Köln 2002, S. 140–145, hier S. 141.
[104] Mit dem Schwerpunkt auf Souvenirs siehe Christiane Holm, Erinnerungsdinge, in: Samida / Eggert / Hahn (Hrsg.), Handbuch Materielle Kultur, S. 197–200.
[105] Zur Zeitzeugenproblematik, die zahlreiche Authentizitätsfragen aufwirft, siehe noch einmal Sabrow / Frei (Hrsg.), Die Geburt des Zeitzeugen.
[106] Thomas Thiemeyer, Werk, Exemplar, Zeuge, in: Sabrow / Saupe (Hrsg.), Historische Authentizität, S. 80–90.
[107] Alois Riegl, Der moderne Denkmalkultus, sein Wesen und seine Entstehung [1903], in: Georg Dehio / Alois Riegl, Konservieren, nicht restaurieren. Streitschriften zur Denkmalpflege um 1900, hrsg. von Marion Wohlleben / Georg Mörsch, Braunschweig 1988, S. 43–87.
[108] Spencer R. Crew / James E. Sims, Locating Authenticity: Fragments of a Dialogue, in: Ivan Karp / Steven D. Lavine (Hrsg.), Exhibiting Cultures. The Poetics and Politics of Museum Display, Washington 1991, S. 159–175, hier S. 163.
[109] James Clifford, Sich selbst sammeln, in: Korff / Roth (Hrsg.), Das historische Museum, S. 87–106, hier S. 95.
[110] Joachim Baur, Die Musealisierung der Migration. Einwanderungsmuseen und die Inszenierung der multikulturellen Nation, Bielefeld 2009, S. 30f., mit Hinweisen auf weitere Literatur. Siehe auch ders. (Hrsg.), Museumsanalyse. Methoden und Konturen eines neuen Forschungsfeldes, Bielefeld 2010; zur „collaborative hallucination“ siehe Barbara Kirshenblatt-Gimblett, Destination Culture. Tourism, Museums, and Heritage, Berkeley 1998, S. 167.
[111] Annette Tietenberg (Hrsg.), Die Ausstellungskopie. Mediales Konstrukt, materielle Rekonstruktion, historische Dekonstruktion, Köln 2015.
[112] Vgl. die Beiträge von Ulfert Tschirner, Aus dem Schatten des verlorenen Originals. Reproduktion und Wiederherstellung der Ebstorfer Weltkarte (S. 25–40), Michael S. Falser, Die Ausstellungskopie als materielle Substitution und koloniale Aneignung. Gipsabgüsse von Angkor Wat für museale Räume in Paris und Berlin (S. 59–74), und Helen Adkins, 1988 in West-Berlin: Die Rekonstruktion der Ersten Internationalen Dada-Messe von 1920 (S. 163–179), alle in: Tietenberg (Hrsg.), Die Ausstellungskopie.
[113] Marinos Ioannides u.a. (Hrsg.), Digital Heritage: Progress in Cultural Heritage. Documentation, Preservation, and Protection (5th International Conference, EuroMed 2014, Limassol, Cyprus, November 3–8, 2014. Proceedings, Part 1), Cham 2014; Randall Shumaker / Stephanie Lackey (Hrsg.), Virtual, Augmented and Mixed Reality: Applications of Virtual and Augmented Reality (6th International Conference, VAMR 2014, Held as Part of HCI International 2014, Heraklion, Crete, Greece, June 22-27, 2014. Proceedings, Part 2), Cham 2014; Lucio Tommaso de Paolis / Antonio Mongelli (Hrsg.), Augmented and Virtual Reality (Second International Conference, AVR 2015, Lecce, Italy, August 31 – September 3, 2015. Proceedings), Cham 2015.
[114] Bernhard Graf / Astrid B. Müller (Hrsg.), Sichtweisen. Zur veränderten Wahrnehmung von Objekten in Museen, Wiesbaden 2005.
[115] Tatjana Bartsch / Marcus Becker / Charlotte Schreiter, Das Originale der Kopie. Eine Einführung, in: Tatjana Bartsch u.a. (Hrsg.), Das Originale der Kopie. Kopien als Produkte und Medien der Transformation von Antike, Berlin 2010, S. 1–26, hier S. 2.
[116] Fehrmann u.a., Originalkopie. Praktiken des Sekundären – eine Einleitung, in: dies. u.a. (Hrsg.), Originalkopie, S. 9–16, hier S. 9f.
[117] Vgl. Falser, Die Ausstellungskopie, S. 63f. mit weiteren Literaturhinweisen; insgesamt dazu auch Georges Didi-Huberman, Ähnlichkeit und Berührung. Archäologie, Anachronismus und Modernität des Abdrucks, Köln 1999.
[118] Ulfert Tschirner, Museum, Photographie und Reproduktion. Mediale Konstellationen im Untergrund des Germanischen Nationalmuseums, Bielefeld 2014; Ullrich, Raffinierte Kunst.
