Historical Social Research (HSR), Supplement 27

Titel der Ausgabe 
Historical Social Research (HSR), Supplement 27
Weiterer Titel 
Politisierte Sozialstruktur und Wählerverhalten

Erschienen
Erscheint 
4 Hefte / Jahr; 280-400 Seiten / Heft
Anzahl Seiten
312 S.
Preis
jährlich € 30 (Personen); € 54 (Institutionen)

 

Kontakt

Institution
GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften
Abteilung
Historical Social Research (HSR)
Land
Deutschland
PLZ
50667
Ort
Köln
Straße
Unter Sachsenhausen 6-8
c/o
Journal Historical Social Research
Von
Janssen, Philip Jost

HSR Supplement 27 (2015)

Franz Urban Pappi: Politisierte Sozialstruktur und Wählerverhalten bei Bundestagswahlen

Die bei der Entstehung des deutschen Parteiensystems zentralen gesellschaftlichen Spaltungen nach Konfession und Klasse nehmen in ihrer Bedeutung für das gegenwärtige Wählerverhalten in Deutschland ab. Diese Abnahme ist ein langfristiger Prozess, den die in diesem HSR-Supplementband versammelten Aufsätze Pappis aus den letzten 40 Jahren nachzeichnen. Die allmählichen Veränderungen sind nicht nur dem sozialen Wandel geschuldet, sondern werden auch von den politischen Parteien beeinflusst. Deswegen die Bezeichnung als politisierte Sozialstruktur.

Die meisten Aufsätze sind aus Anlass einer bestimmten Bundeswahl geschrieben, von der Konsolidierungswahl der sozialliberalen Koalition 1972 bis zu den Bundestagswahlen in Gesamtdeutschland. Der zeithistorische Bezug der Aufsätze dokumentiert nicht nur den sozialen und politischen Wandel zum jeweiligen Zeitpunkt, sondern erlaubt auch Einblicke in die Themenkonjunktur der deutschen Wahlforschung. Interessierte man sich in den 1970er Jahren für den „Genossen Trend“, die stetige Zunahme des SPD-Anteils bei Bundestagswahlen, galt es in den 1980er Jahren die Gründe für das Erstarken der Grünen zu erkunden und in den 1990er Jahren die Etablierung eines demokratischen Parteiensystems in Ostdeutschland. Gleichzeitig standen immer mehr Umfragedaten für die einzelnen Wahlen zur Verfügung, so dass die allmähliche Veränderung der politisierten Sozialstruktur im Generationenwandel untersuchbar wurde.

Die Aufsätze sind in vier Teile gegliedert. Teil I behandelt Begriff und Forschungsansatz zur Untersuchung von social cleavages. Teil II ist der Analyse des stabilen Drei-Parteien-Systems der 1970er Jahre gewidmet. In Teil III werden die Trägergruppen der einzelnen politisierten sozialen Spaltungen behandelt: Religiöse Gruppen, soziale Klassen und neue soziale Bewegungen. In den neueren Aufsätzen des Teils IV werden die Möglichkeiten der Generationen-Perioden-Analyse ausgeschöpft mit Hilfe von Datensätzen, die Umfragen über längere Zeiträume hinweg kumulieren. Die allmähliche Veränderung der Bedeutung der traditionellen Spaltungen der deutschen Wählerschaft ist der Generationensukzession geschuldet, bedeutet aber nicht gleichzeitig die Bedeutungslosigkeit von sozialstrukturellen Interessenlagen generell für die Parteipräferenz.

Inhaltsverzeichnis

AUTOBIOGRAFISCHE ANMERKUNGEN

Franz Urban Pappi
Themenschwerpunkte einer Wissenschaftlerlaufbahn, S. 7.

BEITRÄGE

Franz Urban Pappi
Cleavage [2010], S. 29.

Franz Urban Pappi
Die politisierte Sozialstruktur heute: Historische Reminiszenz oder aktuelles Erklärungspotential? [2002], S. 32.

Franz Urban Pappi
Parteiensystem und Sozialstruktur in der Bundesrepublik [1973], S. 54.

Franz Urban Pappi
Sozialstruktur, gesellschaftliche Wertorientierungen und Wahlabsicht: Ergebnisse eines Zeitvergleichs des deutschen Elektorats 1953 und 1976 [1977]. S. 81.

Franz Urban Pappi
Die konfessionell-religiöse Konfliktlinie in der deutschen Wählerschaft: Entstehung, Stabilität und Wandel [1985], S. 122.

Franz Urban Pappi
Klassenstruktur und Wahlverhalten im sozialen Wandel [1990], S. 150.

Franz Urban Pappi
Neue soziale Bewegungen und Wahlverhalten in der Bundesrepublik [1990], S. 167.

Franz Urban Pappi & Susumu Shikano
Die politisierte Sozialstruktur als mittelfristig stabile Basis einer deutschen Normalwahl [2002], S. 214.

Franz Urban Pappi & Jens Brandenburg
Soziale Einflüsse auf die Klassenwahl im Generationen- und Periodenvergleich: Eine Analyse für Westdeutschland [2008], S. 251.

Franz Urban Pappi & Jens Brandenburg
Sozialstrukturelle Interessenlagen und Parteipräferenz in Deutschland. Stabilität und Wandel seit 1980 [2010], S. 268.

APPENDIX

Franz Urban Pappi: Curriculum Vitae & Schriftenverzeichnis, S. 297.

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