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1999. Zeitschrift für Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts 12 (1997), 2

Titel der Ausgabe 
1999. Zeitschrift für Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts 12 (1997), 2
Weiterer Titel 

Herausgeber
Hamburger Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts
Erschienen
Köln 1997: Peter Lang/Bern
Erscheint 
erscheint halbjährlich
Preis
im Abo DM 15,00 pro Heft (Einzelheft DM 18,00)

 

Kontakt

Institution
1999. Zeitschrift für Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts
Land
Deutschland
c/o
Sozial.Geschichte Online / Social History Online Stiftung für Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts Fritz-Gansberg-Str. 14 28213 Bremen Germany Tel.: (0421) 218-91 25 Fax: (0421) 218-94 96
Von
Mulot, Tobias

Inhaltsverzeichnis

INHALTSVERZEICHNIS

KOMMENTAR
Martin Rheinlaender: Zurueck in die Zukunft? Der Liverpooler Dockerstreik (Seite 7)

FORSCHUNG
Bernd Koelling: Schlichtung unter Vorbehalt. Landarbeiter und sozialpolitische Reform in Pommern 1919-1923 (Seite 12) Christiane Harzig: Der Blick auf die Fremden im veroeffentlichten Diskurs: Fluechtlinge in Bremen in der Nachkriegszeit (Seite 30)

DOKUMENT
Karl Heinz Roth: "Generalplan Ost" und der Mord an den Juden. Der "Fernplan der Umsiedlung in den Ostprovinzen" aus dem Reichssicherheitshauptamt vom November 1939 (Seite 50)

DISKUSSION
Colin Barker / Colin Mooers: Revolutionstheorien und die Umbrueche 1989 in Osteuropa (Seite 71)

BUCHBESPRECHUNG
Walter Vogel, Der Kampf um das geistige Erbe. Zur Geschichte der Reichsarchividee und des Reichsarchivs als "geistiger Tempel der deutschen Einheit", besprochen von Gerlinde Grahn (Seite 98) Werner Bethge, Evangelische Christen zwischen Anpassung und Opposition. Evangelische Christen in Potsdam und Nowawes im Spannungsfeld zwischen politischer Gleichschaltung und Selbstbehauptung 1933-1935, besprochen von Gerlinde Grahn (Seite 100) Hermann Wichers, Im Kampf gegen Hitler. Deutsche Sozialisten im Schweizer Exil 1933-1940, annotiert von Karl Holl (Seite 103) Bruno Wasser, Himmlers Raumplanung im Osten. Der Generalplan Ost in Polen 1940-1944, besprochen von Matthias Dudde (Seite 104) Goetz Aly, "Endloesung". Voelkerverschiebung und der Mord an den europaeischen Juden, besprochen von Karl Heinz Roth (Seite 106) Annette Wienecke, "Besondere Vorkommnisse nicht bekannt". Zwangsarbeit in unterirdischen Ruestungsbetrieben. Wie ein Heidedorf kriegswichtig wurde, annotiert von Rudolf Schwinn (Seite 112)
Helmut Liede und Jean Paul Lehners (Hg.), Sozialismus - Das Ende einer Utopie?, besprochen von Reinhard Kuehnl (Seite 113) Christoph Spehr, Die Oekofalle. Nachhaltigkeit und Krise; Helga Eblinghaus/Armin Stickler, Nachhaltigkeit und Macht. Zur Kritik von Sustainable Development, besprochen von Bernd Huettner (Seite 115) Wilfried Feldenkirchen, Siemens 1918-1945, annotiert von Arno Mietschke (Seite 117) Rolf Peter Sieferle, Die Konservative Revolution. Fuenf biographische Skizzen, besprochen von Volker Stork (Seite 118) Der Beginn einer Epoche - Texte der Situationisten, besprochen von Martin Rheinlaender (Seite 121) Lars Borgersrud, Wollweber-organisasjonen i Norge, besprochen von Fritz Petrick (Seite 124)

BUCHEINGAENGE
(Seite 133)