[119] Gabriela Krist / Martina Griesser-Stermscheg (Hrsg.), Konservierungswissenschaften und Restaurierung heute. Von Objekten, Gemälden, Textilien und Steinen, Köln 2010; Cesare Brandi, Theorie der Restaurierung. Herausgegeben, übersetzt und kommentiert von Ursula Schädler-Saub und Dörthe Jakobs, Hefte des Deutschen Nationalkomitees, ICOMOS 41, München 2006; Janis Katrin, Restaurierungsethik im Kontext von Wissenschaft und Praxis, München 2005; Thomas Brachert, Patina. Von Nutzen und Nachteil der Restaurierung, München 1985. Siehe auch Gerald Unterberger, Restaurierung – Restauration. Eine moderne Begriffsdifferenzierung und die ursprüngliche Bedeutung eines Wortes im mythisch-kultischen Kontext, in: Muttersprache. Vierteljahresschrift für deutsche Sprache 122 (2012), S. 203–214.
[120] Salvador Muñoz Viñas, Contemporary Theory of Conservation, Oxford 2005; Manuel J. Martín-Hernández, Time and Authenticity, in: Future Anterior. Journal of Historic Preservation, History, Theory, and Criticism 11,2 (2014), S. 41–47; Bryony Roberts, Competing Authenticities, in: Future Anterior. Journal of Historic Preservation, History, Theory, and Criticism 12,2 (2015), S. 1–10. Siehe auch das Projekt „Materiality, authenticity and value in the historic environment: a study of the effects of material transformation and scientific intervention“ an der University of the West of Scotland, http://www.uws.ac.uk/mavproject (01.08.2017), sowie das Symposium „Alles Fake?“ der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, Studiengang Museumsforschung und Museumsmanagement, 16.02.2015, http://mmk.htw-berlin.de/aktivitaeten/tagungen/alles-fake/ (01.08.2017). Abhängig sind Fragen restauratorischer Authentisierung natürlich von diversen technischen Möglichkeiten, nicht zuletzt im Hinblick auf die Echtheitsprüfung. Siehe dazu Johannes Gramlich, Kunst und Materie. Dinghistorische Perspektiven auf den internationalen Kunstmarkt im 20. Jahrhundert, in: Zeithistorische Forschungen / Studies in Contemporary History 13 (2016), S. 404–425, http://www.zeithistorische-forschungen.de/3-2016/id=5392 (01.08.2017).
[121] Siehe u.a. Constanze Hampp / Stephan Schwan, Perception and Evaluation of Authentic Objects: Findings from a Visitor Study, in: Museum Management and Curatorship 29 (2014), S. 349–367; dies., The Role of Authentic Objects in Museums of the History of Science and Technology: Findings from a Visitor Study, in: International Journal of Science Education, Part B: Communication and Public Engagement 5 (2015), S. 161–181.
[122] Einen ersten Schritt in diese Richtung wird der folgende Band unternehmen: Thomas Eser u.a. (Hrsg.), Authentisierung im Museum. Ein Werkstatt-Bericht, Mainz 2017 (im Erscheinen). Siehe exemplarisch auch Jacob S. Eder, Trauer, Patriotismus und Entertainment. Das „National September 11 Memorial & Museum“ in New York, in: Zeithistorische Forschungen / Studies in Contemporary History 13 (2016), S. 158–171, http://www.zeithistorische-forschungen.de/1-2016/id=5339 (01.08.2017).
[123] Wolfgang Seidenspinner, Authentizität. Kulturanthropologisch-erinnerungskundliche Annäherungen an ein zentrales Wissenschaftskonzept im Blick auf das Weltkulturerbe, in: kunsttexte.de 4 (2007), http://edoc.hu-berlin.de/kunsttexte/2007-4/seidenspinner-wolfgang-1/PDF/seidenspinner.pdf (01.08.2017).
[124] Christina Cameron / Mechtild Rössler, Many Voices, One Vision. The Early Years of the World Heritage Convention, Farnham 2013.
[125] UNESCO, The Nara Document on Authenticity, http://whc.unesco.org/archive/nara94.htm (01.08.2017). 1977 hatten die Operational Guidelines für die Bestimmung von Welterbe betont: „In addition. the property should meet the test of _authenticity in design, materials, workmanship and setting; authenticity does not limit consideration to original form and structure but includes all subsequent modifications and additions, over the course of time, which in themselves possess artistic or historical values.“ UNESCO, Operational Guidelines for the Implementation of the World Heritage Convention, 1977, http://whc.unesco.org/archive/out/opgu77.htm (01.08.2017). Zur Weiterentwicklung des Authentizitätskonzepts und zur Nara-Konferenz siehe Knut Einar Larsen (Hrsg.), Nara Conference on Authenticity in Relation to the World Heritage Convention. Proceedings. Nara, Japan, 1–6 November 1994, Paris 1995. In der deutschsprachigen Übersetzung der UNESCO bzw. des Deutschen Nationalkomitees Denkmalschutz wurde „authenticity“ abgesehen vom Titel durchgehend mit „Echtheit“ übersetzt und damit der Begriff in seinem Facettenreichtum eingeschränkt: „Das Nara-Dokument zur Echtheit / Authentizität“, http://www.dnk.de/media/138a1c5aa099801 (01.08.2017). Zur Debatte um einen postmodernen Denkmalbegriff siehe Wilfried Lipp / Michael Petzet (Hrsg.), Vom modernen zum postmodernen Denkmalkultus? Denkmalpflege am Ende des 20. Jahrhunderts. 7. Jahrestagung der Bayerischen Denkmalpflege, Passau, 14.–16. Oktober 1993, München 1994; Wilfried Lipp (Hrsg.), Denkmal – Werte – Gesellschaft. Zur Pluralität des Denkmalbegriffs, Frankfurt am Main 1993.
