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Blätter für deutsche und internationale Politik 55 (2010), 12

Titel
Blätter für deutsche und internationale Politik 55 (2010), 12.


Hrsg. v.
Blätter Verlagsgesellschaft mbH Herausgeberkreis: Norman Birnbaum, Micha Brumlik, Dan Diner, Jürgen Habermas, Detlef Hensche, Rudolf Hickel, Walter Jens, Reinhard Kühnl, Claus Leggewie, Daniel Leisegang, Ingeborg Maus, Klaus Naumann, Jens G. Reich, Rainer Rilling, Irene Runge, Karen Schönwälder, Friedrich Schorlemmer, Gerhard Stuby und Rosemarie Will
Heft(e)
12
Erschienen
Berlin 2010: Blätter Verlag
Umfang
128 Seiten
Preis
9,00 Einzelheft (Im Abo 5,95 oder 4,50 (ermäßigt))
Herausgeber d. Zeitschrift
Blätter Verlagsgesellschaft mbH Herausgeberkreis: Katajun Amirpur, Seyla Benhabib, Norman Birnbaum, Peter Bofinger, Ulrich Brand, Micha Brumlik, Dan Diner, Jürgen Habermas, Detlef Hensche, Rudolf Hickel, Claus Leggewie, Ingeborg Maus, Klaus Naumann, Jens G. Reich, Rainer Rilling, Irene Runge, Saskia Sassen, Karen Schönwälder, Friedrich Schorlemmer, Gerhard Stuby, Hans-Jürgen Urban und Rosemarie Will
Erscheinungsweise
monatlich
Kontakt
Blätter-Redaktion Berlin Albrecht von Lucke, Annett Mängel, Dr. Albert Scharenberg Torstraße 178 10115 Berlin Tel. 030/3088 3640 Fax 030/3088 3645

Am 26. November erschien die Dezember-Ausgabe der "Blätter".

Mit Beiträgen von: Thilo Bode, Hermann Scheer, Norbert Frei und Annette Weinke, Dieter Senghaas, Dorothea Jung, Michael R. Krätke, Dániel Fehér, Rupert von Plottnitz, Rupert Neudeck, Christoph Fleischmann, Albert Scharenberg u.v.a.

Zu folgenden Themen: Atomenergie: Brücke ins Nichts, Die Legende vom Anständigen Amt, Gibt Obama jetzt den Clinton?, Global Player Brasilien, Feindbild Jude, Thatchers Enkel, 50 Jahre Friedensforschung, Nahrungsmittelmultis: Alles aus Zucker u.v.m.

Weitere Informationen auf http://www.blaetter.de.

Thilo Bode
Alles aus Zucker. Wie die Nahrungsmittelmultis unsere Kinder mästen

Die Lebensmittelindustrie hat aus einem künstlich hergestellten Mineralstoff, den niemand zum Leben braucht, die Substanz „Zucker“ gemacht, die die meisten Menschen heute als Grundnahrungsmittel betrachten. Thilo Bode, Gründer und Leiter der Verbraucherorganisation foodwatch, belegt, wie die Konzerne die Verbraucher mit der Zuckerlüge systematisch täuschen – und welche individuellen und gesellschaftlichen Schäden ihr Handeln verursachen. Dabei zeigt sich: Um ihre Gewinne immer weiter zu steigern, haben Großunternehmen wie Nestlé ihre Werbekampagnen inzwischen – bis in die Kitas und Schulen – als „Ernährungserziehung“ deklariert, was einer Körperverletzung durch Irreführung gleichkommt.

Hermann Scheer
Atomenergie: Brücke ins Nichts. Plädoyer für einen energethischen Systemwechsel

Trotz der anhaltenden Proteste beharrt die Bundesregierung auf einer Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke. Dabei ist die Umstellung auf erneuerbare Energien längst machbar. Hermann Scheer, der im Oktober verstorbene alternative Nobelpreisträger und Vorsitzende des Weltrats für Erneuerbare Energien, zeigt, was getan werden muss, um den energie-politischen Systemwechsel zu verwirklichen. Sein Vorschlag: Statt weiterhin auf die sich wechselseitig blockierende internationale Klimadiplomatie und eine „globale Lösung“ zu hoffen, gilt es, strategische einzelstaatliche Lösungen zu finden, die den Energiewechsel in die Praxis umsetzen.

Albert Sterr
Global Player Brasilien: Wie weiter nach Lula?

Im Oktober wählte Brasilien Dilma Rousseff zur Nachfolgerin von Präsident Luiz Inácio „Lula“ da Silva. Der Politikwissenschaftler Albert Sterr untersucht anlässlich des Regierungswechsels die Entwicklung der brasilianischen Außenpolitik in der Ära Lula. Angetrieben von der dynamischen Wirtschaftsentwicklung des letzten Jahrzehnts hat sich Brasilien von der traditionellen Vormundschaft Washingtons emanzipiert und als neue Führungsmacht Lateinamerikas etabliert. Sterrs These: Durch die BRIC-Kooperation und den Ausbau der Süd-Süd-Beziehungen wird das wichtige Schwellenland mit der fünftgrößten Bevölkerung der Welt in Zukunft von noch größerer globaler Bedeutung sein.