NOTIZEN AUS DER WISSENSCHAFTSPOLITIK
Das Kuratorium des Rene-Kuczynski-Fonds (Seite 134) Heinrich Senfft, Hans Deichmann erhielt den Geschwister-Scholl-Preis (Seite 134) Thomas Kuczynski, Tod einer Wissenschaft in Berlin (Seite 136) Fritz Petrick, Bulletin Nr. 7 der Berliner Gesellschaft fuer Faschismus- und Weltkriegsforschung (Seite 138) Arbeit im kalifornischen Flugzeugbau 1935-1941 (Seite 138)

GRATULATION
Marianne Schuller, Zeitgenoessisch denken. Der Medizinsoziologin Heidrun Kaupen-Haas zum 60. Geburtstag (Seite 140)

SUMMARIES
(Seite 144)

AUTORINNEN UND AUTOREN
(Seite 147)

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SUMMARIES HEFT 2/1997

Bernd Koelling: Schlichtung unter Vorbehalt. Landarbeiter und sozialpolitische Reform in Pommern 1919-1923

Des Ausbau des modernen Sozialstaats in der fruehen Weimarer Republik erstreckte sich auch auf die deutschen Landarbeiter. Am Beispiel des Schlichtungswesens in der preussischen Provinz Pommern, das seinem Anspruch nach gegenueber der Willkuer des 19. Jahrhunderts emanzipativ und fortschrittlich war, laesst sich aufzeigen, dass kaum wirkliche Verbesserungen im Verhaeltnis zu den Arbeitgebern durchgesetzt werden konnten. Formale Schutzbestimmungen blieben der Praeponderanz der Sicherung der Lebensmittelversorgung untergeordnet. Das Primat der Konsumentenpolitik zementierte den Status der Landarbeiter als "Preussen zweiter Klasse".

The establishment of the modern welfare state in the Weimar republic applied to agricultural workers as well. The system of arbitration in the Prussian province of Pomerania claimed to be emancipatory and progressive in comparison to the despotism of the 19th century. However, a close examination of this case shows that it was hardly possible to achieve real improvements in relation to the employers. The need to safeguard food supplies prevailed over the realization of formal health and safety regulations. The primacy of the politics of consumers reinforced the status of agricultural workers as "second class Prussians".

Christiane Harzig: Der Blick auf die Fremden im veroeffentlichten Diskurs: Fluechtlinge in Bremen in der Nachkriegszeit

Die Integration von zwoelf Millionen Fluechtlingen in die westdeutsche Nachkriegsgesellschaft lief laengst nicht so konfliktfrei wie oft angenommen. Vielmehr wurden sie im Alltag als fremd empfunden und ausgegrenzt. Wie sich das Bild des Fremden verfestigte, wird anhand des veroeffentlichten Diskurses in Bremen von 1945 bis 1955 dargestellt: Von der Konfrontation mit den entlassenen Zwangsarbeitern, der Verwaltung der Not, der Diskussion um den Lastenausgleich, die zur Politisierung der Fluechtlinge fuehrte, der Auseinandersetzung mit den Ostzonenfluechtlingen bis zur Konstruktion des "Exotischen" wird der Diskurs ueber die Fremden analysiert. Dieser zeichnet sich einerseits durch informative und darstellende Berichterstattung aus, andererseits zeigen sich aber auch Wut und Verachtung, offener und paternalistischer Rassismus sowie das Bestreben, Verstaendnis fuer die Fremden zu wecken und gleichzeitig die Interessen der einheimischen Bevoelkerung ausreichend zu beruecksichtigen. Abschliessend wird gezeigt, wie stark sich die Darstellungen des Fluechtlings"problems" damals und heute aehneln.

The integration of twelve million refugees into West-German postwar society was not as smooth as has often been argued. Rather, these refugees were perceived as foreigners, and thus often octracized. The paper shows how the image of the foreigner as stranger emerged and consolidated by analyzing the published discourse in one of Bremen's newspapers from 1945 to 1955. Looking at a number of contexts which prevailed in postwar society, such as: confronting forced laborers just released, observing how refugees became more amd more politicized in the course of the "Lastenausgleichs"debate, the growing difficulties in accomodating refugees from the Sovietzone as well as the construction of the "exotic", we are able to see how the image of the foreigner/stranger takes shape. The published discourse was either informative reporting or it was marked by rage and contempt, by open and paternalistic racism, by the desire to promote compassion, as well as by the effort to see the interests of the indigenous population adequately acknowledged. At the end the large similarities between the discourse of the refugee "problem" then and the asylumseeker "problem" today become strikingly apparent.