[126] Für die Aufweichung des Originalitätsprinzips wurden bekanntermaßen Vertreter der Postmoderne wie Jean Baudrillard oder Jaques Derrida verantwortlich gemacht; siehe dazu den kurzen Beitrag von Géza Hajós, Cults of the Past, in: Adriaan Wessel Reinink / Jeroen Stumpel (Hrsg.), Memory & Oblivion. Proceedings of the XXIXth International Congress of the History of Art Held in Amsterdam, 1–7 September 1996, Dordrecht 1999, S. 349–351. Eine frühe Kritik der Ausrichtung auf die materielle Substanz, hier allerdings besonders in Bezug auf das Museum, bei: Alfred A. Schmid, Echtheitsfetischismus? Zur Wahrhaftigkeit des Originalen, in: Stephan Waetzoldt / Alfred A. Schmid (Hrsg.), Echtheitsfetischismus? Zur Wahrhaftigkeit des Originalen. Symposion der Carl Friedrich von Siemens Stiftung, München 1979, S. 43–64; Wiederabdruck in: Lipp (Hrsg.), Denkmal – Werte – Gesellschaft, S. 271–291.
[127] Sophia Labadi, World Heritage, Authenticity and Post-Authenticity. International and National Perspectives, in: dies. / Colin Long (Hrsg.), Heritage and Globalisation, London 2010, S. 66–84, hier S. 66; Michael S. Falser, Von der Venice Charter zum Nara Document on Authenticity. 30 Jahre „Authentizität“ im Namen des kulturellen Erbes der Welt, in: Rössner / Uhl (Hrsg.), Renaissance der Authentizität?, S. 63–87; David N. Fixler, Is It Real and Does It Matter? Rethinking Authenticity and Preservation, in: Journal of the Society of Architectural Historians 67 (2008), S. 11–13; Nicholas Stanley-Price / Joseph King (Hrsg.), Conserving the Authentic. Essays in Honour of Jukka Jokilehto, Rom 2009.
[128] Tino Mager, Schillernde Unschärfe. Der Begriff der Authentizität im architektonischen Erbe, Berlin 2016.
[129] Ebd., S. 126.
[130] Ebd., S. 179–224.
[131] Ebd., S. 230.
[132] Aurélie Élisa Gfeller, The Authenticity of Heritage. Global Norm-Making at the Crossroads of Cultures, in: American Historical Review 122 (2017), S. 758–791.
[133] Hilmar Schäfer, „Outstanding universal value“. Die Arbeit an der Universalisierung des Wertvollen im UNESCO-Welterbe, in: Berliner Journal für Soziologie 26 (2016), S. 353–375, hier S. 372.
[134] Siehe etwa Georg Mörsch, Denkmalverständnis. Vorträge und Aufsätze 1990–2002, Zürich 2004. Das betrifft aber auch offizielle Dokumente der internationalen Denkmalpflege wie die Charta von Burra und die Charta von Washington, in denen der Authentizitätsbegriff keine tragende Rolle spielt. Siehe dazu auch Bernhardt / Sabrow / Saupe, Authentizität und Bauerbe.
[135] Georg Wagner-Kyora (Hrsg.), Wiederaufbau europäischer Städte / Rebuilding European Cities. Rekonstruktionen, die Moderne und die lokale Identitätspolitik seit 1945 / Reconstructions, Modernity and the Local Politics of Identity Construction since 1945, Stuttgart 2014.
[136] Michael S. Falser / Wilfried Lipp (Hrsg.), Eine Zukunft für unsere Vergangenheit. Zum 40. Jubiläum des Europäischen Denkmalschutzjahres (1975–2015) = A future for our past = Un avenir pour notre passé, Berlin 2015. Für die Rekonstruktion von Altstädten siehe Gerhard Vinken, Zone Heimat. Altstadt im modernen Städtebau, München 2010.
[137] Michael S. Falser, Zwischen Identität und Authentizität. Zur politischen Geschichte der Denkmalpflege in Deutschland, Dresden 2008; Winfried Nerdinger (Hrsg.), Geschichte der Rekonstruktion – Konstruktion der Geschichte, München 2010; siehe dazu die Ausstellungsrezension von Rudolf Fischer, in: H-Soz-Kult, 23.10.2010, http://www.hsozkult.de/exhibitionreview/id/rezausstellungen-141 (03.08.2017). Anregend dazu auch Christian Welzbacher, Durchs wilde Rekonstruktistan. Über gebaute Geschichtsbilder, Berlin 2010.
