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Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung (2005)

Titel der Ausgabe 
Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung (2005)
Weiterer Titel 

Herausgeber
Hermann Weber, Ulrich Mählert, Bernhard H. Bayerlein, Horst Dähn, Bernd Faulenbach, Jan Foitzik, Ehrhart Neubert und Manfred Wilke im Auftrag der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Erschienen
Berlin 2005: Aufbau Verlag
Erscheint 
jährlich
Anzahl Seiten
464 S.
Preis
75,00 €

 

Kontakt

Institution
Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung
Land
Deutschland
c/o
Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Redaktion JHK Kronenstraße 5 D - 10117 Berlin Tel.: + 49 (0)30 / 31 98 95 – 309 Fax: + 49 (0)30 / 31 98 95 – 224
Von
Heiko Hänsel

Das JAHRBUCH FÜR HISTORISCHE KOMMUNISMUSFORSCHUNG 2005 ist Ende August erschienen.

Inhaltsverzeichnis

Editorial (S. 9-10)

Hermann Weber: Nachruf: Günter Braun gestorben (S. 11)

ABHANDLUNGEN

Bernd Bonwetsch: Die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg 1941 bis 1945: der »Große Vaterländische Krieg« (S. 13-43)

Jan Foitzik: Selbstbezogene Vergangenheitserbauung: Der Westen und »der äußere Ring des Imperiums« in neueren russischen Geschichtslehrbüchern (S. 44-67)

Andreas Langenohl: Die Erinnerungsreflexion des Großen Vaterländischen
Krieges in Russland zum fünfzigsten und zum sechzigsten Jahrestag
des Sieges (1995 und 2005) (S. 68-80)

Wladislaw Hedeler: Sippenhaft im »Großen Terror« 1937/38: Das »Akmolinsker Lager für Ehefrauen von Vaterlandsverrätern« (ALŽIR) und seine deutschen Häftlinge (S. 81-101)

Stefan Karner/Peter Ruggenthaler: Stalin und Österreich
Sowjetische Österreich-Politik 1938 bis 1953 (S. 102-140)

Wolfgang Mueller: Die gescheiterte Volksdemokratie
Zur Österreich-Politik von KPÖ und Sowjetunion 1945 bis 1955 (S. 141-170)

Barbara Könczöl: »Dem Karl Liebknecht haben wir’s geschworen, der Rosa Luxemburg reichen wir die Hand« – Der Wandel des 15. Januar als politischer Gedenktag von KPD und der SED (1920 bis 1989) (S. 171-188)

Giandomenico Bonanni: Neues zur sozialistischen DDR-Verfassung von 1968: Entstehungsgeschichte und das Problem der Grundrechte (S. 189-215)

LÄNDERSCHWERPUNKT SÜDOSTEUROPA

Sergej Flere: The Atheist Civil Religion in Communist Yugoslavia: the Broken Covenant of Tito’s People (S. 216-232)

William Totok: Der vergessene stalinistische Schauprozess gegen die »Spione des Vatikans« in Rumänien 1951 (S. 233-259)

Ulf Brunnbauer: Zwischen Autonomie und staatlicher Intervention Die Familienpolitik im sozialistischen Bulgarien (1944 –1989) (S. 260-297)

BIOGRAPHISCHE SKIZZEN

Endre Kiss: Geheimnisse in Auflösung – Mátyás Rákosi blickt zurück (S. 288-296)

Ulrich Mählert: Wie beim unaufhaltsamen Vorwärtsschreiten so mancher
auf der Strecke blieb – Der Berliner Kommunist Rudolf Brassat (S. 297-315)

FORUM

Peter Steinbach: Verspielte hermeneutische Möglichkeiten
Zum Erscheinen des Schwarzbuchs des Kommunismus 2 (S. 316-323)

Gerd Koenen: Rudi Dutschke, die »Neue Linke« und die Gewalt (S. 324-338)

Andreas Förster: Zwischen Liebe und Hass – Ulrike Meinhof, die RAF,
die SED und die Stasi (S. 339-344)

