WerkstattGeschichte 34 (2003)

Titel der Ausgabe 
WerkstattGeschichte 34 (2003)
Zeitschriftentitel 
Weiterer Titel 
Kaleidoskop

Erschienen
Hamburg 2003: Ergebnisse Verlag
Erscheint 
erscheint dreimal im Jahr
ISBN
3-87916-243-3
Anzahl Seiten
125 S.
Preis
36,81 Euro (10,23 Euro je Heft zzgl. Versandkosten)

 

Kontakt

Institution
WerkstattGeschichte
Land
Deutschland
Ort
Bielefeld
c/o
transcript Verlag, Hermannstraße 26, 33602 Bielefeld, Tel. +49 521 393797 0, Fax: (0521) 39 37 97 - 34
Von
Thonfeld, Christoph

Sehr geehrte Damen und Herren, werte Kolleginnen und Kollegen,

es gilt, die neue Ausgabe von WerkstattGeschichte anzuzeigen. Unter dem Titel "Kaleidoskop" widmet sich diese Ausgabe einem breiten Spektrum inhaltlicher Felder von Krankenschwestern in der ÖTV bis zum Schlaf in der Frühen Neuzeit.

Mit freundlichen Grüßen,
Christoph Thonfeld

Inhaltsverzeichnis

12. Jahrgang, Oktober 2003

»Kaleidoskop«

Editorial
S. 3

Nachruf Almuth Roelfs
S. 5

Thema

Susanne Kreutzer
Eine »rote« Schwesternschaft in der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV). Zur Attraktivitaet einer gewerkschaftlichen Problemgruppe, 1949 – 1968
S. 6

Alexander Schug
Wegbereiter der modernen Absatzwerbung in Deutschland: Advertising Agencies und die Amerikanisierung der deutschen Werbebranche in der Zwischenkriegszeit
S. 29

Birgit Emich
Zwischen Disziplinierung und Distinktion: Der Schlaf in der Frühen Neuzeit
S. 53

Debatte

Angelika Epple
Ökonomie, Biomacht und die Geschichte in Zeiten der Globalisierung. Eine kritische Lektuere von Michael Hardts und Antonio Negris Empire
S. 76

Monica Juneja
Debatte zum »Postkolonialismus« aus Anlass des Sammelbandes Jenseits des Eurozentrismus von Sebastian Conrad und Shalini Randeria
S. 88

Bericht

Gesellschaft fuer Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung (GSU)
(Andreas Ludwig)
S. 97

Filmkritik

Monsoon Wedding und der Hochzeitsfilm aus Bollywood (Yogini Joglekar)
S. 98

Expokritik

»Wir sind jung, die Welt ist offen …« Eine juedische Jugendgruppe im 20. Jahrhundert
(Anneke de Rudder)
S. 108

Rezensionen

Justin Stagl: Eine Geschichte der Neugier
(Juergen Osterhammel)
S. 113

David Gugerli und Daniel Speich: Topografien der Nation
(Lars Behrisch)
S. 114

Keith R. Allen: Hungrige Metropole
(Christiane Eifert)
S. 115

Friedhelm Boll: Sprechen als Last und Befreiung
Jean-Michel Chaumont: Die Konkurrenz der Opfer
(Insa Eschebach)
S. 117

Antje Kuchenbecker: Zionismus ohne Zion
(Mario Kessler)
S. 120

Heike Krokowski: Die Last der Vergangenheit
(Ulrike Jureit)
S. 123

Patrice G. Poutrus: Die Erfindung des Goldbroilers
(Harald Dehne)
S. 124

Editorial
Der Blick durch ein Kaleidoskop unterscheidet sich vom exakten Blick durch ein Mikroskop oder die erweiterte Perspektive durch ein Fernrohr. Ein Kaleidoskop bringt uns die Dinge nicht näher, sondern liefert ein buntes Bild kleiner Teilchen, die keine Gemeinsamkeit haben, aber doch zusammenhaengen und eine Struktur aufweisen. Nicht immer gibt eine interessante Fragestellung Material fuer ein ganzes Themenheft her. Um auch auf Geschichten eingehen zu koennen, die sich jenseits populaerer Themen bewegen, haben wir in diesem Heft Artikel zu unterschiedlichen historischen Epochen und Themen zusammengefasst. Einem Bereich der Gewerkschaftlichen Organisierung in der jungen Bundesrepublik widmet sich Susanne Kreutzer. Bei den gewerkschaftlichen Auseinandersetzungen der 50er Jahre war der Kampf um die Gleichstellung von Frauen sicher nicht das oberste Ziel. Dennoch setzte sich die ÖTV stark fuer die Organisierung von Krankenschwestern ein. Kreutzer zeigt anhand von gewerkschaftlichen Quellen und Interviews mit ehemaligen Gewerkschafterinnen, dass hierbei die Geschlechterbilder letzten Endes nicht geaendert wurden – im Gegenteil, das vorherrschende Bild vom weiblichen »Liebesdienst« an den Patienten und die Vorstellung von der unpolitischen Frau wurden weiter bekraeftigt.