[138] Adrian von Buttlar u.a. (Hrsg.), Denkmalpflege statt Attrappenkult. Gegen die Rekonstruktion von Baudenkmälern – eine Anthologie, Gütersloh 2011.
[139] Philipp Maaß, Die moderne Rekonstruktion. Eine Emanzipation der Bürgerschaft in Architektur und Städtebau, Regensburg 2015.
[140] Carmen M. Enss / Gerhard Vinken (Hrsg.), Produkt Altstadt. Historische Stadtzentren in Städtebau und Denkmalpflege, Bielefeld 2016; dazu auch Carmen M. Enss, Münchens geplante Altstadt. Städtebau und Denkmalpflege ab 1944 für den Wiederaufbau, München 2016, sowie Vinken, Zone Heimat.
[141] So die Rezension von Alexandra Klei zu Enss / Vinken (Hrsg.), Produkt Altstadt, in: H-Soz-Kult, 08.02.2017, http://www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-26289 (03.08.2017).
[142] Katharina Brichetti, Die Paradoxie des postmodernen Historismus. Stadtumbau und städtebauliche Denkmalpflege vom 19. bis zum 21. Jahrhundert am Beispiel von Berlin und Beirut, Berlin 2009.
[143] Kirsten Angermann / Tabea Hilse, Altstadtplatten. „Komplexe Rekonstruktion“ in den Innenstädten von Erfurt und Halle, Weimar 2013.
[144] Harald Bodenschatz, Authentizität und „Kritische Rekonstruktion“ im Städtebau. Die Umwertung der „historischen“ Stadt seit den 1970er Jahren am Beispiel Berlin, in: Bernhardt / Sabrow / Saupe (Hrsg.), Gebaute Geschichte, S. 44–56.
[145] Vgl. Johannes Cramer, Identität oder Image – Zukunft oder Vergangenheit? Die Rolle des Historischen im Städtebau des 20. Jahrhunderts, in: Harald Bodenschatz (Hrsg.), Stadtvisionen 1910 / 2010: Berlin, Paris, London, Chicago. 100 Jahre Allgemeine Städtebau-Ausstellung in Berlin, Berlin 2010, S. 422–425; sowie dessen Vorlesung aus dem Wintersemester 2013/14 (Baugeschichte des 19., 20. und 21. Jahrhunderts) vom 05.11.2013 unter dem Titel „Geschichte als Ressource“: http://baugeschichte.a.tu-berlin.de/bg/lehre/pdf/300_541.pdf (03.08.2017).
[146] Wim Denslagen / Niels Gutschow (Hrsg.), Architectural Imitations. Reproductions and Pastiches in East and West, Maastricht 2005.
[147] Cramer, Vorlesung: Baugeschichte des 19., 20. und 21. Jahrhunderts, Folie 45.
[148] Dazu Bernhardt / Sabrow / Saupe, Authentizität und Bauerbe.
[149] So die Selbstbeschreibung von Vertretern der Postmoderne: Charles Jencks, Die Sprache der postmodernen Architektur. Entstehung und Entwicklung einer alternativen Tradition, Stuttgart 1988.
[150] So der Titel eines Symposiums vom 28.01.2011 des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), siehe https://at.ekut.kit.edu/192.php (03.08.2017), das zu einer ähnlichen Diagnose kam: „Hatte die Moderne im 20. Jahrhundert und analog die moderne Denkmalpflege seit Dehio eine klare Definition von zeitgenössischer und historischer Architektur gehabt, so wachsen seit längerem die Zweifel gegenüber diesen Eindeutigkeiten. […] Zwischen Nostalgie, Historismus und Bildersehnsucht einerseits und einem modernen Pathos von Authentizität, Echtheit und moralischer Wahrheitsverpflichtung hat sich mittlerweile, nicht zuletzt als Erbe der Postmoderne, eine Vielzahl neuer Vermittlungen der Zeitschichten ergeben. Das Historisch-Werden der Moderne selbst fordert zu einem Überdenken unserer Geschichtsvorstellungen heraus.“
[151] Bernhard Serexhe, Das Wahre und das Echte in einer Welt der gefälschten Bilder, in: Ingrid Scheurmann / Hans-Rudolf Meier (Hrsg.), Echt, alt, schön, wahr. Zeitschichten der Denkmalpflege, München 2006, S. 16–29; Ingrid Scheurmann, Das Denkmal als Marke. Vom Konservieren und Restaurieren in der Nachfolge Georg Dehios, in: ebd., S. 96–107.
[152] Scheurmann, Das Denkmal als Marke, S. 99.
[153] Hans-Rudolf Meier / Ingrid Scheurmann / Wolfgang Sonne (Hrsg.), Werte. Begründungen der Denkmalpflege in Geschichte und Gegenwart, Berlin 2013.