SAMMELREZENSIONEN

Barry McLoughlin: Biographische Studien zum Stalinismus: Nikolaj Ezov, Lavrentij Berija und Dmitrij Sostakovic (S. 345-352)

Klaus-Georg Riegel: Der Stalinismus als archaischer Gewaltexzess
Neue Studien zu Terror, Schauprozessen und Gulag (S. 353-361)

Manfred Wilke: Das sowjetische Imperium, Krieg, deutsche Frage und die SED-Gründung (S. 362-381)

Wilfriede Otto: Der Fall Noel Haviland Field (S. 382-387)

Jan Foitzik: Amnesiediskurs in Polen (S. 388-394)

THE INTERNATIONAL NEWSLETTER OF COMMUNIST STUDIES XI (2005), no 18 (S. 395-451)

ANHANG

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jahrbuchs für Historische Kommunismusforschung 2005 (S. 452-457)

Aus dem Inhalt des Jahrbuchs für Historische Kommunismusforschung 1993 bis 2004 (S. 458-464)

EDITORIAL:
Der Zweite Weltkrieg ist nicht nur eine der zentralen Zäsuren für die Geschichte des 20. Jahrhunderts, sondern auch für die Geschichte des Kommunismus. Dies wurde im Frühjahr 2005 erneut offenkundig, als der 60. Jahrestag seines Endes in Europa Anlass für eine vielfältige historische Rückschau gab. Dem Gründungsdirektor des Deutschen Historischen Instituts in Moskau, Bernd Bonwetsch, gelingt es in seinem Einleitungsbeitrag für das Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2005, die Auswirkungen und unmittelbaren Folgen des Zweiten Weltkrieges für die Sowjetunion außergewöhnlich facettenreich zu umreißen. Wer immer sich künftig mit der sowjetischen Nachkriegspolitik, der Sowjetisierung Osteuropas und dem Kalten Krieg beschäftigt, sollte auf die in diesem Artikel zusammengefassten Erkenntnisse aufbauen.
Weist Bonwetsch bereits auf die vielfältige Mythologisierung des »Großen Vaterländischen Krieges« in der russischen Historiographie und Publizistik hin, analysiert Jan Foitzik, Mitherausgeber des Jahrbuchs, die derzeit in Gebrauch befindlichen russischen Lehrbücher zur europäischen Nachkriegsgeschichte – insbesondere die Darstellung des »Westens« und der Geschichte der sowjetischen Satellitenstaaten nach 1945. Seine Befunde: Die meisten Bücher weisen nicht nur methodische Defizite auf, sondern auch zahllose historiographische Fehler. Die dort vermittelten Geschichtsbilder erweisen sich zudem als bedenklich. Positiv hebt Foitzik hervor, dass in den russischen Lehrbüchern der Trend der Pluralisierung der Geschichtswissenschaften aus den 90er Jahren anhält. Der Jahrestag des Kriegsendes und seine Inszenierung im heutigen Russland – 1995 unter Boris Jelzin und 2005 unter Wladimir Putin – ist Gegenstand einer Analyse des Gießener Soziologen Andreas Langenohl. Österreich konnte im Jahr 2005 nicht nur Rückschau auf den 60. Jahrestag des Kriegsendes halten. Am 15. Mai vor 50 Jahren wurde zudem der Österreichische Staatsvertrag abgeschlossen. Damit endete für die Alpenrepublik eine zehnjährige Besatzungszeit. Der Beitrag der Grazer Historiker Stefan Karner und Peter Ruggenthaler befasst sich mit der außenpolitischen Dimension der Stalinschen Österreich-Politik seit dem Jahr 1938, während Wolfgang Mueller (Wien) die sowjetisch-österreichische »Innenpolitik« und das Zusammenwirken von sowjetischer Besatzungsmacht und KPÖ in den Blick nimmt. Beide Beiträge basieren auf neu erschlossenen russischen Archivquellen. Mit einem Länderschwerpunkt Südosteuropa setzt das Jahrbuch 2005 einen weiteren thematischen Akzent. Der slowenische Soziologe Sergej Flere stellt in seinem Beitrag den Aufstieg und den Niedergang