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Zeitschrift für Weltgeschichte 21 (2020), 1

Titel der Ausgabe 
Zeitschrift für Weltgeschichte 21 (2020), 1
Weiterer Titel 
Probleme der Wissenschaftsfreiheit in der neuzeitlichen und zeitgenössischen Geschichte

Herausgeber
Prof. Dr. Hans-Heinrich Nolte Verein für Geschichte des Weltsystems e.V.
Erschienen
München 2020: Martin Meidenbauer
Erscheint 
zweimal jährlich
ISBN
1615-2581
Anzahl Seiten
235 S.
Preis
Jahrespreis € 49,90 ; Einzelpreis € 29,90

 

Kontakt

Institution
Zeitschrift für Weltgeschichte
Land
Deutschland
c/o
Prof. Dr. Hans-Heinrich Nolte Bullerbachstr.12 D-30890 Barsinghausen Tel +49 5105 64 332
Von
Bertram, Michael

Vor dem Hintergrund zunehmender Probleme, denen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in verschiedenen und leider auch zahlreichen Ländern ausgesetzt sehen, hat der Verein für Geschichte des Weltsystems, der die vorliegende Zeitschrift herausgibt, im November 2018 an der Goethe-Universität in Frankfurt eine internationale Tagung zum Thema „Probleme der Wissenschaftsfreiheit in der neuzeitlichen und zeitgenössischen Geschichte“ veranstaltet. Mittlerweile sind die Beiträge in englischer Sprache im Campus-Verlag erschienen. In Mittelpunkt dieser Ausgabe der Zeitschrift für Weltgeschichte steht eine Auswahl in deutscher Übersetzung, da wir in der Herausgeberschaft der Meinung sind, dass ein so zentrales Thema im heutigen Wissenschaftsbetrieb eine möglichst große Verbreitung erfahren sollte. Wir danken allen Beteiligten, die diese Tagung und Publikationen ermöglicht haben. Ganz besonderer Dank gilt Asli Vatansever und Ralf Roth, die nicht nur für die Organisation der Tagung verantwortlich zeichneten, sondern auch den Sammelband und nicht zuletzt den Themenschwerpunkt in dieser Ausgabe besorgt haben.

Wie es in der ZWG inzwischen Tradition ist, wird auch dieser Themenschwerpunkt um zwei eigenständige Beiträge sehr unterschiedlicher Art ergänzt. Sie veranschaulichen noch einmal die breite Aufstellung der Zeitschrift im weiten Feld globalhistorischer Forschung. Auch weiterhin wollen wir konzeptionelle bzw. theoretische Beiträge oder auch solche zur Geschichtstheorie bzw.-philosophie ebenso berücksichtigen wie empirische Fallstudien, die den engen Zusammenhang globaler und lokaler, struktureller und individueller Entwicklungen verdeutlichen.

Reinhard Wendt stellt in seinem Aufsatz den Hamburger Kaufmann Alfred Schultz vor, der 1895 in den Süden aufbrach und dort für 47 Jahre seinen Lebensmittelpunkt fand. Auch wenn die Rekonstruktion der Biographie nur bruchstückhaft gelingen kann und an ein Puzzlespiel erinnert, führt der Beitrag ein eindringliches Beispiel für eine „globale Biographie“ im Zeitalter von Kolonialismus und Imperialismus vor Augen. Mit der Analyse der biographischen Daten von Alfred Schultz sowie der daraus abzuleitenden Kontakte und Netzwerke wird ein Schlaglicht auf die Rolle transkultureller Akteure in der Beziehung zwischen Europa und Südsee geworfen —in diesen Fall eines Repräsentanten der bis heute nachvollziehbaren deutschen Diasporagemeinde in der pazifischen Inselwelt.

Christian Wevelsiep nähert sich in einem Aufsatz einem der großen, ewig aktuellen Themen der Weltgeschichte, den Phänomen des Fremdseins, aus einer neuen geschichtsphilosophischen Perspektive. Dabei versteht er die Erfahrung des Fremdseins nicht allein, wie so häufig verhandelt, als ein Bestandteil interkultureller Begegnungen, sondern als ein grundlegendes Problem, das auf verschiedenen Ebenen verfolgt werden kann. Nicht zuletzt steht dabei der Versuch im Raum, über den Eurozentrismus in diesem Zusammenhang hinauszukommen.

Wir hoffen, für die aktuelle ZWG abermals eine interessante und lesenswerte Zusammenstellung gefunden zu haben, die gleichermaßen der gesellschaftlichen Verantwortung unserer Wissenschaften, ihren konkreten empirischen Forschungen und ihren reflektiven Überlegungen gerecht wird. In diesem Sinne wünschen wir eine anregende Lektüre.

Jürgen G. Nagel

Inhaltsverzeichnis

INHALT

Editorial

Schwerpunkt: Probleme der Wissenschaftsfreiheit in der neuzeitlichen und zeitgenössischen Geschichte

Ralf Roth/ Asli Vatansever
Einleitung

Tatiana Artemyeva
Philosophie an russischen Universitäten. Drei Jahrhunderte der Einschränkungen

Asli Vatansever
Ursprünge des Anti-Intellektualismus in der Türkei

Dominik Nagl
Cricket mit Trotzki. C. L. R, James` transnationaler Radikalismus im Zeitalter der Extreme

Ralf Roth
Flucht und Vertreibung von Sozialwissenschaftlern aus Deutschland und die Konsequenzen im 20. Jahrhundert

Pascale Laborier
Akademische Migration und „Rettungsprogramme“ zwischen spezifischen und universellen Integrationsmodellen

Thomas Clark
Für das Allgemeinwohl. Gesellschaft, Recht und institutionelle Macht als fördernde und hemmende Faktoren akademischer Freiheit in den Vereinigten Staaten

Reinhard Wendt
Alfred Schultz —ein Hamburger Kaufmann in der Südsee. Globaler Handel, Weltpolitik und Alltag

Christian Wevelsiep
Fremdbleiben in der Geschichte. Annäherung an ein universelles Sinnkonzept des Fremden

Rezensionen

Ralf Roth
Laudatio für den Preis der Zeitschrift für Weltgeschichte 2021

Autorinnen und Autoren

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Redaktion
Veröffentlicht am
08.08.2021