[154] Sharon Zukin, Naked City. The Death and Life of Authentic Urban Places, Oxford 2010, S. 6.
[155] Siehe u.a. Joaquim Rius Ulldemolins, Culture and Authenticity in Urban Regeneration Processes: Place Branding in Central Barcelona, in: Urban Studies 51 (2014), S. 3026–3045; Kevin Fox Gotham, Authentic New Orleans. Tourism, Culture, and Race in the Big Easy, New York 2007.
[156] Andreas Wesener, The Good, the Bad, the Authentic. An Evaluation of Concepts, Experiences, and Considered Values of Authenticity of Place in the Context of the Post-Industrial City, Würzburg 2014.
[157] Ebd., S. 252f.
[158] Zukin, Naked City, S. XI.
[159] Siehe die Tagungen „Urban Heritage“ (Berlin, 24.01.2014): http://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5302 (03.08.2017); „Urban Heritage und Urban Images: Imagineering Urban Heritage“ (Berlin, 29./30.10.2015): http://www.hsozkult.de/event/id/termine-28734 (03.08.2017); „Inheriting the City: Advancing Understandings of Urban Heritage“ (Taipei, 31.03.–04.04.2016): https://inheritingthecity.wordpress.com (03.08.2017).
[160] Das Graduiertenkolleg strebt eine kritische Historisierung „kulturerbebasierter Identitätskonstruktionen“ an; siehe http://www.identitaet-und-erbe.org (03.08.2017). Hingewiesen sei hier auf den in diesem Rahmen erschienenen Band von Kirsten Angermann / Eva von Engelberg-Dočkal / Johannes Warda (Hrsg.), Alles Heritage?, Weimar 2016, https://e-pub.uni-weimar.de/opus4/frontdoor/index/index/docId/2696 (03.08.2017).
[161] Dazu veranstaltete der Leibniz-Forschungsverbund zwei Tagungen: einerseits zur historischen Authentizität von New Towns (Potsdam, 23./24.02.2017, http://www.hsozkult.de/event/id/termine-33058 (03.08.2017)), andererseits zu industriekulturellem Erbe (Freiberg, 27.–29.04.2017). Zur zweiten Tagung ist bereits ein Bericht erschienen; siehe http://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7228 (03.08.2017).
[162] Zur Herstellung, „Erfahrung“ und Bedeutung von Authentizität im Re-Enactment und in der Living History siehe etwa Anne Brödder u.a., Doing Pasts. Authenticity from the Reenactors’ Perspective, in: Rethinking History 21 (2017), S. 171–192; Stefanie Samida, Inszenierte Authentizität: Zum Umgang mit Vergangenheit im Kontext der Living History, in: Fitzenreiter (Hrsg.), Authentizität, S. 139-150, http://www2.hu-berlin.de/nilus/net-publications/ibaes15/publikation/ibaes15_samida.pdf (03.08.2017); zudem Sarah Willner / Georg Koch / Stefanie Samida (Hrsg.), Doing History. Performative Praktiken in der Geschichtskultur, Münster 2016; Helmut Groschwitz, Authentizität, Unterhaltung, Sicherheit. Zum Umgang mit Geschichte in Living History und Reenactment, in: Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde 2010, S. 141–155.
[163] Die Erforschung dieser Phänomene hat sich der Leibniz-Forschungsverbund „Historische Authentizität“ zum Ziel gesetzt. Siehe zu Forschungsfragen und Themenfeldern noch einmal http://www.leibniz-historische-authentizitaet.de (03.08.2017) sowie Sabrow / Saupe, Historische Authentizität.
[164] Dean MacCannell, The Tourist. A New Theory of the Leisure Class, London 1976; ders., Staged Authenticity: Arrangements of Social Space in Tourist Settings, in: American Journal of Sociology 79 (1973), S. 589–603.
[165] Malcolm Crick, Representations of International Tourism in the Social Sciences: Sun, Sex, Sights, Savings, and Servility, in: Annual Review of Anthropology 18 (1989), S. 307–344.
[166] Maxine Feifer, Going Places. The Ways of the Tourist from Imperial Rome to the Present Day, London 1985.
[167] Siehe etwa die informativen Überblicke bei Kjell Olsen, Authenticity as a Concept in Tourism Research. The Social Organization of the Experience of Authenticity, in: Tourist Studies 2 (2002), S. 159–182; Ning Wang, Rethinking Authenticity in Tourism Experience, in: Annals of Tourism Research 26 (1999), S. 349–370; Britta Timm Knudsen / Anne Marit Waade (Hrsg.), Re-investing Authenticity. Tourism, Place and Emotions, Bristol 2010; John Urry, The Tourist Gaze 3.0, 3. Aufl., London 2011.