einer gesamtjugoslawischen Orientierung der jugoslawischen Bevölkerung dar, die sich unabhängig von der Partei- und Staatsideologie herausgebildet hatte. Der Berliner Schriftsteller und Journalist William Totok hat durch umfangreiche Studien in den Securitate-Archiven einen stalinistischen Prozess rekonstruiert, der auch unter Spezialisten für rumänische Zeitgeschichte unbekannt ist: die Spitzen der katholischen Kirche in Rumänien wurden 1951 zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Ulf Brunnbauers Studie zur Familienpolitik in Bulgarien zwischen 1944 und 1989 führt das Scheitern des kommunistischen Anspruchs auch auf diesem Gebiet vor Augen. In der Rubrik »Biographische Skizzen« porträtiert Endre Kiss den einstigen ungarischen Parteichef und Ko-Initiator der Schauprozesse in Ostmittel- und Südosteuropa nach 1945, Mátyás Rákosi, auf der Grundlage seiner mittlerweile veröffentlichten Autobiographie. Ulrich Mählert, Mitherausgeber des Jahrbuches, ist es in einer ausführlichen biographischen Skizze eines unbekannten Berliner Kommunisten gelungen, die große Geschichte der SED im Kleinen zu erzählen. Ein »Dauerthema« des Jahrbuches für Historische Kommunismusforschung bleibt der »Große Terror« von 1937/38 in der Sowjetunion. Wladislaw Hedeler rekonstruiert das Schicksal deutscher Emigrantinnen, die gemeinsam mit tausenden Ehefrauen und Kindern so genannter »Vaterlandsverräter« in Sippenhaft genommen und in ein Sonderlager nach Kasachstan verbracht wurden.
Die Geschichte der Liebknecht-Luxemburg-Demonstrationen, zu denen die KPD und die SED jährlich zwischen 1920 und 1989 um den 15. Januar aufriefen, schildert Barbara Könczöl. Giandomenico Bonanni erweitert anhand neuer Quellen das Wissen um die Entstehung der DDR-Verfassung von 1968 und schildert die Schwierigkeiten der SED-Führung, der Gesellschaft ihren instrumentellen Menschenrechtsbegriff zu oktroyieren.
In der Rubrik »Forum« bewertet Peter Steinbach das Schwarzbuch des Kommunismus 2. Gerd Koenen nimmt zur aktuellen Debatte um Rudi Dutschke Stellung und Andreas Förster geht dem ersten Kontakt von SED und RAF im Jahr 1970 nach. Am Ende des Jahrbuchs finden sich, wie stets, Sammelrezensionen zu wichtigen Neuerscheinungen der Kommunismusforschung. Das Jahrbuch enthält zudem den International Newsletter of Communist Studies XI (2005), no 18, der von Bernhard H. Bayerlein herausgegeben und redaktionell betreut wird.

Berlin, Ende Juni 2005 Die Herausgeber

Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2005 Enthält/including:The International Newsletter of Communist Studies XI (2005), no 18 Hrsg. von Hermann Weber, Ulrich Mählert, Bernhard H. Bayerlein, Horst Dähn, Bernd Faulenbach, Jan Foitzik, Ehrhart Neubert und Manfred Wilke im Auftrag der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Berlin: Aufbau Verlag 2005, ISSN 0944-629X, ISBN 3-351-026085-4, 75,00 € Die Publikation ist im Buchhandel erhältlich.

Für Manuskriptangebote wenden Sie sich bitte an:

Redaktion des Jahrbuchs für Historische Kommunismusforschung:
Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur,
Herrn Heiko Hänsel,
Otto-Braun-Straße 70-72, D - 10178 Berlin,
Tel.: + 49 (0) 30 / 23 24 72 09, Fax: + 49 (0) 30 / 23 24 72 10,

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Redaktion
Veröffentlicht am
07.09.2005
Beiträger
Klassifikation
Region(en)
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Bestandsnachweise 0944-629X