Karl Heinz Roth: "Generalplan Ost" und der Mord an den Juden. Der "Fernplan der Umsiedlung in den Ostprovinzen" aus dem Reichssicherheitshauptamt vom November 1939

Der Beitrag dokumentiert ein erst kuerzlich identifiziertes Planungspapier aus dem Reichssicherheitshauptamt (RSHA) zu den Deportationen von Juden und Polen aus den 1939 annektierten westpolnischen Gebieten ins Generalgouvernement. Das Papier, das sich auf die zweite Novemberhaelfte 1939 datieren laesst, enthaelt neben einer bevoelkerungspolitischen Bestandsaufnahme der ins Auge gefassten Deportations- und Aufnahmegebiete auch Forderungen nach bestimmten "volkstumspolitischen" Eingriffen, die schliesslich in einen konkreten "Plan der Umsiedlung in den Ostprovinzen" muenden. Der Plan wurde von der Gruppe der Volkstumsplaner im RSHA um Hans Ehlich verfasst. Er steht mit den Operationen der Sicherheitspolizei und des SD waehrend des Kriegs gegen Polen unmittelbar im Zusammenhang. Er ist als erste Variante der volkstumspolitischen Ostplanungen des RSHA anzusehen und dokumentiert ein Stadium, in dem die Deportationen von Juden und Polen miteinander synchronisiert waren.

This contribution reveals a recently identified planning document of the Reichssicherheitshauptamt (RSHA) concerning the deportation of Jews and Poles from the western Polish territories annexed in 1939 into the Generalgouvernement. The document can be dated in the second half of November 1939. It contains a population-political assessment of the proposed territories of deportation and in-take. It also contains demands for volkstum-political interventions that consequently lead to a concrete "plan for the resettlement in the eastern provinces". The plan was authored by the group of volkstum-planners in the RSHA around Hans Ehlich. It is directly related to the operations of the Sicherheitspolizei and the Sicherheitsdienst (SD) during the war against Poland. It should be considered a first version of the volkstum-political planning of the RSHA for the East. It documents a stage in which the deportations of Jews and Poles were synchronised.

Colin Barker/Colin Mooers: Revolutionstheorien und die Umbrueche 1989 in Osteuropa

Die Autoren beschaeftigen sich mit verschiedenen Aspekten der Ereignisse in Osteuropa im Jahr 1989. Zunaechst fragen sie, was eigentlich unter einer Revolution zu verstehen ist und ob zeitgenoessische Revolutionstheorien in der Lage sind, dieses Geschehen zu erklaeren. Zweitens: Was geschah wirklich 1989 (und was nicht)? Und drittens: Mit welchen Begriffen lassen sich die Ereignisse sinnvoll beschreiben und vor welchem theoretischen Hintergrund sollen wir sie betrachten? Versuche, die 1989er-Revolutionen zu theoretisieren, bleiben in ihrer Kritik an Schlagworten wie "Zivilgesellschaft", "Modernitaet" und den sogenannten "postmaterialistischen" Werten, die unter den Intellektuellen der Opposition kursieren, unbefriedigend. Der Wechsel vom Kommunismus zum Markt bedeutete keinen grundlegenden Wechsel des Systems, sondern eher einen Uebergang von staatlich beaufsichtigter Kapitalakkumulation zu einer Art "gemischter" Marktwirtschaft.

The authors explore several issues in light of the events of 1989 in eastern Europe. What does "revolution" mean and how well do contemporary theories of revolution explain these events? Second, what did and did not happen in 1989? Third, what categories make sense of these events and in what theoretical light should we read them? Attempts to theorize the 1989 revolutions have been insufficiently critical of notions of "civil society", "modernity" and so-called "post-materialist" values current among opposition intellectuals. The shift from "communism" to the market did not represent a qualitative shift in systems but rather a shift from state-directed capital accumulation to a form of "mixed" market economy.

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Redaktion
Veröffentlicht am
30.06.1997
Autor(en)
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Klassifikation
Region(en)
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Bestandsnachweise 0930-9977