[168] Tunbridge / Ashworth, Dissonant Heritage, S. 10f. Vgl. dazu auch Sybille Frank, Der Mauer um die Wette gedenken. Die Formation einer Heritage-Industrie am Berliner Checkpoint Charlie, Frankfurt am Main 2009; sowie dies., Der Mauer um die Wette gedenken, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 61,31–34 (2011), S. 47–54, http://www.bpb.de/apuz/33196/der-mauer-um-die-wette-gedenken (03.08.2017). Zum Geschichtstourismus siehe u.a. Valentin Groebner, Touristischer Geschichtsgebrauch. Über einige Merkmale neuer Vergangenheiten im 20. und 21. Jahrhundert, in: Historische Zeitschrift 296 (2013), S. 408–428; Hanno Hochmuth, HisTourismus. Public History und Berlin-Tourismus, in: Christoph Kühberger / Andreas Pudlat (Hrsg.), Vergangenheitsbewirtschaftung. Public History zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, Innsbruck 2012, S. 173–182; Deepak Chhabra / Robert Healy / Erin Sills, Staged Authenticity and Heritage Tourism, in: Annals of Tourism Research 30 (2003), S. 702–719; Sharon Macdonald, A People’s Story. Heritage, Identity and Authenticity, in: Chris Rojek / John Urry (Hrsg.), Touring Cultures. Transformations of Travel and Theory, London 1997, S. 155–175; sowie demnächst Angela Schwarz / Daniela Mysliwietz-Fleiß (Hrsg.), Reisen in die Vergangenheit. Geschichtstourismus im 19. und 20. Jahrhundert, Köln 2017.
[169] Alison J. McIntosh / Richard C. Prentice, Affirming Authenticity: Consuming Cultural Heritage, in: Annals of Tourism Research 26 (1999), S. 589–612.
[170] Robert Schäfer, Tourismus und Authentizität. Zur gesellschaftlichen Organisation von Außeralltäglichkeit, Bielefeld 2015.
[171] Ebd., S. 257–268.
[172] Ebd., S. 266.
[173] Detlef Hoffmann, Authentische Erinnerungsorte. Oder: Von der Sehnsucht nach Echtheit und Erlebnis, in: Hans-Rudolf Meier / Marion Wohlleben (Hrsg.), Bauten und Orte als Träger von Erinnerung. Die Erinnerungsdebatte und die Denkmalpflege, Zürich 2000, S. 31–46.
[174] Heidemarie Uhl, Orte und Lebenszeugnisse. „Authentizität“ als Schlüsselkonzept in der Vermittlung der NS-Verfolgungs- und Vernichtungspolitik, in: Rössner / Uhl (Hrsg.), Renaissance der Authentizität?, S. 257–284, hier S. 263.
[175] Ebd.
[176] Unterrichtung durch die Bundesregierung: Konzeption der künftigen Gedenkstättenförderung des Bundes und Bericht der Bundesregierung über die Beteiligung des Bundes an Gedenkstätten in der Bundesrepublik Deutschland, Deutscher Bundestag, Drucksache 14/1569, 14. Wahlperiode, 27.07.1999, http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Archiv16/Artikel/2005/11/_Anlagen/gedenkstaettenkonzeption.pdf?__blob=publicationFile (03.08.2017); Unterrichtung durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien: Fortschreibung der Gedenkstättenkonzeption des Bundes. Verantwortung wahrnehmen, Aufarbeitung verstärken, Gedenken vertiefen, Deutscher Bundestag, Drucksache 16/9875, 16. Wahlperiode, 19.06.2008, http://www.bundesregierung.de/Content/DE/_Anlagen/BKM/2008-06-18-fortschreibung-gedenkstaettenkonzepion-barrierefrei.pdf?__blob=publicationFile (03.08.2017). Zu den Erfahrungen mit der Gedenkstättenkonzeption siehe Detlef Garbe, Die Gedenkstättenkonzeption des Bundes: Förderinstrument im geschichtspolitischen Spannungsfeld, in: Gedenkstätten-Rundbrief Nr. 182 / 2016, S. 3–17, http://www.gedenkstaettenforum.de/nc/gedenkstaetten-rundbrief/rundbrief/news/die_gedenkstaettenkonzeption_des_bundes_foerderinstrument_im_geschichtspolitischen_spannungsfeld1/ (03.08.2017).
[177] Volkhard Knigge, Vom Zeugniswert der authentischen Substanz für die Gedenkstättenarbeit, in: Axel Klausmeier / Günter Schlusche (Hrsg.), Denkmalpflege für die Berliner Mauer. Die Konservierung eines unbequemen Bauwerks, Berlin 2011, S. 65–71; ders., Gedenkstätten und Museen, in: ders. / Norbert Frei (Hrsg.), Verbrechen erinnern. Die Auseinandersetzung mit Holocaust und Völkermord, München 2002, S. 378–389; Hauke Petersen, Gedenkstätten und Authentizität. Über den Umgang mit KZ-Architektur, in: Katja Köhr / Hauke Petersen / Karl Heinrich Pohl (Hrsg.), Gedenkstätten und Erinnerungskulturen in Schleswig-Holstein. Geschichte, Gegenwart und Zukunft, Berlin 2011, S. 115–128.