Norbert Frei und Annette Weinke
Warum es um die „Mumien“ einsam wird. Das Ende der Legende vom „anständig“ gebliebenen Auswärtigen Amt

Das Auswärtige Amt war, anders als sein früh entfaltetes und immer wieder nachpoliertes Selbstbild es suggerierte, in der Zeit des Nationalsozialismus keineswegs „gesund“ geblieben. In der schlagartigen Zerstörung dieses Bildes liegt der eigentliche Grund für das enorme mediale Echo, das der soeben erschienene Bericht der Unabhängigen Historikerkommission gefunden hat. Die Historiker Norbert Frei und Annette Weinke bilanzieren die Geschichte der Eliten-Exkulpation – vom Wilhelmstraßenprozess gegen Ernst von Weizsäcker, dem heimlichen Gründungsereignis der Bonner Republik, bis zur Nachruf-Affäre unter Joschka Fischer. Ihr Fazit: Erst jetzt ist ein halbwegs haltbarer vergangenheitspolitischer Konsens erreicht.

Dieter Senghaas
Der Frieden und seine Erforschung. Bilanz eines halben Jahrhunderts Friedensforschung

Noch vor wenigen Jahrzehnten gab es an deutschen Universitäten nirgendwo die Möglichkeit, Friedens- und Konfliktforschung systematisch zu studieren. Warum aber wurde kritische Friedensforschung schließlich doch zu der Leitperspektive, die sie heute ist? Dieter Senghaas, Professor em. für Internationale Politik und Gesellschaft an der Universität Bremen, analysiert die historischen Ursachen und Verlaufsformen der institutionalisierten Friedensforschung in der Bundesrepublik. Dabei kritisiert er auch die friedenstheoretische Diskussion der jüngeren Generation, die sich zu wenig auf konkrete Problemlagen beziehe und weder hinreichend historische Reflexion noch strukturelle und vor allem komparative Analysen betreibe.

Christoph Fleischmann
Eine kleine Geschichte der Gier

Die Habgier, im Alten Testament eine der sieben Todsünden, hat zu Beginn der Neuzeit einen entscheidenden Bedeutungswandel erfahren. Im Rahmen des aufkommenden Kapitalismus galt sie nicht länger als Abweichung von der Norm, sondern als Antriebsfeder wirtschaftlicher Entwicklung. Der Journalist und Theologe Christoph Fleischmann spürt diesem Bedeutungswandel nach: von der Vorstellung des „gerechten Tauschs“ im Mittelalter über Luthers Polemik gegen die Fugger bis hin zum frühen Lobbyismus der Handelsgesellschaften. Historisch durchgesetzt hat sich schließlich die kapitalistische „Apologie des Eigennutzes“. Deshalb gilt, auch mit Blick auf die viel beklagte „Gier der Banker“: Wer von der Gier reden will, darf vom Eigentum nicht schweigen.

INHALTSVERZEICHNIS

KOMMENTARE UND BERICHTE

Gibt Obama jetzt den Clinton? – Albert Scharenberg S. 5

NATO: Expansion im Tarnanzug – Reinhard Mutz S. 9

Thatchers Enkel – Michael R. Krätke S. 12

Ungarische Mitgift – Dániel Fehér S. 17

Schwedisches Volksheim von rechts? – Raimund Feld S. 20

Feindbild Jude, Hassobjekt Israel – Dorothea Jung S. 24

Religiöse Neutralität statt christlich-jüdischer Leitkultur – Rupert von Plottnitz S. 28

Sarrazins Legende vom klugen Gen – Peter M. Kaiser S. 30

KOLUMNE

EU: Am deutschen Wesen genesen? – William Pfaff S. 34

DEBATTE

Arbeitskampf oder Korporatismus – Klaus Dörre S. 36

ANALYSEN UND ALTERNATIVEN

Alles aus Zucker. Wie die Nahrungsmittelmultis unsere Kinder mästen – Thilo Bode S. 43

Atomenergie: Brücke ins Nichts. Plädoyer für einen energethischen Systemwechsel –Hermann Scheer S. 55

Global Player Brasilien: Wie weiter nach Lula? – Albert Sterr S. 66

Warum es um die „Mumien“ einsam wird. Das Ende der Legende vom „anständig“ gebliebenen Auswärtigen Amt – Norbert Frei und Annette Weinke S. 75

Der Frieden und seine Erforschung. Bilanz eines halben Jahrhunderts Friedensforschung – Dieter Senghaas S. 85

Eine kleine Geschichte der Gier – Christoph Fleischmann S. 95

AUFGESPIESST

Viva la Googolúcion! – Albrecht von Lucke S. 108

BUCH DES MONATS

Eine andere Geschichte der Welt – Rupert Neudeck S. 105

JAHRESREGISTER 2010

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Zitation
Blätter für deutsche und internationale Politik 55 (2010), 12. in: H-Soz-Kult, 05.12.2010, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-5900>.
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Veröffentlicht am
05.12.2010
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