Alexander Schug untersucht die Einwirkungen der amerikanischen Werbebranche auf die Deutschen Werbefirmen der Weimarer Republik. Die amerikanischen Advertising Agencies brachten moderne und innovative Impulse fuer die deutsche Werbeindustrie und die junge Markt- und Verbrauchsforschung. Der Einfluss der amerikanischen Werbeagenturen in Deutschland blieb auch in den 30er Jahren bestehen und wurde schliesslich zur Grundlage fuer marktbeherrschende Position amerikanischer Werbeagenturen in Westdeutschland nach 1945.

Eine Annaeherung an die Geschichte des Schlafes in der Fruehen Neuzeit liefert Birgit Emich. Auch der scheinbar selbstverstaendliche und alltaegliche Schlaf, so ihre UEberlegung, hat eine Geschichte. Aus naheliegenden Gruenden stoesst hier ein historischer Ansatz, der die Erfahrung der Subjekte in den Mittelpunkt rueckt, an seine Grenzen. Die Autorin arbeitet anhand normierender Vorschriften und Selbstzeugnisse die disziplinierenden Tendenzen der Schlafgeschichte heraus. Waehrend die Nachtruhe fuer den ueberwiegenden Teil der Bevoelkerung schon frueh begann, konnten sich wohlhabende Schichten die »Eroberung der Nacht« leisten und stellten dieses Privileg des Nicht-Schlafens offen zur Schau. Die Wiederaufnahme der totgesagten grossen Erzaehlung durch Michael Hardts und Antonio Negris »Empire« hat ein vielfaeltiges und gespaltenes Echo hervorgerufen. Von den Einen wurde es als neues kommunistisches Manifest gefeiert, von den Anderen als wenig ueberzeugend zurueckgewiesen. Obwohl die beiden Autoren mit ihrem Entwurf die Geschichtswissenschaft in vielen Punkten provokativ herausfordern, hat diese – wie bei anderen populaeren Buechern zuvor auch – auf eine Reaktion und Auseinandersetzung grossenteils verzichtet. Dass »Empire« auch fuer Historikerinnen und Historiker interessante Fragen und Aspekte aufwirft, zeigt Angelika Epple in ihrer kritischen Lektuere des Buches. Um die Aufloesung nationaler Grenzen und Kategorien geht es auch in der Postkolonialismusdebatte, deren Entwicklungen Monica Juneja anhand eines Sammelbandes nachzeichnet und diskutiert. Dieser Band will einen UEberblick ueber die wesentlichen Stationen der Diskussion geben und versammelt zentrale Aufsaetze, die fuer eine Perspektive »Jenseits des Eurozentrismus« werben.

Einen aussereuropaeischen Blick eroeffnet Yogini Joglekar in ihrer Filmkritik. Sie widmet sich einem Produkt der boomenden indischen Filmindustrie, fuer die sich inzwischen die Bezeichnung »Bollywood« eingebuergert hat. Bei »Monsoon Weddding« handelt es sich um einen Hochzeitsfilm, der sowohl in Indien als auch im Ausland ein Publikumserfolg wurde. Die Autorin geht der Frage nach den Gruenden dieses Erfolges nach und klaert ueber die Besonderheiten der Bollywood-AEsthetik auf. Seit einigen Jahren widmet sich die »Gesellschaft fuer Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung« (GSU) den Entwicklungen und Veraenderungen des Staedtischen Raumes und den Akteuren dieser Prozesse. Dabei soll die Stadt als komplexer Ort historischer Entwicklungen ueber Faechergrenzen hinweg betrachtet und analysiert werden. Andreas Ludwig stellt die Organisation vor, die Forscherinnen und Forscher aus den Bereichen Architektur, Geschichte, Soziologie, Ethnologie etc. an einen Tisch bringen will, um einen vielfaeltigen Blick auf die urbanisierte Gesellschaft werfen zu koennen.

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