[178] Günter Morsch, „Diese Orte sind Orte der Wahrheit“. Leiter des Museums Sachsenhausen über die Zukunft von KZ-Gedenkstätten. Günter Morsch im Gespräch mit Andreas Müller, in: Deutschlandfunk Kultur, 13.08.2010, http://www.deutschlandradiokultur.de/guenter-morsch-diese-ort-sind-orte-der-wahrheit.954.de.html?dram:article_id=145530 (03.08.2017).
[179] Ernst Bacher (Hrsg.), Kunstwerk oder Denkmal? Alois Riegls Schriften zur Denkmalpflege, Wien 1995, S. 18f., S. 69–75; siehe dazu auch die Erläuterung des Begriffs „pastness“ bei Cornelius Holtorf, On Pastness: A Reconsideration of Materiality in Archaeological Object Authenticity, in: Anthropological Quarterly 86 (2013), S. 427–443; zudem ders., Authenticity and Pastness in Cultural Heritage Management, in: Claire Smith (Hrsg.), Encyclopedia of Global Archaeology, New York 2014, S. 711–713.
[180] Axel Klausmeier / Günter Schlusche, Statt einer Einführung. Zu den Herausforderungen des denkmalpflegerischen Umgangs mit einer weltpolitischen Ikone aus Stahlbeton, in: dies. (Hrsg.), Denkmalpflege für die Berliner Mauer, S. 10–27.
[181] Norbert Huse, Unbequeme Denkmale. Entsorgen? Schützen? Pflegen?, München 1997.
[182] Gabi Dolff-Bonekämper, Conservation as found – Erhalten wie vorgefunden?, in: Klausmeier / Schlusche (Hrsg.), Denkmalpflege für die Berliner Mauer, S. 82–92, sowie dies., Der Streitwert der Denkmale. Vortrag auf der Jahrestagung der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger vom 17.–21. Juni 2002 in Wiesbaden.
[183] Andrew Barber, Minimum Intervention Strategies and Presentation ‘as found’, in: Klausmeier / Schlusche (Hrsg.), Denkmalpflege für die Berliner Mauer, S. 74–81.
[184] Dolff-Bonekämper, Conservation as found – Erhalten wie vorgefunden?
[185] Knigge, Vom Zeugniswert, S. 68f.
[186] Aleida Assmann, Der lange Schatten der Vergangenheit. Erinnerungskultur und Geschichtspolitik, München 2006, S. 224.
[187] Dies., Erinnerungsräume. Formen und Wandlungen des kulturellen Gedächtnisses, München 1999, S. 298; Karl Markus Michel, Die Magie des Ortes. Über den Wunsch nach authentischen Gedenkstätten und die Liebe zu Ruinen, in: DIE ZEIT, 11.09.1987, http://www.zeit.de/1987/38/die-magie-des-ortes/komplettansicht (03.08.2017).
[188] Detlef Hoffmann, Das Gedächtnis der Dinge, in: ders. (Hrsg.), Das Gedächtnis der Dinge. KZ-Relikte und KZ-Denkmäler 1945–1995, Frankfurt am Main 1998, S. 6-35, hier S. 10.
[189] Bert Pampel, „Mit eigenen Augen sehen, wozu der Mensch fähig ist“. Zur Wirkung von Gedenkstätten auf ihre Besucher, Frankfurt am Main 2007, S. 85, S. 104; Günter Morsch, Authentische Orte von KZ-Verbrechen, in: Eckhardt Fuchs / Falk Pingel / Verena Radkau (Hrsg.), Holocaust und Nationalsozialismus, Innsbruck 2002, S. 42–47.
[190] Jones, The Media of Testimony.
[191] Hoffmann, Gedächtnis der Dinge, S. 10.
[192] Verena Haug, Am „authentischen“ Ort. Paradoxien der Gedenkstättenpädagogik, Berlin 2015. Anders als der Titel andeutet, werden allerdings kaum die Paradoxien und Ambivalenzen von Authentizitätseffekten in Gedenkstätten analysiert. Der authentische Ort vermag es hier allein, „Geschichte zu konkretisieren“ und zu autorisieren. Vgl. ebd., S. 289f. Der Thematik widmete sich auch eine Tagung des Leibniz-Forschungsverbundes Historische Authentizität (Dachau, 01.–03.03.2017), deren Ergebnisse publiziert werden sollen. Siehe zunächst den Tagungsbericht: http://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7097 (03.08.2017).
[193] Siehe u.a. Roebling-Grau / Rupnow (Hrsg.), „Holocaust“-Fiktion, sowie Beiträge im „Special Issue on Authenticity“ von „Rethinking History“.
[194] Insofern ist das Forschungsfeld auch anschlussfähig an neuere Studien der Critical Cartography, in denen Karten nicht als Abbilder von Wirklichkeit verhandelt, sondern als „Praktiken visueller Welterzeugung“ oder als „politische Instrumente und Identitätstexte“ erforscht werden. Siehe Peter Haslinger / Vadim Oswalt (Hrsg.), Kampf der Karten. Propaganda- und Geschichtskarten als politische Instrumente und Identitätstexte, Marburg 2012; Steffen Siegel / Petra Weigel (Hrsg.), Die Werkstatt des Kartographen. Materialien und Praktiken visueller Welterzeugung, Paderborn 2011; Jeremy W. Crampton, Mapping. A Critical Introduction to Cartography and GIS, Chichester 2010; Georg Glasze, Kritische Kartographie, in: Geographische Zeitschrift 97 (2009), S. 181–191. Klassisch auch John B. Harley, The New Nature of Maps. Essays in the History of Cartography, hrsg. von Paul Laxton, Baltimore 2001.
[195] Zum letzten Punkt siehe u.a. Steffen Bender, Virtuelles Erinnern. Kriege des 20. Jahrhunderts in Computerspielen, Bielefeld 2012; Angela Schwarz, „Wollten Sie auch immer schon einmal pestverseuchte Kühe auf Ihre Gegner werfen?“. Eine fachwissenschaftliche Annäherung an Geschichte im Computerspiel, 2., erw. Aufl., Münster 2012.
[196] Vgl. Bendix, In Search of Authenticity.
[197] Lethen, Versionen des Authentischen, S. 209. Diese „Effekte des Authentischen“ sind offensichtlich wahrnehmungs- und sinnesabhängig, weshalb die Analyse historischer Authentizität von einer Historisierung der Sinne und der sinnlichen Wahrnehmung profitieren könnte.
[198] Zu den referentiellen und relationalen Dimensionen des Authentizitätsbegriffs vgl. Lukas Werner, Authentic Life. Ein Paradigma des biographischen Films im Spannungsfeld von Hybridität, Relationalität und Narration, in: Weixler (Hrsg.), Authentisches Erzählen, S. 265–289; auch: Antonius Weixler, Authentisches erzählen – authentisches Erzählen. Über Authentizität als Zuschreibungsphänomen und Pakt, in: ebd., S. 1–32.
[199] Eric Gable, Ethnographie: Das Museum als Feld, in: Baur (Hrsg.), Museumsanalyse, S. 95–119.
[200] Pirker / Rüdiger, Authentizitätsfiktionen in populären Geschichtskulturen.
[201] Loewy / Moltmann, Vorwort, S. 7.
[202] Korff / Roth, Einleitung, S. 15ff.
[203] Vgl. Andreas Ludwig, Materielle Kultur, Version 1.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 30.05.2011, http://docupedia.de/zg/Materielle_Kultur (03.08.2017).
[204] Krzysztof Pomian, Der Ursprung des Museums. Vom Sammeln, Berlin 1988, S. 95.
[205] Korff / Roth, Einleitung, S. 17.
[206] Sybille Krämer / Werner Kogge / Gernot Grube (Hrsg.), Spur. Spurenlesen als Orientierungstechnik und Wissenskunst, Frankfurt am Main 2007; Carlo Ginzburg, Spurensicherungen. Über verborgene Geschichte, Kunst und soziales Gedächtnis, Berlin 1983.
[207] Gottfried Korff, Paradigmenwechsel im Museum? Überlegungen aus Anlass des 20jährigen Bestehens des Werkbund-Archivs, vorgetragen am 27. Mai 1993 im Martin-Gropius-Bau, http://www.museumderdinge.de/institution/selbstbild_fremdbild/g_korff.php (03.08.2017).
[208] Gernot Böhme, Atmosphäre. Essays zur neuen Ästhetik, Frankfurt am Main 1995, S. 27–32. Vgl. hierzu auch Thomas Thiemeyer, Die Sprache der Dinge. Museumsobjekte zwischen Zeichen und Erscheinung, in: Museen für Geschichte (Hrsg.), Online-Publikation der Beiträge des Symposiums „Geschichtsbilder im Museum“ im Deutschen Historischen Museum Berlin, Februar 2011, http://www.museenfuergeschichte.de/downloads/news/Thomas_Thiemeyer-Die_Sprache_der_Dinge.pdf (03.08.2017).
[209] Siân Jones, Negotiating Authentic Objects and Authentic Selves: Beyond the Deconstruction of Authenticity, in: Journal of Material Culture 15 (2010), S. 181–203; dies., Experiencing Authenticity at Heritage Sites: Some Implications for Heritage Management and Conservation, in: Conservation and Management of Archaeological Sites 11 (2009), S. 133–147; den erstgenannten Beitrag kritisch aufgreifend: Holtorf, On Pastness.
[210] Siân Jones / Thomas Yarrow, Crafting Authenticity: An Ethnography of Conservation Practice, in: Journal of Material Culture 18 (2013), S. 3–26, hier S. 3.
[211] François Hartog, Régimes d'historicité. Présentisme et expériences du temps, Paris 2003.
[212] Bernhardt / Sabrow / Saupe, Authentizität und Bauerbe, S. 11f.

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Zitation
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